Mittwoch, 22. April 2015

Aufbrezeln in München - Teil 13.

Als ich vor gut einem Jahr mein Bewerbungsgespräch für meinen jetzigen Job hatte, wollte ich mir vor dem Gespräch noch kurz eine kleine Essenskleinigkeit kaufen, weil mein Magen knurrte und ich ungern mit knurrenden Magen wichtige Gespräche führe. Weil ich mich in dieser Gegend nicht auskannte (okay. Ich kenn mich immer noch nicht aus), war ich sehr froh, direkt am Ausgang der U-Bahnstation einen Bäcker zu erblicken. Hofpfisterei! Die wirken ja auf mich immer, wie ein Reformhaus. Ein klein bisschen elitär. Auf jeden Fall stellte ich mich an und ... ging unverrichteter Dinge wieder. Weil nämlich vor mir fünf weitere Kunden standen und die die erste Kundin diskutierte ewig lange mit der Bäckereifachverkäuferin über die Inhaltsstoffe eines Brotes. So viel Zeit hatte ich dann doch nicht mehr übrig. Ich ging also mit leerem Magen ins Gespräch, aber glücklicherweise verhielt sich eben jener Magen ruhig. Glücklicherweise dauerte das Gespräch auch höchstens 15 Minuten und danach fuhr ich gleich heim und konnte was essen. Und auch gleich die frohe Kunde überbringen, dass ich den Job bekommen habe, aber das weiß man ja quasi schon seit einem Jahr. 
Jedenfalls habe ich seit diesem Tag diesen Bäcker nicht mehr betreten. Was nicht am negativen ersten Eindruck lag, sondern daran, dass ich dort selten hungrig vorbeilaufe. Aber nun konnte ich mir am Dienstag mit viel Zeit im Gepäck dort eine Breze kaufen. Wobei das dieses Mal sehr schnell ging, aber trotzdem lustig war, denn vor mir war eine englischsprechende Kundin dran und die Verkäuferin hat sehr niedlich erklärt, was ein Laugenzopf ist. Und der Laugenzopf enthält auch keinen Alkohol!
Und ich musste jetzt erst einmal recherchieren, was eine Pfisterei denn überhaupt ist. Pfisterei ist eine Mühle plus angeschlossene Bäckerei. Hofpfisterei deswegen, weil die Hoflieferant waren. Königssemmeln und Königsbrezen quasi. Jetzt sind wir alle klüger.

Name: Pfister Öko-Breze
Preis: 0,60 Euro
Kaufort: Hofpfisterei Filiale München Neuhausen
Optik: schön groß, helle Farbe, dafür auf der Rückseite etwas dunkel, eher seitlich, denn am Bauch aufgesprungen, Salzverteilung sehr unregelmäßig und für meinen Geschmack zu viel Salz (das landete dann alles in der Tüte)
Konsistenz: Außen schön knusprig, Ärmchen besonders knusprig, innen teigig-weich, aber ein bisschen trocken
Geschmack: nach den letzten Fehlversuchen hier endlich mal wieder eine Breze, die nach Breze schmeckt
Gesamturteil: Eine ordentliche Breze. Ob das jetzt am Öko-Stempel liegt oder nicht, kann jeder für sich selbst entscheiden. Mein Kritikpunkt bezieht sich auf die Salzmenge (so viel Salz ist doch bestimmt nicht gesund!) und das Farbspektrum, weil die Rückseite schon arg dunkel war. Trotzdem vergebe ich 4 von 5 Brezenpunkten, weil der Geschmack und die Konsistenz wirklich gut sind.


Und als neue Besonderheit gibt es ab heute eine wunderschöne Übersicht über alle bisherigen Brezen. Zu finden - hier. Vielleicht bastel ich auch noch eine Punkteübersicht. Oder eine Karte. Oder irgendetwas anderes, weil ich nichts für die Masterarbeit machen möchte ...

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