Samstag, 17. Juni 2017

Eine Reise-Breze in Hamburg

Mein in Bayern aufgewachsenes Herz schlägt nicht unbedingt für Berge. Viel mehr zieht es mich zu den wässrigen Gefilden, insbesondere in den Norden Deutschlands. Hamburg, oh du mein heimlicher Heimathafen (Alliterationen sind doch immer wieder schön)! Seit drei Jahren blieb ich dir fern. Eine unfassbar lange Zeit. Mit Desktophintergründen aus Hamburg und Livestreams aus der Elbphilharmonie habe ich mich getröstet, doch irgendwann reichen auch diese Ersatzstoffe nicht mehr.

Deswegen habe ich mir zum Geburtstag eine Hamburg-Reise geschenkt. Fünf Tage Elbluft schnuppern. Ein großer Spaß. 

Und weil mir die Karte für Berlin so gut gefallen hat, gibt es hier nun eine Karte für Hamburg mit zehn Orten, die den Stempel "Gefällt der Nordbreze" tragen dürfen. Nicht als Extrapunkt: Die Elbphilharmonie, die ich mir für die nächste irgendwann stattfindende Reise aufgespart habe. Aber schon jetzt bin ich arg entzückt, dieses riesige Bauwerk endlich ohne Baukräne sehen zu können. 

  1. Hamburger Hauptbahnhof. Zur Orientierung und als Start- und Endpunkt unserer Reise. Mit dem Zug nach Hamburg fahren ist schließlich Tradition. Außerdem habe ich dort gefühlt ständig Franzbrötchen gekauft. Deswegen auch die sehr unförmige Zeichnung eines Franzbrötchens. Vielleicht sollte ich mich in Südfranzbrötchen umbenennen ...
  2. Deutsches Schauspielhaus Hamburg. Gleich zweimal waren Herr Gatsby und ich im Theater. Einmal für "Ich kann nicht mehr" und einmal für "Die Schule der Frauen". Letzeres ist wohl das beste Theaterstück, welches ich je gesehen habe. Joachim Meyerhoff! Ein Tier von einem Schauspieler! Am nächsten Tag habe ich mir direkt das erste Buch seiner Reihe "Alle Toten fliegen hoch" gekauft. Amüsante Anekdote 1: Herr Gatsby und ich haben uns zum ersten Mal in eben jenem Theater getroffen. Quasi das erste Date. Ohne Datecharakter. 
  3. Winkel van Sinkel (Wexstraße 28). Warnhinweis: Dieser bezaubernde Laden kann spontane Kaufanfälle auslösen. Ach, hätte ich doch nur ein paar der Pflanzen einpacken können! So erwarb ich nur einen Wasserzerstäuber, der meine Sukkulenten daheim sehr glücklich macht. Und beim nächsten Mal wird dann mit einem LKW einfach alles mitgenommen.
  4. Ottos' Burger (Schanzenstraße 58). Wer in Hamburg ist, der isst Hamburger. Oder so. In diesem Fall kann ich nur über die Süßkartoffelpommes sprechen (sehr lecker!), weil wir an dem Tag schon mittags sehr vorzüglich in einem afghanischen Restaurant gegessen haben und dann passte einfach nichts mehr in den Magen. 
  5. Hatari the corner (Beim Grünen Jäger 21). Liebe Hamburger, ich habe eine Frage. Wenn ein Lokal um 10 Uhr aufmacht und ihr möchtet dort frühstücken, warum seid ihr dann nicht alle schon um 10 Uhr da? In München bekommt man um diese Uhrzeit gar keinen Platz mehr. Im Hatari the corner gab es stattdessen freie Platzwahl und ein phänomenales Frühstück mit Egg Benedict. Eines Tages werde ich mich trauen diese Eierspeise auch in den heimischen vier Wänden zu kochen ... eines Tages! Amüsante Anekdote 2: Mir haben die Gläser in diesem Lokal so gut gefallen, dass wir die Bedienung nach dem Hersteller fragen mussten. Und wie es der Zufall so will, haben wir eben jene Gläser gestern spontan in München entdeckt und gekauft. Ha! 
  6. stories! (Große Bleichen 36). Buchhandlungen kann man nie genug besuchen. Und um es direkt zu sagen: Ich habe mich zurückgehalten und nur ein Buch gekauft (eben jenes von Joachim Meyerhoff). Dafür sind einige Bücher auf meiner Merkliste gelandet. Bei stories! besonders schön: Die vielen Graphic Novels.
  7. Felix Jud Buchhandlung (Neuer Wall 13). Diese großartige Buchhandlung sorgt regelmäßig dafür, dass ich mich gar nicht in die Verkaufsräume reintraue, weil sie so prächtig wirken. Empfehlenswert: Das ausgelegte Magazin "5 plus", ein Magazin mit Buchempfehlungen aus fünf verschiedenen Buchhandlungen. 
  8. Flohschanze (Neuer Kamp 30). Wenn die heimische Wohnung genug Platz aufweisen würde, hätte ich mir auf dem Flohmarkt nicht nur ein großes und großartiges Gemälde eines Segelschiffes gekauft, sondern auch mehrere Stühle. Die heimische Wohnung hat aber keinen Platz und deswegen musste ich mit leeren Händen wieder gehen.
  9. cohen + dobernigg (Sternstraße 4). Noch eine Buchhandlung! Die runde Anordnung der Regale finde ich sehr fein. Hier lief ich sehr oft (weil ich im Kreis lief, ne) an "Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe" vorbei. Was für ein Titel! Ich spüre es schon in meinem kleinen Finger, dieses Buch wird bald gekauft!
  10. Grilly Idol (Clemens-Schultz-Straße 40). Direkt gegenüber unserer Airbnb-Wohnung gab es hier Burger satt. Und meine spontane Liebe für Cocktails mit Gin und Grapefruit wurde geweckt. Dabei mag ich normalerweise gar keinen Gin. 
Ja. Hamburg mag ich schon sehr gerne. Außerdem geht noch ein Dank in den Süden von Hamburg, wo wir mit Kuchen und Hähnchen versorgt wurden. Und weil ich mir zum Geburtstag nicht nur eine Reise, sondern auch ein Kameraobjektiv geschenkt habe, kann man hier nun noch einige Fotos aus Hamburg bewundern. Die ich mir nun auch mit sehr viel Fernweh noch einmal angucke. Hamburg, ich komm bald wieder! 


