Sonntag, 9. April 2017

Vier Bücher für ... Berlin.

Beginnen möchte ich diesen Beitrag mit einer Entschuldigung: Hamburg! Ich liebe dich gar sehr. Du musst nicht eifersüchtig sein! Aber in letzter Zeit neige ich dazu, Bücher, die in Berlin spielen, zu lesen. Vielleicht liegt das am Ausflug im Januar, als die Reise-Breze in Berlin war. Vielleicht ist aber auch einfach nur das Hipster-Berlin unauffällig in den Buchmarkt gewandert. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall schmälert diese Berlin-Omnipräsenz auf keinen Fall meine Liebe zu Hamburg. Im Gegenteil. Jetzt hab ich den Drang, eine ähnliche Liste für Hamburg zu erstellen. Vor dem bald anstehenden Urlaub in meiner liebsten Hanse-Stadt kommt da also sicherlich noch was.

Nun aber widmen wir uns Berlin. Einmal alt, einmal kurz, zweimal prekäres Milieu, mit und ohne Berliner Schnauze. Dialekt-Nachahmungen lasse ich nun sein, deswegen hier direkt nun zum Lesen und als Anknüpfungspunkt für eigene Ideen nutzbar: 



Ellbogen von Fatma Aydemir
Es war mal wieder Lesungszeit und so strömte ATM zur Buchhandlung Lehmkuhl, um Fatma Aydemir zu hören. Während der Lesung war ich mir kurzzeitig nicht sicher, ob ich das Buch wirklich lesen mag, gekauft wurde es trotzdem und 270 Seiten später kann ich sagen: Ein großartiges Debüt, welches ein sonst unsichtbares Thema im deutschen Buchmarkt thematisiert. Aber Vorsicht! Keine U-Bahn-Lektüre!  
Originalausgabe - Erschienen im Hanser Verlag - 2017
Sonne und Beton von Felix Lobrecht
Ich hatte schon von meiner Schwärmerei für Felix Lobrecht erzählt. Nach "Ellbogen" habe ich dann direkt mit "Sonne und Beton" angefangen, um im Berliner Milieu zu bleiben. Die ersten 80 Seiten haben mir schon sehr gut gefallen, auch wenn es sprachlich schon einen Ticken anstrengender ist als "Ellbogen".
Originalausgabe - Erschienen bei Ullstein Fünf - 2017

180 Grad Meer von Sarah Kuttner.
Wieso, weshalb, warum ich "180 Grad Meer" als das beste Kuttner-Buch bezeichnen würde, kann man hier nachlesen. Auch wenn das Buch nur am Anfang in Berlin spielt, spiegelt es doch dieses gewisse Berlin-Flair wider, welches wir Nicht-Berliner mit der Hauptstadt verbinden. Und dann gehts zum Meer, da kann Berlin dann halt leider nicht mehr mithalten, aber gut. 
Originalausgabe - Erschienen im S. FISCHER Verlag - 2016
Berlin Alexanderplatz
Mit dem Titel hat bestimmt niemand gerechnet. Ich selbst auch nicht. Gemeinerweise habe ich das Buch zwar vor einigen Jahre schon einmal begonnen, es aber aus Zeitgründen abgebrochen. Immer kommt einem was dazwischen. Doch der sehr eigenwillige Stil, die Verlierergeschichte des Franz Biberkopfs und das Berlin der Zwanziger Jahre sorgen dafür, dass "Berlin Alexanderplatz" sehr weit oben auf meiner "Lies das endlich mal weiter!"-Liste steht. 
Originalausgabe - Erschienen bei FISCHER Klassiker - 2008

Sonntag, 2. April 2017

Neu im Bücherregal - Die März-Bücher 2017

Ich kenne jemanden, der es anscheinend regelmäßig im März mit dem Buchkauf übertreibt. Letztes Jahr sind im März elf neue Bücher bei mir eingezogen. Daraus resultierte dann das Buchkaufverbot im April. Und dieses Jahr? Dieses Jahr musste ich die neu eingezogenen Bücher auf zwei Blogposts verteilen, weil ich schon beim Indie-Book-Day über die Stränge geschlagen bin. Ohne diese fünf Bücher kommen wir nun auf 14 neue Bücher. Insgesamt also 19. Das ist irgendwie schon arg viel. Trotzdem lasse ich das mit dem Buchkaufverbot mal sein. Ich kann mir ja bitte auch einfach mal allgemein vornehmen, öfter beim Buchkauf den Kopf einzuschalten zu überlegen, ob ich dieses Buch nun wirklich ganz dringend jetzt sofort brauche (die Antwort ist immer "JA!!!!!"). 

Welche 14 Bücher ich nun also im März ganz unbedingt dringend brauchte, sieht man nun hier:


Ein Sommer aus Stahl von Silvia Avallone. Bücherflohmarkt-Fund aus Gröbenzell. Für den Sommer braucht man schließlich ein bisschen Italien in Buchform. 

Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk. Bücherflohmarkt-Fund aus Gröbenzell. Damit ich nicht direkt mit ihrem neuesten Buch einsteigen muss, kauf ich mir einfach ein älteres Buch von ihr. Sehr klug.

39,90 von Frédéric Beigbeder. Bücherflohmarkt-Fund aus Gröbenzell. Das Buch steht schon seit meiner BWL-Zeit auf meinem Wunschzettel. Wuhu, Marketing-Kritik. 

Es geht uns gut von Arno Geiger. Bücherflohmarkt-Fund aus Gröbenzell. Familienromane über mehrere Generationen weg mag ich ja doch recht gerne. Und dann auch noch in Wien. 

Auf verschlungenen Pfaden von Thomas Hardy. Bücherflohmarkt-Fund aus Gröbenzell. Denn diese Ausgabe passt perfekt zu "Am grünen Rand der Welt", welches ich seit mehreren Jahren lese, aber nie damit fertig werde ...

Orlando von Virginia Woolf. Bücherflohmarkt-Fund aus Gröbenzell. Man erkennt langsam ein Muster, ne? Ich sollte mich einfach von dem Bücherflohmarkt fernhalten. Aber bei Virginia Woolf kann ich einfach nie Nein sagen. 

It Can't Happen Here von Sinclair Lewis. Nachdem ich letztens "1984" gelesen habe, wanderte dieses Buch direkt zu  mir. Schon verrückt, wie schnell fiktionale Geschichten Realität werden können, ne. 

The one memory of Flora Banks von Emily Barr. Ich habe in bisschen gebraucht, bis ich festgestellt habe, dass dieses Buch ja "Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" ist. Und eben jenes Buch stand auf meiner Wunschliste, weil die Geschichte der gedächtnislosen Flora sehr nett klang.

Walter Nowak bleibt liegen von Julia Wolf. Rezensionsexemplar der Frankfurter Verlagsanstalt. Und ich freu mich sehr, dass man an mich gedacht hat, weil doch "Alles ist jetzt" so ein prima Buch war. 

Sonne und Beton von Felix Lobrecht. Tina ist schuld! Sie bestand darauf, dass wir bei der Litpop in Leipzig zur Lesung von Felix Lobrecht gehen sollten. Und dann hab ich mich in die Berliner Schnauze verliebt, obwohl ich die doch sonst eher unnötig finde. So schnell kann es manchmal gehen. Nach der Lesung lief ich direkt zum Büchertisch und kaufte mir eben jenes Buch.

Unter Weißen von Mohamed Amjahid. Der zweite Buchmessen-Kauf (wenn man "Sonne und Beton" denn als Buchmessen-Kauf bezeichnen kann, schließlich habe ich es nicht wirklich AUF der Messe gekauft). Spontankauf, weil es doch nicht sein kann, dass ich nur Herrn Gatsby ein Buch mitbringe ("Bauchspeicheldrüsentagebuch" von Péter Esterházy).

The hate u give von Angie Thomas. Ja, ich konnte auch nicht widerstehen und habe das Buch für 5 Euro bei Amazon bestellt. Ein Teil von mir schämt sich auch, der andere lacht und freut sich über das Bücherschnäppchen.

