Montag, 6. Mai 2013

Das Experiment - Die macht das wirklich! Zwei Wochen am Stück als Arbeitslose: Folge 4

Der letzte Teil! Jedenfalls, wenn es nach mir geht. So schnell brauch ich keinen Kontakt mehr mit dem Jobcenter. Auch wenn alle nett und hilfsbereit waren. Wahrscheinlich weil ich ein voll langweiliger Fall war. 

Wo waren wir? Ich hatte eine Zusage für ein Praktikum (welches jetzt schon in die vierte Woche geht und ich finde es immer noch sehr interessant. Neue Dinge! Wuhu!) und meldete mich auch sofort bei meiner Sachbearbeiterin. Die freute sich erst gar sehr, als sie hörte, dass es ein Praktikum ist, meinte sie aber, sie muss mal gucken, ob sie das durchbringt. Hallo? Du hast selbst gesagt, dass ich keine Erfahrungen habe und deswegen nur "Hilfsarbeiten" machen kann. Mit nem Praktikum krieg ich Erfahrungen. Und niemand stellt jemanden für nur sechs Monate ein. Außer bei einem Praktikum. Also. Pah! Mir war das auch relativ egal. Ich musste dann nur meinen eigentlichen Termin für die Abgabe der Unterlagen verlegen, weil das eigentlich mein zweiter Arbeitstag gewesen wäre. Also bin ich am nächsten Tag wieder brav früh aufgestanden, bin zum Jobcenter gelaufen (obwohl - ich bin mit dem Bus gefahren und habe 1,35 Euro ausgegeben. Es hat geregnet!), habe meine Nummer gezogen und gewartet. Um dann endlich meine Unterlagen abzugeben. Keine Beanstandungen. Die Frau bestätigte auch nochmal, dass Herr Gatsby und ich keine Bedarfsgemeinschaft sind. Ich musste nur noch einmal die aktuellsten Kontoauszüge (wobei ich mir zu 90% sicher bin, dass meine Kontoauszüge aktuell waren ...) und den Arbeitsvertrag vorbeischicken. Meine leichteste Übung. Außerdem hab ich dann auch noch gleich die Unterlagen für die Kostenerstattung der Fahrkarten und der E-Mail-Bewerbung (Zehn Bewerbungen! Zehn Euro!) abgegeben. Geld ist Geld! Wuhu. Dann begann das Praktikum. Und eines Tages bekam ich einen Brief vom Jobcenter. Mit - einer Absage. Denn leider, leider bin ich zu reich für Hartz IV. 

Ich musste ein bisschen lachen. Ich würde mich nämlich ganz sicherlich nicht als reich bezeichnen. Das Ersparte, was ich habe, ist eigentlich für meine Bafög-Schulden, die ich irgendwann mal zurückzahlen muss. Das ist dem Jobcenter aber egal, was bedeutet - ich erhalte für die mickrigen zwei Wochen Arbeitslosigkeit keine Leistung. Joah. Okay. Mir ging es ja auch nie um das Geld, sondern um die Versicherung (weswegen ich dann panisch bei meiner Krankenkasse angerufen habe, um zu fragen, wie ich mich jetzt für die zwei Wochen versichern muss. Und die meinten, ich muss mir keine Sorgen machen, ich bin durch irgendein Rest-Nach-Dings von meinem letzten Praktikum noch versichert. Ich hab das Wort vergessen. Es klang gut). Und mit dem Praktikum hatte ich ja auch wieder eine Versicherung und eine Geldquelle. Um noch mehr Reichtümer anzuhäufen ... 
Was mich ärgert - dass ich umsonst die ganzen Unterlagen ausgefüllt habe (gut, auch meine Schuld, ich hätte mich besser informieren sollen. Mach ich das nächste Mal) und dass ich nur ganz knapp über der Reichtumsgrenze bin. Was bedeutet, wenn ich das Praktikum nicht bekommen hätte, hätte ich mich vielleicht einen Monat selber finanzieren können, aber danach hätte ich wieder zum Jobcenter laufen dürfen um genau die gleichen Unterlagen noch einmal auszufüllen.

Naja. Nächstes Mal verprasse ich erst mein unendlich großes Vermögen. Und ich kann jetzt ganz toll Unterlagen ausfüllen. Vielleicht sollte ich professionelle Unterlagen-Ausfüllerin werden! Bis dahin erfreue ich mich an meinem Praktikum. Und dem hoffentlich nicht mehr so schnell wiederkehrenden Kontakt mit dem Jobcenter.

Kommentare:

  1. Hi!

    Jetzt muss ich doch mal was fragen, weil mit Arbeitslosigkeit kenn' ich mich ja auch ein wenig aus: Was sind was für Praktika, bei denen du Geld bekommst? Ich hab' bei sowas nie auch nur einen einzigen Cent gesehen...

    ???

    LG
    Claudia

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  2. Ich hab bisher für jedes meiner Praktika Geld bekommen, alles andere hätte auch nicht funktioniert.
    Und eigentlich sind das ganz "normale" Praktika. Meistens sind die für Studenten ausgeschrieben oder für Menschen, die gerade mit ihrem Studium fertig geworden sind. Und die meisten sind immer auf maximal sechs Monate beschränkt.

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  3. Ab und an nennt man sie auch Werkstudenten...

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  4. Ah, danke für die Info. Die Praktika, die ich kenne, sind wesentlich kürzer (2 - 4 Wochen) und oft eher mit "Probearbeiten" vergleichbar.

    Und unbezahlt.

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  5. So ein Praktikum wie du es beschreibst, hatte wohl auch die Sachbearbeiterin im Kopf. Und deswegen fand sie wohl ein Praktikum nicht so toll.

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  6. Die Praktika, die ich gemacht hab (und nein, die gingen nicht nur zwei bis vier Wochen) waren allesamt nicht vergütet. Kommt auf den Bereich an. Als Sozialfuzzi (so wie ich) kriegste keinen Cent, da werden ja schon die festen Mitarbeiter_innen mies bezahlt.

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  7. Jepp, auf den Bereich kommt es auch stark an. Verlage zahlen auch oft nichts, was ich sehr schade finde.

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