Donnerstag, 9. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 9.


Analphabetismus. Was für ein passendes Wort, wenn man sich einen Monat lang jeden Tag mit einem Wort und dessen Ausführung in 200 Wörtern beschäftigt. 
Ich kann lesen. Und schreiben. Auch wenn es manchmal nicht so wirkt. Ich kenne niemanden, der Analphabet ist. Oder vielleicht kenne ich jemanden, weiß aber gar nicht, dass der Analphabet ist. So wie einmal bei GZSZ. Da war dann plötzlich eine Figur Analphabet. Kommt es nur mir so vor, oder ist das Wort "Analphabet" total schwer zu schreiben? 
Aus der Werbung weiß ich, dass "über vier Millionen Menschen in Deutschland [...] nicht richtig lesen und schreiben [können]". Die Werbung ist sehr alt und lief schon lange nicht mehr im Fernsehen. Ob sich die Zahl verändert hat? 
Ich stelle es mir furchtbar schwer vor, nicht richtig lesen zu können. Was ja auch bei einer Legasthenie der Fall ist. Und das bezieht sich noch nicht einmal auf Bücher. Ich meine - überall sind Wörter. Überall! Hier! Auf der Straße, beim Einkaufen, in der Arbeit, beim Essen. Überall. Als ich damals in Finnland aus dem Flugzeug stieg, konnte ich ein ganz klein wenig nachfühlen, wie es ist, wenn man das geschriebene Wort nicht versteht. Überall Werbeplakate und ich hab keine Ahnung, um was es geht. Bei Fremdsprachen ist man quasi immer erst Analphabet. Heute hatte ich meine zweite Stunde Französisch und ich denke mir sehr oft "Oh weh. Was sollen diese komischen Buchstaben da heißen?". Und dabei sind das lateinische Buchstaben, ich versteh die also prinzipiell. Außer Ç - ç. Da habe ich gerade erst nachgucken müssen, wie man die überhaupt am Computer schreibt. Handschriftlich sehen die bei mir furchtbar aus. 

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