Samstag, 16. Oktober 2021

Deutscher Buchpreis 2021 - Die Shortlist #dbp21

 


Am Montag, den 18. Oktober, wird der Deutsche Buchpreis 2021 vergeben und ich bin schon sehr gespannt, welches der sechs Bücher aus der Shortlist gewinnen wird. Kurz vor knapp folgt nun deshalb noch mein Kommentar zur Shortlist und der Hinweis, dass die Preisverleihung am Montag ab 18 Uhr auf der Seite des Deutschen Buchpreises live mitverfolgt werden kann. Guess, we have a date! 


"Der zweite Jakob" von Norbert Gstrein. Erschienen im Carl Hanser Verlag.
Hm. Nee. Überzeugt mich leider immer noch nicht. 

"Vati" von Monika Helfer. Erschienen im Carl Hanser Verlag.
Ich sag mal so, der Titel ist fast richtig, ich hätte mir nur lieber "Vater und ich" auf der Shortlist gewünscht. 

"Eurotrash" von Christian Kracht. Erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch. 
Mich amüsiert es sehr, dass ich das Buch seit Erscheinen lesen möchte, es mir aber immer noch nicht gekauft habe, weil ich dann doch jedes Mal ein anderes Buch mehr anspricht. Wenn das Buch nun den Deutschen Buchpreis gewinnt, kauf ich es aber wirklich. Versprochen!

"Zandschower Klinken" von Thomas Kunst. Erschienen im Suhrkamp Verlag.
Ich war so verwirrt von der Leseprobe, ich habe keine Ahnung, was dieses Buch möchte. Das könnte bedeuten, dass das Buch gute Chancen hat zu gewinnen. 

"Identitti" von Mithu Sanyal. Erschienen im Carl Hanser Verlag.
Mein Gewinnerbuch der Herzen. Wie schön wäre es, wenn Mithu Sanyal den Preis nach Hause nehmen könnte?!

"Blaue Frau" von Antje Rávik Strubel. Erschienen im S. Fischer Verlag.
Von der Leseprobe war ich leider nicht so überzeugt, aber einzige Rezensionen haben mich nun doch neugierig auf das Buch gemacht. Vielleicht les ich das dann doch mal. 

Sonntag, 3. Oktober 2021

Neu im Bücherregal - Die September-Bücher 2021

Rainer Maria Rilke sagt, dass es im Herbst Zeit wird zu lesen (meine freie Interpretation von "Herbsttag"). Da hat er irgendwie Recht, denn wenn es draußen kälter wird, Laub auf den Wegen liegt und sich Kastanien in den Jackentaschen sammeln, kann man ganz wunderbar den Tag im Bett mit guten Büchern verbringen. Ich verrate euch ein Geheimnis: Das funktioniert aber auch zu jeder anderen Jahreszeit sehr gut. Habe ich für euch getestet und für gut befunden. Wer aber keine Lust aufs unruhige Wandern oder Häuser bauen hat, der kann sich Rilke und mir anschließen. Ich muss mich nur noch entscheiden, welches der Bücher, die im September neu ins Regal gezogen sind, ich nun lesen werde. 


Dienstag, 28. September 2021

»Allein« von Daniel Schreiber

Originalausgabe - Erschienen bei Hanser Berlin - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Zu keiner Zeit haben so viele Menschen allein gelebt, und nie war elementarer zu spüren, wie brutal das selbstbestimmte Leben in Einsamkeit umschlagen kann. Aber kann man überhaupt glücklich sein allein? Und warum wird in einer Gesellschaft von Individualisten das Alleinleben als schambehaftetes Scheitern wahrgenommen?
Im Rückgriff auf eigene Erfahrungen, philosophische und soziologische Ideen ergründet Daniel Schreiber das Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Rückzug und Freiheit und dem nach Nähe, Liebe und Gemeinschaft. Dabei leuchtet er aus, welche Rolle Freundschaften in diesem Lebensmodell spielen: Können sie eine Antwort auf den Sinnverlust in einer krisenhaften Welt sein? Ein zutiefst erhellendes Buch über die Frage, wie wir leben wollen.