Ragdoll von Daniel Cole. Als ich im Januar arbeitsmäßig in Berlin war, wurde uns dieses Buch schon ans Herz gelegt. Jetzt nehme ich all meinen Mut zusammen und versuche es zu lesen. Ich bin schließlich der größte Hasenfuß der Welt, ich werde sicherlich Angst bekommen, das Buch an die Wand werfen und danach verstört in der Ecke hin und her wippen.

Ein Sommer am See von Mariko Tamaki und Jillian Tamaki. Meine erste Graphic Novel. So spannend. Weil mir auf der Buchmesse eben jenes Buch als Einstieg empfohlen wurde, habe ich es dann beim nächsten Buchhandelsbesuch gekauft und recht fix durchgelesen. Prima Buch! 

Hier ist nun Platz für bestürzte Kommentare, die meinen übermäßigen Buchkonsum kritisieren möchten. Immer her damit! 

Samstag, 1. April 2017

Ein Sommer am See von Mariko Tamaki und Jillian Tamaki.


Originaltitel: This one summer - Aus dem Englischen von Tina Hohl - Erschienen bei Reprodukt - 2015

Jeden Sommer verbringt Rose mit ihren Eltern die Ferien im selben Haus am See. Es ist ihr Zufluchtsort, ihr kleines Reich. In Awago Beach trifft sie Jahr für Jahr ihre Sommerfreundin Windy. Sie ist für Rose die kleine Schwester, die sie nie hatte. Doch in diesem Sommer ist alles anders.

An Graphic Novels habe ich mich bisher noch nicht rangetraut. Warum, kann ich gar nicht wirklich sagen. Mit dem Unterschied zwischen Comics und Graphic Novels habe ich mich auch nie näher beschäftigt. Ich kann berichten, dass ich Flix und "Schöne Töchter" sehr mag. Und durch Herrn Gatsby kenn ich Nicolas Mahler und find den auch recht gut. Das war es dann aber auch schon. 

Und jetzt also "Ein Sommer am See" von Mariko Tamaki und Jillian Tamaki. Auf der Leipziger Buchmesse habe ich mit zwei lieben Bekannten gesprochen und dort wurde mir eben jenes Buch als Einstieg empfohlen. Weil ich den Beiden bei diesem Thema vertraue, habe ich mir eine gedankliche Notiz dazu gemacht. Auf der Messe selber bin ich nicht dazugekommen, das Buch zu kaufen, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wenige Tage später in einer  Buchhandlung aufgeschlagen wäre. Schwuppdiwupp und schon lag das kleine Schwergewicht bei mir daheim.

Ein kleiner Kritikpunkt zu Beginn. Ich hab "Ein Sommer am See" an einem Abend ausgelesen und als verwöhnter Buchkäufer finde ich 29 Euro dann doch ein bisschen viel. Und mir ist sehr wohl bewusst, dass die Herstellung einer Graphic Novel etwas komplett anderes ist als bei einem Roman. Aber aus diesem Grund werde ich wahrscheinlich nicht beginnen, zahlreiche Graphic Novels zu kaufen. Fürs erste jedenfalls nicht.

Doch nun lieber zu den positiven Dingen. Die Geschichte von "Ein Sommer am See" hat mich sehr angesprochen. Wer kennt dieses Feriengefühl nicht, welches man als Kind hat? Diese Schwerelosigkeit, dieses sich treiben lassen in einer anderen Umgebung als sonst. Ich war mit meiner Familie auch öfter am selben Ort im Urlaub, irgendwann stellt sich ein Gefühl des Kennens und Erkennens ein. Und dieses Gefühl vermitteln Mariko Tamaki und Jillian Tamaki (Cousinen! Nicht Schwestern!) hervorragend. Insbesondere die reduzierten Bilder, die doch mit viel Liebe zum Detail gezeichnet wurden. 

"Knirsch Knirsch Knirsch Knirsch"

Auch der Konflikt des Erwachsenwerdens, des Abspalten der kindlichen Welt wurde wunderbar eingefangen. Nicht nur durch die zerbröckelnde Freundschaft zwischen Rose und Windy, sondern auch durch die Schwärmereien für den älteren Dorfjungen, der so unerreichbar scheint. Und dazu – ein See! Mit Geschichten, die am Wasser spielen, kann man mich immer glücklich machen. Deswegen ist "Ein Sommer am See" eigentlich auch ein perfektes Sommerbuch für einen Tag am See. Oder am Fluss. Oder für die richtig coolen Kids am Meer. 

Eine große Lesefreude, fürwahr. Falls jemand für mich noch mehr Graphic Novel-Tipps hat – ick freu mir (und habe somit den Kritikpunkt schon wieder vergessen. So schnell kann es gehen). 

Sonntag, 19. März 2017

Zum Indiebookday 2017: Neu im Bücherregal


Kurzer Blick auf den Kalender. Ja, der Monat hat noch ein paar Tage. Trotzdem möchte ich den gestrigen Indiebookday für eine Spezialausgabe von "Neu im Bücherregal" nutzen. Sonst wird das Ende März wirklich ein bisschen viel. Denn irgendwie ist der Einkauf gestern eskaliert (mein neues Lieblingswort). Mit der besten Büchergang der Stadt war ich in sieben Buchhandlungen zu Besuch und habe schlussendlich fünf Bücher in meinen Rucksack gepackt. Eigentlich hatte ich gar keinen Kauf geplant bzw. überlegt, ob ich mir "Der Club" von Takis Würger mitnehme. Nachdem aber mein Instagram-Feed voller Fotos mit dem blaugestreiften Buch war, hab ich mich dazu entschieden, anderen Büchern eine Chance zu geben (Und "Der Club" kauf ich mir dann einfach am Montag ...). 

Diese fünf Bücher kleiner, unabhängiger Verlage sind nun also gestern bei mir eingezogen:

Wir sind Kinder von Armin Kratzert. Erschienen im Secession Verlag für Literatur. Denis Scheck sagt "Auf dieses Buch haben wir gewartet." – ich hingegen habe den Titel erst gestern in der Autorenbuchhandlung in Schwabing kennengelernt. Das Buch verspricht eine Geschichte um virtuelle Realitäten, bezahlte Freundschaften und die Frage, wer wir eigentlich wirklich sind. 

Eine Frage der Erziehung von Anthony Powell. Erschienen im Elfenbein Verlag. Hatte ich hier schon einmal davon berichtet, dass ich schon so oft kurz davor war, eine Subskription für den "Ein Tanz zur Musik der Zeit"-Zyklus von Anthony Powell abzuschließen? Ich tat es nie, schwärmte aber bei jedem Hugendubel-Besuch für die dort ausliegenden Bände. Und gestern war es nun endlich soweit! Keine Subskription, nur den ersten Band der Reihe. Ich bin so gespannt. Schließlich geht es um die englische Upperclass von Anfang der zwanziger bis in die späten sechziger Jahre. Wenn ich denn soweit komme. Schließlich warten noch 11 andere Bände der Reihe auf mich. 

Das unendliche Buch von Noëlle Revaz. Erschienen im Wallstein Verlag. Wer hat mir gleich wieder dieses Buch in die Hand gedrückt? Denn anders hätte ich das Buch wohl nicht in die Hand genommen. Was lustig ist, denn genau darum geht es in der Geschichte. Was passiert, wenn im Literaturbetrieb mehr auf die Hülle, das Cover, das Image des Schriftstellers geachtet wird und das Inhaltliche immer weniger von Belangen ist? 

Hinfallen ist wie anlehnen, nur später von Sebastian 23. Erschienen im Lektora Verlag. Vor einiger Zeit landete dieses Video auf meiner Facebook-Timeline. Herr Sebastian 23 erklärt dort in der NDR Talk Show, dass Igel eigentlich Kakteen sind, die gehen. Begeistert wie ich war, klickte ich auf "Gefällt mir" und merkte mir den jungen Mann mit den amüsanten Ideen für später. Gestern war dann später und ich habe mir sein Buch mit Poetry Slam-Texten gekauft. 