Dienstag, 13. Juni 2017

Für dich würde ich sterben von F. Scott Fitzgerald


Originaltitel: I'd Die for You - Aus dem  amerikanischen Englischen von Gregor Runge, Andrea Stumpf und Melanie Walz - Erschienen bei Hoffmann und Campe - 2016 - Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

Der Traum von Ruhm und Geld, die Mystifikation der Frau und der Liebe, rauschende Partys, Höhenflüge und Abstürze ins Bodenlose – das waren die Themen seines Lebens und seines Werks. Am Ende hatte F. Scott Fitzgerald, der umschwärmte Erfolgsautor, sein Publikum verloren. Kaum einer erinnerte sich an ihn, einen der bestbezahlten Story-Schreiber der zwanziger Jahre. Und kaum eine Zeitschrift wollte seine Erzählungen drucken. Man erwartete noch immer Geschichten über junge Liebende von ihm. Aber Fitzgerald wollte sich nicht beschränken. Änderungswünsche lehnte er meist vehement ab. So blieben viele Erzählungen bis heute unveröffentlicht. Nun erscheinen sie endlich – eine literarische Sensation.

Ich wiederhole mich gerne, wenn ich an dieser Stelle sage, dass meine literarische Liebe zu F. Scott Fitzgerald (und ebenso zu Zelda) groß ist. Auch wenn mich nach "Der große Gatsby" keine seiner Geschichten in diesem Maße begeistern konnte, so bin ich doch immer hingerissen vom Gefühl der Roaring Twenties, welches aus seinen Worten strömt.

Nun sind mit "Für dich würde ich sterben" 18 bisher unveröffentlichte Stories erschienen – 14 Erzählungen, 3 Exposés für Filme und ein Fragment. Was alle eint? Jede einzelne Arbeit wurde von den damaligen Redakteuren unterschiedlichster Zeitschriften abgelehnt. Sie entsprachen nicht dem, was man von Fitzgerald erwartet hat. Nämlich leichte, unterhaltsame Geschichten über die Liebe. In den Erläuterungen erfährt man von Herausgeberin Anne Margaret Daniel zu jeder einzelnen Geschichte den Grund für die Ablehnung, was diesen Band ganz besonders interessant gestaltet. 

Ich hatte es bereits bei "Neu im Bücherregal - Die April-Bücher 2017" angesprochen, die kürzeren Texte von Fitzgerald haben mich bisher nie so richtig begeistern können. Ein Beispiel dafür: "Die Straße der Pfirsiche", eine kurze Road-Novelle, bei der mir der Schwung fehlt. Dementsprechend skeptisch war ich bezüglich "Für dich würde ich sterben". 

Aber! Nun kommts!

Auch, wenn mich zugegebenermaßen nicht alle 18 Geschichten überzeugen konnten, so enthält diese Sammlung doch einen Großteil von wirklich eindrucksvollen Ideen, bei denen es schade ist, dass sie nicht weiterverfolgt wurden.

"Ich bin Verleger, ich verlege alles. Ich suche nach einem Buch, von dem ich fünfhunderttausend Exemplare verkaufen kann. Zur Zeit sind Romane mit übersinnlicher Wendung in Mode. Mir wäre ein Stoff von einem überzeugten Materialisten über ein wohlhabendes Klubmitglied und eine dunkle Ganovenbraut lieber, wenn ich die Wahl hätte – oder eine Liebesgeschichte. Liebe ist eine sichere Karte – zum Lieben braucht man einen lebenden Menschen." Aus: Spielschulden von F. Scott Fitzgerald, enthalten in "Für dich würde ich sterben", Seite 29

Bereits die erste Geschichte "Spielschulden" enthält mit dem Verleger, der auf ein sehr großes Problem mit einem seiner verlegten Bücher stößt, eine gar großartige Perspektive auf Fitzgeralds Kampf zwischen wirtschaftlichem Erfolg und künstlerischem Schaffen. 

