Samstag, 7. August 2010

Never let me go



Sie haben mein Buch verfilmt! :D
Mit Keira Knightley! Oh mein Gott! Ich komm gerade aus dem aufgeregt mit den Händen wackeln nicht mehr raus. OH MEIN GOTT! Ich liebe-liebe-liebe-liebe dieses Buch, auch wenn ich jetzt beschämenderweise keinen Blogeintrag im gesamten Internet finde den ich geschrieben habe, aber jedenfalls war das Buch mein Referatsbuch für Literaturkunde und ich habe eine 1 bekommen deswegen und es war toll und überhaupt und - KEIRA KNIGHTLEY!!!!

Blöderweise kommt der Film erst im Oktober raus ... Unverschämtheit. Ich will den JETZT sehen! Sofort! Ansonsten guck ich mir den Trailer jetzt nochmal und nochmal und nochmal und nochmal und nochmal und nochmal an. Ich sollte das Buch auch noch einmal lesen.

Oh mein Gott! :D

Ja, ich übertreibe gerade, aber! Dieses Buch ist gerade der totale Erinnerungsträger an die Berufsschule und ich freu mich grad so sehr und überhaupt. Keira! Hatte ich erwähnt, dass KEIRA KNIGHTLEY mitspielt??? Mein große Liebe?


HA! Gerade gefunden. Mein damaliges Hand-out fürs Referat:

Über den Autor:
Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Nagasaki geboren, 1960 kam er nach London, wo er Englisch und Philosophie studierte. Für „Alles was wir geben mussten“ erhielt er 2006 den Corine-Preis.

Inhalt:
Ende des 20. Jahrhunderts. Die Ich-Erzählerin Kathy blickt zurück auf ihre Zeit in Hailsham, einem Internat in England, in dem sie zusammen mit ihren Freunden Ruth und Tommy ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Doch so idyllisch wie das ganze scheint, ist es nicht. Das Internat ist kein normales Internat, denn die Kinder sind keine normalen Kinder. Es sind Klone, die in Hailsham auf ihre Zukunft als Organspender vorbereitet werden. Und selbst das stimmt nicht ganz, denn die Worte „Spender“ und „Betreuer“ geistern zwar durch das Internat, aber wirklich aufgeklärt werden die Schüler nicht über ihre Bestimmung. Sie wachsen gut behütet und von der Außenwelt abgeschnitten auf, die Lehrer fördern und fordern Kreativität, und zweimal im Jahr werden die besten Werke für die „Galerie“ ausgewählt, die aber keiner der Schüler je zu Gesicht bekam.
An all das erinnert sich Kathy, die kurz davor steht ihre Arbeit als Betreuerin zu beenden um selber Spenderin zu werden. Nüchtern und sachlich, ohne Gefühlsregung beschreibt sie ihr eigenes Leben ohne es zu hinterfragen. Sie nimmt ihre Bestimmung als unumstößlich hin. Nur ein einziges Mal unternimmt sie zusammen mit Tommy, dessen Betreuerin sie geworden ist einen eher halbherzigen Versuch aus dem System auszubrechen und nimmt die Tatsache, dass dies nicht möglich ist so hin als wäre es ihr nicht wirklich wichtig gewesen. Dabei geht es hierbei nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern auch um das Überleben von Tommy und ihre gemeinsame Zukunft.

Eigene Meinung:
Mir gefällt dieses Buch, weil es durch die Schlichtheit der Sprache seine düstere „Vision“ noch verstärkt. Je weiter man liest, desto eindringlicher und erschreckender wird die Sorglosigkeit mit der das Projekt „Klone“ durchgezogen wird. Es ist kein einfaches Buch, das man mit der letzten Seite abschließt – „Alles, was wir geben mussten“ beschäftigt einen noch weiter, weil man anfängt sich Fragen zu stellen. Warum nehmen die Charaktere ihr Schicksal einfach so hin? Was genau passiert bei den Spenden und was bedeutet „der Spender hat abgeschlossen“? Könnte die geschilderte Situation in unsere Zeit auch möglich sein? Durch diese offengelassenen Fragen beschäftigt man sich im Nachhinein noch einmal mit dem ganzen Buch und legt es nicht einfach so weg.
Empfehlen würde ich dieses Buch Lesern, die anspruchsvolle (nicht sprachlich, sondern thematisch) Literatur suchen und sich nicht von der anfänglichen Eintönigkeit abschrecken lassen.