Und bis es so weit ist, gibt es Eiscreme von Martin Spieß. Erschienen bei CulturBooks. Allein für den Titel muss man dieses Buch mögen. Außerdem wird im Klappentext Doctor Who erwähnt und mit einem kurzen "Doch dann wird Jäger vor dem Zwischenlager in Gorleben von einem Räumfahrzeug überrollt ..." schon mal die Geschichte vorweggenommen. Top, so mag ich das. 

Samstag, 4. März 2017

Neu im Bücherregal - Die Februar-Bücher 2017

Zurück in die Zukunft. Oder so. Während ihr das hier lest, erhole ich mich vom Bücherflohmarkt in Gröbenzell, aber während ich das schreibe, befinde ich mich noch in einer Vorfreude-Blase für den Bücherflohmarkt. Verrückt. Und dabei hatte ich letztens erst überlegt, ob es vielleicht mal wieder Zeit für ein Buchkaufverbot wäre. Aber möglicherweise ist da der April wirklich der dankbarere Monat. Denn wie soll man denn keine Bücher kaufen, wenn einem beim Flohmarkt die Bücher mit großen, traurigen Augen und niedrigen, lachhaften Preisen angucken? Wie denn? Und dann ist auch noch Buchmesse und ich kenne mich doch. Schwuppdiwupp landen ein, zwei, drei Bücher in der Tasche. April also. Vielleicht. Möglicherweise. Denn wie ich hier nun feststellen darf, ist es im Februar wieder so ein ganz klein wenig mit mir eskaliert. Dabei hat das Jahr doch so sparsam angefangen. In den letzten 28 Tagen sind dann folgende Bücher neu bei mir eingezogen:


Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag. Weil "Mein bester letzter Sommer" zu den Jahreshighlights 2016 gehörte, hab ich mich wahnsinnig auf das neue Buch von Anne Freytag gefreut. Zwischenzeitlich habe ich es gelesen und erfreue mich auch weiterhin an der Darstellung eines lesbischen Liebespaares in einem Jugendbuch, bin aber von der Umsetzung nicht so wirklich überzeugt. 

Low Carb - Das Kochbuch für Berufstätige von Nico Stanitzok und Carolina Hausmann. What? Ein Kochbuch? Ja, ein Kochbuch. Und ich habe sogar schon ein paar der Rezepte ausprobiert. Was ich übrigens ganz besonders gut kann – bei Low Carb-Rezepte feststellen, dass es keine Beilage gibt und dann einfach Reis/Nudeln dazu kochen. Top! Außerdem muss ich ehrlich sagen, dass die wenigsten Rezepte hier wirklich sinnvoll zum Mitnehmen für Berufsmenschen sind. Lecker ist beispielsweise das Curry-Joghurt-Hühnchen trotzdem sehr. 

Vienna von Eva Menasse. Wieder so ein Ausflug zu Oxfam, bei dem ich mir vorgenommen habe, nur zu  gucken. Und das kommt dann dabei raus ... 

Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet. Wenn ein Paket an mich geliefert wird, bekomme ich eine Mail von DHL, damit ich mich schon mal emotional darauf einstellen kann. Insbesondere bei Überraschungspost ist das sehr sinnvoll. Dieses Buch war aus einer solchen Überraschungspost vom Atlantik-Verlag. Der arme Paketmann war dabei auch überrascht, weil das Paket etwas klirrte und er hatte Angst, dass er was kaputt gemacht hat. Da ich nicht wusste, was sich im Paket befindet, habe ich einfach mal behauptet, dass es ja auch Lego-Steine sein könnten. Nun hält mich der Paketmann sicherlich für verrückt, aber das tut er wohl eh schon. Gestern hat er gefragt, ob ich Lehrerin bin. Dabei habe ich einfach nur gerade Urlaub und bin deswegen den ganzen Tag zuhause. So viel dazu.

Das Blubbern von Glück von Barry Jonsberg. Da läuft man ohne böse Absichten am Bücherschrank vorbei, guckt so herum und denkt sich plötzlich: "Lustig, das Buch sieht aus wie 'Das Blubbern von Glück'!" Und dann guckt man nochmal hin und es ist eben jenes Buch. Verrückt! 

Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot von Sibylle Berg. Manchmal kommen gewisse Arbeitskollegen spontan auf sehr fantastische Ideen. Man könnte ja beispielsweise nach Feierabend noch in die örtlichen Buchhandlungen einfallen. Gesagt, getan und dann entdeckt man dabei spontan die neue Jubiläumsausgabe von Reclam in einem großartigen Design und muss dann einfach Sibylle Berg kaufen. Jawohl. 

My not so perfect Life von Sophie Kinsella. Ich habe nie die Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella gelesen, war aber sehr begeistert von "Finding Audrey". Bei "My not so perfect Life" bin ich dem Werbespruch "One day my life will match my Instagram posts." erlegen. Beim Lesen musste ich dann aber feststellen, dass ich wohl doch keine Chick-Lit-Leserin mehr werde. Die Geschichte ist zwar nett, aber in einer Woche hab ich bestimmt vergessen, um was es überhaupt ging. 

Mond über Manhattan von Paul Auster. Weil ich mich an "4 3 2 1" von Paul Auster noch nicht herantraue, weil ich noch nie etwas von ihm gelesen habe und weil Herr Gatsby die New York-Trilogie einfach weggegeben hat. Am Donnerstag habe ich mit dem Buch begonnen und bisher bin ich doch begeistert.

Gegen den Hass von Carolin Emcke. Dies ist ein Pro-Tipp! Man sollte viel öfter bei der Bundeszentrale für politische Bildung stöbern. Dann entdeckt man nämlich solche Juwelen wie diesen hier. "Gegen den Hass" von Carolin Emcke wollte ich eh lesen, bei der bpb kostete die Ausgabe nur 4,50 Euro (gerade finde ich sie nicht im Shop, möglicherweise ist sie einfach schon ausverkauft). 

Die Girls von Riad von Rajaa Alsanea. Noch ein Oxfam-Ausflug. Manchmal hab ich Angst, dass diese ganzen Bücher für immer ungelesen in meinem Bücherregal stehen werden, weil es komplette Impulskäufe sind. Auf der anderen Seite muss ich feststellen, dass ich in letzter Zeit sehr wenige gelesene Bücher behalte, sondern diese meist direkt in den Bücherschrank wandern. Platzprobleme gibt es also derzeit nicht. 

Dienstag, 28. Februar 2017

Fotobreze - Februar 2017

Es regnet, draußen laufen Menschen in Kostümen rum, obwohl ich dachte, in München ist man vor dem Faschingskram sicher, aber wenigstens kann man Krapfen essen (könnte man, wenn man welche gekauft hätte). Ein weiterer Monat ist um, die Buchmesse steht vor der Tür und ich nutze meinen Resturlaub aus 2016 dafür, endlich wieder zu lesen und die neue Waschmaschine zu bewundern.


// Weil der Livestream bei Facebook so mies war, haben wir lineares Fernsehen geguckt! Mit Snapchat wird auch eine Bundespräsidentenwahl spaßig //
// Der Lesungsmarathon ist nun erstmal vorbei, nach Jonathan Safran Foer kam Thomas Melle kam Teresa Präauer //
// Der Hund war zu Besuch, weil sein Frauchen aka meine Mutter ihren neuen Laptop nicht verstanden hat. Jetzt ist wieder alles gut //


// Einhorn Glitter - Einhorn Glitter - Einhorn Glitter //
// Man kann es sich nicht vorstellen, aber wir saßen schon mal draußen in der Sonne //
// Clap-Clap //


// Hier sieht man das eingepackte Ergebnis einer Eukalyptus-Jagd //
// Hier sieht man das ausgepackte Ergebnis einer Eukalyptus-Jagd //
// Und das ist gar kein Eukalyptus, das ist einfach nur lecker //


// Cupcakes im Büro sind super //
// Muffins im Büro sind super //
// Aber mein Russischer Zupfkuchen schlägt sie alle //

Montag, 27. Februar 2017

Die Oscar-Nacht 2017 auf einem Blatt.

