Mittwoch, 18. Oktober 2017

10 Jahre Nordbreze und so. 10 Buchempfehlungen oder so. Tag 1: Pinkfisch.


Als Du mich um eine Buchempfehlung gebeten hast, musste ich erstmal mein Buchregal und parallel dazu deinen Blog durchforsten. Gar nicht so einfach! Am Ende blieben dann zwei Bücher übrig (ist das geschummelt? Ich konnte mich unmöglich nur auf eines festlegen. Also nenne ich No. 2 jetzt einfach unauffällig trotzdem. Lies "Das Tiefland" von Jhumpa Lahiri, weil die Autorin viel zu unbekannt ist und deutlich mehr Leserinnen und Leser verdient! Weil es ein grandioser Roman über Familie, Heimat und Ursprünge ist, über Politik und Entscheidungen). Das zweite Buch, das ich Dir ans Herz legen möchte ist "The Art of Asking" von Amanda Palmer. Eine unheimlich interessante Künstlerin und Persönlichkeit, die andere Wege gegangen ist als üblich und damit ganz besondere Erfolge feiern konnte - indem sie um Hilfe gebeten hat. Mir hat dieser Ansatz und ihre sehr lebendige und offene Art des Erzählens enorm gefallen und ich könnte mir vorstellen, dass es Dir ähnlich gehen wird =) 

Happy Breze-10th-Anniversary!

Sarah von Pinkfisch

Danke Sarah! Auf deinen Buchtipp bzw. auf deine Buchtipps war ich ganz besonders gespannt. Denn als Buchhändlerin stellt sich für dich die Frage nach persönlichen Buchempfehlungen schließlich jeden Tag. Und obwohl ich selbst im Buchhandel gearbeitet habe, trau ich mich nie in einem Buchladen nach Buchempfehlungen zu fragen. Das ist jetzt also die perfekte Gelegenheit!

"Das Tiefland" von Jhumpa Lahiri kannte ich bisher nicht. Ein kurzer Blick in die Inhaltsangabe stimmt mich aber neugierig. Kurze Nacherzählung: Es geht um zwei Brüder, die in Indien aufwachsen und eine sehr innige Beziehung zueinander haben. Doch je älter sie werden, desto unterschiedlicher entwickeln sich die Lebenswege der beiden. Da Indien bisher eher selten auf meiner Buchliste steht und ich gerne Familiendramen lese (Tolstoi lässt grüßen), möchte ich das Buch auf jeden Fall lesen.

Geschummelterweise steht in deinem Text noch ein zweites Buch – "The Art of Asking" von Amanda Palmer. Und eben jenes Buch steht schon seit längerer Zeit auf meiner Wunschliste, weil ich (wie du bereits geschrieben hast), ihre Persönlichkeit sehr faszinierend finde. Nach deiner Empfehlung rutscht das Buch also direkt etwas weiter nach oben auf der Liste!

Wer Sarah bisher noch nicht kennt, sollte sich ganz dringend ihren Blog "Pinkfisch" zu Gemüte führen! Denn Sarah schreibt hier kurz, knapp und authentisch über Bücher, die sie beschäftigen. Ich freue mich immer sehr, wenn sie mir pinkgelaunt auf einer Buchmesse über den Weg läuft. Und irgendwann schaffe ich es auch einmal in den Buchladen am Freiheitsplatz in Hanau, um sie in ihrem natürlichen Arbeitsumfeld zu beobachten. Ganz bestimmt! 

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Zum 10-jährigen Jubiläum meines Blog wünsche ich mir von 10 lieben Menschen 10 Buchempfehlungen. Alle Infos zu dieser Reihe und zum dazugehörigen Gewinnspiel findet ihr hier

10 Jahre Nordbreze und so. 10 Buchempfehlungen oder so. Die Übersicht.


Vor zehn Jahren entstand der erste Beitrag in diesem Blog. Noch nicht ausgereift, nur als Ersatzplattform geplant, denn der eigentliche Blog bestand damals noch bei blogigo (gibt es das überhaupt noch?). Entstanden ist "Nordbreze und so" (beziehungsweise hieß der Blog damals noch anders) als persönliches Tagebuch im Internet. Deswegen bin ich bei der Lektüre alter Beiträge auch etwas peinlich berührt. Aber löschen möchte ich nichts, schließlich gehört das auch zu mir. Erst in den letzten Jahren wurde die Literatur auf dieser Plattform immer wichtiger – weil sie auch in meinem Leben immer wichtiger wurde. Und es freut mich gar sehr, dass dieser kleine, aber doch feine Blog über die Jahre zahlreiche Leser gefunden hat. Leser, aus denen Freunde wurden. Leser, die mich nicht nur auf dem Blog, sondern auch auf meinen anderen Social-Media-Kanälen begleiten. An dieser Stelle geht schon einmal ein großes Dankeschön an euch heraus. Whoop-Whoop!

Um den 10-jährigen Geburtstag meines Blog angemessen zu feiern, habe ich mir etwas ausgedacht. Und zwar wünsche ich mir zum Geburtstag Buchempfehlungen. Deswegen gibt es in den nächsten zehn Tagen zehn Buchempfehlungen von lieben Menschen, die ich zum großen Teil durch den Blog (oder etwas weiter gefasst: Durch das Internet) kennen lernen durfte. Freut euch also schon einmal auf einen bunten Blumenstrauß an Buchtipps! 

Tag 2: Tina von Revolution, Baby, Revolution!
Tag 3: Mareike und Maike von Herzpotenzial
Tag 4: Tilman von 54books
Tag 5: Mia von paper and poetry
Tag 6: Ayla von mucbook/spottedbylocals
Tag 7:
Tag 8:
Tag 9:
Tag 10:

Als guter Geburtstagsgastgeber gibt es aber nicht nur Geschenke für mich, sondern auch für euch. Oh ja! Ich verlose einen 20-Euro-Bücherscheck zum Jubiläum. Quasi für die letzten 10 Jahre und die kommenden 10 Jahre. Oder so. 

Was ihr dafür tun müsst? 

Kommentiert bis einschließlich 28.10.2017 einen der zehn kommenden Beiträge im Rahmen von "10 Jahre Nordbreze und so. 10 Buchempfehlungen oder so." und empfehlt mir in eurem Kommentar ein Buch! Was sollte ich unbedingt mal lesen? Am 29.10.2017 landen alle Kommentatoren in einer Lostrommel und der hoffentlich sehr glückliche Gewinner wird gezogen. 

Rechtliche Hinweise:

- Um an diesem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr über 18 Jahre alt sein oder die Erlaubnis eurer Eltern haben
- Teilnahmebedingung ist das Hinterlassen eines Kommentars bei einem der zehn "10 Jahre Nordbreze und so. 10 Buchempfehlungen oder so."-Beiträgen
- Das Gewinnspiel endet am 28.10.2017
- Der Gewinner des 20-Euro-Bücherschecks wird am 29.10.2017 bekannt gegeben und per E-Mail benachrichtigt
- Eine Barauszahlung ist nicht möglich
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Sonntag, 1. Oktober 2017

Neu im Bücherregal - Die September-Bücher 2017

Nein, ich werde nicht darüber jammern, dass im September schon wieder viel zu viele Bücher bei mir eingezogen sind. Nein, ich werde nicht darüber grollen, dass das Bücherregal nun eigentlich wirklich voll ist und bald die Bücher zweireihig stehen müssen (zwei Reihen! Wer macht denn sowas???). Nein, ich werde mich nicht beklagen, dass ich einfach keine Zurückhaltung kenne und es deswegen beim Kauf von Büchern immer übertreibe. 

Stattdessen erfreue ich mich an den vielen Büchern, denen ich ein neues Zuhause bieten kann. Wo, ist dabei doch erst einmal zweitrangig. Hauptsache, sie haben es warm und trocken und werden von mir regelmäßig abgestaubt. 


Chronik 1971 von Siegfried Unseld. Meine heimliche Leidenschaft: Verlagsgeschichte. Insbesondere für die Verlage S. FISCHER und Suhrkamp schlägt mein Geschichtsherz. Könnte etwas mit meiner Masterarbeit zu tun haben (wir erinnern uns: „Das Geschäftliche überlasse ich dem Gatten Gottfried“ Die Rolle der Ehefrau in der Autor-Verleger-Beziehung am Beispiel des Briefwechsels zwischen Carl Zuckmayer und Gottfried Bermann Fischer). Jetzt also ein Chronik-Band von Siegfried Unseld. Schon die erste Seite konnte mich begeistern, denn da schreibt Unseld über Ingeborg Bachmann und dass er den Umbruch von "Malina" gelesen hat.  

Romeo oder Julia von Gerhard Falkner. Hab ich nicht gesagt, dass ich bald anfangen werde, mir Bücher aus der Long- und Shortlist des Deutschen Buchpreises zu kaufen? Tada! Aber! Ich bin leider nach der Lektüre von "Romeo oder Julia" nicht mehr ganz so begeistert. Die Leseprobe versprach so viel, aber das ganze Buch konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Amüsant ist es fürwahr, aber mehr ist es dann auch nicht.

Das Ende von Eddy von Édouard Louis. Wenn Didier Eribon in mein Bücherregal ziehen darf, dann muss Édouard Louis das natürlich auch machen. Selbstverständlich zur Vorbereitung auf die Veranstaltung mit den beiden in den Münchner Kammerspielen, die gar wunderbar war! Genauso wie das Buch. Ich bin sehr hingerissen von Louis (der mir nach der Veranstaltung auf meine Instagram Story geantwortet hat ♥). Sobald ich "Im Herzen der Gewalt" (siehe weiter unten) und "Rückkehr nach Reims" gelesen habe, folgt ein Mash-up-Blogbeitrag zu den drei Büchern. 

Anna Karenina von Lew Tolstoi. Was macht man, wenn man Karten für eine Ballett-Aufführung von "Anna Karenina" kauft? Man kauft sich danach erst einmal eine Ausgabe des Buches. Selbstverständlich macht man das so. Während der Zugfahrt von Köln zurück nach München habe ich das Buch begonnen und – meine Güte, Tolstoi lässt sich wunderbar lesen. Ganz großes Tennis. 

Eins von Sarah Crossan. Auf die Lektüre dieses Buches bin ich schon sehr gespannt, weil so viele Menschen, die ich sehr schätze, davon so begeistert waren. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass das Lesen anstrengend wird, weil das Buch in Versform geschrieben ist. 

Handlettering Alphabete von Tanja "Frau Hölle" Cappell. I love my job. Insbesondere dann, wenn ich mein privates Fangirltum in die Arbeit packen kann. Das ist dann alles etwas rosa und gold und mit viel Liebe vollgepackt. Und mit dem Buch im Gepäck hab ich mich nun endlich getraut mal wirklich den Stift in die Hand zu nehmen und mit Anleitung zu lettern. Ein großer Spaß. Kann ich nur empfehlen! 

Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis. War ja klar, dass ich nach "Das Ende von Eddy" nicht mal einen Tag warten konnte, um mir "Im Herzen der Gewalt" zu kaufen. Nach der Veranstaltung mit Eribon und Louis möchte ich das Buch auch eigentlich sofort lesen. Aber ach! So viele andere Bücher, die ich gerade wieder gleichzeitig lese ...

Herr Lehmann von Sven Regener. Mit "Wiener Straße" konnte mich Herr Regener auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017 nicht wirklich mitnehmen. Ich versuche es jetzt aber einfach mal mit seinem ersten Buch, welches von so vielen als "Kultbuch" bezeichnet wird. Außerdem passt das ganz wunderbar, weil ich im November im Rahmen des Literaturfests München zur Lesung von Sven Regener gehe. 

Und wenn die Welt verbrennt von Ulla Scheler. Oh, wie sehr ich mich freue, dass Ulla ein zweites Buch veröffentlicht hat. "Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen" sorgt immer noch für Gänsehaut, deswegen bin ich schon sehr gespannt auf die neue Geschichte. 

Die Geschichte der Baltimores von Joël Dicker. Im Januar durfte aus dem Bücherschrank "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" bei mir einziehen. Das Buch habe ich immer noch nicht gelesen, aber das ist ja kein Argument, um nicht auch noch das zweite Buch des Autors mit nach Hause zu nehmen. Oder? 

Mein Leben als Sohn von Philip Roth. Ach, Herr Roth. Irgendwann werden Sie den Literatur-Nobelpreis erhalten und dann kann ich sagen "Ich wusste es schon immer!". Darauf freu ich mich schon sehr. Bis dahin sammle ich weiterhin Bücher von Ihnen. Ich Roth-Hamster. 

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war von Joachim Meyerhoff. Der Bücherschrank-Gott liest meinen Blog! Letzten Monat hatte ich noch davon berichtet, dass ich mir "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" gekauft habe und nun aber den Vorgänger-Band brauche. Und schwuppdiwupp stand das Buch im Bücherschrank – gerettet von Herrn Gatsby. Welches Buch soll ich mir nun als nächstes in den Bücherschrank wünschen? Vorschläge, anyone?

Die gleißende Welt von Siri Hustvedt. Frau Hustvedt gehört so wie Margaret Atwood zu den Autorinnen, von denen ich zwar viele Bücher im Regal stehen, aber keines davon bisher gelesen habe. Wie aber soll man eine Büchergilde-Ausgabe für nur 9,95 Euro im Buchladen stehen lassen? Eben! Geht nicht! 

Das Mädchen aus Brooklyn von Guillaume Musso. Mit Musso habe ich eine sehr ambivalente Beziehung. Mal finde ich die Geschichte langweilig, mal kann ich nicht aufhören zu lesen. Wir werden sehen, zu welcher Kategorie "Das Mädchen aus Brooklyn" gehören wird. Was mich jetzt schon fertig macht: Auf dem Cover sieht man das Flatiron Building – und das steht nicht in Brooklyn!

Graben von Cynan Jones. Hiermit bin ich wohl offiziell die letzte Person, die sich nach Karlas Empfehlung dieses Buch kauft. Zuvor hat sich mein Hasenfuß-Gen geweigert "Graben" in Betracht zu ziehen. Schließlich wird schon auf dem Cover ein Dachs von mehreren Hunden eher unfreundlich angegangen. Jetzt bin ich aber einfach mal mutig genug und werde dann von meinen Albträumen berichten, sollten sie nach dem Lesen auftauchen. 

Freitag, 29. September 2017

Vier Bücher für ... Lieblingsautorliebe. #buchpassion-Edition


Schon zum zweiten Mal veranstaltet Janine/Kapri-ziös die Blog-Parade #buchpassion – Dieses Jahr unter dem Motto "Lieblingsautorinnen und - Autoren". Und wenn ich etwas in rauen Mengen haben, dann Bücher Lieblingsautoren.

Deswegen folgen hier vier Autoren, die zu meinen Lieblingsautoren gehören. Inklusive vier Bücher, die ich potenziellen Neu-Fans empfehlen würde. Quasi Vier Bücher für Lieblingsautorliebe!

Thomas Glavinic. Bei keinem Autor war ich öfter bei Lesungen. Von keinem anderen Autor besitze ich so viele Bücher (fast richtig. Von Joanne K. Rowling habe ich mehr Bücher, aber hey! Die hat auch eine Reihe geschrieben!). Thomas Glavinic ploppt sofort in meinem Kopf auf, wenn ich Lieblingsautoren benennen muss. In letzter Zeit bin ich gegenüber der Person Thomas Glavinic skeptisch geworden, weil er doch sehr oft sehr eigenartige Dinge tut und ich werde wohl auch sein neuestes Buch über Selbstverteidigung nicht lesen, weil mich das Thema so komplett gar nicht interessiert, dass nicht mal sein Name mich dazu verführen kann. Trotzdem. Ohne Thomas Glavinic wäre mein Bücherregal und meine Leserbiografie um einiges ärmer. Deswegen kann ich meinem ehemaligen Buchhändlerarbeitskollegen gar nicht genug danken für die Heranführung an Glavinic.
Welches Buch man nicht verpassen sollte? Die Arbeit der Nacht. Für alle, die sich manchmal wünschen, ganz alleine auf der Welt zu sein.

F. Scott Fitzgerald. Keine Überraschung, oder? Herr Fitzgerald gebührt selbstverständlich ein Platz auf dieser Lieblingsautor-Liste. Zwanziger Jahre! Roaring Twenties! A little party never killed somebody. Mittendrin: Der große Gatsby. "Er trägt einen rosa Anzug." (Seite 144). Auch wenn mich die meisten Erzählungen von Fitzgerald nicht ganz so begeistern konnten, ist doch der Mythos Fitzgerald (Zelda! Man darf Zelda nicht vergessen!) groß genug, dass man mich mit weiterführender Literatur, die Fitzgerald im Klappentext erwähnt, sofort fangen kann.  

Sarah Kuttner. Wenn Sarah Kuttner keine Buchautorin wäre, hätte sie trotzdem für all die schönen Momente, die sie mir beschert hat, einen Platz in meinem Herzen. All die Fernsehsendungen, die ich mir wegen ihr angesehen habe. All die Tattoo-Ideen in meinem Kopf, die ihren Ausgangspunkt bei Sarah Kuttners Ellbogen-Tattoo hatten. All die Tweets, für die ich sie gefeiert habe. Und dann schreibt sie eben doch noch nebenbei so großartige Bücher wie "180 Grad Meer". Eine "Berliner Hipster ist unzufrieden und will mehr"-Geschichte, die so viel Meer ist. In keinem anderen Buch habe ich mich so sehr daheim gefühlt. 

Saša Stanišić. Die Letzten sollen die Ersten sein. Saša, oh Saša. Mit "Vor dem Fest" hat mich der Autor sprachlos zurückgelassen. Deswegen zitiere ich an dieser Stelle meine eigene RezensionWas für mich "Vor dem Fest" auszeichnet, ist die schnörkellose Sprache, die mehr Bilder zeichnet als hundert Adjektive. Und dann kommt er mit "Fallensteller" um die Ecke und ich bin schon wieder verzückt. Und verrückt. Und um eine Breze reicher. Um den Lobgesang etwas realistischer zu gestalten. Vor kurzem habe ich "Wie der Soldat das Grammofon repariert" gelesen und war nicht ganz so begeistert wie gedacht. Lag bestimmt an mir. Oder an der sehr kleinen Buchausgabe, die ich gelesen habe. Irgendwas fühlte sich nicht richtig an. Ich warte einfach gespannt auf das nächste Buch von Herrn Stanišić. Und lade ihn dann auf eine Breze in München ein. 

Sonntag, 17. September 2017

Deutscher Buchpreis 2017 - Die Shortlist #dbp17


Am 12.September wurde die Shortlist des Deutschen Buchpreises bekanntgegeben und damit die Liste der Titel von 20 auf 6 reduziert. Bei der eh sehr geringen Anzahl von Titeln, die ich für interessant/gut befunden habe, bin ich schon davon ausgegangen, dass es nicht viele meiner Favoriten auf die endgültige Shortlist schaffen. Und auch, wenn ich doch wenigstens zwei Titel richtig getippt habe, bin ich vom Rest der Liste doch wenig begeistert. Wie konnte man nur „Walter Nowak bleibt liegen“ vergessen? Mein Herz blutet gar sehr. 

Nichtsdestotrotz folgt nun ein zweites kurzes Fazit zu den sechs Titeln der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2017. Sind eure Favoriten noch mit dabei? Und welchem der Titel räumt ihr die größten Gewinn-Chancen ein?

Romeo oder Julia von Gerhard Falkner.
Nummer 1 meiner richtigen Tipps und mein klarer Gewinner-Favorit. Das liegt auch daran, dass ich mir das Buch nun gekauft habe und mitten in der Lektüre stecke. Meine Begeisterung für diese herrlich abstruse Geschichte bleibt bestehen.

Das Floß der Medusa von Franzobel.
Nummer 2 meiner richtigen Tipps. Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch gewinnt, weil es historisch das Thema „Flüchtlinge“ betrachtet und man es gut als Allegorie für die heutige Situation im Mittelmeer benutzen könnte.

Schlafende Sonne von Thomas Lehr.
Eh. Ja. Ist das der Platzhalter für ein literarisch so abgedrehtes Buch, dass sich das Feuilleton fröhlich auf die Schulter klopfen kann? Mit der Leseprobe konnte ich so überhaupt gar nichts anfangen, deswegen bin ich wirklich sehr verwirrt, wie es das Buch auf die Shortlist schaffen konnte. Ist die Leseprobe vielleicht einfach nur falsch gewählt und eigentlich steckt da ein Meisterwerk dahinter?

Die Hauptstadt von Robert Menasse.
Auch hier versteh ich die Juryentscheidung nicht so richtig. Vielleicht war es der Gedankengang „Höhö, bei ‚Hauptstadt‘ denkt jeder, es ginge um Berlin und Berlin zieht immer und dann ist es aber Brüssel und alle schlagen sich mit der Hand gegen die Stirn und  sagen ‚Oh, stimmt! Brüssel ist auch irgendwie eine Hauptstadt! Für Europa! Und Europa ist wichtig!“. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sind Schweine einfach das literarische Tier der Saison.

Die Kieferninseln von Marion Poschmann. 
Oh, Entschuldigung. Ich bin gerade eingeschlafen. Um was ging es nochmal? Bärtige Forscher, die nach Japan fliegen, um der Mid-Life-Crisis zu entgehen? Gähn.

Außer sich von Sasha Marianna Salzmann.
Das war ja sowas von klar. Das Buch, welches ich abgebrochen habe, landet auf der Shortlist. Ich bin so kurz davor, dass ich die mir fehlenden 100 Seiten doch noch lese, um das Buch wenigstens als „gelesen“ markieren zu können. Und wenn das Buch gewinnt, kann mir dann einer der Leser erklären, um was es überhaupt geht und warum das alles nicht in meinen Kopf geht? Danke.