Dienstag, 31. März 2015

Aufbrezeln in München - Teil 11.

Erst einmal der obligatorische Satz zum Wetter: Oh mein Gott, dieser Wind! Und ich war draußen! Heiheihei, was mir da alles entgegengeweht ist! Das waren jetzt quasi drei Sätze, aber ich war auch weit draußen. Also, unbekanntes Gebiet. Drei U-Bahn-Stationen entfernt in einem Baumarkt! Denn ich habe Holzkitt gekauft. Flüssiges Holz, um die Schranktür im Wohnzimmer zu reparieren, die macht sich nämlich gerade immer selbstständig. Und ich bin bei Bauarbeiten sehr selbstständig und versuche das irgendwie zu reparieren. Gerade trocknet die Masse, mal sehen, ob es überhaupt was bringt.

Und weil ich dann draußen war und weil wir nichts zu Essen im Haus haben, bin ich nach dem Baumarktbesuch (vor dem Baumarkt schaukelten die Schaukeln ganz traurig im Wind) noch zu einem Supermarktbesuch abgebogen. Und weil Dienstag ist, habe ich Brezen gekauft. Mehrzahl. Dieses Mal wählte ich eine bereits abgepackte Variante der Breze. Drei Stück auf einmal! Unfassbar.

Name: Breze
Preis: 1,35 Euro für 3 Brezen, macht 0,45 Euro pro Breze
Kaufort: Edeka im OEZ, die Bäckerei müsste laut Etikett Müller & Höflinger sein (was bedeutet, dass ich die Breze zur Hälfte schon einmal getestet habe)
Optik: relativ dunkel, einseitige Verteilung des Salzes, aufgesprungene Stellen am Bauch und in der oberen Hälfte, dicke Ärmchen
Konsistenz: knusprig, aber eher in die Richtung "hart", innen gummig und trotzdem trocken, Ärmchen sehr hart
Geschmack: an den Salzstellen zu salzig (ach?), an den Nichtsalzstellen sehr belanglos
Gesamturteil: Meh. Dafür, dass die Breze laut Etikett erst heute abgepackt wurde, schmeckt sie irgendwie arg alt. Also halt hart. Unschön knusprig. Für einen Notfall-Brezenkauf mag das in Ordnung gehen, ich bevorzuge dann doch die frische Variante und vergebe 2 von 5 Brezenpunkten.

Montag, 30. März 2015

Alles ist jetzt von Julia Wolf.


Originalausgabe - Erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt - Februar 2015

Kaum betritt Ingrid das Haus, setzt auch das Heulen ein. Es zieht durch die Räume, kreist um Ingrids Kopf, schlägt mit Fäusten gegen Türen und Wände, was tust du mir an. Etwas in Ingrid wird klein, wie ein Kind, das auf seinem Bett sitzt und lauscht. Das nicht an Gespenster glaubt und sich trotzdem fürchtet. Sie hatte alles vergessen, jetzt ist es da. Nicht als Erinnerung, sondern als Jetzt.

Puh. Eins vorweg - "Alles ist jetzt" von Julia Wolf ist, trotz des geringen Umfangs, kein leichtes Buch, kein Buch, um es mal eben schnell in der U-Bahn zu lesen, denn hinter den (hier fehlt mir der korrekte, literaturwissenschaftliche Begriff, deswegen benenn ich das jetzt selber so) minimalistischen Sätzen liegt eine Kraft, die einem schon mal in einem ungünstigen Moment in die Magengegend hauen kann. Und das tut weh.

Ingrid also wohnt derzeit zusammen mit ihrem Bruder Gordan in der Stadt, sie verdient sich ihr Geld in einer Live-Sex-Bar hinter der Theke, den Job hat sie durch ihre Freundin (Freundin im freundschaftlichen Sinne oder Freundin im Liebesbeziehungssinn?) vermittelt bekommen. Es ist Weihnachten, Gordan und Ingrid besuchen die Mutter, die in einem Dorf wohnt und alkoholsüchtig ist. Ingrid will sie nicht besuchen. Ingrid verbinden zu viele negative Erinnerungen an ihre Mutter und, man ahnt es schon, der Besuch endet mit Alkohol und verdrängten Erinnerungen. Erinnerungen an einen Sommer zu dritt, Ingrid, Gordan und Moritz. Moritz, zu dem sie mit 18 geflüchtet ist. Moritz, der sie aufgenommen hat. 

Keiner soll sagen, er habe ihr nichts von der Stadt gezeigt. Moritz deutet in die eine Richtung, Dom, in die andere, Fernsehturm. Das Wichtigste hast du somit gesehen. 

Moritz, der sie fallen gelassen hat. Moritz kommt an Silvester zu Besuch. Es ist nach Weihnachten. Ingrid trifft sich mit ihrem Vater, um die Tradition zu wahren, man trifft sich immer nach Weihnachten in einem Café. Man spricht miteinander. Man spricht nicht miteinander. Man folgt der selbst gesetzten Erwartung an dieses Gespräch, man wartet auf die Fragen, auf seinen Einsatz.

Ingrid öffnet langsam den Mund. Nelken quellen hervor, ein Schwall gelber Blüten ergießt sich über den Tisch.

Eigentlich habe ich mir "Alles ist jetzt" eine Woche zu spät gekauft. Eigentlich hätte ich das Buch am Indiebookday kaufen sollen, weil die Frankfurter Verlagsanstalt ein kleiner Verlag ist und kleine Verlage sollen am Indiebookday unterstützt werden, aber an dem Tag musste ich Blumen für den Balkon kaufen. Also habe ich das Buch einfach eine Woche später gekauft. Geht ja auch. Und ich bin sehr froh drum. Auch, wenn ich erst überlegt habe, ob ich das Buch wirklich haben will, denn einen kleinen Kritikpunkt habe ich. Muss der Schutzumschlag wirklich glänzen? Glänzendes Papier sieht immer so billig aus. Und dabei ist der Rest der Ausstattung so schön. Gewelltes Papier Und ich mag den Gelbton. Aber nicht den Glanz. Und es tut mir auch leid, dass ich so ein oberflächlicher Mensch bin, der wegen solchen Kleinigkeiten vom Kauf zurückschreckt. Doch ich habe beide Augen fest zugedrückt und bin mit dem Buch zur Kasse gegangen (zusammen mit Sibylle Berg, die wohl gleich als nächstes gelesen wird). Eine gute Entscheidung.

Was das Buch für mich so schön, so traurig macht, ist die offensichtliche Nicht-Kommunikation, die Ingrid überall betreibt, die um Ingrid herum jeder betreibt und die ich selber außerordentlich gut betreibe. Wenn es dafür Extrapunkte gäbe, wäre ich die Königin. Und nein, das ist gar nicht so lustig, wie das jetzt klingt. Deswegen klingt "Alles ist jetzt" auch manchmal lustig, obwohl das gar nicht lustig ist. Denn es ist leise. Leise in den lustigen Tönen, leise in den traurigen Tönen und leise auf allen Seiten dazwischen. Leise und trotzdem oder gerade deswegen viel zu nah an mir dran. 

Und jetzt würde ich gerne noch irgendetwas lustiges zur Auflockerung schreiben, aber mir fällt nichts ein.

Samstag, 28. März 2015

Vom Wasser von John von Düffel.


Originalausgabe - Erschienen beim dtv - November 2000

Das Wasser ist der Stoff, der diese Geschichte einer deutschen Papierfabrikantenfamilie zusammenhält - ein schillernder Strom der Träume, Erinnerungen und Gedanken.

Dieses Buch ist Wasser, denn Wasser ist Liebe. Ich würde mal, ohne Recherche, behaupten, dass John von Düffel Wasser mag. Das würde auf der einen Seite die Bücher "Vom Wasser", "Schwimmen" und "Wassererzählungen" erklären und auf der anderen Seite die unfassbare Wasserliebe, die einem von jeder Seite des Buches entgegenspritzt. Aber zuerst zur Geschichte.
Denn die Geschichte wäre schon ohne Wasserliebe famos. Der Erzähler erzählt von seiner Familie. Und von einer Episode mit einer Frau, doch diese Episode ist so klein und und unscheinbar und trägt doch die Familiengeschichte, weil sie quasi die Rahmenhandlung der Erzählung ist, jedenfalls habe ich das so verstanden, nachdem ich am Schluss noch einmal den Anfang gelesen habe. "Wir kehren immer zum Wasser zurück."
Die Familie des Erzählers besitzt seit drei Generationen eine Papierfabrik. Der Ururgroßvater hat sie gebaut, auf einem Landgut mit dem Namen Mißgunst. Zwischen zwei Flüssen gelegen, bietet diese Stelle die optimalen Bedingungen, um eine Papierfabrik zu betreiben. Und so fließen die Flüsse durch die Fabrik, um die Fabrik und in das Leben der Papierfabrikantenfamilie. Wasser spielt immer eine wichtige Rolle. Wasser bringt den Tod, Wasser bringt neues Wissen, Wasser verändert den Lauf der Geschichte. Die Fabrik wird vom Urgroßvater übernommen, der ein Zahlenfuchs ist und drei Söhne hat. Die beiden älteren Brüder ziehen in den Krieg, zurück bleibt der Krüppel, der nun plötzlich die Fabrik übernehmen muss, und der doch viel lieber malt und angelt. 

Sie ist eine Flucht, diese Jagd, und der Krüppel versucht gar nicht erst, dies zu verbergen, während er hastig und gehetzt mit den schweren, schlurfenden Anglerstiefeln durch die taufeuchten Wiesen watet.

Erst durch die Küchenaushilfe kommt er zur Ruhe und sie in eine Position, die der Papierfabrik zu neuer Größe verhilft. 

Der Erzähler erzählt und erfährt neue Geschichten aus seiner Familie, und fährt mit seiner Freundin nach Frankreich, ans Meer. Dort kann er schwimmen, denn er schwimmt sehr gut. Er schwimmt um sein Leben, weil Wasser das entscheidende Element in seiner Familie ist. 

Und ich, ein Wasserflüchtiger in dieser wasserlosen Stadt, ich sehnte mich auf einmal danach, die Macht des Wassers möge wieder von meinem Leben Besitz ergreifen.

Durch "Vom Wasser" habe ich gelernt, dass Wasser nicht gleich Wasser ist und man Wasser auf die unterschiedlichsten Arten beschreiben kann. Egal, welche Wasserbeschreibung euch nun einfällt - in diesem Buch ist sie sicherlich enthalten. So viele Adjektive! So viel Wasser! Und das, während ich in dieser wasserlosen Stadt sitze, was natürlich sehr gemein ist, denn München hat ja Wasser, aber trotzdem ist Hamburg für mich meine Wasserstadt und man sollte dieses Buch am Wasser oder im Wasser lesen. Deswegen schäme ich mich auch ein bisschen, dass für das fancy Bücherbild ein Foto aus Finnland für den Wassereffekt herhalten musste. Tampere, um genau zu sein. Da war ich zwar nur einen Tag, aber ich stand mit den Füßen im Wasser, das war schön. Man sollte mal wieder nach Finnland. Und ans Wasser. Man sollte immer ans Wasser. Und wenn man Wasser mag, sollte man "Vom Wasser" lesen.

Das SuB-Buch der Woche - Folge 15.


Wir nähern uns dem Ende. Also, dem Ende von 2010. Also, dem Ende der Sub-Bücher, die seit 2010 im Regal stehen. Außerdem ist dieses Buch das letzte Buch, welches ich beim Amazon-Bazar gekauft habe. Alles hat also hier ein Ende. 2011 wird ganz anders. 2011 ist nämlich ein sehr kurzes Jahr. Ich hab nur noch 3 Bücher aus diesem Jahr hier ungelesen herumstehen. Möglicherweise habe ich mir 2011 einfach sehr wenige Bücher gekauft, weil ich ein halbes Jahr nicht in Deutschland war. Man sollte mal wieder nach Finnland. Aber das nur am Rande.

"Du ist dabei gewesen. Du hast es überlebt. Du kannst davon berichten."
Der neue große Roman von Christa Wolf:
Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud spiegelt das Leben der Autorin, wie  in Kindheitsmuster immer wieder verbunden mit entscheidenden Momenten deutscher Geschichte. 
Christa Wolf also. Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud. Ich weiß nicht mehr, warum ich mir dieses Buch gekauft habe, ich weiß aber, dass ich den Titel unfassbar schön finde. So lang! Filmtitel! Sprachmischung! Und was hat Freud mit Engeln zu tun? Man weiß es nicht. 
Über Christa Wolf haben wir letztes Semester im Georg-Büchner-Preisreden-Seminar gesprochen, denn Christa Wolf hat eben jenen Preis bekommen und musste/durfte eine Rede halten. Außer dieser Rede habe ich bisher noch nichts von Christa Wolf gelesen. Ich weiß, dass sie eine DDR-Schriftstellerin war (das klingt irgendwie komisch. Was ist denn das Adjektiv zu DDR?) und man soll wohl von ihr insbesondere "Nachdenken über Christa T.", "Kassandra" und "Kein Ort. Nirgends." lesen. Hab ich alles nicht gemacht. Aber das Buch mit dem langen Titel, das möchte ich lesen. Insbesondere, nachdem ich gerade den U2-Text (also den Text auf der Klappeninnenseite des Schutzumschlags) gelesen habe. Christa Wolf geht in die USA und liest für ein Forschungsprojekt Briefe. Wir sind also quasi Forschungszwillinge! Wobei das erst einmal ein Grund ist, das Buch nicht in nächster Zeit zu lesen, denn Briefe lesen ist zwar interessant, aber auch anstrengend. Insbesondere, wenn die Hälfte der Briefe fehlt und man deswegen keinen ordentlichen roten Faden herstellen kann. Lasst euch das gesagt sein!
Christa Wolf ist tot. Das steht nicht in meinem Buch, in meinem Buch lebt sie noch, jedenfalls, wenn man dem Autorentext glauben darf. Wikipedia sagt, dass sie 2011 gestorben ist. Also ein Jahr nach Erscheinen des Buches.
Lustige Randbemerkung: Gerade erst habe ich verstanden, dass "overcoat" für Mantel/Übermantel oder Überzieher steht und Überzieher ist im Zusammenhang mit Freud schon arg lustig. Die 5 Sekunden alberne Teenie-Witze sind hiermit auch für heute erledigt.

Donnerstag, 26. März 2015

Der Dachs schläft auf der To-Do-Liste.

In dieser Woche habe ich gelernt, dass ich doch in der Bibliothek sitzen und halbwegs konzentriert längere Zeit Bücher lesen kann. Ich gucke zwar trotzdem häufig auf mein Handy und mache lange Mittagspausen, aber ich bin bereits mit zwei Büchern für die Masterarbeit fertig. Einführung in die feministische Literaturwissenschaft und Homo Sociologicus. Letzteres scheint brauchbar für meinen Theorieteil zu sein, ersteres ... eher weniger. Schamlippen-Theorie, ernsthaft? Ein paar Literaturhinweise konnte ich der Einführung noch entnehmen, ich weiß aber noch nicht, ob die sich als sinnvoll herausstellen. Ich hoffe mal, dass Foucault brauchbar ist. Ansonsten hab ich noch sehr viel Bourdieu vor mir. Und den Briefwechsel selber. Da bin ich in der Bibliothek nur in kleinen Entenkükenschritten vorwärts gekommen. Noch kann ich das Zeitargument benutzen - Ich hab ja noch Zeit. Außerdem gab es heute einen kleinen Motivationsschub, denn die Herausgeberin des Briefwechsels hat auf meine Mail geantwortet und findet mein Thema interessant und spannend. ♥
Meine To-Do-Liste geht bisher sehr gut auf, ich hab sogar heute, trotz Arbeit, noch eine Stunde am Briefwechsel gearbeitet. 
 
 
Außerdem habe ich heute die Gunst der Stunde genutzt und mich für zwei Unisport-Kurse angemeldet. Nächstes Semester wird ein Sport-Semester. Sporty Nordbreze und so. Bodystyling, weil ich das dieses Semester schon gemacht habe und eigentlich ist das schon nett, weil man schwitzt und danach ganz erschöpft ist und ich jetzt auch langsam mal die Schrittfolgen beim Step verstehe. PowerVitYoga, weil der Name so herrlich nichtssagend klingt und außerdem der Kurs zu einer sinnvolleren Zeit liegt als die Pilates- und Yoga-Kurse, die ich ansonsten gerne mal ausprobiert hätte. Mein kluger Kopf hat aber bei der Terminplanung trotzdem nicht aufgepasst, jetzt mach ich am Montag und Dienstag Sport. Muskelkater, ahoi! Zusätzlicher Fun-Faktor: Dienstags muss ich arbeiten und in ein Seminar. Also. Seminar ist freiwillig, aber. Mal sehen, ob ich das durchhalte. Dienstage sind damit offizielle MA-Frei-Tage. Muss ja auch sein.

Mein Magen knurrt. Ich werde Flammkuchen machen. Weil ich gestern beim Einkaufen einen gratis Flammkuchenteig bekommen habe. Weil es bei Edeka einen lustigen Automaten gibt, bei welchem man, falls man einen special Strichcode auf dem Kassenzettel hat, ein gratis Produkt bekommt. Und ich hatte sogar zwei Strichcodes. Flammkuchenteig und Müsli! Das Müsli hab ich schon gegessen, weil es nur eine kleine Probepackung war. Der Flammkuchenteig ist aber normalgroß. Und eigentlich sehr sinnlos, weil ich den Flammkuchenteig für meinen Flammkuchen innerhalb von 10 Sekunden herstellen kann. Mehl, Öl, Wasser, Salz, fertig. Ob das ein traditioneller Teig ist, ist mir wuppe, der schmeckt. Es wird spannend, ob der gekaufte Teig da mithalten kann.

Und ich hab jetzt Netflix (den Testmonat, ne. Man muss ja alles mal testen) und liebe Unbreakable Kimmy Schmidt, eigentlich hab ich gar keine Zeit, mich um Uni-Dinge zu kümmern. Oder zu lesen. Richtig zu lesen. Für mich zu lesen. Nicht für die MA.

Dienstag, 24. März 2015

Aufbrezeln in München - Teil 10.

Bevor wir letzte Woche Halle verlassen habe, habe ich mich noch einmal todesmutig in eine Bäckerei-Filiale gewagt, wobei "in" ein bisschen falsch ist, das war nämlich am Hauptbahnhof und der Bäcker war eben in der Ladenstraße des Bahnhofs, da kann man nicht "hineingehen", da läuft man vorbei oder man bleibt stehen. Je nach Wunsch. In diesem Fall war es so, dass wir erst auf einer Bank saßen und ich habe die Werbeanzeige des Nachbarladens bewundert (Bockwurst im Brötchen für 99 Cent! Dinge, die ich um 7 Uhr unbedingt lesen und essen möchte) und als sich die Uhrzeiger langsam unserer Abfahrtszeit näherten, sind wir aufgestanden, um zu unserem Gleis zu gelangen (der Zug hatte dann noch 15 Minuten Verspätung wegen Bauarbeiten. Die müssen ganz spontan an den Gleisen gearbeitet haben, warum sonst kann man das nicht schon vorher ankündigen?) und ich habe mir beim Bäcker noch einmal eine Breze gekauft. Weil ich so furchtbar mutig bin und testen wollte, ob man in Halle noch so furchtbar hässliche Brezen kaufen kann. Spoiler: Kann man nicht. Mein zweites Brezenexemplar aus Halle war sogar recht hübsch. Und die Verkäuferin amüsierte mich mit der Nachfrage "Mit oder ohne Salz?", weil die Brezen ohne Salz so unfassbar traurig-nackt aussahen. Deswegen also mit Salz. Außerdem ist Halle doch eine Salzstadt, da muss auch auf die Breze Salz drauf. Jawohl!

Hier nun also noch einmal eine special Edition Aufbrezeln in München - Die Auswärtsversion aus Halle.
Name: Laugenbrezel
Preis: 0,85 Euro
Kaufort: Wiener Feinbäcker Heberer in Halle am Bahnhof
Optik: schön groß und schöne Farbe, Salz nur auf der linken Seite (ist da die Breze ins Salzbecken gestolpert?), glänzt wieder merkwürdig, aber sehr viel weniger als die komische Breze vom letzten Mal, unten sehr großer Riss, was mir sehr gut gefällt
Konsistenz: relativ weich und relativ trocken, innen trotzdem ein klein wenig fluffig, Ärmchen unterscheiden sich kaum vom restlichen Brezenkörper und sind nicht knusprig
Geschmack: Das Salz überlagert den Brezengeschmack, schmeckt als quasi wie ein Salzstein. Die Stellen ohne Salz schmecken hingegen arg lasch
Gesamturteil: Eine Verbesserung zur anderen hallensischen Breze ist dieses Exemplar allemal, trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden. Der hohe Preis und die trockene Konsistenz machen auch diese Breze zu einem "Naja, wenn es nichts anderes gibt, ess ich das schon"-Exemplar. 
Ich vergebe 3 von 5 Brezenpunkten und bleibe dabei - Brezen sollte man in Bayern kaufen. Oder Schwaben. Schwaben ist auch okay.

Samstag, 21. März 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 14.


Ich glaube ja, die Einträge zum SuB-Buch der Woche sind nur für mich selber interessant, weil ich dadurch gezwungen bin, mich mit den ungelesenen Büchern in meinem Regal auseinanderzusetzen und deswegen viel eher bereit bin, die Bücher auszusortieren. Heute ist das mal wieder passiert. 

Eigentlich sollte nun "Wohin es geht" - Der junge Goethe von Werner Völker kurz porträtiert werden, eine Biografie über den jungen Goethe für junge Menschen. Auch dieses Buch hab ich beim Bücherbazar während meines Praktikums bei Amazon gekauft. Anscheinend habe ich damals sehr viele Bücher mitgenommen, die mich im Nachhinein gar nicht mehr interessieren. 
Jedenfalls fliegt das Buch nun raus und stattdessen kommt ein anderes Buch dran. Ein Buch, welches auch von diesem Bazar stammt. Welch Zufall.

Gottlieb Zürn erhält Besuch von einer Doktorandin. Sie interessiert sich für Aufsätze über den französischen Philosophen La Mettrie und überreicht ihm, er ist erstaunt und merkwürdig geschmeichelt, eine Sonnenblume. Sie könnte, wie er sieht, seine Enkelin sein. Und doch vernimmt er sofort das Klirren erotischer Möglichkeiten. Sie: "Es gibt nichts, wofür man nicht gestraft werden kann."

So spricht der Klappentext von "Der Augenblick der Liebe", ein Buch von Martin Walser. Von eben jenem Herrn Walser befinden sich ordentlich viele Bücher im Bücherregal. Das kann ich ja nun sagen, weil nun einfach alle Bücher zusammenstehen. Nur "Der Augenblick der Liebe" steht noch in meinem Regal mit den ungelesenen Büchern (oh, und "Brief an Lord Liszt" hab ich auch noch nicht gelesen und ist deswegen der Nachbar vom Augenblick).
Martin Walser mag ich irgendwie. Martin Walser hab ich schon gesehen. Ich glaube, Martin Walser könnte sehr gut aus meiner Ausgabe von "Der Augenblick der Liebe" lesen, denn das ist eine Großdruck-Ausgabe und dieser Kommentar war sehr gemein. Warum hab ich da eine Großdruck-Ausgabe? Ich muss leider sagen, dass mich diese großen Buchstaben eher vom Lesen abschrecken. Das sieht aus, als wäre es ein Buch für Grundschüler, die sind auch immer groß gedruckt. Möchten Grundschüler schon Martin Walser lesen? Hat irgendwer eine Großdruck-Ausgabe und kann mir kurz ausreden, dass das furchtbar zum Lesen ist? 

Donnerstag, 19. März 2015

Lieber Mr. Salinger von Joanna Rakoff.


Originaltitel: "My Salinger Year" - Aus dem Amerikanischen von Sabine Schwenk - Erschienen bei Knaus. - Februar 2015 - Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Mein erstes Buch, welches ich über das neue Bloggerportal von Random House bestellt habe. Deswegen kann ich auch gleich zum Bloggerportal sagen - schöne Sache. So hat man übersichtlich alle Verlage aus der Verlagsgruppe zusammen und ich muss mir nicht immer dümmliche Texte für Rezensionsanfragemails ausdenken. Darin bin ich nämlich kein König. Ich fühle mich dabei immer ganz schlecht.