Wieder ist ein Jahr vergangen, wieder habe ich gemeinsam mit Herrn Gatsby die Oscar-Nacht zelebriert – mit selbstgemachten Hamburgern und "Wolf of Wall Street" als Einstimmung. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren habe wir es dieses Mal geschafft, sehr viele der nominierten Filme zu gucken. "Manchester by the sea" und "Moonlight" werden dann voraussichtlich in den nächsten Tagen nachgeholt. 

Und? Wie war Oscar-Verleihung 2017? 

Oh, ich bin wieder versöhnt worden. Nachdem ich in den letzten Jahren die Hoster ganz fürchterlich fand, bin ich mit Jimmy Kimmel sehr glücklich gewesen. Ich mag den Mann eh. Und ich musste immer diebisch grinsen, wenn es um Matt Damon ging (höhöhö, "We bought a zoo"). Daumen hoch also dafür. Nur die Aktion mit dem Touristen hätte man sich sparen können, die wirkte arg gestelzt und in die Länge gezogen. 
Außerdem positiv zu erwähnen: ProSieben hat Steven Gätjen zurück an den Roten Teppich geholt. Yay! Da muss man sich wenigstens nicht in Grund und Boden schämen, wenn German TV erwähnt wird. Die beiden Spaßvögel, die die Kleidung kommentiert haben, blende ich einfach mal gekonnt aus. 
Sonst so: 5 Minuten vor Ende meinen Puls so in die Höhe zu treiben, ist wirklich nicht gut! Ich muss doch nach der Austrahlung schlafen, sonst werde ich unausstehlich (Augenringe, Kinder! Ich habe heute fürchterliche Augenringe!). Nach der Verwechslung bei Best Picture klappte das mit dem Schlafen jedenfalls erstmal nicht, weil ich sensationslustig erstmal alle Nachrichtenseiten abklappern musste. Herrje! Wie konnte es denn passieren, dass die Umschläge für "Best Actress" und "Best Picture" vertauscht werden? Verrückt! Die armen Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers. 

Solange ich "Moonlight" nicht gesehen habe, bleibt für mich "La La Land" auch Gewinner der Herzen. Weswegen ich den Soundtrack nun wieder rauf und runter höre. Dass Emma Stone den Oscar als beste Schauspielerin gewonnen hat, freut mich auch sehr – auch, wenn ich auf Natalie Portman getippt habe. Manchmal tippe ich ganz eigenartiges Zeug. Wie auch bei "Bester Nebendarsteller" Weil ich nicht verstehe, warum Dev Patel in "Lion" nur Nebendarsteller sein soll, hab ich aus Trotz Michael Shannon getippt. So stellt man sich selbst ein Bein auf dem Weg zum Oscar-Tippspiel-Gewinner. Und dass "Toni Erdmann" nicht bester fremdsprachiger Film wird, hab ich mir auch (leider) schon gedacht. Aber! Der Film ist so gut. Wir haben den erst vor ein paar Tagen geguckt und ich bin sehr entzückt. 

Insgesamt habe ich in 10 von 24 Kategorien richtig getippt. Bei Streber-Gatsby waren es 18. Pah! Nachdem ich aber wenigstens besser bin als in den vergangenen Jahren, sehe ich eine blühende Zukunft auf mich zukommen. 

Und bei euch so? Habt ihr geguckt? Haben eure Favoriten gewonnen? 


Sonntag, 19. Februar 2017

Vier Bücher für ... misstrauische Leser.

Es ist mal wieder Zeit für "Vier Bücher für ...", denn dieses Mal möchte ich euch ausnutzen. Ich stelle euch vier Bücher vor, die ich sehr gerne gelesen habe und im Gegenzug möchte ich von euch weitere Buchtipps, die in diese Richtung gehen. "Diese" ist in diesem Fall schwierig zu fassen, weswegen ich sehr lange nach einem Titel gesucht habe. Zwischendurch hieß es mal "Vier Bücher für Menschen, die Bücher mit Plot Twist mögen" oder "Vier Bücher für unzuverlässige Protagonisten", aber das klang alles so eigenartig. Deswegen hier nun also die endgültige Version. Enttäuscht mich nicht, ich möchte nämlich gerne mal wieder ein Buch dazu lesen.

Trommelwirbel: 





Gone Girl von Gillian Flynn
Der Klassiker aus dem "Traue niemals den Protagonisten"-Genre! Sowohl das Buch als auch der Film sorgen bei mir für positive Gänsehaut-Momente, weil die ganze Geschichte so wunderbar herrlich mindfucking ist. Eine verschwundene Frau. Ein sich sorgender Ehemann. Ein bösartiger Verdacht. Danach guckt man erstmal misstrauisch seinen Partner an und fragt sich, was er wohl gerade plant. 
Originaltitel: Gone Girl - Aus dem Amerikanischen von Christine Strüh - Erschienen im FISCHER Verlag - September 2014
Die Witwe von Fiona Barton
Ähnlich wie bei "Gone Girl" geht man bei "Die Witwe" von einer klassischen Rollenverteilung aus. Der böse Mann. Die arme Frau. Die Polizei sucht nach einem entführten Kind und eine Journalistin wittert die ganz große Story. Doch was hinter der ganzen Geschichte steckt, geht sehr viel tiefer und wird sehr viel düsterer, als es der unbedarfte Leser gedacht hat.
Originaltitel: The Widow - Aus dem Englischen von Sabine Längsfeld - Erschienen bei Wunderlich - Juni 2016
Ich. Bin. So. Glücklich. von Jessica Knoll
Meine Begeisterung für dieses Buch habe ich bereits einmal kundgetan. Weiterhin bin ich sehr enttäuscht vom Klappentext, aber sehr glücklich über Jessica Knolls Fähigkeiten, eine oberflächlich wirkende Geschichte mit so vielen Fallstricken und Bösartigkeiten auszustatten, dass man sich bequem in seinem Lesesessel fürchten kann.
Originaltitel: Luckiest Girl Alive - Ins Deutsche übertragen von Kristiana Dorn-Ruhl - Erschienen bei Ink - 2015
Solange wir lügen von E. Lockhart.
Einer dieser Zufallsglücksgriffe. Eine anfänglich harmlos wirkende Geschichte über vier Jugendliche, die auf einer Privatinsel den Sommer und die erste Liebe genießen, entwickelt sich zu einem wahren Pageturner (schlimmes Wort)  mit dunklen, mysteriösen Geheimnissen. Wahrheit und Fiktion verschwimmen hier gar großartig.
Originaltitel: We Were Liars - Aus dem Amerikanischen von Alexandra Rak - Erschienen im Ravensburger Buchverlag - 2015

Sonntag, 5. Februar 2017

Neu im Bücherregal - Die Januar-Bücher 2017

Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und wie man gleich auf dem Foto sehen wird, fällt die Kaufausbeute schockierenderweise sehr gering aus. Ha! Damit hättet ihr sicherlich nicht gerechnet, ne? Dafür gabs ja auch Eukalyptus, mein neues Lieblingsding, nachdem ich mehrere Wochen indirekt danach gesucht habe – eigentlich habe ich nie den Fuß vor die Tür gesetzt, um aktiv nach Eukalyptus zu suchen. Bis gestern. Da wurde ich dann auch auf dem Viktualienmarkt fündig und jetzt muss ich so viele Bücherfotos mit Eukalyptus machen, bis die Pflanze tot ist. Davor gibts aber erstmal ein Bild und eine Aufzählung der neuen Bücher im Januar 2017:


Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joël Dicker. Ein glücklicher Glückszufallstreffer im örtlichen Bücherschrank. In letzter Zeit steht da ständig nur Unsinn drin, ewig alte Readers Digest-Ausgaben, fünf verschiedene Nora Roberts-Bände und moralisch eher fragwürdige Mädchenromane aus den 50er Jahren (und ich habe "Cornelia erlebt Oberammergau" gelesen. Mich schreckt so schnell nichts). Doch dann erblickten meine müden Äuglein dieses Büchlein (ha!) und weil ich eh mal von Joël Dicker lesen wollte, war dies die perfekte Gelegenheit. 

