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Sonntag, 16. Juli 2017

Eine Reise-Breze in Marokko

Der Koffer ist ausgepackt, die Mitbringsel präsentiert und die Fotos durchsortiert – nach einer Woche Marokko mit Ayla und Tina (unter dem Hashtag #atmgoesmorocco findet man bei Instagram und Twitter noch weitere Einblicke) bin ich zurück voller neuer Eindrücke und Erinnerungen.

Was haben wir doch alles im Voraus gehört. Passt auf euch auf! Cremt euch alle 5 Minuten mit Sonnencreme LSF 100+ ein! Fahrt nicht in die Wüste und bringt (keine) Kamele mit nach Hause.

Und was ist passiert?

Wir wurden nicht entführt, ich hatte nur einmal panische Angst, dass in unsere airbnb-Wohnung eingebrochen wird (weswegen Tina mit mir Händchen haltend ins Erdgeschoss laufen musste), selbstverständlich habe ich  gestreiften Sonnenbrand an den Beinen, wir waren in einer Steinwüste und sind mit Dromedaren (Kamele gibt es nicht, so heißt nur die Tierfamilie. Dromedare gehören zu den Altweltkamele und haben einen Höcker, Trampeltiere hingegen zwei #wikipedia) über die Autobahn geritten.

Wir wurden wahlweise als "Snow White", "Lady Gaga", "Spice Girls" oder "Hannah Montana" betitelt, meistens noch mit den Adjektiven "lovely" oder "nice" verziert. Wir haben fantastisch gegessen, egal ob Kefta Tajine, Sfenj, Orangen mit Zimt oder Linsen und Bohnen als Vorspeise. Vitamin C gab es in Form von Orangensaft für 5 Dirham.

Wir flanierten durch den Garten von Yves Saint Laurent, lagen gemütlich in unserem Riad am Mini-Pool in Marrakesch, am nebligen Strand und auf der beeindruckenden Dachterrasse unserer airbnb-Wohnung in Essaouira. Selbstverständlich habe ich es geschafft viel zu wenige Bücher mitzunehmen (dafür waren die beiden Bücher ausgesprochen gut, dazu aber demnächst mehr), saß deswegen auf dem Trockenen und musste mich mit E-Books auf meinem Handy trösten.

40 Grad sind in Marrakesch gar nicht so unangenehm durch die schattigen Gassen und in Essaouira gab es Gänsehaut unterm Sonnenschirm.

Trotzdem oder gerade deswegen – ein sehr entspannter Urlaub. 


Samstag, 17. Juni 2017

Eine Reise-Breze in Hamburg

Mein in Bayern aufgewachsenes Herz schlägt nicht unbedingt für Berge. Viel mehr zieht es mich zu den wässrigen Gefilden, insbesondere in den Norden Deutschlands. Hamburg, oh du mein heimlicher Heimathafen (Alliterationen sind doch immer wieder schön)! Seit drei Jahren blieb ich dir fern. Eine unfassbar lange Zeit. Mit Desktophintergründen aus Hamburg und Livestreams aus der Elbphilharmonie habe ich mich getröstet, doch irgendwann reichen auch diese Ersatzstoffe nicht mehr.

Deswegen habe ich mir zum Geburtstag eine Hamburg-Reise geschenkt. Fünf Tage Elbluft schnuppern. Ein großer Spaß. 

Und weil mir die Karte für Berlin so gut gefallen hat, gibt es hier nun eine Karte für Hamburg mit zehn Orten, die den Stempel "Gefällt der Nordbreze" tragen dürfen. Nicht als Extrapunkt: Die Elbphilharmonie, die ich mir für die nächste irgendwann stattfindende Reise aufgespart habe. Aber schon jetzt bin ich arg entzückt, dieses riesige Bauwerk endlich ohne Baukräne sehen zu können. 

  1. Hamburger Hauptbahnhof. Zur Orientierung und als Start- und Endpunkt unserer Reise. Mit dem Zug nach Hamburg fahren ist schließlich Tradition. Außerdem habe ich dort gefühlt ständig Franzbrötchen gekauft. Deswegen auch die sehr unförmige Zeichnung eines Franzbrötchens. Vielleicht sollte ich mich in Südfranzbrötchen umbenennen ...
  2. Deutsches Schauspielhaus Hamburg. Gleich zweimal waren Herr Gatsby und ich im Theater. Einmal für "Ich kann nicht mehr" und einmal für "Die Schule der Frauen". Letzeres ist wohl das beste Theaterstück, welches ich je gesehen habe. Joachim Meyerhoff! Ein Tier von einem Schauspieler! Am nächsten Tag habe ich mir direkt das erste Buch seiner Reihe "Alle Toten fliegen hoch" gekauft. Amüsante Anekdote 1: Herr Gatsby und ich haben uns zum ersten Mal in eben jenem Theater getroffen. Quasi das erste Date. Ohne Datecharakter. 
  3. Winkel van Sinkel (Wexstraße 28). Warnhinweis: Dieser bezaubernde Laden kann spontane Kaufanfälle auslösen. Ach, hätte ich doch nur ein paar der Pflanzen einpacken können! So erwarb ich nur einen Wasserzerstäuber, der meine Sukkulenten daheim sehr glücklich macht. Und beim nächsten Mal wird dann mit einem LKW einfach alles mitgenommen.
  4. Ottos' Burger (Schanzenstraße 58). Wer in Hamburg ist, der isst Hamburger. Oder so. In diesem Fall kann ich nur über die Süßkartoffelpommes sprechen (sehr lecker!), weil wir an dem Tag schon mittags sehr vorzüglich in einem afghanischen Restaurant gegessen haben und dann passte einfach nichts mehr in den Magen. 
  5. Hatari the corner (Beim Grünen Jäger 21). Liebe Hamburger, ich habe eine Frage. Wenn ein Lokal um 10 Uhr aufmacht und ihr möchtet dort frühstücken, warum seid ihr dann nicht alle schon um 10 Uhr da? In München bekommt man um diese Uhrzeit gar keinen Platz mehr. Im Hatari the corner gab es stattdessen freie Platzwahl und ein phänomenales Frühstück mit Egg Benedict. Eines Tages werde ich mich trauen diese Eierspeise auch in den heimischen vier Wänden zu kochen ... eines Tages! Amüsante Anekdote 2: Mir haben die Gläser in diesem Lokal so gut gefallen, dass wir die Bedienung nach dem Hersteller fragen mussten. Und wie es der Zufall so will, haben wir eben jene Gläser gestern spontan in München entdeckt und gekauft. Ha! 
  6. stories! (Große Bleichen 36). Buchhandlungen kann man nie genug besuchen. Und um es direkt zu sagen: Ich habe mich zurückgehalten und nur ein Buch gekauft (eben jenes von Joachim Meyerhoff). Dafür sind einige Bücher auf meiner Merkliste gelandet. Bei stories! besonders schön: Die vielen Graphic Novels.
  7. Felix Jud Buchhandlung (Neuer Wall 13). Diese großartige Buchhandlung sorgt regelmäßig dafür, dass ich mich gar nicht in die Verkaufsräume reintraue, weil sie so prächtig wirken. Empfehlenswert: Das ausgelegte Magazin "5 plus", ein Magazin mit Buchempfehlungen aus fünf verschiedenen Buchhandlungen. 
  8. Flohschanze (Neuer Kamp 30). Wenn die heimische Wohnung genug Platz aufweisen würde, hätte ich mir auf dem Flohmarkt nicht nur ein großes und großartiges Gemälde eines Segelschiffes gekauft, sondern auch mehrere Stühle. Die heimische Wohnung hat aber keinen Platz und deswegen musste ich mit leeren Händen wieder gehen.
  9. cohen + dobernigg (Sternstraße 4). Noch eine Buchhandlung! Die runde Anordnung der Regale finde ich sehr fein. Hier lief ich sehr oft (weil ich im Kreis lief, ne) an "Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe" vorbei. Was für ein Titel! Ich spüre es schon in meinem kleinen Finger, dieses Buch wird bald gekauft!
  10. Grilly Idol (Clemens-Schultz-Straße 40). Direkt gegenüber unserer Airbnb-Wohnung gab es hier Burger satt. Und meine spontane Liebe für Cocktails mit Gin und Grapefruit wurde geweckt. Dabei mag ich normalerweise gar keinen Gin. 
Ja. Hamburg mag ich schon sehr gerne. Außerdem geht noch ein Dank in den Süden von Hamburg, wo wir mit Kuchen und Hähnchen versorgt wurden. Und weil ich mir zum Geburtstag nicht nur eine Reise, sondern auch ein Kameraobjektiv geschenkt habe, kann man hier nun noch einige Fotos aus Hamburg bewundern. Die ich mir nun auch mit sehr viel Fernweh noch einmal angucke. Hamburg, ich komm bald wieder! 


Mittwoch, 11. Januar 2017

Eine Reise-Breze in Berlin

Wenn eine Breze eine Reise tut, dann hat sie was zu erzählen. Oder so ähnlich. Und weil ich am Wochenende mit dem weltbesten ATM-Team in Berlin war, kann ich nun von Berlin erzählen. Ich war nämlich zum ersten Mal in Berlin. Also zum ersten Mal als Tourist. Der Tag im Dezember zählt nicht, da war ich ja beruflich da und habe nur das Innenleben von Taxis und Verlagen gesehen. Nicht, dass ich nun am Wochenende alle Touristen-Highlights durchgespielt hätte. Im Gegenteil. Aber man muss sich ja noch Orte für spätere Reisen aufheben. Jawohl.

Und weil mir gerade danach war, präsentiere ich hier nun einen famosen, selbstgezeichneten Lageplan für alle, die auf dem Spuren von ATM durch Berlin wandeln möchten:

  1. Berlin Hauptbahnhof. Wir sind ja mit dem Flugzeug nach Berlin geflogen, aber ich dachte mir, ein Orientierungspunkt ist auf einer selbstgemalten Karte nie verkehrt. Außerdem sind wir des Öfteren hier umgestiegen. 
  2. Meininger Hotel Berlin Mitte. Der Schlafplatz. Späte Lektion: An Stockbetten kann man sich den Kopf anhauen, da ist man dann aber auch leider selber schuld. Uns hat das Hotel genügt, wer günstig und zentral schlafen will, kann hier nichts falsch machen.
  3. House of Small Wonder (Johannisstraße 20). Der erste Frühstücksort. Grün mit Pflanzen und schicker Tapete und mein Croque Madame schmeckte vorzüglich.
  4. Dussmann (Friedrichstraße 90). Zuvor kannte ich Dussmann nur aus Erzählungen bibliophiler Menschen, die bei der Erwähnung Sternchen in den Augen hatten. Nun bin ich selbst ein wenig verliebt in diesen riesigen Buchladen mit einer beeindruckenden Auswahl. 
  5. Brandenburger Tor. Wir kamen, sahen und machten ein Selfie. Mehr Tourist geht nicht. 
  6. Berliner Fernsehturm. Ach, doch. Noch mehr Tourist geht schon. Wir wollten nämlich eigentlich auf den Fernsehturm und hatten auch schon Karten dafür erworben. Bis uns auffiel, dass unsere Wartenummern erst in zwei Stunden dran waren und dann wäre es schon dunkel gewesen und das ist doch auch nix. Deswegen haben wir wieselflink unsere Karten wieder verkauft und sind unserer Wege gegangen.
  7. Kaffeemitte (Weinmeisterstraße 9A). Zum Leute gucken, müde Beine ausruhen und kalte Körper aufwärmen hervorragend geeignet.
  8. Hundt Hammer Stein Buchhandlung (Alte Schönhauser Straße 23-24). Wer einen Hund im Logo hat, kann kein böser Mensch sein. Oder so ähnlich. Sehr nette Buchhandlung, die bei unserem Besuch eine Ecke mit "Flops 2016" hatte, in der ungerechterweise sowohl Sarah Kuttner als auch Thomas Glavinic standen. Mein Herz blutet noch immer bei dem Gedanken daran, die Idee amüsiert mich aber weiterhin.
  9. ocelot bookstore (Brunnenstraße 181). Das ocelot, das ocelot, ich dachte, das gibts gar nicht mehr. Also ja. Das dachte ich wirklich. Ich wurde aber eines Besseren belehrt und so statteten wir der im Internet so hochgelobten Buchhandlung auch einen Besuch ab. 
  10. Mein Haus am See (Brunnenstraße 197-198). Als besonders coole Kids saßen wir hier herum und tranken Bier und guckten anderen coolen Kids zu, wie sie auf den sehr großen, sehr gemütlichen Stufen saßen. 
  11. Altes Europa (Gipsstraße 11). Abendessen. Es gab Tagliatelle mit Kalbsragout, die sehr gut waren. Die "Alice im Wunderland"-Deko in Verbindung mit dem Namen des Lokals bekommt mein Kopf aber immer noch nicht zusammen.
  12. Nathanja & Heinrich (Weichselstraße 44). Nach langer Suche (Merke: In Berlin ist immer alles voll) fanden wir noch eine Bar, die uns Platz und Wärme bot. Und jeder von uns hatte einen anderen Cocktail und alle sahen gleich aus. Verrückt. Und lecker.
  13. District Coffee (Bergstraße 68). Liebe Menschen, wenn ihr nur einen einzigen Punkt dieser Liste selbst macht, dann geht bittebitte in dieses Café und esst die Pancakes. Ein Geschenk Gottes! Mit Zitronenbutter! Ich sterbe schon bei dem Gedanken daran. Dafür nimmt man auch Wartezeiten und englischsprechende Kellner in Kauf (Berlin? Was ist das für 1 Ding mit den Kellnern, die unbedingt Englisch mit mir sprechen müssen?)
  14. Shakespeare and Sons (Warschauer Str. 74). Man kann niemals in zu vielen Buchhandlungen gewesen sein. Diese hat zudem Bagels. Ein Grund, noch einmal dort hinzufahren, um sich niederzulassen und zu essen.
  15. East & Eden (Torstraße 141). Apropos Essen. Großartiges Avocado-Brot mit Zitronendressing. 
  16. Bikini Berlin (Budapester Str. 38-50). Zum Bikini Berlin fuhren wir, damit ich dem Pop-up-Store von Odernichtoderdoch einen Besuch abstatten und direkt eine neue großartige Schreibtischunterlage mit Wochenkalender fürs Büro erwerben konnte.
  17. Mädchenitaliener (Alte Schönhauser Str. 12). Klingt fürchterlich, schmeckt aber herausragend gut. Woher der Name stammt, hab ich auch nicht herausbekommen, denn weder sieht der Laden nach "Mädchen" aus noch arbeiten dort nur Mädchen und Männer durften dort auch speisen. Verrückt. 
  18. NO FIRE NO GLORY (Rykestraße 45). Ich bin ja kein großer Kaffeetrinker, aber selbst ich habe gemerkt, dass dieser Kaffee ganz vorzüglich schmeckt. Und das Croissant! Buttrig, fluffig, unendlich lecker. 
  19. Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart (Invalidenstraße 50-51). Bisschen Kultur, wa. Ich bin kein großer Kunstkenner, aber die Werke von Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Ernst Ludwig Kirchner gefallen mir schon. Bei Joseph Beuys macht mein Kopf dann leider dicht, weil ich riesige Schaffettklötze irgendwie nicht so richtig als Kunst ansehen kann. Den Entstehungsprozess finde ich da viel interessanter (Beuys hat in Münster eine Ecke einer Unterführung mit Fett gefüllt und den Abdruck davon kann man nun angucken). 
  20. Röststätte (Ackerstraße 173). Letzter Ausruhpunkt vor dem Abflug mit Aprikosentarte und noch mehr Kaffee. 


Ein großer Spaß war Berlin. Und mir ist schon klar, dass man sich noch hunderte von anderen Dingen unbedingt angucken muss. Das dürft ihr mir auch gern ein den Kommentaren verraten, denn ich möchte auf jeden Fall bald mal wieder nach Berlin.