"Die große Frage" und "Auszeit von der Liebe" spielen geschickt mit den Erwartungen der Redakteure und liefern zwar Liebesgeschichten, diese sind aber weder leicht, noch unterhaltsam (also – sind sie schon! Aber nicht auf eine leichte Art und Weise) und gefallen mir gerade aus diesem Grund ganz besonders. Und auch die Geschichten, die zu Serien werden sollten, wie "Die Perle und der Pelz", zeigen deutlich, welches erzählerische Talent Fitzgerald besitzt.

Ja, viele der enthaltenen Geschichten sind nur Skizzen, die aus wirtschaftlichen Beweggründen entstanden sind, die Fitzgerald vor dem finanziellen Ruin retten sollten. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum die Stories abgelehnt wurden – es fehlt die Leidenschaft, das Leben.

Fitzgerald ist immer dann am besten, wenn er für sich, über sich schreibt. Allein für diese Feststellung hat sich die Lektüre von "Für dich würde ich sterben" gelohnt. 

Sonntag, 4. Juni 2017

Neu im Bücherregal - Die Mai-Bücher 2017

Dieser Mai, ey. Die Herbstvorschauen trüdeln ein und mit ihnen das ein oder andere Leseexemplar, welches dafür sorgt, dass die Liste der neu eingezogenen Bücher wächst. Wobei. Wenn ich mir das Foto so ansehe, trifft das eigentlich nur auf zwei der acht Bücher zu. Miese Quote und damit miese Ausrede.

Viel schlimmer ist die Rate der gekauften Bücher, insbesondere, weil ich im Mai auf größere Buchkäufe verzichten wollte. Warum? Weil mein Geburtstag naht und Herr Gatsby meinte, ich darf mir bis dahin keine Bücher kaufen (oder so ähnlich. Das ist jedenfalls das, was in meinem Kopf hängen geblieben ist). Und was mach ich vernünftiges Kind selbstverständlich? Ich kaufe mir Bücher. Total rebellisch.

Was dagegen diesen Monat komplett fehlt ist die Bücherschrankausbeute, denn eben jene gab es nicht. Beim vorletzten Bücherschrank-Besuch hat mich nur "Homo Faber" angesprochen, doch mein kluger Kopf war der Meinung, dass ich das Buch schon habe. Und was ist? Der kluge Kopf hatte Recht. Glück gehabt. Niemand mag doppelte Bücher. Außer der nächste Bücherschrank. Als ich diesen besucht habe (das war gestern und würde daher eigentlich ja eh nicht in dieses Beitrag gehören), entdeckte ich ein gar großartiges Trash-Science-Fiction-Buch. "Sie schenkten uns die Sterne" von John Brunner. Das Cover: Eine nackte Frau von hinten in einer Wüstenlandschaft und aus ihren Armen sprühen Funken raus. Crazy Shit. Nachdem ich nun eine Nacht darüber geschlafen habe, muss ich wohl leider doch nochmal beim Bücherschrank vorbeilaufen, um diese Perle mitzunehmen.

Ob ich das auch wirklich getan habe, erfährt man dann im nächsten Beitrag dieser Serie. Was hingegen im Mai bei mir neu einziehen durfte, steht direkt hier:


Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit. Weil es als Literaturtipp in "Untenrum frei" stand. Ich muss mir von der Liste eh noch mehr Bücher kaufen. Ich kleine Bücherfeministin.

Trust Again und Feel Again von Mona Kasten. Erwischt. Mona Kasten in mein neuestes Guilty Pleasure. Die Bücher werden von mir weginhaliert, erfreuen mich kurz und dann ist auch wieder gut. 

Kukolka von Lana Lux. !!! Aufgrund der Sperrfrist kann ich hierzu noch nicht viel sagen, außer: OMG! Crazy Story! Freut euch darauf! Und im August gibts dann mehr dazu. 

Außer sich von Sasha Marianna Salzmann. Auf das Buch bin ich schon arg gespannt. Wird sicherlich im Urlaub gelesen. 

Sweetbitter von Stephanie Danler. In den USA wurde das Buch in den Himmel gelobt, in Deutschland scheint es nicht ganz so gut wegzukommen. Ich bilde mir demnächst mein eigenes Urteil. Hummer!

Jürgen von Heinz Strunk. Während der Lektüre musste ich ständig Sätze daraus an die ATM-Whatsapp-Gruppe schicken, weil es so herrlich absurd-verrückt ist. Eigentlich ist "Jürgen" der perfekte Ratgeber für alle Singles. Ehrenwort! Mehr dazu demnächst.

Baby's in black von Arne Bellstorf. Der nächste Versuch mit Graphic Novels. Und obwohl ich mich mit den Beatles so gar nicht auskenne, erzählt das Buch doch eine echt interessante Geschichte. Und die Zeichnungen sind großartig.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Fotobreze - Mai 2017

Wie kann es denn sein, dass so viele großartige Dinge im Mai stattgefunden haben? Ein paar davon hätte ich gedanklich in den April geschoben, weil sie schon so lange her sein müssen. Sind sie aber nicht. Außer der Datumstempel der Fotos ist gefälscht. Fake Stempel und so. Hoffentlich baut das jetzt keinen unnötigen Druck für den Juni auf. Wobei ich mir da keine Gedanken mache. Denn der Juni bringt Urlaub und eine Hamburgfahrt mit sich und kann deswegen eigentlich nur gewinnen. Hier aber nun ein Überblick, mit was sich der Mai ins Rennen um den besten Monat geworfen hat:


// Ballett! "Alice im Wunderland" um genau zu sein. Schon schick //
// Ach, Berlin. Irgendwie mag ich dich ja schon //
// Schweig still, mein Herz! Du durftest Jan Böhmermann bei "Wir wollen das Meer sehen" sehen. Beste Lesung wo gibt! #freedeniz //


// Nach knapp 29 Jahren bin ich nun im Besitz eines Reisepasses und werde damit ... reisen! Und zwar nach Marokko! Yay, baby! #ATMgoesMorocco //
// Der Dachs macht sich auch schon auf den Weg ... //
// ♥ //



// Die ATM-Buchclub-Eröffnung artete in ein Waffelmassaker aus //
// Beste Kuchenbegleitung //
// Wir nennen es "Running Sushi" //


// Bewundern Sie hier den Wörthsee hinter Bäumen //
// Joah, kann man machen //
// Und ein fremder Balkon ist eh immer ein toller Sitzplatz //

Donnerstag, 25. Mai 2017

Aufgeschoben ist (nicht) aufgehoben – Über vier Bücher im Wartemodus.

Im Bücherregal stehen die Bücher in Reih und Glied. Ein Stapel mit neuen Büchern liegt auf dem Tisch. Vielleicht wäre ein Ausflug in den Buchladen auch mal wieder ganz nett. Statt "Ich hab einen Kleiderschrank voll nix zum Anziehen" gilt "Ich hab ein Bücherregal voll nix zum Lesen". Der Stapel ungelesener Bücher als Gradmesser für die Büchersucht. So oder so ähnlich mag es vielen Lesern gehen. 

Doch anstatt über eben jenen Stapel ungelesener Bücher zu weinen, weil er mit jeder Woche noch größer wird, möchte ich mich mit einem anderen Phänomen beschäftigen, welches sich bei mir langsam, aber stetig einschleicht:

Der Stapel angefangener, aber nicht zu Ende gelesener Bücher – Die Bücher im Wartemodus.


Vier Bücher stehen derzeit in meinem Lesestatus. Keines der vier Bücher lese ich derzeit. Mit bösen Blicken verurteilen sie meine Griffe ins Bücherregal, die in den seltensten Fällen in ihre Richtung gehen. Dabei hatten wir einen so guten Start. Jedes der vier Bücher hat mich eine zeitlang unterhalten, beschäftigt, interessiert. Doch dann kam es anders. Eine Leseflaute. Andere Bücher. Wenig Zeit. Vergessen und verdrängt wanderten die Bücher von der Tasche auf den Tisch, vom Tisch ins Bücherregal und wurden schlussendlich wieder fein säuberlich zu den ungelesenen Büchern sortiert. Dort warten sie nun auf ihr kommendes Schicksal. Gibt es eine zweite Chance? Eine dritte? Eine vierte? Oder müssen sie den Weg der gefallenen Bücher gehen ... in den öffentlichen Bücherschrank?

Welche vier Bücher befinden sich bei mir gerade im Wartemodus:

Dame, König, As, Spion von John le Carré. Status: Seite 151 von 415. Die Geschichte rund um den Britischen Geheimdienst, Spione, Maulwürfe, Verrat und Vertrauen find ich prinzipiell echt interessant. Aber irgendetwas daran packt mich nicht richtig. Die Zusammenhänge, die Personenkonstellationen sind mir nicht richtig klar und ich vermute, dass ein Wiedereinstieg sehr schwer werden könnte. Deswegen wartet John le Carré auch schon seit über einem Jahr auf ein Wiedersehen mit mir.

Malina von Ingeborg Bachmann. Status: Seite 116 von 462. Ich kann mich noch daran erinnern, dass eine Frau durch die Straßen läuft. Und das wars dann auch schon. Oh weh. Frau Bachmann und ich werden wohl so schnell keine Freundinnen mehr. Auch dieses Buch liegt nun seit über einem Jahr brach.

Eine Frage der Erziehung von Anthony Powell. Status: Seite 135 von 255. Der Neuling in der Warteschlange. Ich hatte mich so sehr auf diesen Romanzyklus gefreut und nun scheint es so, dass ich nicht einmal Band 1 von 12 jemals beenden werde. Auch hier sind die Zusammenhänge und die vielen verschiedenen Personen das Problem. Meine Hoffnung ist, dass ich dieses Buch doch bald wieder lese, weil mir nicht mehr so viele Seiten fehlen.

Am grünen Rand der Welt von Thomas Hardy. Seite 92 von 422. Seit über zwei Jahren lese ich an diesem Buch. Oder eben nicht. Und dabei finde ich die Geschichte sehr großartig. Ich mag den Schreibstil. Und trotzdem kann ich "Am grünen Rand der Welt" nicht die Aufmerksamkeit geben, die es verdient hätte. Komplett aufgeben will ich aber auch nicht. 

