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Freitag, 2. Mai 2014

BloggdeinBuch - Schattenmädchen von Laila El Omari


Für BloggdeinBuch habe ich dieses Mal "Schattenmädchen - Das Geheimnis einer Familie" von Laila El Omari gelesen, nachdem mir das Cover ins Auge gesprungen ist (ich sollte wirklich damit aufhören, Bücher aufgrund des Covers zu kaufen ...) und ich den Hintergrund der Geschichte mit Teeplantagen und Kolonialherrschaft ansprechend fand.

Die Geschichte spielt in Ceylon, und wie ich gerade erfahren habe, ist das Sri Lanka und nicht China. Ich bin geografisch eher eine Niete. Das erklärt aber auch, warum die immer von Indien nach England fahren. Indien ist viel näher an Sri Lanka als an China! Gut. Nachdem ich nun die geografischen Gegebenheiten geklärt habe, zurück zur Geschichte. Die in Ceylon spielt. 1895. Überall Teeplantagen! Alle trinken ständig Tee! Deswegen musste ich bei der Lektüre des Buches auch ständig Tee trinken. Pluspunkt fürs Buch! Wenn die Leute in der Geschichte nicht gerade Tee trinken, gehen sie zu Abendgesellschaften, Reiten, Jagen, machen also quasi alles, was man in England auch machen würde. Nur halt in Ceylon. Kolonialherrschaft ist schon was schönes (nein, ist es nicht). Maya ist die zweitälteste Tochter der Familie Cameron und langweilit sich auf dem familieneigenen Anwesen. Die Routine aus Reiten, Tee trinken und darauf warten, bis man einen Teeplantagen-Besitzer geheiratet hat, wird durch die Rückkehr von Adrian Frost aus London durchbrochen. Ihm gehört die Hälfte der Cameron-Teeplantage bzw. wird er sie mal erben. Bis vor acht Jahren lebte Adrian auch bei den Camerons, nachdem seine Mutter kurz nach seiner Geburt plötzlich verschwand. Mysteriöserweise verschwand kurz davor auch Mayas Tante. Adrian möchte unbedingt seine Mutter finden und nachdem Maya ein Tagebuch ihrer Tante findet, begeben sich die Beiden zusammen auf die Suche nach den verschwundenen Frauen ... 

Auf dem Buchklappentext hört sich das ganze dann so an:

Mit dem plötzlichen Auftauchen des charismatischen Engländers Adrian Frost gerät das eintönige Leben der wohlbehütet aufgewachsenen Maya Cameron völlig aus den Fugen. Doch auch wenn sich Maya in ihren romantischen Gefühlen für den reichen Erben der Frost-Ländereien verliert, so spürt sie gleichzeitig eine scheinbar undurchdringliche Düsternis, die mit Adrian Einzug auf Leighs End, der Teeplantage ihrer Familie, hält. Maya glaubt nicht an Zufall und schon bald kommt sie einem lang gehüteten Geheimnis auf die Spur, das ihre heile Welt Stück für Stück zerbrechen lässt ...

Man ahnt - Gefühle und Geheimnisse spielen hier eine wichtige Rolle. Landschaft auch. Und nachdem ich das beim Lektoratsblockseminar letztens gelernt habe, kann ich nun mitteilen, dass es sich bei diesem Buch um einen Vertreter der "Landschaft und Liebe"-Romane handelt. Nur eben für Jugendliche, weil es schließlich eine jugendliche Protagonistin ist. Die Gefühle von Maya und Adrian zueinander sind schon von Anfang an sehr ersichtlich, glücklicherweise gibt es trotzdem kein langes "Umeinander rumtanzen". Die Lösung der Geheimnisse war auf der einen Seite naheliegend, auf der anderen Seite überraschend, aber ich kann das jetzt nicht näher ausführen, ohne das Ende zu verraten. Das wäre ja schließlich furchtbar. Mir haben die Beschreibungen des Lebens in Ceylon (auf Ceylon?) gut gefallen, es war mir aber fast zu wenig. Wie ich oben schon geschrieben habe, eigentlich hätte die Geschichte so auch in England selbst spielen können. Aber ich fand es nett, dass verschiedene Teearten beschrieben wurden. Da lernt man noch was, Kinder! Warum aber die Teeproduktion extrem mechanisch erklärt wird, hab ich nicht verstanden, ich denke nämlich nicht, dass Maya das so wahrnimmt. Was mich extrem genervt hat - die Katze. Die Katze denkt! In kursiv. Muss das sein? 

