Freitag, 31. Mai 2024

Lesezeit im Mai 2024

Wie viele freie Tage passen in einen Monat? Mai: Ja! Gefällt mir wirklich sehr gut, so viel Lesezeit. Deswegen ist der Stapel der gelesenen Bücher im Mai auch etwas höher geworden. Insgesamt habe ich zwölf Bücher gelesen, nein, eigentlich sogar noch eines mehr, aber über Buch Nr. 13 erfahrt ihr dann demnächst mehr. Außerdem war ich im Mai im Theater, bei einer berührenden Lesung und sehr, sehr oft im Kino, denn DOK.fest war ja auch noch. Drei Dokus, die ich gesehen habe und empfehlen kann: »Joana Mallwitz – Momentum«, »Jenseits von Schuld« und »Filmstunde_23«.

Aber zurück zu den gelesenen Büchern:


»The breakthrough« von Daphne du Maurier.
Das ist ein bisschen lustig, weil ich das Buch seit mehreren Monaten »lese«, denn eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in meiner Tasche immer ein Exemplar der Penguin Modern-Reihe dabei zu haben (die komplette Box seht ihr hier), aber irgendwie lag dieses Bändchen nun einfach immer auf dem Schuhschrank. Schlechter Ort, um die Lektüre fortzusetzen. Das habe ich nun aber endlich gemacht und »endlich« passt ganz gut, denn so sehr ich »Rebecca« von Daphne du Maurier geliebt habe, mit dieser SciFi-Geschichte hatte ich wirklich arge Probleme. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, um was es überhaupt geht. Not my cup of tea ...

»Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?« von Lizzie Doron. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler.
Nach »Who the Fuck Is Kafka« hab ich noch ein weiteres Buch von Lizzie Doron in unserem Bücherregal entdeckt! In diesem schmalen Bändchen versammelt Lizzie Doron verschiedenste (teils interessante, teils triviale) Erinnerungen an ihre Mutter, die versucht in Israel ein normales Leben zu führen »trotz alledem«.

»Ewig Sommer« von Franziska Gänsler.
In der aktuellen Buchclub-Lektüre verbindet Franziska Gänsler gekonnt das bedrohlich-aktuelle Szenario rund um Waldbrände mit der Beziehung zweier Frauen, die an ihrem Alltag zu zerbrechen drohen und sich daraus nicht befreien können, egal, wie nah die Gefahr auch kommt. Mir hat das Buch auf jeden Fall Lust gemacht, den neuen Roman von Franziska Gänsler (»Wie Inseln im Licht«) ebenfalls zu lesen!

»Malibu Rising« von Taylor Jenkins Reid. Aus dem Amerikanischen von Babette Schröder.
Endlich hab ich auch den vierten Band der #fabulousfour von Taylor Jenkins Reid gelesen (und dazu direkt ein Top 4-Ranking erstellt) und bin wieder sehr angetan, wie die Autorin die einzelnen Bände miteinander verknüpft. 

»Hundswut« von Daniel Alvarenga.
Vielleicht hätte ich darauf hören sollen, wenn mehrere Personen sagen, dass dieses Buch wirklich harter Stoff ist. Denn das ist es. Uff. Aber trotzdem sehr lesenswert, auch wenn ich etwas gebraucht habe, um in die bairischen Dialoge reinzukommen. Obwohl ich aus Bayern komme. 

»Weit weg von Verona« von Jane Gardam. Aus dem Englischen von Isabel Bogdan.
Von Jane Gardam stehen im Bücherregal viel zu viele ungelesene Bücher herum (tatsächlich habe ich von der Autorin bisher nur den Edition 5plus-Band »Die geheimen Briefe« gelesen), deswegen will ich das nun nach und nach ändern und habe mit »Weit weg von Verona« eine erste gute Wahl getroffen. Vielleicht geht es dann im Juni direkt mit »Ein untadeliger Mann« weiter.

»Heim schwimmen« von Deborah Levy. Aus dem Englischen von Richard Barth.
Nach »Schöne Mutanten« hatte ich etwas Angst vor der nächsten Lektüre von Deborah Levy. Doch »Heim schwimmen« konnte mich wieder mit der Autorin versöhnen und ist eine herrlich böse Sommerlektüre.

»Prima Facie« von Suzie Miller. Aus dem Englischen von Katharina Martl.
Beste Lektüre-Theaterbesuch-Kombination. Anfang Mai habe ich im Residenztheater München die Inszenierung von Suzie Millers »Prima Facie« gesehen und zeitgleich mit der Lektüre begonnen. Und ich kann direkt sagen: Diese Geschichte schmerzt. Dabei ist es egal, in welcher Fassung. Es ist eine unfassbare Leistung von Lea Ruckpaul, die sich 90 Minuten auf der Bühne des Residenztheaters an diesem quälend-berührenden Stoff abarbeitet. Und Suzie Miller gelingt es im Buch, den staubigen Justizapparat mit Leben zu füllen. »Prima Facie« hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und wird mit Sicherheit eines meiner Lesehighlights 2024 werden.

»Sorry not sorry« von Anika Landsteiner.
Ich zitiere hier einfach nochmal meinen Instagram-Beitrag zum Buch: »›Sorry not sorry‹ ist dabei wie ein offenes Gespräch mit einer guten Freundin – und genauso hat sich auch die Lesung bei Rauch & König mit Anika und Tina angefühlt. Ein offenes Gespräch in einem offenem, zugewandten Raum. Das hat wirklich sehr gut getan.« 

»Marzahn mon Amour« von Katja Oskamp.
Oh, ich ärgere mich wirklich sehr, dass ich erst jetzt diese kleine, aber feine Literaturperle entdeckt habe. Ich liebe es, mit welcher Liebe, Zugewandtheit und Offenheit Katja Oskamp als Fußpflegerin ihre Kund:innen behandelt. Und wenn ich nicht so wahnsinnig kitzlig an den Füßen wäre, würde ich fast selbst einmal zur Fußpflege gehen wollen. 

»Leute von früher« von Kristin Höller.
Der Debütroman »Schöner als überall« von Kristin Höller gehörte 2019 zu meinen Lieblingsbüchern. Ich mag, wie die Autorin die Atmosphäre von Orten einfängt und als festen Bestandteil ihrer Geschichte nutzt. So auch in »Leute von früher«. Dort sitzen wir mit der Protagonistin Marlene auf einer Insel in der Nordsee fest, weil sie dort in einem Dorf arbeiten, das die Tourist:innen in die Zeit um 1900 zurückversetzen soll – quasi ein Freilichtmuseum (bis gerade eben dachte ich, das korrekte Wort wäre »Freiluftmuseum«, aber anscheinend ist Licht üblicher als Luft). Und so sehr ich diese Atmosphäre mag, so sehr habe ich mit allen Protagonist:innen im Buch gehadert. Irgendwas hat mir gefehlt, irgendwie blieb die Nähe im Nordseenebel verborgen. Und insbesondere das Ende konnte mich so gar nicht überzeugen. 

»Rot (Hunger)« von Senthuran Varatharajah. 
Wie Senthuran Varatharajah den Fall des Kannibalen von Rotenburg mit einem Beziehungsende verwebt, ist gewagt und kunstvoll gleichzeitig.  

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