Die drei Sonnen von Cixin Liu. Ein Berlin-Buch. Wurde in Berlin gekauft. Bei Dussmann. Man sollte immer dicke Bücher kaufe, wenn man mit Handgepäck im Flugzeug unterwegs ist, jawohl. Der große Science-Fiction-Leser bin ich nun ja nicht, aber von "Die drei Sonnen" wurde überall so jubelierend erzählt und da bin ich doch neugierig geworden. 

Am I normal yet? von Holly Bourne. Noch ein Berlin-Buch, noch ein Dussmann-Buch. Weil das Buch vor einer Weile in einer Young-Adult-Feminist-List auftauchte (wenn ich nur wüsste, welche Liste es war. Erst dachte ich, es wäre diese bei Buzzfeed, aber es könnte auch diese hier von Maximum Pop sein) und weil sich das ganze zu einer netten Reihe ausweitet. Darum.

Das sind ganz schön wenig Bücher für den Januar, oder? Aber halt! Es gibt noch zwei Kandidaten, die sind im Januar bei mir ein- und direkt wieder ausgezogen!

Nicht im Bild:

Salt to the sea von Ruta Sepetys. Auch ein Berlin-Buch. Für 5 Euro aus einer Bücherkiste bei Hundt Hammer Stein gezogen. Und jetzt müssen leider alle Fangirls weggucken oder sich an einem Kissen festhalten: Ich fand das Buch nicht so gut. Mir wurde gesagt, dass ich am Ende weinen muss (und ich muss bekanntlich immer weinen), aber die Protagonisten haben mich alle so kalt gelassen, dass ich nach der letzten Seite mit den Schultern zuckte und das Buch auf den Aussortierungsstapel legte. 

Dein Leuchten von Jay Asher. Im Dezember lauerte dieses Buch in wohl jedem Instagram-Account. Gefühlt jedenfalls. Und weil mich das Cover so verzaubert hat, wollte ich es auch unbedingt lesen. Die fantastische Mia von Paper and Poetry hat mir dann angeboten, dass sie mir das Buch zuschicken könnte, weil sie es selbst nicht so gut fand. Hätte ich hier doch gleich mal besser aufgepasst. Aber nein, ich ließ mich weiterhin vom kitschigen Cover blenden und verschwendete somit einen Lesetag an dieses wirklich sehr flache Weihnachtsgeschichtlein. 

Ich hoffe, "Salt to the sea" und "Dein Leuchten" haben im Bücherschrank einen besseren, neuen Besitzer als mich gefunden. Habt ihr eines dieser beiden Bücher auch schon gelesen und durften die Bücher nach der Lektüre in euer Bücherregal ziehen? Oder habt ihr schon eines der anderen drei Bücher gelesen, die ich bisher noch nicht begonnen habe?

Mittwoch, 1. Februar 2017

Nachlese – Hier bin ich von Jonathan Safran Foer



Originaltitel: Here I am - Aus dem amerikanischen Englisch von Henning Ahrens - Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch - 2016

"Hier bin ich" ist ein meisterhafter Roman über das Auseinanderbrechen einer Familie. In nur vier Wochen gerät die Welt von Julia und Jacob Bloch und ihren drei heranwachsenden Söhnen aus den Fugen. Nach seinen Bestsellern "Alles ist erleuchtet" und "Extrem laut und unglaublich nah" zeigt Janathan Safran Foer erneut seine Könnerschaft.

Wenn man über das neue Buch von Jonathan Safran Foer schreibt, gehört es zum guten Ton, zu erwähnen, dass dies das erste Buch des jungen Mannes seit elf Jahren ist. Elf Jahre musste man auf eine weitere Veröffentlichung des literarischen Wunderkindes warten, aus dem Jungspund wurde in der Zwischenzeit ein Mann (auch wenn er immer noch aussieht wie Mitte 20 und bei meiner Kritzelei ein wenig böse guckt), der auf 683 Seiten versucht zu beweisen, dass er das alles immer noch kann. Schreiben. Fesseln. Analysieren. Offenbaren. 

Kann er es denn noch? Ja. Und nein. 

"Hier bin ich" ist für mich kein typischer Foer, was eigentlich eine Behauptung ist, die ich so gar nicht aufstellen darf, denn bisher habe ich von ihm nur "Extrem laut und unglaublich nah" (Top!) und "Tiere essen" (Top!) gelesen. "Alles ist erleuchtet" steht immer noch ungelesen im Regal und das schon seit mehreren Jahren. Dafür ist meine Ausgabe von "Extrem laut und unglaublich nah" so zerlesen, dass komplette Seitenblöcke aus dem Buchblock herausfallen. Hauptsächlich deswegen, weil ich das Buch so oft (zweimal) verliehen habe. Nach diesem kleinen Exkurs kehren wir zurück zu meiner Behauptung, dass "Hier bin ich" kein typischer Foer ist. Denn Foer ist erwachsener geworden, beobachtet detaillierter das Drama im Kleinen wie im Großen unter dem Mikroskop. Das gelingt ihm meisterhaft, doch manchmal auch etwas langatmig. So wie das Leben eben ist. 

In "Hier bin ich" befindet sich die Familie Bloch am Scheideweg ihres vor Langeweile dahinplätschernden Lebens. Die Eltern geben sich der Illusion einer harmonischen Beziehung hin, die nur noch durch den eingespielten Alltag mit den drei Söhnen zusammengehalten wird. Der erste Riss entsteht, weil Sam, der älteste Sohn, keine Bar Mizwa möchte. Der zweite Riss entsteht, weil Julia das zweite Handy von Jacob findet. Und der dritte Riss entsteht in Israel bei einem furchtbaren Erdbeben, welches die komplette Region in den Kriegszustand versetzt. 

Nach der Lektüre hatte ich das Problem, dass ich das Buch zwar irgendwie gut fand, aber nicht mehr genau sagen konnte, um was es überhaupt ging. Substanziell ist bei mir nicht viel hängen geblieben, was vielleicht an meinem Kopf liegen mag, aber vielleicht will Jonathan Safran Foer auch zu viel. Es geht um die jüdische Identität, es geht um die Familie, es geht um Politik, es geht um Beziehungen, um Kindererziehung und den Tod und irgendwie findet Herr Foer zwar die richtigen Worte, aber man fühlt sich nach dem Lesen wie wenn man eine komplette Tafel Schokolade gegessen hat – glücklich, pappsatt, aber nach 10 Minuten muss man die Tüte Chips aus dem Schrank holen. 

Gemeinerweise hatte ich nach der gestrigen Lesung von Jonathan Safran Foer im Literaturhaus München wieder mehr Lust, mich mit "Hier bin ich" zu beschäftigen, weswegen es ganz praktisch ist, dass ich zu dem Buch bisher noch nichts geschrieben habe. Denn Herr Foer schafft es durch seine sympathische, kluge Art und Weise, einen für sein Buch zu begeistern. Jedenfalls ging es mir so. Gelesen wurde auf Deutsch (sehr großartig hier: René Dumont) und Englisch, vom Frageteil hatte ich mir etwas mehr erwartet, weil es eigentlich gar nicht um das Buch ging, sondern hauptsächlich um Jonathan Safran Foers Meinung zur aktuellen Lage in den USA. Kluge Dinge hat er aber nichtsdestotrotz gesagt. Man kann gar nicht immer da sein.

Vielleicht war deswegen die Lesung auch so fix vorbei, weil Herr Foer nicht immer da sein kann.

Dienstag, 31. Januar 2017

Fotobreze - Januar 2017

Hollari, hollari, hollaro! 31 Januar-Tage liegen schon wieder hinter uns, 2017 ist quasi schon fast wieder vorbei und es ist ganz schön viel passiert. Ich war in Berlin, ich habe gegessen, ich war krank und ich war arbeiten. So kann es weitergehen. Ohne Erkältung. Und in diesem ereignisreichen Monat habe ich bereits geschafft 7 Bücher zu lesen. So kann es auch gerne weitergehen. 