Was nun? Als ersten Schritt habe ich alle vier Bücher aus der Bücherregal-Reihe herausgenommen (schließlich musste ich das Foto machen, ne). Nun überlege ich, ob es sinnvoll wäre eine Art "Diese Bücher lese ich gerade"-Platz in der Wohnung einzurichten, damit ich mich nicht immer damit rausreden kann, dass ich die Bücher einfach vergessen habe. Und dann brauche ich eine Entscheidungshilfe, welches der vier Bücher ich als nächstes lesen soll. Was denkt das Publikum? Und – Hand aufs Herz – wie viele und welche Bücher fristen bei euch ihr Dasein im Wartemodus? 



(Geständnis: Es gibt noch ein weiteres Buch, welches ich vor Jahren begonnen habe, aber immer wieder verdränge. "Der Zauberberg" von Thomas Mann. Dieses Buch ist quasi mein Nemesis. Eines Tages werde ich den Zauberberg erklimmen. Aber dieser Tag liegt noch in weiter Ferne)

Sonntag, 21. Mai 2017

Nachlese - Hörgang in Bogenhausen am 20.05.2017


Kultur statt Kartoffelcouchdasein (was man für eine schöne Alliteration nicht alles macht ...)! Am gestrigen Samstag trieb ich mich beim Hörgang in Bogenhausen herum. Im Gegensatz zu  Mutmaßungen bei Twitter handelt es sich hierbei nicht um eine Veranstaltung der Hörakustiker, sonder um einen Lesungsabend in und um Bogenhausen. Die Idee: An 27 ungewöhnlichen Orten lesen 35 Autoren jeweils zur vollen Stunden 15 bis 20 Minuten lang ihre Texte vor. Danach gehts ab zur nächsten Location, sodass man insgesamt maximal 4 Lesungen miterleben kann. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei. Privates Wohnhaus, Tinnituszimmer in einer HNO-Klinik, Munich Fight Club oder eine Werkstatt für Metallverformungen? Poetry Slammer, Lieblinge des Feuilletons oder Jungautoren? Bei der Auswahl haben sich die Organisatoren ins Zeug gelegt, um ein möglichst breites Bild der Literatur abzuliefern. Gefällt.

Für folgende vier Locations und Autoren haben wir uns entschieden:

Felix Bonke in der Ballettschule Korinna Söhn.
Welch schöner Zufall, denn um "Die Tochter der Patientin" von Felix Bonke schleiche ich schon eine Weile herum, nachdem es mir auf der Leipziger Buchmesse von einer lieben Ex-Kollegin empfohlen wurde. Nachdem nun Felix Bonke daraus gelesen hat und ich mitbekommen habe, dass es in München spielt, darf sich das Buch auf Platz 1 meiner Wunschliste vordrängeln. Die Ballettschule bot als Zusatzunterhaltung einen Mini-Auftritt von herzallerliebsten Ballerinas. Hach, hätte ich doch meine Ballett-Karriere nicht bereits nach einem halben Jahr wieder angebrochen.

Felisa Walter in der Villa Hepp.
Die Vorstellung, so viele fremde Menschen für eine Lesung in der eigenen Wohnung zu haben, ist irgendwie beunruhigend. Wenn man aber in einer so schicken Villa lebt, kann man das schon mal machen. Felisa Walter las ihren Text "Halt endlich deine Scheiß-Fresse, du Arschloch!" mit meinem Lieblingszitat des Abends: "Nach Pizza und Pasta fehlt nur noch ein Penis!"

Anna-Elena Knerich in Florians Blumenpavillon.
Noch ein schöner Zufall. Anna-Elena Knerich ist Autorin bei Mucbook und las in Florians Blumenpavillon (Blumen, Kinder!) eine Kolumne aus der Reihe "Home Stories aus München". Und zwar die über Sarah Elise Bischof, Autorin von "Panthertage". Die Home Story fand ich bereits im Dezember gar wunderbar, insbesondere wegen der großartigen Fotos. Und weil Sarah einfach eine der schönsten Wohnungen hat, die ich kenne. 

Ronja von Rönne im Kult.
Zum Schluss das Highlight, denn man soll dort aufhören, wo es am schönsten ist. Oder so ähnlich. Als Fangirl von Ronja von Rönne (wir erinnern uns an die Litpop 2016, aber nicht an die Litpop 2017, weil dort Ronja spontan doch nicht gelesen hat und unser Herz gebrochen wurde. "Wir kommen" mag ich immer noch sehr gerne) musste dieser Endpunkte gesetzt werden. Ronja las Kolumnen aus ihrem neuen Buch "Heute ist leider schlecht" und nun muss ich mein Urteil darüber revidieren, denn die Kolumnen waren doch sehr amüsant, also muss ich das Buch wohl doch noch lesen. 

Insgesamt ein netter Zeitvertreib. Mal sehen, wann, wo und wie der Hörgang im nächsten Jahr laufen wird. 

