Montag, 27. Juni 2016

Vier Bücher für ... einen Tag

Ich bin ein wahrer Held darin, mir spontan lustige Reihen für den Blog auszudenken und sie dann nicht fortzuführen. Wo sind nur die Brezen hin? Wo sind sie geblieben? Aber ich versuche es einfach weiter. Try and error oder so. Und deswegen gibt es hier nun:

Vier Bücher für ...

Man errät nie, um was es hier geht. Deswegen eine kleine Erklärung. Ein Thema. Vier Bücher. Eine subjektive Auswahl aus Büchern, die zum Thema passen. Oder auch nicht. Die von mir bereits gelesen wurden. Oder auch nicht. Kommt aufs Thema an. Themenvorschläge und ergänzende Buchtitel sind immer erwünscht! 

Als Startbeitrag gibt es direkt vier Bücher für alle Leute, die keine Zeit haben. Oder keinen Platz für viele Bücher in der Tasche haben. Bücher, die man innerhalb von 24 Stunden lesen kann. Jedenfalls Bücher, die ich innerhalb von 24 Stunden gelesen habe. Hier also:

Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag.
Wer einen Tag am See verbringt, sollte "Mein bester letzter Sommer" von Anne Freytag einpacken. Aber vorsicht: So sehr ich Wasser liebe, für dieses Buch würde ich meinen Platz unterm Sonnenschirm (Sonnenbrand-Gefahr!) um nichts in der Welt tauschen wollen. Anne Freytag packt genau die richtigen Zutaten für ein perfektes Tages-Buch zusammen: Zarte Liebe, Sommergefühl und ein Road Trip nach Italien. Die Seiten fliegen nur so dahin. Was neben den Buch unbedingt auch in die Handtasche muss: Taschentücher!
Originalausgabe - Erschienen bei Heyne fliegt - März 2016
Raum von Emma Donoghue.
Ich bin erst durch die diesjährige Oscar-Verleihung so richtig auf das Buch gestoßen, aber als ich dann anfing, konnte ich nicht mehr aufhören. Ungelogen. An den ungewohnten Stil muss man sich gewöhnen, ja. Aber dann packt einen die intensive Situation und man muss während des Lesens hektisch mit den Armen wedeln. Für einen verregneten Sonntag – aber geht danach bitte ein paar Schritte vor die Tür! 
Originaltitel: Room - Aus dem Amerikanischen von Armin Gonterman - Erschienen im Piper Verlag - Dezember 2012
Vierundzwanzig Stunden von Guillaume Musso.
It's funny, because it's true! Das Buch trägt einfach die maximale Lesezeit schon im Titel. Mit Musso hab ich es schon einmal versucht und war nicht so wirklich begeistert ("Nacht im Central Park" war mir irgendwie zu platt). Aber "Vierundzwanzig Stunden" konnte ich nicht aus den Händen legen. Die Story mit den Zeitsprüngen erinnert an "Die Frau des Zeitreisenden" (eins meiner Nostalgie-Lieblingsbücher). Und ehe man sich versieht, hat Musso einen eingewickelt. Man muss dieses Buch innerhalb von vierundzwanzig Stunden beenden. Wer weiß, was danach passiert? 
Originaltitel: L'instant présent - Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge - Erschienen im Piper Verlag - Juni 2016 
Blauschmuck von Katharina Winkler.
"Blauschmuck" kann man zwar an einem Tag lesen (in meinem Fall waren es wohl nur drei Stunden, die ich für die Lektüre brauchte), damit ist es aber noch lange nicht vorbei. "Beklemmend" war alles, was mir nach der Lektüre von "Blauschmuck" eingefallen ist. Beklemmende Geschichte, beklemmend schöne Sprache. Nehmt euch also ruhig etwas mehr Zeit, um Katharina Winklers Roman nachwirken zu lassen. Und haltet einen Bleistift bereit! 
Originalausgabe - Erschienen im Suhrkamp Verlag - Februar 2016 
Und nun – die Zuschauerfrage: Welches Buch habt ihr zuletzt innerhalb von 24 Stunden gelesen? 

Samstag, 18. Juni 2016

Nachlese – Saša Stanišić im Literaturhaus München.

Herz, schweig still! Sonst verschrecken wir die Menschen vor lauter Glücksseligkeit. Denn der gestrige Abend im Literaturhaus München war ein Freudenfest. Saša Stanišić war zu Gast und die Fangirl-Front versammelte sich. 

Pro-Tipp: Wenn man etwas bei Twitter schreibt, lesen das auch Menschen, man sollte sich also darauf gefasst machen, dass man im real life darauf angesprochen wird (means, es gibt Menschen, die einen wiedererkennen und dann lachen müssen). 