// Berlin, ne //
// Hier sehen Sie ein seltenes Exemplar der Nordbreze in freier Natur //
// Ne, Berlin //


// Kuchen vom Bäcker ist immer lecker //
// Während meines Urlaubs lag ich mehrere Tage mit einer furchtbaren Erkältung im Bett und nur Eis und die Gilmore Girls konnten mich am Leben erhalten //
// In Berlin im District Coffee gegessen und dann zu Herrn Gatsbys Geburtstag nachgemacht – Pancakes! //


// Wenn man schon zu den Eltern fährt, um einen Laptop einzurichten, dann kann man den Hund auch mal streicheln //
// Schnee, Eis und Tulpen //
// Mein kleiner, grüner Kaktus steht jetzt neben mir im Büro, hollari, hollari, hollaro!

Montag, 30. Januar 2017

Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara.


Originaltitel: A Little Life - Aus dem Englischen von Stephan Kleiner - Erschienen bei Hanser Berlin - 2016


"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern, die sich am College kennengelernt haben. Der brillanteste und charismatischste von ihnen ist Jude St. Francis, ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Wie in ein scharzes Loch werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist eine Geschichte von Freundschaft als wahre Liebe – ein mit kaum fasslicher Dringlichkeit und Schönheit erzähltes Epos, das sich an du dunkelsten Orte begibt, an die Literatur sich wagen kann, und dabei immer wieder zum hellen Licht durchbricht.

"Sie werden über dieses Buch sprechen wollen." – So wirbt Hanser Berlin für "Ein wenig Leben". Und oh ja. Noch nie habe ich einen so wahren Werbespruch gehört (abgesehen von "Dafür stehe ich mit meinem Namen."). Ich MÖCHTE über dieses Buch sprechen, denn über dieses Buch muss man sprechen, sonst zieht es einen sehr tief nach unten. 

Gelesen habe ich "Ein wenig Leben" schon vor über zwei Wochen. Und so im Nachhinein ist es doch ganz gut, dass ich nicht direkt eine Rezension geschrieben habe. Denn zuerst fehlten mir die Worte für dieses aufwühlende, emotionale, anstrengende und fordernde Buch. Mit ein bisschen Abstand und Reflexion sollte es jetzt aber besser gelingen, diese Sprachlosigkeit in Worte zu fassen. 

Beginnen wir diese Annäherung an "Ein wenig Leben" von außen nach innen. Das Cover. Der erste Eindruck ist eher ein "Hm, was soll das denn?". Begeisterung sieht anders aus. Und diese Hürde, die sich das Buch hier selbst aufstellt, muss erst einmal überwunden werden. Hanya Yanagihara sagt selbst, dass das Foto (Peter Hujars Fotografie »Orgasmic Man«) "übergriffig [...], zu intim, zu herausfordernd" ist. Und damit passt es während und nach der Lektüre einfach fabelhaft zum Text. Chapeau also an den Verlag (sowohl an amerikanischen als auch an den deutschen), dass man sich doch für genau dieses Bild entschieden hat. Manchmal muss man den Leser etwas abschrecken, um die richtige Stimmung für das Buch zu schaffen.

Eigentlich möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel über den Inhalt sprechen. Nicht, weil ich niemanden spoilern möchte, die Geschichte von "Ein wenig Leben" ist keine Geschichte, bei der Spoiler ausschlaggebend wären. Das Problem ist eher – wo anfangen? Wie fasst man ein Mammut-Werkt von 958 Seiten zusammen, wenn sich die wirklichen Emotionen, das wirkliche Leid im Kopf des Lesers abspielen?

Wir haben also vier Freunde. Malcolm, JB, Willem und Jude St. Francis. Sie lernen sich im College kennen, aus der Jugendfreundschaft wird ein Band, welches die nächsten 30, 40 Jahre nicht abbricht. Die vier sind eine Einheit, so verschieden sie auch sind, so unterschiedlich ihre Lebensentwürfe auch sein mögen. Malcolm ist Architekt und versucht krampfhaft die Checkliste eines normalen erwachsenen Lebens zu erfüllen - Haus, Frau, Kind. JB ist Künstler, der den Weg zum großen Ruhm sucht, Willem Schauspieler, der nicht fassen kann, dass er plötzlich Erfolg hat und Jude ist Rechtsanwalt mit der wohl dunkelsten Vergangenheit und einer Krankheit, die ihn im Verlauf der Geschichte immer mehr einschränkt. 

Anfangs war ich begeistert, wie viel Zeit sich die Autorin nimmt, jeden der vier Freunde genauer zu beleuchten. So konnte man sich wirklich ein Bild der Beziehung der vier Männer machen. Im Laufe der Geschichte rücken dann aber Willem und Jude als Hauptdarsteller in den Mittelpunkt, was einerseits verständlich, aber andererseits auch schade ist, weil ich gerade Malcolm, den "normalen" Typen in dieser Vierer-Konstellation interessant fand, er aber immer mehr in den Hintergrund gerückt wird.

Der Fokus bei "Ein wenig Leben" ist auf Willem und Jude gerichtet. Willem, ein Mann, der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und sich von seiner Familie abgewendet hat, um ein anderes Leben führen zu können. Jude hingegen hatte nie eine Familie, er ist im Kloster aufgewachsen und auf Irrwegen im College gelandet, seine Vergangenheit bleibt selbst für seine engsten Freunde ein Buch mit sieben Siegeln. Erst im Verlauf der Geschichte öffnet sich Jude Willem und lässt ihn einen Blick auf all die Schrecken werfen, die er erleiden musste. 

Hanya Yanagihara gelingt es, in einem relativ nüchternen Ton die großen Gefühle des menschlichen Lebens zu beschreiben. Liebe, Hass, Angst, Wut, Ekel, Freude, Trauer – all das vermischt sich zu einer intensiven Charakterstudie. 

"Ein wenig Leben" ist anstrengend und fordernd den Leser, sich auch mit sehr erschreckenden Themen auseinanderzusetzen. Für mich persönlich am schwierigsten waren die sehr detaillierten und ausufernden Beschreibungen zu Judes selbstverletztendem Verhalten. Ich bin da vielleicht auch etwas empfindlich, aber bei den Szenen musste ich regelmäßig das Buch kurz weglegen, weil mir wirklich schlecht wurde.

Was aber irgendwie auch für Hanya Yanagihara spricht. Sie zwingt dem Leser die dunkelsten Seiten ihrer Protagonisten auf und schafft so eine Intimität, die dafür sorgt, dass man sich emotional an die Protagonisten bindet. 

Ein schwieriges Buch bleibt "Ein wenig Leben" trotzdem. Ich kann nicht sagen, dass ich das Buch mochte. Ich kann das Buch niemanden guten Gewissens empfehlen. Aber lesenswert ist es allemal.

Habt ihr "Ein wenig Leben" schon gelesen oder es noch vor? Wie erging es euch bei der Lektüre? 

Mittwoch, 11. Januar 2017

Eine Reise-Breze in Berlin

Wenn eine Breze eine Reise tut, dann hat sie was zu erzählen. Oder so ähnlich. Und weil ich am Wochenende mit dem weltbesten ATM-Team in Berlin war, kann ich nun von Berlin erzählen. Ich war nämlich zum ersten Mal in Berlin. Also zum ersten Mal als Tourist. Der Tag im Dezember zählt nicht, da war ich ja beruflich da und habe nur das Innenleben von Taxis und Verlagen gesehen. Nicht, dass ich nun am Wochenende alle Touristen-Highlights durchgespielt hätte. Im Gegenteil. Aber man muss sich ja noch Orte für spätere Reisen aufheben. Jawohl.

Und weil mir gerade danach war, präsentiere ich hier nun einen famosen, selbstgezeichneten Lageplan für alle, die auf dem Spuren von ATM durch Berlin wandeln möchten:

  1. Berlin Hauptbahnhof. Wir sind ja mit dem Flugzeug nach Berlin geflogen, aber ich dachte mir, ein Orientierungspunkt ist auf einer selbstgemalten Karte nie verkehrt. Außerdem sind wir des Öfteren hier umgestiegen. 
  2. Meininger Hotel Berlin Mitte. Der Schlafplatz. Späte Lektion: An Stockbetten kann man sich den Kopf anhauen, da ist man dann aber auch leider selber schuld. Uns hat das Hotel genügt, wer günstig und zentral schlafen will, kann hier nichts falsch machen.
  3. House of Small Wonder (Johannisstraße 20). Der erste Frühstücksort. Grün mit Pflanzen und schicker Tapete und mein Croque Madame schmeckte vorzüglich.
  4. Dussmann (Friedrichstraße 90). Zuvor kannte ich Dussmann nur aus Erzählungen bibliophiler Menschen, die bei der Erwähnung Sternchen in den Augen hatten. Nun bin ich selbst ein wenig verliebt in diesen riesigen Buchladen mit einer beeindruckenden Auswahl. 
  5. Brandenburger Tor. Wir kamen, sahen und machten ein Selfie. Mehr Tourist geht nicht. 
  6. Berliner Fernsehturm. Ach, doch. Noch mehr Tourist geht schon. Wir wollten nämlich eigentlich auf den Fernsehturm und hatten auch schon Karten dafür erworben. Bis uns auffiel, dass unsere Wartenummern erst in zwei Stunden dran waren und dann wäre es schon dunkel gewesen und das ist doch auch nix. Deswegen haben wir wieselflink unsere Karten wieder verkauft und sind unserer Wege gegangen.
  7. Kaffeemitte (Weinmeisterstraße 9A). Zum Leute gucken, müde Beine ausruhen und kalte Körper aufwärmen hervorragend geeignet.
  8. Hundt Hammer Stein Buchhandlung (Alte Schönhauser Straße 23-24). Wer einen Hund im Logo hat, kann kein böser Mensch sein. Oder so ähnlich. Sehr nette Buchhandlung, die bei unserem Besuch eine Ecke mit "Flops 2016" hatte, in der ungerechterweise sowohl Sarah Kuttner als auch Thomas Glavinic standen. Mein Herz blutet noch immer bei dem Gedanken daran, die Idee amüsiert mich aber weiterhin.
  9. ocelot bookstore (Brunnenstraße 181). Das ocelot, das ocelot, ich dachte, das gibts gar nicht mehr. Also ja. Das dachte ich wirklich. Ich wurde aber eines Besseren belehrt und so statteten wir der im Internet so hochgelobten Buchhandlung auch einen Besuch ab. 
  10. Mein Haus am See (Brunnenstraße 197-198). Als besonders coole Kids saßen wir hier herum und tranken Bier und guckten anderen coolen Kids zu, wie sie auf den sehr großen, sehr gemütlichen Stufen saßen. 
  11. Altes Europa (Gipsstraße 11). Abendessen. Es gab Tagliatelle mit Kalbsragout, die sehr gut waren. Die "Alice im Wunderland"-Deko in Verbindung mit dem Namen des Lokals bekommt mein Kopf aber immer noch nicht zusammen.
  12. Nathanja & Heinrich (Weichselstraße 44). Nach langer Suche (Merke: In Berlin ist immer alles voll) fanden wir noch eine Bar, die uns Platz und Wärme bot. Und jeder von uns hatte einen anderen Cocktail und alle sahen gleich aus. Verrückt. Und lecker.
  13. District Coffee (Bergstraße 68). Liebe Menschen, wenn ihr nur einen einzigen Punkt dieser Liste selbst macht, dann geht bittebitte in dieses Café und esst die Pancakes. Ein Geschenk Gottes! Mit Zitronenbutter! Ich sterbe schon bei dem Gedanken daran. Dafür nimmt man auch Wartezeiten und englischsprechende Kellner in Kauf (Berlin? Was ist das für 1 Ding mit den Kellnern, die unbedingt Englisch mit mir sprechen müssen?)
  14. Shakespeare and Sons (Warschauer Str. 74). Man kann niemals in zu vielen Buchhandlungen gewesen sein. Diese hat zudem Bagels. Ein Grund, noch einmal dort hinzufahren, um sich niederzulassen und zu essen.
  15. East & Eden (Torstraße 141). Apropos Essen. Großartiges Avocado-Brot mit Zitronendressing. 
  16. Bikini Berlin (Budapester Str. 38-50). Zum Bikini Berlin fuhren wir, damit ich dem Pop-up-Store von Odernichtoderdoch einen Besuch abstatten und direkt eine neue großartige Schreibtischunterlage mit Wochenkalender fürs Büro erwerben konnte.
  17. Mädchenitaliener (Alte Schönhauser Str. 12). Klingt fürchterlich, schmeckt aber herausragend gut. Woher der Name stammt, hab ich auch nicht herausbekommen, denn weder sieht der Laden nach "Mädchen" aus noch arbeiten dort nur Mädchen und Männer durften dort auch speisen. Verrückt. 
  18. NO FIRE NO GLORY (Rykestraße 45). Ich bin ja kein großer Kaffeetrinker, aber selbst ich habe gemerkt, dass dieser Kaffee ganz vorzüglich schmeckt. Und das Croissant! Buttrig, fluffig, unendlich lecker. 
  19. Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart (Invalidenstraße 50-51). Bisschen Kultur, wa. Ich bin kein großer Kunstkenner, aber die Werke von Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Ernst Ludwig Kirchner gefallen mir schon. Bei Joseph Beuys macht mein Kopf dann leider dicht, weil ich riesige Schaffettklötze irgendwie nicht so richtig als Kunst ansehen kann. Den Entstehungsprozess finde ich da viel interessanter (Beuys hat in Münster eine Ecke einer Unterführung mit Fett gefüllt und den Abdruck davon kann man nun angucken). 
  20. Röststätte (Ackerstraße 173). Letzter Ausruhpunkt vor dem Abflug mit Aprikosentarte und noch mehr Kaffee. 


Ein großer Spaß war Berlin. Und mir ist schon klar, dass man sich noch hunderte von anderen Dingen unbedingt angucken muss. Das dürft ihr mir auch gern ein den Kommentaren verraten, denn ich möchte auf jeden Fall bald mal wieder nach Berlin. 

Montag, 9. Januar 2017

Neu im Bücherregal - Die Dezember-Bücher 2016

Mit den Büchern, die im Dezember bei mir eingezogen ist, endet die Reihe "Neu im Bücherregal" für 2016. Und macht Platz für neue Bücher 2017. Schließlich ist der Monat schon 9 Tage alt und selbstverständlich habe ich schon das ein oder andere Buch käuflich erworben. Doch dazu dann in einem Monat mehr. Nun widmen wir uns erst einmal all den Büchern, die seit Dezember frisch dazugekommen sind. Als Ausrede für die hohe Anzahl dient mir wie immer Weihnachten, auch wenn ich an Weihnachten selten Bücher geschenkt bekomme. Jedenfalls nicht von meiner Familie. Doch Herr Gatsby enttäuscht mich in dieser Hinsicht nicht und auch durch das LovelyBooks-Weihnachtswichteln kamen direkt drei Bücher hinzu.


Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara. Dieses Buch! Ich muss hektisch mit den Armen wedeln. Ich habe vergangenes Jahr damit begonnen (Höhö) und es ist so wahnsinnig intensiv und anstrengend und beunruhigend und gut! Wenn ich diesen Beitrag geschrieben habe, muss ich direkt weiterlesen, weil ich die letzten Tage pausiert habe, denn niemand möchte dieses Buch im Handgepäck im Flugzeug dabei haben. Mit dem Ziegelstein kann man Menschen erschlagen. Innerlich wie äußerlich. 

Die Haltlosen von Oğuz Atay. Gatsby-Weihnachtsgeschenk Nummer 1. Ich hatte das Buch schon sehr lange auf meinem Wunschzettel, aber als ich es dann zum ersten Mal in einer Buchhandlung gesehen habe, war ich enttäuscht. Und ja, das ist fies, aber ganz ehrlich – das Buch sieht echt nicht gut aus. Man denkt, es wäre ein Leineneinband und dann ist es nur Pappe. Ich hätte lieber 5 bis 10 Euro mehr für das Buch bezahlt und dafür ein schmuckes Exemplar von "Die Haltlosen" im Regal stehen. Ich mach dann beim Lesen einfach die Augen zu, dann geht es hoffentlich. 

Euphoria von Lily King. Wichtelgeschenke sind schöne Geschenke! Auf die Geschichte rund um drei Ethnologen in Neuguinea bin ich schon sehr gespannt.

Bienensterben von Lisa O'Donnell. Weil ich ja Anfang Dezember noch nicht damit rechnen konnte, dass ich Ende Dezember Bücher geschenkt bekomme (...), habe ich  eine kleine Bestellung bei Arvelle getätigt. Dabei wurde beispielsweise eines der Bücher gekauft, die ich bei einer Bookshelf-Tour bei Tina entdeckt habe. Famos!

Mr Norris steigt um von Christopher Isherwood. Gatsby-Weihnachtsgeschenk Nummer 2. Eine traurige Geschichte zu diesem Buch. Herrn Isherwood mag ich recht gerne. Das weiß auch Herr Gatsby, weswegen er sich schon diebisch darauf freute, mir dieses Buch zu Weihnachten zu schenken. Denn ich hatte es nicht auf meinen Wunschzettel gepackt, weil ich von der Existenz der Ausgabe nichts wusste. Anscheinend habe ich "Mr Norris steigt um" nicht in der Vorschau von Hoffmann & Campe gesehen. Doch dann kam eines Tages eine Mail vom Presseverteiler, der mich über das Erscheinen des Buches informierte. Und ich hüpfte freudig herum und erzählte Herrn Gatsby davon. Der dann sehr traurig wurde, weil die ganze Überraschung dahin war. Oh weh. Geschenkt hat er mir das Buch trotzdem und ich freute mich gar sehr. 

Sweet Lies von Lili Peloquin. Ebenfalls ein Arvelle-Kauf. Weil ich "Solange wir lügen" so großartig fand und ich das Buch sowohl inhaltlich als auch optisch in diese Kategorie schieben würde, freu ich mich schon auf den Sommer, damit ich das Buch lesen kann.

The Revenant von Michael Punke. Und noch einmal Arvelle. Den dazugehörigen Film fand ich recht gut (auch wenn ich immer noch der Meinung bin, dass Leonardo DiCaprio für ganz andere Filme einen Oscar verdient hätte), deswegen werde ich demnächst auf eine Abenteuerreise in Lektüreform gehen.

Was uns bleibt ist jetzt von Meg Wolitzer. Wichtelgeschenk Nummer 2. Wie kann man zu einem Buch "Nein" sagen, auf dessen Cover eine Ausgabe von "The Bell Jar" abgebildet ist?

Six of Crows von Leigh Bardugo. Wichtelgeschenk Nummer 3. Hier musste ich beim Auspacken des Wichtelpaketes ebenfalls hektisch mit den Armen wedeln (damit schließt sich quasi der Kreis), weil ich mir "Six of Crows" einige Tage zuvor fast selbst gekauft hätte. Meine aktive Fantasy-Lesezeit ist eigentlich schon länger vorbei, aber Twitter und Instagram haben mich in diesem Fall beeinflusst und so breche ich mit dem gewohnten Lesemuster und wage mich auf eine fantastische Quest. 

Sonntag, 1. Januar 2017

Bücherliste 2016


84 Bücher wurden 2016 von mir gelesen. Das macht 1,6 Bücher pro Woche. Oder 0,23 Bücher pro Tag. Auch nett. Dieses Bild zeigt nur einen Teil davon, weil ich einige der Bücher nicht mehr besitze bzw. arbeitsbedingt gelesen und daher nicht in mein Bücherregal gestellt habe.

Auf der einen Seite bin ich extrem stolz darauf, dass ich es 2016 geschafft habe, noch einmal eine Ladung mehr Bücher zu lesen als 2015. Auf der anderen Seite wurmt es mich extrem, dass ich so knapp vor der 100 stand und es nicht mehr geschafft habe. Aber man braucht ja Ziele, um sich weiterzuentwickeln und deswegen nehme ich mir für 2017 vor, 100 Bücher zu lesen. Das klingt schon mal sehr aufregend. Deswegen darf ich nun keine Zeit verplempern und präsentiere hier nun die offizielle Bücherliste 2016. Falls es Rezensionen gibt, sind diese direkt verlinkt. 

Autor Titel
1. Sarah Kuttner 180° Meer
2. Victoria Scott Feuer & Flut
3. Katrin Bauerfeind Hinten sind Rezepte drin
4. Andy Jones Zwei für immer
5. Benedict Wells Vom Ende der Einsamkeit
6. Ralf Rothmann Im Frühling sterben
7. Sarah Darer Littman Die Welt wär besser ohne dich
8. Kathrin Weßling Drüberleben
9. Mercedes Lauenstein Nachts
10. Jessi Kirby Mein Herz wird dich finden
11. Guillaume Musso Nacht im Central Park
12. Nicola Yoon Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
13. Gayle Forman Nur ein Tag
14. Alice Oseman Radio Silence
15. Estelle Laure Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
16. Matt Haig Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
17. Jenny Downham Die Ungehörigkeit des Glücks
18. Anne Eliot Almost
19. Mary Kay Andrews Kein Sommer ohne Liebe
20. Ronja von Rönne Wir kommen
21. L. S. Hilton Maestra
22. David Mitchell Die Knochenuhren
23. Anne Freytag Mein bester letzter Sommer
24. Viola Shipman Für immer in deinem Herzen
25. Natasa Dragnic Jeden Tag, jede Stunde
26. Sasa Stanisic Fallensteller
27. Emma Donoghue Raum
28. David Levithan Letztendlich sind wir dem Universum egal
29. Jojo Moyes Ein ganzes halbes Jahr
30. Meredith Wild  Hardwired
31. Katharina Winkler Blauschmuck
32. Brenda Bowen Sommertraum mit Aussicht
33. Ford Madox Ford Die allertraurigste Geschichte
34. Guillaume Musso Vierundzwanzig Stunden
35. Matthias Jügler  Wir wir leben wollen
36. Petra Hülsmann Glück ist, wenn man trotzdem liebt
37. Fiona Barton Die Witwe
38. Wendy Walker Dark Memories
39. Patrycja Spychalski Auf eine wie dich habe ich lange gewartet
40. Fredrik Backman Britt-Marie war hier
41. Grégoire Delacourt  Die vier Jahreszeiten des Sommers
42. Kate Eberlen  Miss you
43. Sacha Batthyany Und was hat das mit mir zu tun?
44. E. Lockhart Solange wir lügen
45. Ursula Poznanski Elanus
46. Darcy Woods Zwischen dir und mir die Sterne
47. Ulla Scheler Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
48. Emma Cline The Girls
49. David Levithan  Letztendlich geht es nur um dich 
50. Sarvenaz Tash Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums
51. Thomas Glavinic Der Jonas-Komplex
52. David Vann Goat Mountain
53. Maria Semple Wo steckst du, Bernadette?
54. Adrian J Walker Am Ende aller Zeiten
55. Han Kang Die Vegetarierin
56. Victoria Aveyard Red Queen
57. Katharina Hartwell Das fremde Meer
58. Christina Stein  Wonderland
59. Henry James Washington Square
60. Cecilia Ahern Flawed
61. Jenny Han To all the boys I've loved before
62. Ally Taylor New York Diaries - Claire
63. Marie Force  Alles, was du suchst
64. Lori Nelson Spielman  Und nebenan warten die Sterne
65. Thomas Melle Die Welt im Rücken
66. Wytske Versteeg  Boy
67. Marc Elsberg Helix
68. Jenny Han P.S. I still love you
69. Thea Dorn Die Unglückseligen
70. Zoe Hagen  Tage mit Leuchtkäfern
71. Karen Köhler Wir haben Raketen geangelt
72. Stephienie Meyer The Chemist
73. Anne Wizorek  Weil ein Aufschrei nicht reicht 
74. Maria Dahvana Headley  Magonia
75. Connie Palmen Du sagst es
76. Sue Morrcroft Winterzauberküsse
77. Zelda Fitzgerald Himbeeren mit Sahne im Ritz
78. Colleen Hoover Maybe Someday
79. Colleen Hoover Zurück ins Leben geliebt
80. Dave Eggers Der Circle
81. Mona Kasten Begin Again
82. Vanessa F. Fogel Hertzmann's Coffee
83. Teresa Präauer Johnny und Jean
84. Jonathan Safran Foer Hier bin ich