Flohmarktfund: Taschenatlas der ganzen Welt


Vor einiger Zeit besuchten Herr Gatsby und ich die Auer Dult in München. Ein bunter Jahrmarkt rund um eine Kirche (wie sich das für ne Dult gehört, ne. Jedenfalls in meinem Kopf) mit viel Krimskramszeug wie Putzlappen, WC-Reiniger und Gemüseschneider. Und Essen. Selbstverständlich mit Essen. Und als besonderes Highlight: Porzellan! Meine Suche nach einem kleinen Blumentopf für meinen lebenden Stein glückte hier nicht (Wie toll mein lebender Stein ist, kann man hier sehen. Auch schon mit Töpfchen, weil ich dann doch noch auf einem Flohmarkt eins gefunden habe). Von solchen Kleinigkeiten zeigen wir uns selbstverständlich unbeeindruckt. Was unser Herz zum beben bringt: Antiquarische Bücher. Es hat zwar ein wenig gedauert, bis die zwei, drei Stände ausfindig gemacht wurden, aber dann gab es kein Halten mehr. Also. Doch. Ich war ein wenig underwhelmed. Mir wurden tolle Bücher versprochen (I'm looking at you, Bruderherz!). Gefunden habe ich aber nichts. Außer eben jenes Buch, welches ihr hier bestaunen könnt: Den Taschenatlas der ganzen Welt! Ein herzallerliebstes Büchlein von 1949, in welchem auf 24 Karten die ganze Welt (DIE GANZE WELT!) präsentiert wird.


Aus dem Vorwort: "Der wohl verbreitetste Atlas der Welt erscheint nun in seiner ersten Auflage nach dem Zusammenbruch. Der Neubearbeitung stellten sich große Schwierigkeiten in den Weg, und zahlreiche Probleme waren zu  bedenken. Ihre bestmögliche Lösung wurde versucht. Viele politische Grenzen sind noch sehr labil; mache von ihnen haben sich  gefestigt, andere fließen noch." 



Ich muss ehrlich zugeben, dass ich alte Karten wahnsinnig faszinierend finde. Die Ländergrenzen! Verrücktes Zeug, sag ich euch. War mir an diesem Taschenatlas besonders gut gefällt: Zu jedem Land liefert er noch "wichtige" Informationen mit. Fläche, Exportartikel, Flüsse, Berge und Einwohnerzahl. Diese wird unterteilt nach Bevölkerungsgruppen, was manchmal die Religion sein kann, manchmal aber auch die Rasse (!) und dann steht da auch mal, wie viele Neger in Britisch-Guayana leben. Oder wie viele Mischlinge. Oder Mohammedaner. Nach dem Zusammenbruch (welch Wort ...) war man sich bei der Wortwahl wohl noch nicht ganz so einig. 

Jedenfalls ist der "Taschenatlas der ganzen Welt" wohl das Buch, welches ich in nächster Zeit jedem Besucher unter die Nase halten werde. Und wer weiß. Vielleicht ist das der Beginn einer neuen Sammelleidenschaft. Alte Atlanten! Kann man schließlich nie genug haben. 


Sonntag, 14. Mai 2017

Ein Ausflug in den Botanischen Garten in München.


Regen, Donner, Sonnenschein – uns kann das Wetter nicht schrecken. Denn Tina und ich hatten heute ein Botanik-Date. Wir wollten den Botanischen Garten in München mal näher ins Auge fassen und da passt es natürlich vorzüglich, wenn es draußen (zeitweise) regnet und man im Gewächshaus tropischen Temperaturen ausgeliefert ist (Yay, Luftfeuchtigkeit. Darüber freuen sich meine versteckten Locken immer am meisten). Außerdem müssen echte Hipster doch mal Sukkulenten und Kakteen in der freien Natur sehen, um Inspiration für den heimischen Dschungel zu erhalten. Nur so viel – möglicherweise werde ich beim nächsten Besuch im Botanischen Garten eine Schubkarre mitnehmen. Und eine Schaufel. Und einen Blaumann tragen. Steal Buy all the plants! Was für eine vertane Chance (Achtung, der BWLer spricht aus mir): Der Museumsladen müsste nur ein paar Kakteen und Luftplanzen im Angebot haben und schwuppdiwupp hätte ich dort mein ganzes Geld gelassen. 

Und weil ich das viel zu selten mache, durfte zu diesem Ausflug auch die gute Kamera mit. Nach den obligatorischen Fehlversuchen kamen sogar ein paar ganz ansehnliche Fotos dabei raus. Und ich merke mal wieder, dass ich mich mit Fotografie allgemein eigentlich viel mehr beschäftigen müsste, weil das schon was feines ist. 

Es folgt nun also: Plant Porn für alle Freunde grüner Pflanzen. Obendrauf gibts eine Schildkröte und einen Daumen nach oben für den Botanischen Garten, in den ich nun doch öfter mal gehen will. Und ihr solltet das bei Gelegenheit auch machen.














Sonntag, 7. Mai 2017

Neu im Bücherregal - Die April-Bücher 2017

Im März waren es noch 14 Bücher, im April hab ich dann (manchmal) meinen Kopf eingeschalten und nicht alle Bücher gekauft, die mir über den Weg gelaufen sind. Lob und Applaus für mich, bitte und danke. Bei so viel Mitdenkerei kann es schon mal sein, dass man dann auf einem Flohmarkt Blumentöpfe für Blumen kauft. Herzlich Willkommen also, du lebender Stein (rechts im Bild). Und Hallo, ihr sieben Bücher aus dem April:


Der Report der Magd von Margaret Atwood. Meine Atwood-Sammlung wächst und wächst und hat nun mit "Der Report der Magd" ein neues Mitglied bekommen. Bei der schicken Ausgabe von Piper auch kein Wunder. Nach langer Zeit habe ich mit diesem Buch mal wieder ein Buch im Buchhandel bestellt. Und wurde beim Bestellen als Blogger erkannt. Der fame ist real und bald gibt es Autogrammkarten! 

Planet Magnon von Leif Randt. Eben jenes Buch hab ich in Berlin entdeckt und nun endlich in Frankfurt gekauft. Voll die Deutschlandreise also. Gelesen hab ich das Buch auch schon und – crazy shit. Total verwirrend-gute Science-Fiction-Utopie. 

Verräter wie wir von John le Carré. Der Bücherschrank hat schon wieder zugeschlagen. Ich hab zwar immer noch nicht "Dame, König, As, Spion" fertig gelesen, aber hey. 

Always and forever, Lara Jean von Jenny Han. Ich hab es immer noch nicht geschafft, meine Liebe zu Jenny Han schriftlich festzuhalten, aber den dritten Band musste ich mir zum Erscheinen sofort kaufen. Vielleicht gibt es dann einfach einen allumfassenden Beitrag zu allen drei Büchern um Lara Jean. 

Untenrum frei von Margarete Stokowski. ATM goes Buchclub und unser erstes Buch ist eben jenes. Im Gegensatz zu anderen Menschen habe ich das Buch schon komplett gelesen und kann feststellen: Stokowski erzählt viele kluge, persönliche Anekdoten, die ich teilweise einfach so in meine nicht geplante Biografie übernehmen könnte. Besonders im Gedächtnis geblieben: Niemand kann eine wiedererkennbare Vulva zeichnen. Für euch getestet: Ich auch nicht.

Ellbogen von Fatma Aydemir. Da geht man auf eine Lesung, ist währenddessen zwiegespalten, ob man das Buch lesen möchte und dann kauft man es einfach und ist begeistert. So gehen gute Buchliebesgeschichten. Und deswegen habe ich auch eine Unterschrift im Buch von Fatma Aydemir. Hurra! 

Für dich würde ich sterben von F. Scott Fitzgerald. Ich kann nicht genügend Herzen setzen, um meine Begeisterung für diese Veröffentlichung auszudrücken. 18 Stories, die teilweise bisher noch nicht veröffentlicht wurden, sind hier unter einem Buchdeckel versammelt und ich bin schon arg gespannt, wie Herr Fitzgerald so rüberkommt. Denn so sehr ich "Der große Gatsby" vergöttere, bei seinen anderen Büchern bin ich teilweise etwas skeptisch und gerade bei den kürzeren Texten fehlt mir irgendwie die Leidenschaft. "Für dich würde ich sterben" muss es jetzt also richten. 

Montag, 1. Mai 2017

Vier Gründe für "Walter Nowak bleibt liegen" von Julia Wolf.


Originalausgabe - Erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt - 2017 - Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar! 

Jeden Tag schwimmt Walter Nowak seine Bahnen im Freibad. Eines Morgens bringt eine Begegnung ihn aus der Fassung, mit fatalen Folgen: Der Länge nach ausgestreckt findet er sich wenig später auf dem Boden seines Badezimmers wieder. Gedankenfetzen, Bilder aus der Vergangenheit stürzen auf ihn ein: das Weihnachtsfest mit seiner ersten Frau Gisela, ihr Schweinebraten, ihre Tränen; der Blick seines Sohnes Felix, als er von der Trennung erfährt; Erinnerungen an seine eigene Kindheit als unehelicher Sohn eines GIs; und, vor kurzem, eine Diagnose seiner Ärztin. Seine Gedanken ziehen immer engere Kreise, nähern sich einem verborgenen Zentrum, dem Anfang, dem Ende ... Als das Hitzegewitter endlich losbricht, steht plötzlich sein Sohn Felix vor der Tür

Julia Wolf hat mich bereits mit ihrem Debütroman "Alles ist jetzt" in Hochstimmung versetzt, auch wenn "Hochstimmung" nicht zum Inhalt des Buches passt. Aber ihr wisst, was ich meine. Nun also das zweite Buch von ihr. Dieses Mal ist alles anders. Oder auch nicht. Der Protagonist: ein älterer Mann, der in seiner Ruhezeit keine Ruhe findet und auf den Aufbruch wartet. Die Orte: Ein Schwimmbad, ein Badezimmer, die Vergangenheit. Wieso das eine gar großartige Kombination ist und wieso es Julia Wolf schon wieder geschafft hat, hochstimmige Gefühle bei mir freizusetzen, erklären die folgenden vier Gründe, warum man "Walter Nowak bleibt liegen" lesen sollte. Denn eines darf schon vorweggenommen werden: Mit einem eigenwilligen Stil und der Liebe zum Detail schleicht sich auch das zweite Buch von Julia Wolf in mein Herz.

1. Walter Nowak
Bei älteren, männlichen Protagonisten bin ich manchmal etwas skeptisch (Danke Philip Roth!), doch bei Julia Wolf wird nicht unangenehm gegrantelt, die eigene Jugend glorifiziert und das Sexualleben ausführlichst besprochen. Stattdessen dringt man tief in die Gedankenfetzen eines abgelebten Mannes, der viel erreicht hat und doch mit wenig handfesten Dingen da steht. Oder eher liegt. Auf dem Badezimmerboden liegend sinnt Walter Nowak über die Vergangenheit als unehliches Kind, seinen beruflichen Erfolg, seinen familiären Misserfolg nach und kommt dabei vom Hundertste ins Tausendste, was für den Leser doch manchmal verwirrend, auf der anderen Seite aber eine großartige Nachbildung vom menschlichen Denken ist.

