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Samstag, 3. Oktober 2026

Lesezeit im September 2026

Gute Nachrichten für alle, die über die hohe Anzahl der gelesenen Bücher im August gestaunt haben: Im September hatte ich das Gefühl, dass ich so gut wie gar keine Bücher beendet habe. Laut Leseliste waren es trotzdem fünf Bücher. Und die waren dazu noch alle gut. Ein erfreulicher Lesemonat September, würde ich mal sagen. Bevor es nun in den Buchmesse-Monat geht, hier ein kurzer Blick zurück auf die gelesenen Bücher:


»Good Girl Exit« von Silvi Carlsson.
In »Good Girl Exit« setzt sich Silvi Carlsson sehr persönlich und direkt mit der Frage auseinander, warum sie es immer allen recht machen möchte und sich schlecht dabei fühlt auch einmal »Nein« zu sagen. It's me! Hi! I'm the problem, it's me! Wie gut zu hören, dass das wirklich überhaupt kein persönliches Problem ist, sondern fest in unserer Gesellschaft verankert ist. Dementsprechend viele Textstellen habe ich markiert. Eine gute kritische Auseinandersetzung mit der erwünschten und geforderten Verfügbarkeit von Frauen und zum Glück kein Ratgeber raus aus der Freundlichkeitsfalle. 

»Das Leben der M« von Rachel Cusk. Aus dem Englischen von Eva Bonné.
Rachel Cusk mag ich wirklich sehr gerne (zuletzt mit »Danach«), bin aber bei »Das Leben der M« ein wenig enttäuscht von mir selbst, weil ich mich vom Marketing rund um das Buch hab einlullen lassen. Denn: OMG, geht es hier etwa wirklich um Natalie Portman? Mein inneres Gossip Girl hüpfte vor Freude, doch ehrlicherweise ist »Das Leben der M« immer dann am stärksten, wenn es gar nicht um die anonym bleibende, berühmte Schauspielerin geht, sondern die erzählende Schriftstellerin um ihr ganz eigenes Leben kreist.

»Inter Alia« von Suzie Miller. Aus dem Englischen von Katharina Martl und Anne Flückiger.
»Prima Facie« gehörte 2024 zu meinen Lieblingsbücher und auch die Inszenierung des Theaterstücks am Residenztheater München mit Lea Ruckpaul ist eine, an die ich viel zu häufig denke. Mit »Inter Alia« bleibt sich Suzie Miller treu und vielleicht ist das mein Problem mit diesem Buch, denn obwohl ich es gerne gelesen habe (und »gerne« als Wort hier wirklich gar nicht zum Inhalt passt), kommt es mir doch wie eine weitere, schwächere Form von »Prima Facie« vor und das ist wirklich schade. Ich versuche hier aber auch noch meine Gedanken zu ordnen, um nochmal ausführlicher darüber zu schreiben. 

»Wild nach einem wilden Traum« von Julia Schoch.
Damit habe ich die »Biografie einer Frau«-Trilogie von Julia Schoch beendet und nehme mir vor, zusammenhängende Bücher mit weniger zeitlichen Abstand zu lesen (dazu kommen wir dann direkt beim nächsten Buch!). Während »Das Vorkommnis« um eine überraschende Begegnung mit einer bis dahin unbekannten Halbschwester und »Das Liebespaar des Jahrhunderts« um eine Trennung kreist, fällt mir hier der Kreis-Bezug etwas schwerer, denn es geht in »Wild nach einem wilden Traum« eher spiralförmig in die Vergangenheit zu einer alten Liebe und und der altbekannten Frage nach »Was wäre wenn?«. Ich mag es sehr, wie Julia Schoch mit wenigen Worten die großen Themen des Lebens behandelt und einen dabei so nah an die Protagonist:innen heranlässt. What's next?

»Ein untadeliger Mann« von Jane Gardam. Aus dem Englischen von Isabel Bogdan.
Vorweg: Zu dieser Trilogie liegen die beiden nächsten Bände »Eine treue Frau« und »Letzte Freunde« schon bereit (alle drei Bücher standen nun schon viel zu lange ungelesen in meinem Bücherregal, ist es ein Trauerspiel) und ich will ganz dringend sehr schnell weiterlesen, denn »Ein untadeliger Mann« hat mich überraschend gut unterhalten und ein wenig an »In die Schweiz« von Emma Cline erinnert, möglicherweise habe ich gerade einen soft spot für sehr alte männliche Protagonisten, woher auch immer das kommen mag. Jedenfalls erzählt »Ein untadliger Mann« von genau so einem Exemplar, der als Kronanwalt in Hongkong gelebt hat und nun mit 80 Jahren im englischen Hinterland zurückblickt. Herrlich britisch, empathisch und nostalgisch.

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