So gesehen am gestrigen Abend. Aufgrund dieses Twitter-Dialoges packte ich voller Vorfreude meine Ausgabe vom "Fallensteller" ein. Die Stelle hatte ich ja schon extra im Buch markiert. Und nun ist die Stelle auch höchstpersönlich vom Autor korrigiert worden. Mein Fangirl-Herz explodierte vor Freude. Und vor Scham, denn ich möchte lieber nicht wissen, was die ganzen anderen Menschen dachten, was wir da beim Signieren gerade machen. Das hat schließlich hundert Jahre gedauert. Oder so ähnlich. Die exklusive Marina-Ausgabe ist nun auch unverkäuflich, aber ich hätte die eh niemals nie bei eBay zum Kauf angeboten. Wer weiß, ob ich die überhaupt vererben möchte, vielleicht haben meine Erben keinen Sinn für den Sprachzauberer (alle Zeitungen schreiben das. Dann schreib ich das auch. Obwohl es in meiner Rezension "Sprachdompteur" hieß, aber ich passe mich da gerne dem Duktus an) Stanišić. Aber dann werden sie eh enterbt und ich nehm das Buch mit ins Grab! 

So viel also zum interaktiven Teil mit dem Autor. Die herzensgute Tina hat den Spaß auch für die Nachwelt festgehalten. Kommen wir zur Lesung selbst. 


Die Lesung teilte sich in drei Leseabschnitte auf, zwischendurch gab es Gespräche mit dem Moderator Jörg Magenau (der auch schon bei der Lesung von Martin Walser moderiert hat, woran ich mich sofort wieder erinnert habe.) Gelesen wurde "Georg Horvath ist verstimmt", "Die Fabrik" sowie auszugsweise "Fallensteller".

Bei allen Geschichten mit Georg Horvath war ich beim Lesen etwas skeptisch, weil ich den alten Mann nicht ganz so viel abgewinnen konnte, bei der Lesung hingegen fand ich alles sehr großartig, weil Saša Stanišić wahnsinnig mitreißend lesen kann. Es wirkte auch weniger wie lesen, es wirkte wie Anekdoten erzählen. Deswegen steht da auch im Notizbuch "körperlich lesen", ein hingeschludeter Gedanke, der festhalten sollte, dass Stanišić den Text lebendig macht. Auf jeden Fall ist es ein großer Spaß ihm beim Lesen zuzusehen. 

Bei der zweiten Geschichte "Die Fabrik" dachte ich erst, dass sie nicht so richtig zur Lesung passt, denn im Gegensatz zu "Georg Horvath ist verstimmt", wo das Publikum immer wieder laut lachen musste, ist "Die Fabrik" doch eher eine ruhige, ernste Geschichte. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass gerade dieser Kontrast sehr großartig war, damit hier niemand denkt, Stanišić wäre Klamauk. Ist er nicht. Wirklich nicht. 

Und schließlich, als Abschluss – "Fallensteller". Heim nach Fürstenfelde. Jetzt möchte ich erst recht in die Uckermark fahren, denn in Fürstenfelde gibt es wohl "Vor dem Fest"-Führungen. Saša Stanišić war mal bei einer dabei und vergnügte sich wohl sehr. Disneyland ist mir hier eingefallen.

"Fallensteller", also. Großer Spaß, weil es in der Geschichte (wenn ich das richtig verstanden habe, findet Saša Stanišić den Begriff "Geschichte" besser als "Erzählung") eine Episode gibt, bei der Lada einen Literaturpreis bekommt und dafür nach Hamburg fährt. Also, jedenfalls macht er das im Buch so. In der Lesung fuhr er nach München und trug einen Pullunder. Irritationsmoment. Großes Kino. 

Zusammenfassung: Saša Stanišić beweist bei seinen Lesungen, was seine Bücher so großartig macht – er zieht einen direkt in seinen Bann, verzaubert mit Worten, zieht ein Kaninchen aus dem Zylinder und sorgt dafür, dass man sich sofort wieder in seinem Sätzelabyrinth verirren will.

Denn am Ende wissen wir alle nicht, wo wir sind. Where are you? 

Samstag, 11. Juni 2016

Meine Leseliste für den LovelyBooks Lesesommer


Wie gerne würde ich nun irgendetwas wie "Der Sommer steht vor der Tür" schreiben, aber das wäre gelogen, denn wenn jemand vor der Türe steht, dann der Regenschirm. Weil er nass ist. Vom vielen Regen. Aber selbst das ist gelogen, denn ich mag keine Regenschirme, die gehen bei mir immer sofort kaputt, ich muss die nur schief angucken. Es steht also nichts vor der Türe, es regnet einfach so. 

Heute kann es also regnen, stürmen oder schneien – der LovelyBooks Lesesommer findet trotzdem statt und die nächsten 10 Wochen dreht sich alles ums gemeinschaftliche Lesen, Kommentieren,  Empfehlen und Punkte sammeln (letzteres gilt leider nicht für mich, ich mach außer Konkurrenz mit. Aber wenn mir jemand die Reise nach Verona schenken möchte, sag ich nicht nein!). 

Der Lesesommer ist auch eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich eine Leseliste vorbereite. Normalerweise stehe ich nach dem Beenden eines Buches erst einmal völlig verzweifelt vor dem Regal der ungelesenen Bücher und weine ein bisschen, weil ich mich nicht entscheiden kann. Jetzt aber nicht! Jetzt stehe ich vor meinem Stapel der Lesesommer-Bücher und weine, weil ich mich nicht entscheiden kann. Vollkommen andere Situation!