2. Das Schwimmbad
Oh, das Schwimmbad. Mit Wasser kriegt man mich literarisch ja immer, auch wenn es nur Chlorwasser ist, da bin ich nicht so. In die Beschreibungen, wie Walter Nowak seine Bahnen im Schwimmbad zieht, würde ich am liebsten eintauchen (ha, Wasserassoziation! Voll gutes Stilmittel!). Außerdem hat der Walter ja sowas von Recht. Nie kann man in Ruhe Bahnen schwimmen! Immer stören andere Badegäste.

3. Die Frauen
Die Schwimmbad-Frau, die Ex-Frau, Yvonne, Walters Mutter – alle Frauenfiguren in "Walter Nowak" glänzen durch Passivität, Abwesenheit (gut, die Schwimmbad-Frau rettet Walter das Leben, aber danach wird sie zu einer Projektionsfläche, zu einem Objekt) und nehmen doch den größten Teil von Walters Gedanken ein. Manchmal muss man einfach die Ex-Frau anrufen, um ein Rezept für einen, nein, DEN Wildschweinbraten zu erfragen. Jede Frau in Walters Leben bleibt grau und doch schafft es Julia Wolf jeder Glanz zu verleihen.

4. Der Schreibstil
Obwohl Walter Nowak auf dem Badezimmerboden liegt, steht ihm und dem Leser doch die ganze Welt offen. Wir reisen in Walters Kindheit und zu einer Mutter, die schwer verliebt ist in Elvis, sodass sich Klein-Walter einredet, Elvis wäre sein unbekannter Vater. Und wir besuchen Elvis ehemaliges Anwesen Graceland, welches Walter mit seinem Sohn besucht, um ihm die Familiengeschichte zu vermitteln. Wir fahren zu Walters ehemaliger Firma, die er aufgebaut, verkauft und doch nie verlassen hat. Walters Gedanken springen dabei von einer Ecke zur anderen, als Leser steht man manchmal kurz davor den Faden in diesem Gedankenknäuel zu verlieren, doch Julia Wolf zieht dann die Rettungsleine und bringt einen zurück in sicheres Gewässer. Ein großartiges Spiel, in welchem man sich gerne verliert und verfängt.

Ich war und bin begeistert und freue mich schon gar sehr, hoffentlich bald ein weiteres Buch von Julia Wolf lesen zu können.

Sonntag, 30. April 2017

Fotobreze - März und April 2017

Im März ist schockierenderweise der Beitrag der Fotobreze ausgeblieben, was ich einfach mal auf einen Post-Messe-Gehirn-Ausfall schiebe. Dass die Buchmesse aber auch erst einen Monat her sein soll, versteht mein Kopf wiederum auch nicht. Das ist doch schon ewig her, dazwischen ist doch schon wieder so viel passiert. Mit was ich mir im März und April die Zeit vertrieben habe, kann man nun hier in einem Special-Edition-Mash-up-Beitrag sehen. 


// Kino-Popcorn ist meistens doof, außer in den City-Kinos, da wird das auch mal zur Hauptmahlzeit //
// Grund, warum ich die Arbeit mag, Nr. 324: Die Süßigkeitenverpflegung ist top //
// Ein Bäcker würde doch nie lügen //


// Leipziger Buchmesse 2017 morgens in der Villa ...//
// ... abends in der Glashalle ... //
/// ... nachts bei der Litpop //


// Weltmeister im Sprinterpacken //
// Selbst in Leipzig kann man nicht Nein zu Brezen sagen //
// Weil ATM alles prima macht //


// Hallo April, hallo Crêpe (hallo Sonnenbrand ...) //
// Hallo doofes Fahrrad, welches ständig einen Platten hat und deswegen zur Strafe an einer U-Bahnhaltestelle steht, bis ich es endlich mal abhole ... //
// Hallo Welt! //


// Getäuscht durch zwei Sonnenstrahlen habe ich meinen Balkon mit Blumen ausgestattet, die nun alle unter der Schneedecke der letzten Tage leiden mussten //
// Da sind Tulpen einfacher //
// Die kann man nämlich in der U-Bahn unauffälliger transportieren //


// Nach dem Theresienwiesen-Flohmarkt sollst du ruhn und erstmal ganz viel Kuchen essen //
// Wenn man spontane Lust auf Zimtschnecken hat, eilt man mit Bruder + Freundin ins nächste Café //
// Der heimische Backofen darf natürlich nicht kalt bleiben //


// Hach, München. Manchmal bist du schon arg prima //
// Hinweis: Bei einem spanischen Autor wie Carlos Ruiz Zafón kann es schon mal vorkommen, dass die Lesung auf Spanisch stattfindet. Wer hätte es gedacht? //
// So entstehen Instagram-Fotos. Hier bei der Lesung von Fatma Aydemir aus "Ellbogen" //