Als Abschalt-und-Urlaubslektüre ganz gut geeignet, insgesamt etwas zu vorhersehbar. Ich vergebe 3 von 5 Punkten und trinke nun weiter Tee. Wobei mein Tee nur ein langweiliger Beuteltee ist. Oh weh.
(Oh, einmal trinkt Maya Kaffee zum Frühstück und da hätte ich mir ein "Was??? Kaffee???" gewünscht, wenn schon sonst wirklich nur Tee getrunken wird)
 
Schattenmädchen - Das Geheimnis einer Familie von Laila El Omari ist bei Coppenrath erschienen und kann hier bestellt werden.

Montag, 4. November 2013

BloggdeinBuch - Berühre meine Seele von Rachel Vincent



Und ich noch so "Yay, Buch fertig! Morgen schreib ich dann die Rezension!" ... Joah. Das war vor einer Woche. Ich sollte in meinen Terminkalender auch solche Dinge wie "Blogeintrag schreiben" hineinschreiben. Egal. Glücklicherweise habe ich mich jetzt erinnert (nachdem ich eigentlich was anders bloggen wollte, aber das kann warten), deswegen freuen wir uns jetzt auf meinen dritten Blogeintrag powered by BloggdeinBuch.
Dieses Mal durfte ich das Buch "Berühre meine Seele" aus der Reihe Soul Screamers (Bandnummer 5 - dazu später mehr) von Rachel Vincent lesen. Das Buch ist vom Verlag Darkiss einem Imprint von Mira Taschenbuch. "Twilight-Fans werden das Buch lieben." steht auf dem Buchrücken. Na dann. 

Um was geht es?

Kaylee ist eine Banshee. Wenn jemand in ihrer Nähe stirbt, dann muss sie schreien. Für die Seele. Was genau dahintersteckt, wird in diesem Band nicht (mehr) erklärt, schließlich gibt es vier Vorgängerbände, die das erklären. Und in "Berühre meine Seele" schreit Kaylee auch nur einmal ganz kurz am Anfang. Nachdem es sich hier um Jugendfantasy handelt, sind natürlich auch in Kaylees familären und schulischen Umfeld mehrere fantastische Wesen unterwegs. Ihr Freund Nash ist auch ein Banshee, der Bruder des Freundes (Todd) ist tot und ein Reaper (holt sich also die Seelen von verstorbenen Menschen), ihre Eltern haben Kaylee als Kleinkind das Leben gerettet, indem ihr Vater einen Tauschhandel mit einem Reaper, der Kaylees Seele holen wollte, abgeschlossen hat, nur war der Reaper arschig und hat sich die Seele der Mutter geschnappt (aka = die Mutter ist tot) und die Highschool liegt an einem ähnlich doofen Platz wie die Highschool bei Buffy (was lustig ist, denn im Buch wird das sogar mal gesagt). Soweit das Ausgangssetting. In "Berühre meine Seele" gibt es nun zwei Geschichten, die parallel ablaufen (aus spannungstechnischen Gründen, ne). Der neue Mathelehrer Mr Beck (alleine, wenn ein Lehrer neu an der Schule ist, bedeutet das nix gutes ...) ist ein Inkubus, den aufgrund seiner magischen Anziehungskraft alle Schülerinnen extrem heiß finden, woraus er seinen Vorteil zieht, denn er ernährt sich von Leidenschaft und braucht dringend eine Gebärmutter, um sich fortzupflanzen. Hurra! Kaylee (die natürlich nicht von der magischen Anziehungskraft betroffen ist, neinnein) versucht zu verhindern, dass ihre beste Freundin Emma als Sexualpartnerin und Gebärmaschine missbraucht wird. Und nebenbei gibt es noch ein gewisses Zeitproblem, denn Todd hat erfahren, dass Kaylee in einer Woche sterben wird. Doppelhurra! Es folgen Konflikte, Probleme, Gespräche, Einbrüche, Küsse, pubertäre Beziehungsprobleme, Nichtkommunikation und all die anderen Dinge, die wir aus Jugendfantasy-Büchern kennen. Das Ende möchte ich nicht verraten, es soll doch spannend bleiben (es gibt Folgebände!). 

Und? Werden es Twilight-Fans lieben? 

Joah. Ich fand es ganz nett. Vorhersehbar (wie Twilight) und oberflächlich unterhaltend (wie Twilight). Passt also schon irgendwie. Mein größtes Problem - und daran bin ich auch selber schuld - ist die Tatsache, dass es eben der fünfte Band einer Reihe ist und ich die Vorgängerbände alle nicht kenne. Es werden zwar immer wieder Dinge aus den anderen Bänden erklärt (wie das bei Fortsetzungsromanen oft der Fall ist), aber solche Ein-Satz-Erklärungen sind eben nur Ein-Satz-Erklärungen und können nicht die Lektüre eines ganzen Buches (bzw. in dem Fall die Lektüre von vier Büchern) ersetzen. Ich glaube auch, dass mir das Buch besser gefallen hätte, wenn ich die Reihe von Anfang an gelesen hätte. Dazu habe ich aber derzeit keine Lust. Also, es kann gut sein, dass ich da mal von vorne anfange, aber nicht in nächster Zeit. 
Die Personen waren teilweise sehr sympathisch geschrieben (Todd mochte ich schon gerne, auch wenn er leichte Edward-Stalker-Ambitionen hat), aber eben auch teilweise etwas blass und nüchtern. Ich versteh beispielsweise überhaupt nicht, warum Kaylee und Nash zusammen sind (und warum Kaylee UNBEDINGT vor ihrem Tod noch Sex haben möchte ...). Aber es kann natürlich auch gut sein, dass mir da wieder das Hintergrundwissen fehlt. Emma war der Prototyp einer nervigen, besten Freundin, wie sie anscheinend auch bei Jugendfantasy-Bücher derzeit ständig gebraucht wird (jedenfalls hat sie mich an die Freundin aus Rubinrot erinnert ...). 
Dass im Buch zwei Geschichten miteinander verwoben werden, finde ich eigentlich ganz nett, aber irgendwie bleiben dadurch beide Geschichten so oberflächlich. Der nahende Tod spielt zwar immer wieder eine Rolle, aber irgendwie hätte ich mir da mehr Interaktion gewünscht, insbesondere würde mich interessieren, was genau Kaylees Vater macht, während er versucht den Tod seiner Tochter zu verhindern. Auf der anderen Seite wird nur am Rande aufgezeigt, wie ungut der Vermehrungswunsch von Mr Beck ist. Hm. Aber ich glaube, alleine würden die Geschichten noch mehr in der Luft schweben.

Ich vergebe 3 von 5 Punkten. Wer neugierig geworden ist: Hier kann man "Berühre meine Seele" bestellen

Und jetzt werde ich erstmal weiter "Das größere Wunder" von Thomas Glavinic lesen. Bald ist die Lesung in Augsburg. Dreifachhurra. Und das Buch ist bisher wirklich sehr gut. Obwohl ich mich null fürs Bergsteigen interessiere.

Donnerstag, 23. Mai 2013

BloggdeinBuch - Glits von Robert Wolfe


(Nachdem das Cover bei BloggdeinBuch eine komplett andere Farbe hat als das Original, schummle ich kurz und zeige kein vorgefertigtes Produktfoto sondern Buch in orange und nicht in rosa mit staubigem Laptop. Hurra!)

Ich bin spät dran. Sehr spät. Dieses Mal ist es aber nicht nur die Schuld meiner Zeiteinteilung, sondern liegt auch daran, dass ich das Buch erst sehr spät mit der Post zugestellt bekommen habe. Ich vermute ja mal, dass das irgendwie abhanden gekommen ist. Und dann war Buchmesse und irgendwann Ende April habe ich schließlich Post bekommen. Und nachdem noch nicht ganz Ende Mai ist, liege ich eigentlich sehr gut in der Zeit. Ha! 

Jedenfalls. Wieder ein Buch von BloggdeinBuch. Dieses Mal ein echtes Buch und kein Hörbuch. Glits von Robert Wolfe. Bei Thienemann  hier erhältlich Ich zitiere kurz den Klappentext:

Wie aus dem Nichts ist es da. Dieses Wesen, das sie "den Glits" nennen. Mit einer Stimme, die an die Gesänge von Walen erinnert. Und einer Kraft, die jeden verändert. Von Grund auf. Für immer. Auch Jay, den Eigenbrötler. Und Rachel, die stets kurz vorm Explodieren ist. Und während die Staatsmacht den Geheimdienst aktiviert, um den großen Unbekannten auszuschalten, und die Presse eine Jahrhundertsensation wittert, starten Jay und Rachel zu einem Roadtrip quer durchs Land. Mit dem Glits an ihrer Seite

Und jetzt - vergessen wir sofort den Klappentext wieder. Nee. Eher nicht so. Eher so gar nicht. Am meisten amüsiert mich gerade, dass der Geheimdienst "den großen Unbekannten" ausschalten will. Die meiste Zeit wird der Glits von Jay oder Rachel getragen. Entweder versteh ich jetzt das "groß" falsch oder der Verlag drückt sich da einfach doof aus. Und ein Roadtrip ist das wohl auch eher nicht. Ich bin zwar geografisch ne Niete, aber die Niederlande (ein Jugendbuch, welches in den Niederlanden spielt! So toll! Wäre das ein deutscher Autor, hätte es in London spielen MÜSSEN ...) sind erstens nicht so groß und zweitens hört sich da im Buch an, als würden die sich halt immer in einem Umkreis von höchstens 100 Kilometern aufhalten. Und nur weil sie einmal mit nem Auto auf der Autobahn unterwegs sind, ist das noch lange kein Roadtrip. Egal, egal. 

Ehm. Ja. Also. Eigene Kurzbeschreibung, um was es geht. Das Glits taucht plötzlich auf und wird vom Geheimdienst festgehalten. Niemand versteht, was das Glits sagt und so kommt man auf die Idee, man könnte ja das Internet fragen. Im Internet wird ein Soundfile veröffentlicht. Einige Jugendliche verstehen, was das Glits sagt und sollen nun dem Geheimdienst beim Übersetzen helfen. Interessant ist, dass das Glits es schafft, bei jedem Menschen ein gutes Gefühl zu hinterlassen, wenn es in der Nähe ist. Der Geheimdienst beschließt dann, dass das Glits beseitigt werden will. Jay und Rachel, zwei der Jugendlichen, die die Sprache des Glits übersetzen können, befreien das Glits und versuchen es zu retten.

Mir ist positiv aufgefallen, dass Glits ein Jugendbuch aus der Sicht der männlichen Hauptperson ist. Das ist ja irgendwie selten genug. Gut. Ich bin mit keinem der beiden Hauptpersonen warm geworden. Jay ist der Vorzeige-Emo, der sich ritzt und den niemand verstehen kann (im Buch sogar wortwörtlich - kurze Zeit spricht Jay nämlich nur die Sprache des Glits und dann kann ihn wirklich niemand verstehen. Und er versteht auch niemanden). Bei Beschreibungen von Selbstverletzungen krieg ich immer Gänsehaut, ich mag das gar nicht. Gut, es war im Buch nur einmal kurz Thema, danach nicht mehr. Und Rachel, Rachel ist einfach nur wütend. Auf alles und jeden. Warum sich da dann eine kleine Liebesgeschichte entwickelt, ist mir nicht ganz klar geworden. Okay. Vielleicht muss die einfach ins Buch. Die ganzen Männer der Polizei bzw. des Geheimdienstes sind für mich ein anonymer Klumpen. Ich konnte die nicht auseinanderhalten. Das ist irgendwie schade. Weil es da eigentlich ein paar interessante Charaktere gegeben hätte. Jedenfalls ist das immer so ein bisschen aufgeploppt, aber dann war es auch schon wieder weg.

Das wäre auch mein Gesamtfazit - die interessante Idee dahinter (unbekanntes Wesen, welches uns allen Liebe und Verständlich bringt, wird nur von einigen Jugendlichen verstanden) ploppt immer ein bisschen auf, aber die Umsetzung gefällt mir leider gar nicht. Deshalb kann ich den drei Schlagwörtern, die auf der Rückseite des Buches stehen, auch gar nicht zustimmen - Aufwühlend - Rasant - Witzig. Nee. Eher nicht so. Schade. 

Ich vergebe 2 von 5 Punkten. Und jetzt die wichtige Frage - les ich jetzt endlich City of Bones oder fang ich mit A feast for crows an? Schließlich brauch ich ein Buch für die morgige Zugfahrt. Denn es geht übers Wochenende mal wieder kurz ins heimische Bayern.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Blogg dein Buch - Christmas Stories

Schon lange wollte ich bei BloggdeinBuch mitmachen, doch habe ich es immer wieder aus den Augen verloren. Nachdem ich im Sommer das Unternehmen sogar in meiner Bachelorarbeit kurz erwähnt habe, habe ich es nun endlich geschafft mich dort zu registrieren und - was noch viel aufregender ist - ich schaffe es nun auch noch rechtzeitig, die erste Rezension zu schreiben. Wuhu!


Mitte Dezember habe ich das Hörbuch (kann man da Hörbuch sagen? Ich sag es mal, werde es aber gleich noch erklären. Jawohl) "Christmas Stories" vom Verlag Digital Publishing erhalten. Ich kannte den Verlag bzw. diese Art von Hörbüchern sogar noch aus meiner Ausbildung und bin damals schon ein paar Mal um verschiedene Titel herumgeschlichen. Wahrscheinlich habe ich mich deswegen für dieses Rezensionsexemplar entschieden.

Um was geht es?

"Christmas Stories" ist ein interaktives Hörbuch. Das heißt, man bekommt nicht nur eine Audio-CD mit dem gesprochenen Text, sondern auch noch ein Textbuch mit dem kompletten Text und einigen Vokabelhilfen, das heißt, Übersetzungen von schwierigen Wörtern UND eine CD-ROM. Spielt man die CD-ROM ab, wird einem der Text vorgelesen und man kann gleichzeitig mitlesen, weil der Text miteingeblendet wird. Ich habe das bei nur einem Text genutzt, weil ich die anderen beiden Texte sehr gut verstanden habe. Bei dem letzten Text fand ich es dann sehr praktisch, dass ich gleichzeitig hören und lesen kann, weil ich so den Text endlich verstanden habe, was beim reinen Hören nicht ganz möglich war (kann aber auch daran liegen, dass ich den Text gestern nach der Arbeit gehört habe und eigentlich lieber ins Bett wollte ...).

Und welche Texte habe ich mir nun angehört?

"Christmas Stories" ist eine Zusammenstellung von drei Weihnachtsgeschichten von drei verschiedenen englischsprachigen Autoren (hätte ich mal früher gebloggt, wäre das auch zeitthematisch besser. Blöderweise habe ich das Paket bekommen, als ich schon fast zum Weihnachtsbesuch nach Hause gefahren bin und da wollte ich es nicht mitnehmen und dann war Silvester und dann war ich zu faul und jetzt kann ich es machen, weil ich den nötigen Druck habe. Fuck yeah!).

Die erste Geschichte ist von Paul Auster und heißt "Auggie Wren's Christmas Story" und ist meine liebste Geschichte auf dieser CD. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie sehr selbstironisch mit dem Thema Weihnachtsgeschichte umgeht.
Even at their best, Christmas stories were no more than wish-fulfillment dreams, fairy tales for adults ...
Ja. Schon. Hat mich sehr amüsiert. 
Inhaltlich geht es in dieser Geschichte darum, dass der Schreiber (wohl Paul Auster selber) eine Weihnachtsgeschichte schreiben muss (MUSS!) und nicht weiß worüber. Das erzählt er seinem Zigarettenverkäufer und der wiederum erzählt im die Geschichte, wie er zu seiner Kamera gekommen ist, mit der er seit zwölf Jahren immer zur selben Zeit ein Foto von der selben Straßenecke macht. Sehr feine Geschichte, insbesondere weil der Weihnachtsanteil relativ gering ist.

Die zweite Geschichte "A Christmas Memory" ist von Truman Capote (Ich hab "Breakfast at Tiffany's" immer noch nicht fertig gelesen ...). Da hatte ich am Anfang etwas Probleme zu verstehen, wer die Protagonisten sind (irgendwie dachte ich, dass die Frau viel jünger ist und nicht über 60 ...), aber dann fand ich es eigentlich ganz  nett. 
When you're grown up, will we still be friends?
Eine alte Frau und ein junger Junge backen zu Weihnachten fruitcakes. Jedes Jahr, wenn das Wetter (bzw. die alte Frau) sagt, dass es fruitcake weather ist. Auch hier finde ich wieder schön, dass die Geschichte nicht zu weihnachtlich ist (kein Kitsch, kein Glitzer, kein Kirchenzeugs, keine Weihnachtsgeschichte mit Jesus, Engeln und Schafen). 

Die letzte Geschichte ist von John Updike, heißt "The Carol Sing" und hat mir am wenigsten gefallen. Es geht um einen Chor, der Weihnachtslieder singt, aber dieses Jahr ist das Singen anders, weil die wichtigste Stimme fehlt, denn der Mann mit der Stimme ist tot. Oh weh. In der Geschichte wird immer wieder gesungen und wahrscheinlich fand ich deswegen die Geschichte nicht so toll. Und wie am Anfang schon gesagt, beim reinen Hören hab ich erst nicht so viel verstanden, beim Hören und Mitlesen ging es dann besser. Trotzdem - nicht so tolle Geschichte und deswegen kann ich auch keinen Satz zitieren. Ha! So fies bin ich!

Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Zusammenstellung an Geschichten nett fand, dass ich das Konzept "Interaktives Hörbuch" sehr gelungen finde, weil man so nicht nur englische Texte hören, sondern bei Schwierigkeiten diese auch noch nachlesen kann (und das entweder im Textbuch oder eben mit der CD-ROM) und dass ich mir mal das restliche Angebot von digital publishing wohl nochmal angucken werde, weil ich doch immer ein großer Fan davon bin, wenn es darum geht meine Englischkenntnisse zu verbessern. Und das sollte mit so einem Hörbuch doch eigentlich recht gut gehen ("Christmas Stories" hat die Schwierigkeitsstufe A2 - fortgeschrittene Anfänger. Das muss doch noch zu toppen sein!).

Wer nun gerne im nichtverschneiten Januar Weihnachtsgeschichten hören möchte, kann sich das Hörbuch bestellen.

Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, dieses Hörbuch für BloggdeinBuch zu hören und darüber zu schreiben und ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn ich mir ein anderes Buch von BloggdeinBuch aussuchen kann.