Der Oktober ist vorbei, der Herbst hat es sich bequem gemacht, die Frankfurter Buchmesse war schön und anstrengend, ich war gar nicht so häufig im Kino wie gedacht und gewünscht und habe auch gar nicht mal so viel gelesen. Dafür beträgt meine durchschnittliche Bildschirmzeit pro Tag 4 Stunden und ich geh wieder regelmäßig laufen (heute 7,15 Kilometer in 56:37 Minuten, so weit habe ich es noch nie geschafft!). Und wenn ich diesen Beitrag fertig geschrieben habe, werde ich »Nelka« von Svenja Leiber weiterlesen, da freu ich mich schon sehr darauf (und später gibt es Zimtschnecken, fantastisch!).
Deswegen hier nun ganz fix: Die vier Bücher, die ich im Oktober gelesen habe.
»Anton und Alma« von Dana Vowinckel.
Ich hätte ahnen müssen, dass mir Dana Vowinckel mit diesem Buch das Herz brechen wird. Wie wütend ist bin, wenn ich an dieses Buch denke! Und das auf die allerbeste Art und Weise. Dana Vowinckel gelingt es, zwei (teilweise arg anstrengend-nervige) Protagonist:innen zu erschaffen, die einem so alltäglich und gleichzeitig so besonders vorkommen, dass man viel zu häufig an sie denken muss. Obwohl sich der Mittelteil ein wenig zieht, weil sich Alltag auch mal ziehen kann, bin ich doch insgesamt sehr glücklich mit der Lektüre. Oder eben nicht. Eigentlich bin ich sehr unglücklich, weil ich den letzten Teil eigentlich nur durch einen richtig miesen Tränenschleier gelesen habe und ich wirklich dachte, ich muss jetzt eine Tag Pause einlegen, bevor ich weiterlese, aber ich konnte nicht aufhören und das war wirklich anstrengend. Und schön.
»Hollywood, Ending« von John Green. Aus dem Englischen von Sophie Zeitz.
Ein neuer John Green! »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« gehört wohl zu einer Standard-Millennial-Lesebiografie dazu und dementsprechend gespannt war ich, wie sich John Green mit 14 Jahren Abstand so liest. Und was soll ich sagen: Er liest sich ganz wunderbar. Mit Hollywood und der Filmindustrie hat das Buch eh schon ein Thema, das mich eh sehr fasziniert und deswegen war es besonders spannend, die beiden jungen Schauspieler:innen Kai und Juniper bei ihrem Aufstieg in den Schauspiel-Olymp zu begleiten. Vom ersten Kennenlernen am Set über die gemeinsame Pressetour und der großen Premierenfeier bis hin zum schlagartigen Erwachen in der Realität, habe ich die beiden Protagonist:innen sehr gerne begleitet. Und hätte Juniper gerne mal geschüttelt, damit sie weniger angespannt ist. Ein wirklich unterhaltsamer Roman, insbesondere für alle, die gerne ins Kino gehen.
»Glaszeit« von Leh-Wei Liao.
»Glaszeit« stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026 und war ebenfalls für den Bayerischen Buchpreis 2026 nominiert. Und außerdem war es unsere zweite Herbst-Buchclub-Lektüre. Das Buch erzählt von einer jungen Ärztin, die nach einer beendeten Beziehung von Köln nach Taipei geht, um dort auf einer Neugeborenenstation zu arbeiten. Dabei begegnet ihr auf einem Werbedisplay ein Bild ihrer Mutter. Eben jene Mutter, die sie als Kind in Deutschland zurückgelassen hat, um als Künstlerin tätig zu sein. In diese Mutter-Tochter-Beziehung oder eben das Nichtvorhandensein einer Mutter-Tochter-Beziehung webt Leh-Wei Liao ein träumerisches Flanieren durch Taipei und die fordernde Arbeit mit Neugeborenen. Doch irgendwie hat mich die ganze Geschichte kalt gelassen, obwohl ich die kühle Erzählweise geschätzt habe.
»Die Mumins. Komet im Mumintal« von Tove Jansson. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer.
Ein weiteres Vorlesebuch, welches Herr Gatsby und ich gestern Abend noch fix beendet haben. Ich habe bisher noch nie ein Mumin-Buch gelesen, obwohl die Mumins wirklich ganz fantastische Gesellen sind (erst vor kurzem habe ich mir deswegen Mumin-Socken gekauft). Eigentlich ist das Band 2, der klang aber ganz besonders aufregend und das war er dann auch, denn da ist plötzlich ein Komet am Himmel und die Bewohner:innen des Mumintals wissen gar nicht wohin mit sich, aber am Ende sind sie alle zusammen und es wird wieder gut, nur Schnüferl ist ein bisschen anstrengend. Da werden auf jeden Fall noch weitere Bände (vor)gelesen!

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