Textauszug:
"Die meiste Zeit war es mir ganz recht, Betreuerin zu sein. Man könnte sogar sagen, es brachte meine besten Eigenschaften zum Vorschein. Andere sind einfach nicht dafür geschaffen, und für sie wird das Ganze zu einem einzigen Kampf. Vielleicht fangen sie ja recht zuversichtlich an, aber dann kommen die vielen, vielen Stunden so nah am Schmerz und an der Angst. Und früher oder später passiert es, dass ein Spender es nicht schafft, auch wenn es vielleicht erst die zweite Spende ist und niemand mit Komplikationen gerechnet hat. Wenn ein Spender so abschließt, aus heiterem Himmel, spielt es kaum eine Rolle, was die Krankenschwester nachher zu Ihnen sagen, und ebenso wenig hilft der Brief, in dem es heißt, alle seien überzeugt, dass Sie Ihr Möglichstes getan haben, und Sie möchten bitte so gut weiterarbeiten. Vorläufig sind Sie dann erst einmal demoralisiert. Manche von uns lernen rasch, damit zurechtzukommen. Andere – Laura zum Beispiel – lernen es nie.
Dann die Einsamkeit. Sie sind mit Scharen von Leuten aufgewachsen, haben überhaupt nie etwas anderes gekannt, und auf einmal sind Sie Betreuer. Stundenlang fahren Sie mutterseelenallein kreuz und quer durchs Land, von einem Zentrum zum nächsten, von einer Klinik zur anderen, übernachten in Rasthäusern, haben niemanden, mit dem Sie Ihre Sorgen teilen, niemanden, mit dem Sie lachen können. Nur ab und zu treffen Sie einen Bekannten – einen Betreuer oder Spender, den Sie von früher kennen -, aber Sie haben nie viel Zeit. Immer sind Sie in Eile, oder Sie sind zu erschöpft für ein richtiges Gespräch. Es dauert nicht lang, bis Ihnen die endlosen Stunden, die Reisen, der unregelmäßige Schlaf, bis Ihnen das alles tief in den Knochen sitzt und Teil von Ihnen geworden ist, so dass jeder es sehen kann – an Ihrer Haltung, Ihrem Blick, der Art wie Sie sich bewegen und sprechen."

Kommentare:

körsbär hat gesagt…

Als ich mir den Inhalt bei Wikipedia gestern durchlas, war ich auf Anhieb nicht so interessiert. Aber der Trailer sieht klasse aus, v.a. die Bilder und die Musik - passt alles äußerst gut zusammen. Wenn der Film auch so wird... ;). Werd ich mir jedenfalls angucken. Auch wegen Keira. =)

schildmehdchen hat gesagt…

Also Keira interessiert mich jetzt nicht so sehr, aber die Thematik klingt wirklich gut. Das Buch sollte ich auf jeden Fall mal lesen. Und den Film dann wahrscheinlich auch sehen.

(Evagwen, kennst du "Die Entbehrlichen"? Ist von der Thematik so ähnlich, bin mal gespannt, ob sich das jetzt auch ähnlich liest.)

Flocke hat gesagt…

Ich hab den TRailer gesehen und das Buch gekauft. Es liegt jetzt hier rum und ich muss es nur noch lesen.

Tami hat gesagt…

Spannend, wie das Forum derzeit irgendwie zu wissen scheint, was ich lese. Erst Oscar Wilde und jetzt das.

Ich war ja schon komplett verspoilert, als ich mit dem Buch angefangen hab - dementsprechend war es für mich kein großes Mysterium, was denn nun in Hailsham vor sich geht. Aber das war vielleicht nicht nur schlecht, auf die Art kam ich nämlich sehr gut in diese "Nüchternheit" rein, mit der Kathy die grausigsten Dinge erzählt. Und umso härter haben mich dann die wenigen Stellen getroffen, an dem einem direkt ins Gesicht geworfen wird, wie schrecklich das eigentlich ist.
Ich erinnere mich zum Beispiel, wie Ruth davon spricht, dass sie "auf dem OP-Tisch lag und sich ans Leben klammerte". Oder wie Kathy erzählt, was nach der vierten Spende passiert - zum ersten Mal mit einer negativen Bewertung, sie nannte es "Stoff für einen Horrorfilm". (Es gab noch eine dritte Stelle, aber die fällt mir gerade nicht ein.)
Das haut dann so richtig rein.

Ich find solche Bücher (und auch Filme zu dem Thema) ja schon aus, äh, "beruflichen" Gründen interessant (ich arbeite ja noch nicht, aber besser kann ich's nicht audrücken). In den Fachbereichen, in denen ich mich rumtreibe, ist Ethik natürlich immer ein Riesenthema. Wieviel dürfen wir opfern, um Heilmethoden zu finden? Dürfen wir Tiere mit unheilbaren Krankheiten infizieren, um diese zu erforschen? Dürfen wir das mit Menschen tun? Dürfen wir Menschen kopieren und was ist diese Kopie dann wert? Drama, Drama, berechtiges Drama, und dabei wollen wir doch nur helfen. (Aber das Gegenteil von gut ist ja bekanntlich gut gemeint.)

Ich labere. Entschuldige.
Das Buch ist toll. Aber es ist halt auch sehr mimimiiii.

A. Nym hat gesagt…

Hmm.... das hört sich interessant an... werd gleich zum Dealer gehen und bestellen. :nick: