Dienstag, 15. Juni 2021

Das Land der Anderen von Leïla Slimani


Originaltitel: Le Pays des Autres - Aus dem Französischen von Amelie Thoma - Erschienen bei Luchterhand - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.

Ein neues Buch von Leïla Slimani! Nach "All das zu verlieren" war meine Freude groß, eine weitere Geschichte aus der Feder der französisch-marokkanischen Autorin zu lesen. 

"Das Land der Anderen" erzählt von Mathilde, die Ende der 40er Jahre der Liebe wegen Frankreich verlässt und ihrem Mann nach Marokko folgt. Dort versuchen Mathilde und Amine den Hof der Familie zu bewirtschaften, eine Familie zu gründen und Fuß zu fassen in einem Land, welches geprägt ist von Unruhen gegen die französische Kolonialherrschaft. 

Zwischen Frankreich und Marokko, zwischen der Medina in Meknès und dem Leben auf einem abgelegenen Hof am Fuße des Atlas-Gebirges, zwischen Christentum und Islam, zwischen Rassismus, Kolonialmacht und Patriarchat entwickelt Leïla Slimani eine Familiengeschichte voller Spannungsfelder. Und so sehr mich die Hintergründe dazu interessiert haben, so kalt haben mich die Protagonist*innen gelassen.

Sonntag, 6. Juni 2021

Neu im Bücherregal - Die Mai-Bücher 2021

Ein gleichmäßiger Rhythmus scheint nicht meine Stärke zu sein. Nach 62 neuen Büchern im April folgen nun ... zwei Bücher im Mai. Das hätte ich auch etwas sinnvoller verteilen können, aber Wellen sind eh die beste Form. Und so viel kann ich schon verraten: Im Juni wird die Zahl der neuen Bücher wieder nach oben gehen. Denn 1. habe ich Geburtstag und 2. war ich gestern nach langer Zeit wieder in einer, nein, eigentlich in drei Buchhandlungen und das war eine große Freude.

Nun aber ein Blick auf die Bücher, die im Mai neu bei mir eingezogen sind und die ich auch beide bereits gelesen habe. Eine ausführlichere Rezension folgt auch in den nächsten Tagen. Ebenso wie ein weiterer "Vier Bücher für ..."-Beitrag, der heute spontan in meinem Kopf Form angenommen hat. Gleichmäßiger Rhythmus fehlt leider auch bei den Blogbeiträgen. 

Dafür noch ein Einschub: Wieso gelingt es mir nie beim ersten Anlauf das Wort "Rhythmus" korrekt zu schreiben? Und noch ein zweiter Einschub, weil einer nicht reicht: Es hat mich gerade sehr amüsiert, als ich auf der Suche nach einem anderen Wort für "Gleichmäßigkeit" im Synonym-Wörterbuch "Gelassenheit" gefunden habe, denn "Gelassenheit" ist mein Leitwort 2021 und mal unter uns, so richtig gelassen bin ich gar nicht.