Nun aber zu "Lieber Mr. Salinger" von Joanna Rakoff. Wobei zu diesem Buch ein kurzer Schwenk in die Buchbranche passt, denn schließlich geht es in diesem Buch um die Buchbranche. 

Frisch von der Uni kommt Joanna Rakoff nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Dort landet sie als Assistentin in einer Agentur für Autoren und wird in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert: Schreibmaschine statt Computer, kistenweise Fanpost an große Schriftsteller statt eigene Erfolge.
Während das alte Jahrhundert sich langsam dem Ende zuneigt, muss Joanna in der Stadt, die niemals schläft, ihren Weg in eine neue Zeit suchen.

(Der letzte Satz ist irgendwie arg furchtbar, denn der könnte auf jedem Buch über New York stehen und wahrscheinlich steht dieser Satz auch auf jedem Buch über New York)

Wie lange ich gebraucht habe, bis ich endlich verstanden habe, dass Joanna aus dem Buch die Autoren-Joanna ist. 100 Punkte für Lesekompetenz! Auf jeden Fall bekommt diese Joanna einen Job in einer Literaturagentur und ab diesem Zeitpunkt muss ich Joanna leider hassen, weil die einfach so einen Job in der Buchbranche bekommt. Einfach so! Ich will das auch! Das ist fast so gemein wie bei "Der Teufel trägt Prada", da bekommt die graue Maus auch einfach so einen Job bei einem Modemagazin. Gemeinheit. 

Weiß der geneigte Leser, was eine Literaturagentur macht? In meinem Studium kam das überhaupt nicht vor, also darf ich eigentlich gar nicht wissen, was eine Literaturagentur macht, ich weiß es auch nicht so genau, ich weiß aber, dass Literaturagenturen Autoren vertreten und Verlagen Manuskripte anbieten und dass Verlage es fast lieber mögen, wenn sie die Manuskripte über Agenturen bekommen, weil damit quasi schon eine erste Qualitätshürde genommen ist. Außerdem verschicke ich in meiner Arbeit Pressespiegel an Agenturen, damit sie diese an die Autoren weiterleiten. Deswegen kann ich Agenturadressen sehr gut auf Briefumschläge schreiben.

Ja. Joanna. Agentur. Wir befinden uns in den 90er Jahren und die Agenturchefin glaubt nicht an Computer und deswegen muss alles an Schreibmaschinen getippt werden. Sehr schick. Die Agentur hat ein paar große Autoren, darunter - ratet! - J. D. Salinger. Der ganz viel Fanpost bekommt, der aber sehr zurückgezogen lebt und deswegen muss die Agentur die Fanpost mit einem Standardbrief beantworten. Den Joanna immer mit der Schreibmaschine abtippen muss. Welch großer Spaß. 
Im Laufe des Buches lernt Joanna nicht nur das Agenturleben, sondern auch Salinger näher kennen (und sie hat vorher noch nie ein Buch von ihm gelesen und holt das auch erst sehr spät nach), wächst in ihren Job hinein und aus ihrer Beziehung heraus und ist nach einem Jahr bereit zum nächsten großen Schritt.

Mir hat das Buch ja insbesondere wegen dem Blick in die Buchbranche gefallen. Mit Literaturagenturen hatte ich bisher noch nicht so viel zu tun, deswegen war es spannend zu erfahren, was die Leute da so machen bzw. was die Leute in den 90ern da so gemacht haben. Ich würde mal behaupten, dass sich seitdem auch in diesem Berufsfeld viel getan hat. Und wenn sich das Buch stärker auf den Berufsteil konzentriert hätte, hätte mir das Buch womöglich besser gefallen. Die Beziehungsgeschichte (Liebesgeschichte möchte ich das nicht wirklich nennen) wirkte auf mich sehr störend bzw. hat mich diese immer wieder aus der ansonsten interessanten Geschichte herausgeholt. Teilweise wurden Namen von Agenturangestellten genannt und so getan, als müsste man die schon kennen und dann kommen die gar nicht mehr vor und ich war verwirrt, weil ich nicht wusste, wer das jetzt sein sollte. Dabei hat die Agentur gar nicht mal so viele Angestellte.
Ob das Buch auch für Salinger-Fans geeignet ist, kann ich nicht wirklich sagen. Ich hab bisher nur "Der Fänger im Roggen" gelesen und fand das wohl nicht so gut (wie viele Kommas in diesem Beitrag fehlen. Das schmerzt mich sehr). Und ich weiß nicht, ob ich dem Buch nicht eigentlich wahnsinnig viele Anspielungen auf Salinger enthalten sind, die ich nicht verstanden habe. 

Lieblingszitat:
"Ich weiß nicht, was ein elektronisches Buch ist, aber die Rechte dafür werde ich nicht hergeben!"

Oh, und ich mag die erste Seite, weil die mich sehr stark an Sylvia Plath erinnert hat, was lustig ist, weil da auch Sylvia Plath erwähnt wird. Von der sollte ich wirklich mal wieder etwas lesen.

Mittwoch, 18. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015 - #lbm15 und die Nordbreze

Ich bin wieder da! Der Koffer ist ausgepackt, ich habe geduscht, neben mir liegt eine Semmel (beziehungsweise lag, jetzt hab ich die schon gegessen), die Fotos für diesen Beitrag lade ich gerade bei Dropbox hoch, das heißt, ich kann nun ganz ausführlich von meinem Besuch der Leipziger Buchmesse berichten.

Angefangen hat alles schon etwas früher, nämlich mit meiner Akkreditierung für die Leipziger Buchmesse. Yay, Presseausweis! Hatte ich noch nie, fühlte sich sehr gut an. Weswegen ich den auch die ganze Zeit um den Hals hängen hatte. Nur wenn ich Leute mit Presseausweisen vom Bayerischen Rundfunk oder so gesehen habe, kam ich mir etwas skurril vor. Hoffentlich haben nicht zu viele Leute im Anschluss an ihren Besuch nach "www.nordbreze.de" gesucht ... Falls doch - Hallo! 

Tag 1 - Donnerstag, 12.03.2015 - "Ich hab hier gerade gar keinen Spaß!", kleines Mädchen in Halle 3


Eigentlich wollten wir mit einer S-Bahn um 10 Uhr von Halle nach Leipzig fahren, diese S-Bahn war aber voll, also nahmen wir die nächste und kamen deswegen erst eine dreiviertel Stunde später an der Messe an. Weswegen ich meine Kommilitonin vom Warten auf uns befreit habe, was aber im Nachhinein dazu führte, dass wir uns erst gefühlte hundert Stunden später auf der Messe wiedergefunden habe, denn mit dem Eintritt auf das Messegeländer versagte mir der Handy-Telefon-und-Internet-Empfang. Großer Spaß. Dabei habe ich mich so sehr auf Live-Tweets gefreut. Ging aber nicht. SMS kamen auch nur mit Verspätung an. Naja. Früher ging es ja auch ohne, nicht wahr?
Erstmal durfte ich ins Pressehaus, um meinen Presseausweis freizuschalten, danach betraten Herr Gatsby und ich zum ersten Mal die Messehallen. Aufregend! Dabei gingen wir extrem systematisch vor: erst die Halle von vorne nach hinten, danach die Halle von rechts nach links durchstöbern. Angefangen haben wir bei Halle 3. Insgesamt kann ich sagen - huihuihui! Das sind schon mächtig viele Bücher. Und Verlage. Und Menschen. Wobei das am Donnerstag noch sehr gemütlich war. Da konnte man sich sehr gut einen Überblick über die verschiedenen Stände machen, ohne ständig Leuten ausweichen zu müssen (Lieblingsbeschäftigung während der Messe und wahrscheinlich auch der Grund, warum ich zwei riesige blaue Flecken mit nach Hause gebracht habe).
Die Vorstellung der Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse haben wir ausfallen lassen, genauso wie die Preisverleihung selber. 
Dafür haben wir Abends in einem sehr schicken Café (Milchbar Pinguin - alleine der Name ist schon prima!) den ersten Messetag ausklingen lassen. Man muss es schließlich nicht übertreiben.


Tag 2 - Freitag, 13.03.2015 - "Bevor wir zu Kant zurückkehren, habe ich noch eine Frage zum Smartphone.", René Aguigah im Gespräch mit Susan Neiman auf dem blauen Sofa


An diesem Tag hatten wir weitere Begleitung, die wir aber nicht lange suchen mussten, weil die Begleitung mit uns in Halle in die S-Bahn stieg. Sehr sinnvoll. Und der Freitag war toll, weil wir spontanerweise am Vortag am Suhrkamp-Stand gesehen habe, dass Nicolas Mahler doch auf der Buchmesse ist und zwar beim blauen Sofa. Yay. Nicolas Mahler ist prima. Der zeichnet. Der zeichnet so, dass ich sogar Thomas Bernhard mag. Ja! Das ist eine Leistung. Die Nase zeigt, wo vorne ist. Guckt den euch an, der ist prima. Falls, ich das noch nicht gesagt haben sollte. Ich hab mich dann aber doch nicht getraut, ihn nach einem Autogramm zu fragen. Ich Feigling. Ich hab es aufgrund von Feigheit und meiner Eigenschaft als social awkward penguin auch geschafft, keinen einzigen Menschen/Blogger/Twitterer zu treffen. Meh.. Zweimal hab ich bei der Blogger-Lounge vorbeigeguckt. Also, ich bin vorbeigelaufen. Wie man am Spieleparadies im Möbelhaus vorbeiläuft. Bällebad! Aber da saßen meist nur zwei, drei Leute rum, da wollte ich dann doch nicht rein. Und die größeren Blogger-Treffen hab ich komplett vergessen. Also bin ich selber schuld. Wenigstens hab ich bei der Veranstaltung "Viel mehr als Lektoren" zwei Kommilitoninnen kurz gesehen und ansonsten Karla Paul und den anderen Gesprächspartnern gelauscht. Ich mag das ja immer sehr, wenn Praktikanten und der Mindestlohn angesprochen werden, da muss ich immer lachen. Wichtiger Merksatz - Man soll Trends nicht hinterherlaufen, sondern die lieber selber machen und dadurch seine Arbeitsstelle definieren/prägen.
Ansonsten standen wir an diesem Tag kurz bei Denis Scheck, der meint, dass das Label "Beststeller" schon eine Warnung ist und einmal wollte ich mich über die sehr langsam laufenden Menschen vor uns beschweren, dabei war das Sibylle Berg. Und für einen WLAN-Code hätte ich über eine halbe Stunde warten müssen. Nee. So wichtig war das dann doch nicht.
Und ich hab mich mit Kugelschreiber angemalt. Die neue weiße Bluse! War ja klar. Pro-Tipp: Mit alkoholhaltigem Haarspray geht das halbwegs gut raus. 


Tag 3 - Samstag, 14.03.2015 - "Ich habe nichts geändert. Außer die Sätze." Herta Müller


An diesem Tag waren wir alleine unterwegs, haben aber dafür kurz zwei Bekannte aus dem Internet getroffen (und der Bekannte hat uns gemalt! Guckt euch das an! Ich musste sehr lachen). Und waren bei Péter Esterházy, den Herr Gatsby sehr mag und deswegen hat er sich auch ein Autogramm geholt. Péter Esterházy sprach von einer Schweigekutsche und meinte, dass man gute Bücher nicht zusammenfassen kann. Der Moderator war doof, der hat nur Fußballfragen gestellt. Niemand versteht das. Deswegen habe wir auch später am Tag nochmal eine Veranstaltung mit dem Esterházy besucht - Das blaue Sofa. Da sieht man uns sogar. Sehr peinlich. Davor lief Esterházy noch an uns vorbei und hatte anscheinend keine Lust auf die Maske. Höhö.
Außerdem waren wir noch bei einer Veranstaltung mit Heinrich Steinfest, da habe ich mich sehr darauf gefreut. Am liebsten wollte ich laut rufen "Lest das Buch! Das ist gut!". Denn es ging um "Das grüne Rollo" und da stimmt das ja auch wohl. Ich habe erfahren, dass die grüne Schriftart eine Idee der Herstellung war und Herr Steinfest musste auch sofort an "Die unendliche Geschichte" denken. 
Abends gingen wir Bagels essen, die waren sehr lecker und danach gingen wir zu einer Lesung mit Herta Müller. Die Lesung fand in einer Uni-Bibliothek statt, deswegen hatte ich sogar WLAN, schockierend-überraschend! Die Lesung selber war ganz nett, auf jeden Fall war sie gut besucht. Herta Müller kann nähen und in ihrem Dorf in Rumänien waren nur der Polizist und der Arzt Rumänen, alle anderen waren aus der Minderheit. Wir hätten an dem Abend aber auch nochmal zu Esterházy gehen können, der hatte nämlich eine Veranstaltung im Nebensaal der Bibliothek. Sehr lustig. 


Tag 4 bis 7 - Sonntag, 15.03.2015 bis Mittwoch, 18.03.2015 - Kingsman und Halle


Am Sonntag waren wir dann faul, wir sind nicht mehr zur Buchmesse gefahren, weil der Samstag schon arg voll war und ich nur noch eine einzige Vielleicht-Vorstellung auf dem Plan hatte. Stattdessen haben wir "Kingsman" im Kino geguckt. Verrückter Film. Und die restlichen Tage sind wir durch Halle gelaufen und haben Bücher gekauft. Was man eben so macht, wenn man gerade drei Tage auf einer Buchmesse verbracht hat.


Fazit: Ich mochte die Leipziger Buchmesse. Wahrscheinlich hätten zwei Tage Aufenthalt auch gereicht, aber so war es auch in Ordnung. Alles sehen geht eh nicht. Im Vergleich zu Frankfurt fand ich es etwas kleiner, aber deswegen nicht schlechter oder so. Mir haben viele Leute gesagt, dass Leipzig gemütlicher ist, so würde ich es jetzt nicht unbedingt ausdrücken, "gemütlich" ist dann doch noch einmal etwas anderes. Aber für den Buchmessen-Einstieg würde ich Leipzig auf jeden Fall empfehlen, da ist Frankfurt schon deutlich zu überfordernd. Im Nachhinein tut es mir Leid, dass ich einige Veranstaltungen verpasst und so viele Menschen nicht getroffen habe.Aber das kann man ja ändern.
Ich hab mir kein Buch gekauft, aber ein Verlag bzw. ein Buch ist auf meiner Merkliste gelandet, das muss ich nochmal etwas genauer studieren. Und bei Hugendubel in Leipzig sind mir dann nochmal drei weitere Bücher ins Auge gesprungen, da muss ich auch noch einmal gucken, ob die mich auch abseits vom Buchmessefieber noch interessieren.

Ich würde auf jeden Fall wieder nach Leipzig fahren und bin auch schon am Überlegen, ob und wie und so ich nach Frankfurt fahre. Nachdem das erst im Herbst ist und ich noch nicht weiß, ob ich da bereits arbeite oder nicht, ist das mit der Planung etwas schwer. Schön wäre es aber auf jeden Fall.

Und? Wer war noch auf der Leipziger Buchmesse? Hab ich was Grandioses verpasst?

Dienstag, 17. März 2015

Aufbrezeln in München - Teil 9.

Ha, da dachtet ihr jetzt sicherlich, dass ihr diese Woche auf die Breze verzichten müsst, ne? So wie letzte Woche. Wobei das ganz furchtbar fies war. Ich habe eine Breze am Hauptbahnhof gekauft, sie gegessen und bewertet und dann ist mir aufgefallen, dass ich bei diesem Bäcker bereits eine Breze gekauft habe. Andere Filiale, gleicher Bäcker. Höflinger nämlich. Und weil ich es doof finde, den gleichen Bäcker nochmal zu bewerten, ist die Breze letzte Woche ausgefallen. 

Aber ihr müsst nicht weinen. Dafür habe ich diese Woche etwas ganz besonderes - Aufbrezeln in München - Die Auswärtsversion! 

Denn ich bin ja gerade gar nicht in München. Ich bin in Halle. Mein Quartier bei der Leipziger Buchmesse. Über die ich erst berichten werde, wenn ich wieder daheim bin. Denn jetzt sitze ich an Herrn Gatsbys Laptop und der macht mich ganz fuchsig (der Laptop, nicht Herr Gatsby), weil das ein MacBook ist und ich damit komplett gar nicht klar komme. Ständig drücke ich auf die ´´-Taste statt auf die Löschen-Taste. Und wie Kopieren und Einfügen geht, musste ich auch erst einmal lernen. Dieser Stress! 

Trotzdem jetzt also - Aufbrezeln in München - Die Auswärtsversion aus Halle.

Name: Laugenbrezel
Preis: 0,79 Euro
Optik: Herzlichen Glückwunsch! Sie sehen hier die wohl hässlichste Breze der Welt. Ich meine ... also ... wo fängt man an? Die eine Seite dick, die andere Seite dünn. Rechts ein langes Ärmchen, links gar kein Ärmchen (Wie kriegt man das denn hin?). Speckig-glänzende Außenseite, zwei Salzkörnchen haben sich auf dem einen Arm verlaufen und der aufgesprungene Bauch sieht auch eher traurig aus. Aber die Farbe ist wenigstens ganz nett.
Konsistenz: Trocken. Sehr trocken. Sowohl die äußere Schicht als auch das Innere dieser Breze.
Geschmack: Guckt euch die Breze noch einmal an, dann wisst ihr, wie die schmeckt. Bah. Abgesehen vom trockenen Teig versteh ich auch nicht, wie diese Breze so fettig sein kann. Wurde die mit Fett eingeschmiert, damit sie schön glänzt und man sich die Butter sparen kann? Verwirrend.
Gesamturteil: Nee.  Also, so gar nicht. Ich hatte ja nicht viel erwartet, denn Brezen müssen doch aus Bayern, oder wenigstens aus Schwaben, kommen. Aber dieses traurige Laugengebäck (ich möchte es gar nicht "Breze" nennen) ist nicht nur überteuert, sondern auch noch sehr unlecker. 
Ich vergebe 1 von 5 Brezenpunkten, weil dieses verschlungene Ding mich amüsiert hat. 


Glücklicherweise fahre ich bald wieder nach Hause und kann mich von diesem Brezen-Trauma erholen. 

Samstag, 14. März 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 13.


Wunder der Technik! Ich bin auf der Buchmesse und trotzdem erscheint ein Blogeintrag. Ohne mich! Ausgefuchst! Wie schön es doch ist, wenn man Blogeinträge vorschreiben und mit einem zukünftigen Datum versehen kann. 

Während ich also gerade in Leipzig weile und vielleicht irgendwo rumstehe oder rumsitze oder mir jemand auf die Füße tritt, stellt mein Vergangenheits-Ich von vor einer Woche das SuB-Buch der Woche vor. Und zwar "Briefe an einen jungen Schriftsteller" von Mario Vargas Llosa. 

"Man kann niemandem beibringen, schöpferisch tätig zu sein; höchstens, wie man schreibt und liest. Den Rest bringt man sich selbst bei, indem man immer wieder stolpert, stürzt und aufsteht. Darum sollten Sie endlich anfangen, Romane zu schreiben."

Mario Vargas Llosa beantwortet in diesem Bändchen die Briefe eines jungen Mannes, der gerne Schriftsteller werden möchte und erteilt diesem Unterricht im Schriftstellertum. Dieses Buch hab ich auch schon angefangen und nachdem das Buch sehr dünn ist, bin ich quasi eigentlich schon fertig. 

An den Kauf kann ich mich ausnahmsweise genau erinnern. Während meines Praktikums bei Amazon hat Herr Mario Vargas Llosa den Literatur-Nobelpreis gewonnen und man konnte sehr lustig beobachten, wie nach und nach seine Bücher von "lieferbar" auf "nicht mehr lieferbar" sprangen. Beflügelt von dieser Kauflust kaufte ich also auch ein Buch von Mario Vargas Llosa. Vielleicht war meine Wahl ein bisschen ungünstig, weil man das preiswürdige seiner Werke (Die Begründung für die Verleihung des Literatur-Nobelpreises war folgende: "für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage" Quelle: Wikipedia) wohl nicht in einem Briefwechsel erkennen wird. Obwohl, eigentlich ist das auch egal. Ich fand es interessant, wie ein etablierter Schriftsteller einem angehenden Schriftsteller an der Hand nimmt und ihm die große, weite Welt der Literatur erklärt. Egal, ob das jetzt preiswürdig ist oder nicht.

Und nachdem mir bei dem Buch wirklich nicht mehr viele Seiten fehlen, sollte ich das demnächst einmal beenden.

Mittwoch, 11. März 2015

Höhlenbau in Leipzig.



Der Koffer ist gepackt und steht bereit, ich bin angezogen und geduscht und satt und sitze bereit. Nun muss ich aber noch 1 1/2 Stunden warten, bis ich zum Bahnhof losfahre. Richtung Leipzig. Hurra. Buchmesse und so. 

Der Laptop bleibt daheim und ich weiß noch nicht, wie gut ich Blogeinträge am Handy schreiben kann. Bei Twitter und Instagram (Links siehe rechte Seitenleiste) werde ich aber die ganze Zeit aktiv sein, damit ich nicht mit echten Menschen sprechen muss.

Wiedersehen, bis in einer Woche!

Dienstag, 10. März 2015

Das grüne Rollo von Heinrich Steinfest.

Originalausgabe - Erschienen beim Piper Verlag - März 2015 - Vielen lieben Dank für das Lesexemplar!

Theo ist gerade aufs Gymnasium gekommen, als es eines Nachts, um 23:02, mit einem Ratsch plötzlich da ist. Vor seinem Fenster bläht sich im Mondlicht ein grünes Rollo. Tagsüber verschwindet es, aber von nun an entrollt es sich jede Nacht um exakt dieselbe Zeit. Das ist unheimlich genug, und nicht nur, weil es in Theos Zuhause noch nie Rollos oder auch nur Vorhänge gab. Viel unheimlicher ist aber, dass es, wenn man genau hinschaut, Augen zu haben scheint ... Nein, keine Augen, Ferngläser. Aus dem Rollo blicken kleine Männer durch Feldstecher streng zu Theo herüber. Theo ist sich sicher, dass dort, auf der anderen Seite des Rollos, eine eigene Welt existiert. Eine grünliche Welt. Nach schlaflosen Nächten fasst er sich ein Herz und beschließt, in jene andere Sphäre hinüberzusteigen ... Vierzig Jahre später hat Theo das alles als eine Kindheitsfantasterei abgetan. Bis es plötzlich wieder da ist - das grüne Rollo.

Uff! 288 Seiten und acht Eselsohren, die bemerkenswerte Stellen markieren sollen, wobei ich mich beim Knicken der Seiten sehr zurückgehalten habe, denn eigentlich müsste ich jede Seite knicken. Das ganze Buch knicken. Aber im allerbesten Wortsinne. Schon bei meinem letzten Steinfest, der mein erster Steinfest war, war ich beim Lesen und nach dem Lesen sehr begeistert. Und jetzt? Jetzt möchte ich wild mit den Armen fuchteln und rufen: "Lest dieses Buch, denn es ist sehr gut!". Vielleicht sogar einen Zentimeter besser als "Der Allesforscher".

Das Buch besteht aus drei Teilen, weswegen der erste Teil auch "Das grüne Rollo - Der erste von zwei, womöglich drei Teilen" heißt. Und dieser erste Teil fordert den Leser (also mich) ein wenig, weil er sich immer haarscharf an der Grenze zum Kinderbuch bewegt, denn schließlich ist da ein zehnjähriger Junge, ein Junge, der auch teilweise nervig besserwisserisch ist, und dieser Junge fällt durch ein Rollo (darf ich an dieser Stelle kurz sagen, dass mich der Titel des Buches sehr fertig macht, weil das für mich "Der grüne Rollo" heißt? Rollo als Abkürzung für Rollladen und der Rollladen ist doch grammatikalisch männlich) in eine andere Welt - dargestellt durch eine veränderte Schriftfarbe. Grün nämlich. Alle Menschen, die jetzt nicht an "Die unendliche Geschichte" denken, gehen nun bitte erst einmal raus auf den Balkon und denken darüber nach, was sie falsch gemacht haben, danke. 
In dieser grünen Welt  trifft er auf ein Mädchen, welches auf einem Laufband festgehalten wird. 

Es war das erste Mal, daß ich ein Mädchen nicht nur als Angehörige einer Spezies betrachtete, die nicht oder selten oder falsch mit Lego spielte und für die der Tratsch die alleinige Informationsquelle war. 

Er, also Theo, denn so heißt der Junge, rettet das Mädchen und versucht gemeinsam mit ihr durch ein anderes grünes Rollo zurück in seine Welt zu gelangen. Was nur so halb klappt. Bei ihm klappt es. Beim Mäddchen nicht. Das Rollo erscheint aber glücklicherweise in jeder Nacht und so begibt sich Theo wieder nach Greenland, um das Mädchen zu retten. Und sucht - durch einen Hinweis des Mädchens - die Mutter. Die er, mithilfe eines LKW-Fahrers auch findet. Genauso wie das Mädchen. In einem Schwimmbad. Und hier - Lebensweisheit gratis:

Und sind wir doch ehrlich, eine Badehose ist doch auch nur eine etwas wassertauglicherere Unterhose.

Genauso wie bereits beim Laufband, muss Theo das Mädchen retten. Und genauso wie beim Laufband, stehen da diese Männer mit den Fernrohren herum. Anscheinend sorgen sie dafür, dass das Mädchen immer wieder gefangen genommen wird. Aber warum? Theo weiß es nicht. Doch wieder glückt die Rettung und dieses Mal glückt auch die Flucht der Beiden durch das Rollo. In Theos Welt angekommen, integriert sich Anna - das Mädchen - sofort in die Familie. Sie ist Theos jüngere Schwester und niemand stellt das in Frage, denn das war schließlich schon immer so. Nur Theo, Theo wundert sich. Und überlegt, ob er sich die ganze Geschichte mit dem grünen Rollo nur eingebildet hat. Kinderfantasien und so. 

Vierzig Jahre später. Teil 2 beginnt und Theo ist Astronaut. Und fliegt zum Mars. Ich jubiliere einmal  kurz, weil schon wieder eine Mars-Mission in einem Buch eine Rolle spielt. Wir befinden uns nun also im Jahre 2050 und Astronaut sein ist gar nicht mal so etwas  besonderes. Technisch hat sich die Menschheit  weiterentwickelt:

Auch wenn neuerdings ein Verfahren existierte, bei dem man ganze Bücher in seinem Hirn speichern konnte, ohne sie selbst gelesen zu haben. Instant-Booking hieß das. 

Theo März fliegt also in einem sehr modernen Raumschiff (mit Bar!) zum Mars. Und dort dann begegnet ihm plötzlich wieder das grüne Rollo. Aus dem Nichts taucht es auf und Theo landet wieder in der grünen Welt, wieder sucht er seine Schwester Anna und wieder versucht er sie zu retten. 
Was nun folgt, ist Teil 3 des Buches und mit Teil 3 ändert sich plötzlich alles. Weswegen ich nun nicht weiß, ob ich wirklich schreiben soll, was in Teil 3 passiert. Eigentlich nicht. Eigentlich war das der Punkt, an dem ich dem Buch all die haarscharfen Grenzberührungen mit nervigen Kinderbüchern verziehen habe. 

Wieder hat Heinrich Steinfest es geschafft, skurille Geschehnisse komplett alltagstauglich in eine Geschichte zu packen. Wieder hat Heinrich Steinfest es geschafft, mit unfassbar schönen Sätzen, mein Herz zu erfreuen. Ich liebe Klammersätze! Und es hätte ruhig noch mehr Fußnoten geben können. Auf solche Spielereien stehe ich total. Genauso wie ich den Schriftfarbenwechsel grandios finde. Weil er so passend ist. 

Nun muss ich also auf jeden Fall demnächst noch das dritte Steinfest-Buch lesen, welches im Regal steht "Das himmlische Kind". Und vielleicht trau ich mich eines Tages auch an die Krimis von Heinrich Steinfest ran. Denn ich glaube, hier entwickelt sich gerade eine neue Lieblingsschriftstellerleidenschaft. Und ihr seid live dabei! Wie aufregend! 

Sonntag, 8. März 2015

Die Nacht, die Lichter von Clemens Meyer.

Originalausgabe -Erschienen bei Fischer Taschenbuch - März 2010

Ich habe es getan! Das erste vorgestellte SuB-Buch wurde gelesen und darf nun ins große Schwimmbecken namens zusammengelegtes Bücherregal umziehen. "Die Nacht, die Lichter" von Clemens Meyer, also. Um was es geht, steht bereits weiter hinten. Aber kann man eine Sammlung von Stories (oder Erzählungen oder Kurzgeschichten oder anderen, kurzen Texten) überhaupt zusammen-fassen? In diesem Fall - ja, schon. Ich würde sagen, es gibt einen roten Faden. In allen 15 Geschichten geht es um Verlierer. Die meisten sind arbeitslos oder arbeiten im Niedriglohnbereich oder sind im Knast. Einmal ist ein Mann reich, der nimmt Drogen und geht daran kaputt. Also irgendwie alle Verlierer. Verlierer in einer Gesellschaft voll Gewinnertypen. Traurige Nachtmenschen. Ich glaube, die Nacht ist auch ein kleiner roter Faden. Außerdem gibt es kleine rote Schleifen, denn in ein paar Geschichten kommen Personen vor, die bereits aus vorhergehenden Geschichten bekannt sind. Das gefällt mir. 

Und sie lacht, und ich blicke auf ihr oberen Vorderzähne, die beiden in der Mitte sind ein kleines bisschen länger als die daneben, aber nur ein ganz kleines bisschen, und ich sehe sie lachen und ihre Zähne, obwohl sie so weit weg ist, sie läuft mit den anderen Mädchen durch die Sporthalle, aber ich sehe nur sie und lehne die Stirn an die Scheibe.

Meine Lieblingsgeschichte heißt "In den Gängen" und spielt in den Gängen eines Großmarktes, in welchem der Protagonist seit kurzem arbeitet. Hier lernt er Stapler fahren und Bruno kennen und die Marion aus der Süßwarenabteilung, die ganz nett ist und am Schluss ist da das Meer. Schöne Geschichte. Vollkommen unaufgeregt und leise und traurig. Gefällt mir sehr.

"Die Nacht, die Lichter" ist stimmungsmäßig eher ein Herbst-und-Winter-Buch, falls man eine solche Einteilung treffen mag. In das helle, strahlende Frühlingslicht, welches mich gerade immer weckt, mag keine der Geschichten so richtig passen. Trotzdem schön. Kann man mal lesen, ist auch nicht so dick. 

(Und immer fahren die Leute nach Leipzig oder wohnen in Leipzig. Oder in Halle. Passt also perfekt zur Leipziger Buchmesse)

Samstag, 7. März 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 12.


Eigentlich sollte nun an dieser Stelle ein Beitrag über Rüdiger Safranskis Schiller-Biografie stehen. Ich glaube aber, dass ich die im Leben nicht mehr lesen werde. Auch wenn sich das Buch gut im Regal macht, da sieht man so klug aus. Oder? Nun ja. Auf jeden Fall wurde Schiller nun aus dem Regal entfernt. Aus der Inventarliste auch. Aus Herrn Gatsbys Inventarliste aus, denn seit der Bücherregalzusammenlegung gibt es eine riesige Inventarliste mit derzeit 1031 Büchern (eine schwindelerregende Zahl, wie ich finde), die irgendwann einmal auch cloudmäßig geteilt werden soll. Das wird noch ein Spaß. 

Weil Safranki nun ausziehen musste, kommt nun George Sand dran. Mit Lelia. Ein silberner Sticker sagte "Weltliteratur für Anspruchsvolle - 5 Euro!" und der Klappentext sagt:

"Lelia" machte George Sand schlagartig berühmt. Das bahnbrechende Werk über Liebe, Leidenschaft, Wahnsinn und Mord kritisierte die veralteten Werte des nachrevolutionären Frankreich und legte erstmals die Tiefen der weiblichen Seele offen. 
Der Roman liegt hier in einer Übersetzung der skandalauslösenden, aber auch grenzenlos bewunderten Erstausgabe von 1833 vor. 

Erste Feststellung: Die heißt ja Lelia und nicht Leila. 
Zweite Feststellung. Hui, der Ausschnitt ist aber groß.

Anscheinend habe ich dieses Buch auch schon mal angefangen und auf Seite 38 aufgehört. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Nach der Lektüre des weiterführenden Inhaltserklärungstextes klingt Lelia wie Lulu. Ob da was dran ist? Könnte ich mal nachprüfen. Demnächst irgendwann dann.

Dienstag, 3. März 2015

Aufbrezeln in München - Teil 8.

Irgendwie kommen Dienstage immer viel zu schnell. In meinem Kalender klebt ein Post-It mit der Aufschrift "Breze" und das wandert nach jedem Dienstag zum nächsten Dienstag und wenn dann Dienstag ist, bin ich schockiert, dass wieder Dienstag ist. Und dann steht da wieder "Breze" und ich muss überlegen, wo man sich eine Breze kaufen könnte. Vielleicht hätte ich nicht gleich am Anfang die nahegelegenen Bäckereien abklappern sollen. Aber glücklicherweise habe ich ja in einigen Kommentaren schon Vorschläge für Brezen-Kauforte bekommen und deswegen fuhr ich heute in die Stadt. Genauer gesagt zum Viktualienmarkt. Der ist immer voll mit Touristen, aber eigentlich war es ganz nett, weil es gar nicht so arg voll war und die Sonne schien und es war hell und freundlich. Deswegen war ich da etwas länger. Eigentlich war ich da etwas länger, weil ich erst einmal den von mir auserkorenen Bäckerstand finden musste, aber das nur nebenbei (außerdem habe ich noch Zitronen gekauft und die Zitronenverkäuferin hat mich mit der Frage "Brauchen Sie nur den Saft oder die ganze Zitrone?" sehr verwirrt, weil ich dachte, die will die Zitrone dann gleich für mich auspressen, dabei ging es nur darum, ob sie mir lieber eine Bio-Zitrone geben soll, weil da die Schale besser ist). Im Visier hatte ich nämlich Karnoll's Back & Kaffestandl (steht so auf dem Schild, ich hab das nur abgeschrieben), der damit wirbt, die besten Brezen in München zu verkaufen. Weswegen die Frau vor mir auch "Zwei beste Brezen" bestellt hat. Da mussten aber auch wirklich alle am Stand lachen. Also. Eigentlich niemand. Aber sie wurde wenigstens gefragt, ob sie lieber helle oder lieber dunkle Brezen möchte. Ich nicht. Mir ist das auch relativ egal. Eigentlich kenne ich nur die Frage nach wenig oder viel Salz und da ist da Antwort ja wohl klar. Niemand mag Salz!
Aber nun zurück zur heute verzehrten Breze - ist das wirklich die beste Breze in München?

Name: Brezn
Preis: 0,50 Euro
Kaufort: Karnoll's Back & Kaffeestandl (steht so auf der Tüte, ich hab das nur abgeschrieben)
Optik: relativ hell, mittelgroß, wenig Salz, schön am Bauch aufgesprungen und mit lustigem Muster, mitteldicke Ärmchen
Konsistenz: schön knusprig, insbesondere die Ärmchen sind sehr knusprig, der Bauch ist dagegen sehr schön fluffig, nicht trocken
Geschmack: angenehmer Brezengeschmack
Gesamturteil: ich bin sehr überrascht, weil ich durch das Werbeschild eigentlich eher kritisch gestimmt war. Jeder kann behaupten, dass er die besten Brezn verkauft. Aber - ich muss schon sagen, die Breze von Karnoll's ist schon wirklich sehr gut. Und günstig! Gut & Günstig, quasi! Und auch, wenn ich mich mit dieser Punktevergabe quasi wiederhole, vergebe ich 5 von 5 Brezen. Und hätte jetzt gerne noch eine Breze, danke.

Montag, 2. März 2015

Suchbegriffe für Nordbrezen - 9

Ein Blick in Google Analytics und ich muss meist lachen. Weil ich Suchbegriffe sehr schön finde. Weil ich die Vermutung habe, dass die hohen Seitenaufrufe der letzten Monate nur durch Spam-Kommentare verursacht wurden, nicht, weil plötzlich ganz viele Menschen diesen Blog so wahnsinnig interessant finden.

gefühlsleben bilder
Achterbahnfahrt! Das ist aber schon hundert Jahre her und ein sehr hässliches Paint-Bild. Das geht doch sicherlich besser. Ich mag Achterbahnen gar nicht. Ich bin schon jetzt - eine Woche vor der offiziellen Anmeldung der Masterarbeit - in einer Achterbahn, weil ich keine Lust habe, mich konzentriert an den Schreibtisch zu sitzen. Das wird noch ein Spaß.
"das leben zärtlich liebte, das ihm sanft dahinfloß"
Oh, das ist ja ein Zitat von Thomas Mann. Ich möchte gerne wieder Blumen am Tisch stehen haben. An den  Zauberberg habe ich schon lange nicht mehr gedacht, obwohl ich letzten Sommer, also vor einer Ewigkeit, einmal ein großes Leseprojekt dazu starten wollte. Hat ja super geklappt. Vielleicht ist dieser Sommer der Zauberberg-Sommer. Schließlich weiß ich noch nicht, was ich im Sommer, nach der Masterarbeit, machen werde. Vielleicht wird es aber auch eine Neuauflage von "Das Experiment - Die macht das wirklich! Zwei Wochen am Stück als Arbeitslose" geben. Das wäre auch ein Spaß.
bachelor of arts mein urkunde hamburg
Ich bin ein bisschen verwirrt ob dieser Suchanfrage. Was genau wollte der Suchende denn finden? Seine/Ihre Urkunde? Wurde die in Hamburg verloren? Haben die in Hamburg etwa viel schönere Urkunden als in München? Niemand weiß das. 
bilderwand selber machen
Die Bilderwand erfreut mich jeden Tag. Bei ein paar Bildern bin ich aber am Überlegen, ob ich sie austausche, zwecks Abwechslung. Bei meinen drei alten Damen bin ich am Überlegen, ob ich mich auf die Suche nach drei kleinen, schwarzen, alten Bilderrahmen mache, damit ich wieder alle drei alten Damen aufhängen kann, denn eine alte Dame ist zu Bruch gegangen und deswegen nicht vorzeigbar (also, das Glas ist zu Bruch gegangen, nicht die alte Dame).  
billy ikea opel corsa
Die Antwort: Ja, geht. Wenn meine Mutter und ich da einen kompletten Pax reinbekommen haben, bekommt man da auch so etwas kleines wie einen Billy rein. 
brauchen größere kinder in finnland im winter strumpfhosen
Größere Kinder wie in Körpergröße oder in Alter? Ich würde da ja keine Unterscheidung treffen, in Finnland im Winter sollte man immer eine Strumpfhose tragen. Egal, ob Kind oder Nicht-Kind. 
dachs ikea
An dieser Stelle freue ich mich stellvertretend für Dachs. Und ich habe selbst bei Google nach "Dachs Ikea" in der Bildersuche gesucht und Bilder von Dachsen gefunden. Auch von meinem Dachs. Die meisten Bilder machten mich dann aber traurig, weil die Menschen ihren Dachs verkaufen wollten. Wer macht denn sowas trauriges? Wenn das Dachs erfahren würde! 
frankreich vokabeln impressionismus
Gestern habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut, weil ich in einem Buch ("Das Scheusal" von Alice Herdan-Zuckmayer) einen französischen Satz verstanden habe. "Elle va bien, mais une fois elle a pissé dans mon lit." Aber ansonsten ist es eher schlecht bestellt um meine Französisch-Kenntnisse. Ich versuche, in nächster Zeit wieder Vokabeln zu lernen. Oui!  
http://evagwen.blogspot.ch/
Gerade ausprobiert - funktioniert. Wobei man dann einfach zu www.nordbreze.de weitergeleitet wird. So, wie sich das gehört. 
mädchen kaputte schuhe
Meine Stiefel, die ich mir im Oktober/November/Dezember gekauft habe, sind leider schon kaputt und machen meine Socken kaputt. Das ist sehr traurig, ich habe es aber trotzdem noch nicht übers Herz gebracht, sie wegzuschmeißen. Vielleicht klappt das endlich, wenn die Sonne wieder häufiger scheint. Also - entweder gar nicht oder sehr bald.