Die ausgewählten Bücher für den Lesesommer sind:

  • Red Queen von Victoria Aveyard (bereits beendet. Muss man nicht lesen)
  • Willkommen in Night Vale von Joseph Fink und Jeffrey Cranor
  • Solange wir lügen von E. Lockhart (weil ich das letztes Jahr beim Lesesommer entdeckt habe)
  • Auf eine wie dich habe ich lange gewartet von Patrycja Spychalski 
  • Die Unglückseligen von Thea Dorn
  • Wie wir leben wollen herausgegeben von Matthias Jügler (bereits beendet. Großartiges Buch!)
  • Die Witwe von Fiona Barton
  • Madame Bovary von Gustave Flaubert
Aber weil ich mich anscheinend nicht an Listen halten kann, hat sich direkt ein weiteres Buch eingeschlichen: Das fremde Meer von Katharina Hartwell, welches ich gerade lese. 

Im Gegensatz zu einigen ändert sich meine Lesegewohnheit nicht entsprechend der Jahreszeit. So ne richtige Sommerlektüre mit Strand und Sonne und einer blumigen Liebesgeschichte fehlt. Muss auch nicht sein. 

Wie ist das bei euch? Lest ihr im Sommer andere Bücher als im Winter? Gibt es Regentage-Lektüre und Sonnenschein-Bücher bei euch?

Montag, 6. Juni 2016

Neu im Bücherregal - Die Mai-Bücher 2016

So, Hände hoch – wer hat gedacht, dass ich aus dem Buchkauf-Verbot im April etwas gelernt und deswegen im Mai weniger Bücher gekauft habe?

...

Ihr armen, leichtgläubigen Menschen. Natürlich konnte ich im Mai fast gar nicht an mich halten und stürmte diverse Buchhandlungen in käuflicher Mission. Oder so ähnlich. Obwohl. Letztes Wochenende war ich ganz artig. Drei besuchte Buchhandlungen, null gekaufte Bücher. Es geht also schon auch ohne. Aber mit ist eh immer schöner. 


Gehen, ging, gegangen von Jenny Erpenbeck. Schön, dass ich vor knapp einem Jahr noch der Meinung war, dass ich das Buch nicht lesen möchte. Jetzt ist es aber da. Denn im Mai fand in der Stadtbibliothek München ein Bücherflohmarkt statt und da musste ich doch Bücher retten. Eben jenes und das nächste ...

Das fremde Meer von Katharina Hartwell. Dieses, genau. Beide Bücher kosteten jeweils einen Euro, wenn ich mich noch richtig daran erinnere. Bücher für einen Euro muss man immer retten. Ansonsten war der Bücherflohmarkt eher furchteinflössend, weil da Menschen stapelweise Bücher und DVDs weggetragen haben, um dann per Internet-Check zu checken, wie viel die Bücher und DVDs bei Ankauf-Firmen bringen. Verrückt. 

Goat Mountain von David Vann. Mal wieder lachte mich ein Buch bei Buch & Töne an und mal wieder konnte ich nicht "Nein" sagen. Der Titel kam mir so bekannt vor und irgendwer hat mir irgendwann gesagt, dass das ganz gut sein soll. Und die Geschichte klingt auch echt interessant (Kind erschießt aus Versehen (?) einen Jäger).

Fallensteller von Saša Stanišić. Meiner Liebe zu diesem Wörter-Zaubermeister habe ich schon Ausdruck verliehen. Mehr gibt es hier auch nicht mehr zu sagen. Außer vielleicht: Nächste Woche findet endlich die Lesung mit dem Herrn statt und ich freue mich schon gar sehr auf den Abend.

Reiseführer Budapest von Marco Polo. So eine Urlaubsfahrt benötigt schließlich Vorbereitung. Und obwohl ich ein Internet-Kind bin, mag ich Reiseführer doch gerne auf Papier und gebunden und mit faltbarer Karte. Demnächst werde ich mich auch mal hinsetzen und überlegen, was ich alles gerne in Budapest sehen möchte. Tipps und Tricks und Buchhandlungsempfehlungen werden mit Dank entgegengenommen!

Blauschmuck von Katharina Winkler. Auf meinem Wunschzettel zum Welttag des Buches tauchte das Buch bereits auf. Schließlich konnte ich mir "Blauschmuck" im April nicht kaufen, weil ich nichts kaufen durfte und ich war zutiefst traurig, dass das Buch ausgerechnet dann bei Buch & Töne preisreduziert herumlag. Doch wie das Schicksal es so will lag das Buch auch im Mai noch preisreduziert herum, fidelbumm. Ich habe es auch schon gelesen und es ist arg gut. Eine Rezension wollte ich noch schreiben. Demnächst dann.

Angelfall by Susan Ee. Mal wieder ein klassischer Blog-Kauf, weil ich das Buch auf irgendeinem Blog entdeckt habe. Und ich würde doch so gerne mal wieder eine gute Jugendbuch-Dystopie lesen (Red Queen war ein trauriger Reinfall ...). Vielleicht helfen mir ja Engel.

Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan. Der Titel wanderte eigentlich nur wieder auf meiner Wunschliste nach oben, weil ich entdeckt habe, dass im August "Letztendlich geht es nur um dich"  herauskommt und das klang so interessant, da muss man schließlich auch den Vorgängerband lesen. 

Burger unser von sehr vielen Autoren. Pro-Tipp: Es lohnt sich bei Gewinnspielen teilzunehmen, denn man kann Dinge gewinnen! In meinem Fall ein Burger-Kochbuch mit fantastisch schönen Burger-Bildern. Zum Glück bin ich durch Herzpotenzial auf das Buch bzw. das Gewinnspiel aufmerksam geworden, denn jetzt liegt dieses Monsterwerk bei mir daheim und ein paar Rezepte wurden schon mit Post-its markiert. Die große Burger-Party kann also steigen! 

Mittwoch, 1. Juni 2016

Fotobreze - Mai 2016

Huch. Beim Anblick meines Foto-Ordners auf dem Handy bin ich ein wenig erschrocken, denn nur wenige Fotos befanden sich darin. Beziehungsweise befanden sich darin sehr wenige Fotos, die ich auch beim monatlichen Monatsrückblick zeigen kann, weil viele davon einfach Fotos sind, die von anderen Menschen gemacht wurden und einfach in diesem Ordner abgespeichert werden. Oder es handelt sich um Screenshots oder andere Arbeitsbilder, die wohl auch weniger interessant sind. Deswegen hier nun also die kleinste Auswahl der Mai-Welt. Könnte man sagen. Dafür mit sehr viel Liebe und lange haltbar.

Denn das fällt mir doch auf – ich neige dazu, jetzt Dinge einfach bei Snapchat einzustellen, weil die dann einfach schnell wieder weg. Für den extragroßen Spaß und für besonders ambitionierte Stalker ist Snapchat jetzt also der place to be, wenn es um nordbrezische Dinge geht. Deswegen dort dann auch nord_breze. Viel Spaß bei 10 Sekunden Videos, bei denen ich wild mit den Armen fuchtel. 

Bis dahin aber jetzt doch einfach mal Bilder aus dem Mai:


// Wenn schon fast keine Fotos, dann wenigstens von den wichtigen Dingen: Der Hund! //
// Wer mich zur Tochter hat, bekommt auch Kuchen zum Geburtstag //
// Die Königin vor der neuen Wohnzimmerwand im elterlichen Wohnzimmer. Wo auch sonst //


// 2. Station der Bookshelf-Tour. Es gab auch Bücher zu sehen. Ebenso bei der 3. Station (nicht im Bild, trotzdem erwähnenswert) //
// Ich prangere es weiterhin an, dass Herr Saša Stanišić hier von "Brezel" spricht! //
// Fancy, fürwahr! //

Sonntag, 22. Mai 2016

Fallensteller von Saša Stanišić.


Originalausgabe – Erschienen bei Luchterhand – 2016 – Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar! 

Zaubern im Gemeindesaal, Kommoden zerstören in leiser Wut, in merkwürdigen Wettkämpfen glorios gewinnen, irrlichtern durch die Welt: Erzählungen von Saša Stanišić.

Vollkommen unverhofft sprang mein Herz vor einiger Zeit nach oben, als ich entdeckte, dass ein neues Buch von Saša Stanišić veröffentlicht wird. Erzählungen! "Vor dem Fest" gehört immer noch zu den großen fünf Lieblingsbüchern meinerseits (die anderen vier kann ich spontan nicht aufzählen). Daher sprang mein Herz nochmal ein bisschen höher, als ich "Fallensteller" im Briefkasten vorfand. 

Hinweis: Wer einmal mein Exemplar von "Fallensteller" in die Hände bekommen wird, wird sich wundern. Es enthält nämlich sehr viele Eselsohren. Zeitweise zwei auf einer Seite. Oben und unten. Im Mittelstück fehlen die Eselsohren aber. Weil ich dort beschlossen habe, dass es wohl einfacher wäre, wenn ich nur noch die Seiten markiere, die ich nicht gut fand. Aber irgendwann habe ich das nicht mehr durchgehalten. 

"Disclaimer: Ich weiß nicht, ob das tatsächlich Kunsthistoriker waren, aber sie zeichneten, wenn sie über das Gemälde sprachen, kleine geometrische Formen in die Luft, Dreiecke, Kreise, so was, und genau das stelle ich mir vor, wenn ich darüber nachdenke, was Kunsthistoriker eigentlich machen." (S. 68)

Soll heißen: Meine Liebe zu Saša Stanišić ist ungebrochen groß. Denn Stanišić ist ein Zauberer. Ein Sprachdompteur, in dessen Sätze man einziehen möchte. Jedes Wort sitzt, kein Wort ist überflüssig. Die Bilder, die er erschafft und die Geschichten, die er erzählt sind so normal und doch außergewöhnlich.

Schon allein die erste Geschichte! Ein Zauberkünstler tritt vor einem gelangweilten Publikum auf, die Gedanken des Mannes auf der Bühne schweifen immer wieder ab. Zu seiner Familie. Zu einer Zaubershow, die er gemeinsam mit seinem Großneffen besucht hat. Das größte Kunststück: Verschwinden. Unsichtbar für seine Mitmenschen sein. Das funktioniert auch ganz ohne Zauberei. 

Lieblingstitel: "Die immens schönen tragischen blöden glückseligen deutschen Flüsse". Und die Geschichte dahinter. Die sich in weiteren Erzählungen fortsetzt.

Und natürlich. Meine Herzsprung-Geschichte (mein Herz leidet gar sehr, wenn es um Saša Stanišić geht. Kleine Offenbarung am Rande: Ich kopiere den Namen immer aus der Überschrift, weil ich mir die Tastenkürzel für die ganzen Sonderzeichen nicht merken kann): Fallensteller.
Denn in "Fallensteller" besuchen wir Fürstenfelde nach dem Fest. 

"Fürstenfelde. Einwohnerzahl: gerade." (S. 172)

Diese Geschichte fühlt sich an wie nach Hause kommen. Man kennt sich schließlich schon. Eines Tages werde ich auch in die Uckermark fahren und zum Literatur-Touristen, jawohl. Doch das wird noch eine Weile dauern. Deswegen freue ich mich erst einmal auf den 17. Juni, denn dann kommt Saša Stanišićins Literaturhaus München und ich werde darauf bestehen, dass das Wort "Brezel" aus meiner Ausgabe gestrichen wird.

Sonntag, 15. Mai 2016

Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag.


Originalausgabe – Erschienen im Heyne Verlag – 2016 – Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar! 

Tessa hat immer gewartet: auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, sie hätte noch Zeit. Doch die hat sie nicht. Tessa wird sterben und das schon sehr bald. Sie ist fassungslos, wütend und verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der sie und ihre Fassade durchschaut, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr zur Seite steht. Er überrascht Tessa mit einem großartigen Plan und schenkt ihr einen letzten Sommer. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind.

Wenn man in einem Rezensionsexemplar eine Notiz vom Verlag findet, die einen darauf hinweist, dass man bei der Lektüre des Buches lieber Taschentücher bereit halten sollte, dann sollte man auf diesen Hinweise hören, liebe Kinder. Gut, ich bin auch sehr nah am Wasser gebaut, aber seit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich nicht mehr so sehr bei einem Buch geheult. Bei solchen Büchern lohnt sich doch eine Kooperation mit einem Taschentuch-Hersteller, oder? 

"Mein bester letzter Sommer" also. Mal wieder habe ich ein Blogger-Lieblingsbuch erst sehr spät für mich entdeckt. Manchmal muss man einen Hype auch aussitzen können. Manchmal wird man erst durch die amüsanten Tweets der Autorin auf ein Buch aufmerksam. Und dann steht das Buch doch erst wieder ewig im Bücherregal, weil man denkt "Och, das wäre doch ein Sommerbuch!" und dann wird es nie sommerig und man wartet und wartet und irgendwann lässt man das alberne Warten dann sein. Und als ich "Mein bester letzter Sommer" dann gelesen habe, ist das ganze eher in ein Inhalieren ausgeartet. An dem Tag war Herr Gatsby nicht da und ich schwankte bei der Abendunterhaltung zwischen einem Rewatch von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und der Lektüre von "Mein bester letzter Sommer". Was man eben an Strohwitwen-Tagen so macht. 

Ja, "Mein bester letzter Sommer" reiht sich in die "Kranke Jugendliche verlieben sich und am Schluss wird gestorben"-Bücher ein. Warum das Buch für mich aber aus der Masse herausragt, liegt an mehreren Punkten:

  • Es spielt in München! Jedenfalls am Anfang. Und ich mag es, wenn ich die Orte kenne, die in einem Buch vorkommen. Hach,  U-Bahnfahren in München. Für mich ist das im Buch die U3 am Scheidplatz. Und ich möchte jetzt bitte auch mal ins Café Neuhausen, das kannte ich nämlich bisher noch gar nicht. Ist doch auch mal nett, wenn man Gastro-Tipps aus einem Roman mitnimmt.
  • Es spielt in Italien! Da ich mit meiner Familie früher standardmäßig den Sommerurlaub in Italien verbracht habe, ist das Land für mich als Reiseziel eigentlich nicht so wirklich interessant. Doch währen der Lektüre von "Mein bester letzter Sommer" hatte ich das starke Bedürfnis, mich in mein (nicht vorhandenes) Auto zu setzen und Richtung Süden zu fahren. Das Gute liegt so nah. Der Sommerurlaub für dieses Jahr steht zwar schon, aber vielleicht unter Umständen könnte man ja möglicherweise noch einen Kurztrip nach Italien veranstalten. Kommt wer mit?
  • Die Charaktere sind glaubwürdig, normal und haben Ecken und Kanten. Das klingt jetzt etwas komisch, aber ich mag Tessa, weil sie mich teilweise nervt. Ja, sie ist krank. Unheilbar krank. Und weil sie bisher immer alles aufgeschoben hat, versinkt sie nun in Selbstmitleid. Man möchte sie rütteln und schütteln und nach draußen schubsen. Und ihr sagen, sie soll mal weniger laut denken. Das übernimmt zum Glück Oskar. Den man auch rütteln und schütteln will, weil er ewig nicht mit der ollen Hasen-Geschichte rausrücken will. Zusammen sind die beiden mein neues Lieblings-Buchpaar, weil sie komplett authentisch wirken. So, als könnte ich ihnen bei der nächsten Fahrt mit der U-Bahn begegnen.
  • Das Buch ist großartig gestaltet. Und damit meine ich nicht nur das Cover, sondern auch die Karte mit der Reiseroute im Inneren (und einer Breze!), die Playlist mit den Liedern zum Roadtrip und natürlich die Krabbe. Ohne die Krabbe geht gar nichts.

Ich habe mich wohl ein wenig verliebt. Und werde demnächst wohl mal im großen Anne Freytag-Universum stöbern gehen, denn die Autorin ist mit verschiedenen Pseudonymen in verschiedenen Genres unterwegs. Vielleicht versteckt sich dabei ja noch eine weitere Perle wie "Mein bester letzter Sommer".

Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Knochenuhren von David Mitchell.


Originaltitel: The Bone Clocks - Aus dem Englischen von Volker Oldenburg - Erschienen im Rowohlt Verlag - 2016 - Vielen herzlichen Dank für das Leseexemplar!

Eine harmlose junge Frau aus dem Süden Englands wird zum Spielball dunkler Mächte im Kampf um ewiges Leben. Aber vielleicht ist sie auch, ohne es zu ahnen, deren schärfste Waffe ...
Davids Mitchells neuer Roman ist wild und einfallsreich, dramatisch und verspielt wie die Phantastik Stephen Kings und Haruki Murakamis, aber mit einem ganz eigenen , überbordenden Sound: ein globetrottendes, bewusstseinsveränderndes, sagenhaftes Lesevergnügen.

Es war einmal ein fröhliches Team, das wollte eine fröhliche Team-Leserunde veranstalten. Sehr lange überlegte man hin und her und vor und zurück, welches Buch man denn gemeinsam lesen sollte. Irgendwann fiel dann sehr spontan die Entscheidung: „Die Knochenuhren“ von David Mitchell sollten es werden. Das backsteingewordene Buch mit 808 Seiten schreckte auf den ersten Blick niemanden ab, denn das Cover ist schon arg schick. Und ich als David-Mitchell-Nichtkenner hatte anfangs auch keine besonderen Erwartungen an das Buch. Kurz vor der Lektüre habe ich „Der Wolkenatlas“ gesehen und fand den Film arg schrecklich. Aber davon wollte ich mich nicht abschrecken lassen.

Was dann passierte, konnte niemand ahnen! (Clickbaiting!)

Sonntag, 1. Mai 2016

Neu im Bücherregal - Die April-Bücher 2016



Es ist vorbei! 30 Tage lang hieß es: #nobooksforbreze. Ich durfte keine Bücher kaufen, keine Bücher aus der Arbeit mit nach Hause mitnehmen und behalten. Nein, nein. Das war nicht erlaubt. Und hat es funktioniert? Ja, hat es! Deswegen kann ich dieses Mal keine neuen Bücher präsentieren. Ist das nicht wundervoll? Ist das nicht traurig?

Doch, hey! Mein Regal der ungelesenen Bücher freut sich ebenso wie Shia LaBeouf. Und für mich war es gar nicht mal so schlimm. Soweit ich weiß, war ich im April auch kein einziges Mal in einer Buchhandlung. Vielleicht war das auch ganz gut so. So kommt man erst gar nicht in Versuchung.

Und wie geht es weiter?

Ich hatte ja bereits eine Wunschliste gepostet, mit einigen der Bücher, die mich mir demnächst zulegen möchte. Doch statt nun in den nächsten Buchladen zu stürmen (was an einem Sonntag eher schlecht geht), halte ich die Füße still und gucke mal, ob ich die Buchkauf-Enthaltsamkeit nicht noch ein bisschen weiter ziehen kann. Denn jedes nicht gekaufte Buch zahlt quasi direkt in meinen Urlaub ein. Urlaub, yay! Im August geht es schließlich nach Budapest.

Glückwünsche, Gratulationen und genereller Applaus bitte in die Kommentare. Und macht mich ruhig neidisch – welche Bücher habt ihr euch im April gekauft, während ich nicht durfte? 

Samstag, 30. April 2016

Fotobreze - April 2016

Ich rede jetzt nicht vom Aprilwetter mit Regen, Schnee und Sonnenschein. Das wäre viel zu naheliegend. Der April macht was er will, alles neu macht der Mai, jaja, wunderschön. Ich fahr nun lieber gleich mal in die Stadt und kaufe keine Bücher (Tag 30 von #nobooksforbreze!). Stattdessen kaufe ich Lebensmittel. Ich weiß zwar noch nicht, was ich essen möchte, doch essen muss der Mensch. Da hilft auch #sportybreze nicht. Nach der Arbeit in einem leeren Büro Youtube-Sportvideos gucken, ist herrlich erheiternd. Wir gucken nicht nur, wir machen natürlich auch. Davon gibt es aber keine Fotos. Zum Glück. Was stattdessen fotografisch festgehalten wurde, sieht man hier:


// Diese fiesen kleinen Pflanzen wachsen einfach ohne Erlaubnis weiter //
// YOLO //
// Ein Kinder Maxiking wäre jetzt auch was feines. "Red Queen" hab ich aber immer noch nicht weitergelesen //


// Snapchat-Spaß! Bambusbjörn! //
// Russische Folklore trifft auf außerirdisches Leben //
// Drei Männer in Sesseln mach eine Livestream-Lesung mit Dmitri Gluchowski //


// I like – #bookupDE bei Tolino //
// Frühstücksfreuden im White Rabbit's Room //
// Mit Bärchenpärchen macht das Lesen gleich doppelt so viel Spaß (hihi, da steht "Softporno") //


// Es ist doch gar nicht Montag, kleine Krabbe! //
// Über den Dächern von Frankfurt. Bei S. FISCHER zu Gast //
// Arbeitsnostalgie //


// Die erste Station der Bookshelf-Tour beinhaltete sehr viel Kuchen //
// Das erste Eis 2016 bei Ballabeni. Davor gab es schon das erste Tankstellen-Eis 2016 //
// Noch mehr Kuchen. Noch mehr Abschiede. Letzteres finde ich sehr doof //

Samstag, 23. April 2016

Zum Welttag des Buches – Ein Wunschzettel voller Bücher


Heute ist der 23.04. und damit der hochheilige Feiertag aller Büchermenschen. Welttag des Buches! Shakespeare ist gestorben, Cervantes ist gestorben, da kann man schon mal zum Trost die Kultur des geschriebenen Wortes hochhalten. Da ich weiter zu #nobooksforbreze stehe (gekaufte Bücher bisher: 0), gibt es für mich also heute keinen Ausflug in die nächste Buchhandlung (Crossover-Marketing: Bei Tina gibt es eine gar großartige Liste mit den schönsten Buchhandlungen in München. Abgenickt von mir). Stattdessen habe ich meinen etwas langen Wunschzettel angeguckt und fünf Bücher ausgewählt, die ich demnächst gerne von der Liste streichen möchte, weil ich sie mir kaufen möchte. Natürlich erst nach dem Buchkaufverbot. Im Mai. Oder so. 

Habt ihr vielleicht eines der Bücher schon gelesen? Oder steht eines davon auf eurer eigenen Wunschliste?

Sonntag, 17. April 2016

Wir kommen von Ronja von Rönne.


Originalausgabe - Erschienen bei Aufbau- 2016 


Wenn jemand stirbt, zieht man sich schwarze Kleider an und geht zur Beerdigung. Oder man flieht gemeinsam mit seinen drei Beziehungspartnern und einer Schildkröte ans Meer. Nora entscheidet sich für Letzteres. Als ob Polyamorie helfen würde. Als ob Flucht helfen würde. Als ob man den Dämonen der Vergangenheit so einfach entkommt.

Ronja von Rönne – das ausgebuhte Wunderkind des Feuilletons. Man liebt sie oder man hasst sie (oder man findet sie so mittelmäßig. Oder man findet sie zwar nicht so toll, würde aber nicht den Raum verlassen, wenn sie irgendwo erscheint. Danke, liebes Känguru!). Letztes Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Preis fand ich ihren Text ganz gut. Davor hab ich nur am Rande mitbekommen, dass sie im Zentrum eines Feminismus-Shitstorms steht. Das wars. Und dann kam ihr Buch und wir gingen zu einer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse. Und irgendwie fand ich da das Vorgetragene doch ganz gut. Doch ich blieb standhaft und kaufte mir das Buch nicht. Ich kaufte mir das Buch erst einige Tage später. Zum Indie-Book-Day. Total indie. It's a match! 

Sonntag, 3. April 2016

Neu im Bücherregal - Die März-Bücher 2016

Ha! Ich habe gelogen! Jedenfalls scheint es mir so, denn als ich gerade alle Bücher für diesen Beitrag herausgesucht habe, bin ich nur auf elf Bücher gekommen. Und nicht, wie hier dramatisch erzählt, auf vierzehn. Das liegt daran, dass ich mich gerade spontan dafür entschlossen habe, dass ich drei der Bücher nicht in mein Bücherregal aufnehmen werde. Gelesen habe ich sie zwar alle drei, aber ich muss ja nicht alle Bücher behalten. Jawohl. 

Heißt das jetzt, ich kann #nobooksforbreze doch in die Tonne werfen? Nein! Natürlich nicht! Der Selbstversuch bleibt bestehen. Gestern wurde ich schon auf eine harte Probe gestellt, denn es gab "Blauschmuck" in meiner liebsten Lieblingsbuchhandlung Buch & Töne für die Hälfte. Oh weh. Doch ich rede mir einfach ein, dass niemand dieses Buch kaufen will und ich deswegen auch bis Mai warten kann. 

Solange sehen wir uns mal den Stapel der neueingezogenen Bücher im März an:


Gemeinerweise wurde mein üblicher Fotohintergrund mit "Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft"-Bänden zugestellt. Wieder so ein Zeichen, dass hier kein Platz mehr für Bücher ist. Also ignoriert bitte den Hintergrund, mit diesen Büchern habe ich nichts zu schaffen.

Samstag, 2. April 2016

Fotobreze - März 2016

Der März! Ein Monat für die Geschichtsbücher! Jedenfalls für die Geschichtsbücher der Rentenversicherung, denn seit März bin ich nun sehr groß und sehr erwachsen und kein Volontär mehr. Wieso habe ich das nur vergessen? Wieso habe ich mir den April für das Buchkaufverbot ausgesucht? Jetzt kann ich mir keine Bücher kaufen. Doch ich bin ja jetzt groß und erwachsen und werde diesen einen Monat aushalten (Update - Tag 2 von #nobookforbreze und ich habe kein Buch gekauft). 


// Osterwichtel-Paket von LovelyBooks mit vielen feinen Sachen //
// Der Fuchs ist jetzt ein kleiner Fuchs! //
// Bei Ausmalbüchern für Erwachsene bin ich mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll //


// Da habt ihr es! Ein Tulpenfoto! //
// Ich liebe unsinnige Anführungszeichen und das hier gehört zu meinen Lieblingen //
// Und plötzlich sind die Gleise weg //


// Lecker Brot, lecker Käse, lecker Buch //
// Dann kommt man auf die Idee, die Bücher farbig zu sortieren und dann hat man keine Lust mehr //
// Als großer Bernhard-Kenner freut es mich sehr, dass ich beim Suhrkamp-Gewinnspiel gewonnen habe //


// Neuer Lieblingsort fürs Mittagessen: Die KVB-Kantine. Mit Fitness-Burger //
// Soviel zu "Fitness" //
// Der Sushi-Freitag ist auch irgendwie mein Lieblingstag geworden //


// Wer eine Reise zu IKEA tut, der hat was zu erzählen. Und zu schleppen //
// Regentropfen überall //
// Und ein Huhn //

Montag, 28. März 2016

Ein Vorsatz für den April.


Jawohl, lieber Leser. Sie lesen richtig. Das Bild mit Herrn Dachs und dem sehr instabilen Bücherstapel spricht die Wahrheit. Buchkaufverbot im Hause Nordbreze! Im April! Also nächsten Monat.

Es ist nämlich so. Um für den monatlichen "Neu im Bücherregal"-Beitrag zu wissen, welche Bücher ich entweder käuflich erworben oder auf anderen Wegen erhalten habe, führe ich eine Liste mit eben jenen neuen Büchern. Fein säuberlich notiere ich also die Buchtitel in meinem extra dafür angelegten Notizheft. Dieses Notizheft ist zwar relativ groß, trotzdem musste ich in den vergangenen Tagen erschrocken feststellen, dass die Liste der im März neu eingezogenen Bücher schon fast eine ganze Seite einnimmt. In Zahlen ausgedrückt: 14 Bücher habe ich gekauft, bekommen, mitgenommen. 14! Das heißt quasi jeden zweiten Tag ein Buch! Wie konnte das nur so ausarten? 

Traurig und schlapp liegen diese 14 Bücher nun teilweise vor dem Regal der ungelesenen Bücher und warten (traurig und schlapp) auf einen Stehplatz im Regal. Den es nicht gibt. Das Regal ist voll. Das Wohnzimmer auch. Alle müssen weinen. Auch Herr Dachs. Sein größter Albtraum wird wohl bald wahr – von einem Bücherstapel erschlagen zu werden!

Deswegen habe ich mir für den April etwas vorgenommen. Es werden keine Bücher gekauft. Jawohl. Es werden auch keine Bücher aus der Arbeit mitgenommen, ausgenommen, es handelt sich um Bücher, die ich arbeitsbedingt lesen muss. Eben jene Bücher werden aber wieder brav mit in die Arbeit genommen und landen nicht im heimischen Bücherregal. Im April soll die Notizheftseite für neue Bücher leer bleiben. Leer. Kein kleines Reclam-Heft, kein nettes Leseexemplar, kein Malbuch, kein Mängelexemplar-Schnäppchen, rein gar nichts wird auf die April-Seite geschrieben. 

Herr Dachs wird das überwachen. Und ihr bitte auch. Falls ich gegen meinen Vorsatz verstoße, überschüttet mich mit Schimpf und Schande. Falls ich aber dem Drang, neuen Büchern ein Zuhause zu geben, nicht nachgehe, so wartet am Ende des Monats eine große Pizza auf mich. Und so steht es hier jetzt geschrieben und so sei es. 

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Wie viel Abstand sollte ich zu Buchhandlungen halten? Reichen 100 Meter? Und sollte ich eine tägliche Taschenkontrolle in der Arbeit einfordern? 

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