Es gibt so Bücher, bei denen weiß man schon seit der ersten Ankündigung, dass das ein gutes Buch werden wird. Es vergeht Zeit bis zur Veröffentlichung, irgendwann liegt das Buch in der Post (besonders hübsch eingepackt vom Autor und dem Verlagsteam, Applaus dafür!) und man freut sich auf die Lektüre. Und gleichzeitig hat man Angst davor. Was, wenn die hohen Erwartungen doch nicht erfüllt werden können? Was, wenn es in eine ganz andere Richtung als gedacht geht?

Doch all diese Sorgen waren bei »Allein« von Daniel Schreiber unberechtigt. Ich nehme es direkt vorweg: Dieses Buch ist jetzt schon eines meiner Jahreshighlights 2021. Selten hatte ich ein so kluges, ein so intimes, ein so richtiges Buch in den Händen. Ist das nun die Stelle, an der ich mich beim Autor bedanken kann? Danke, Daniel.

In »Allein« erzählt Daniel Schreiber nicht einfach nur vom Alleinsein und der großen Bedeutung dahinter. Daniel Schreiber konzentriert sich auf die vergangenen zwei Jahre, in denen so viele von uns auf unterschiedliche Arten alleine waren. Corona und die damit verbundenen Einschränkungen des Soziallebens haben uns alle getroffen. Und wir alle waren und sind irgendwie alleine. Das betrifft Alleinstehende ebenso wie Paare und Familien. Wir alle haben weniger Zeit mit anderen Menschen verbracht. Wir alle mussten in den vergangenen zwei Jahren lernen, allein zu sein. Nicht nur allein, sondern auch einsam. Nur das zuzugeben, fällt schwer. 

Bei Daniel Schreiber beginnt alles mit einem Garten. Denn er bietet einem befreundeten Paar an, sich um den Garten des neubezogenen Hauses zu kümmern. Schließlich hat Daniel Schreiber eine Leidenschaft für Pflanzen und Gärten. Und es ist eine Möglichkeit, mehr Zeit mit dem Paar zu verbringen, das Berlin für einen Umzug aufs Land verlassen haben. Daniel hat Angst, dass er sich ohne sie in Berlin alleine fühlt. Ganz ohne Partner. Nur auf sich gestellt. 

Für mich ist »Allein« im schönsten Sinne ein kluges Tagebuch, das Daniel Schreiber für uns öffnet. Er erzählt von seinen Ängsten, von Reisen in die Schweiz und auf die Kanarischen Inseln, von der Liebe zum Wandern, von depressiven Phasen und der tiefen Dunkelheit. Er spricht von Freundschaften im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Wie wichtig Freundschaften sind und warum sie einen ebenso hohen Stellenwert wie Beziehung haben. Und immer wieder kommt er auf andere Autor*innen zurück, die vom Alleinsein berichten. Joan Didion, Annie Ernaux, Eva Illouz, Deborah Levy, Olivia Laing, Maggie Nelson, Rebecca Solnit und so viele mehr. Einer der Gründe, warum ich die Lektüre häufig unterbrechen musste, um mal wieder meinen Bleistift zu suchen und ein weiteres Buch aus dem Literaturverzeichnis zu notieren. Denn ich liebe es sehr, wenn mich ein Buch zu vielen anderen interessanten Büchern führt. 

»Zwischen all den Geschichten, die wir uns erzählen, um zu leben, und zwischen all den Versuchen, diese Geschichten abzulegen, wenn wir merken, dass sie unsere Sicht auf die Dinge verzerren und zu selbstgebauten Gefängnissen werden, gibt es Momente der Stille.« (Seite 140)

Lesen ist eine sehr einsame Tätigkeit. Mit »Allein« fühlt man sich dabei aber ganz und gar nicht allein. Und wenn doch, ist das auch vollkommen okay.

Sonntag, 19. September 2021

»Die nicht sterben« von Dana Grigorcea

Originalausgabe - Erschienen im Penguin Verlag - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar im Rahmen des Deutschen Buchpreises!

B. ist eine kleine Stadt in den Bergen, an der Grenze zu Transsilvanien. Eine junge, in Paris ausgebildete Künstlerin, verbringt hier ihre Sommerferien in der Villa ihrer Großtante. Sie liebt die Natur, die bukolische Landschaft und das einfache Leben der Einheimischen. Was sie lange Zeit nicht wahrhaben will, sind die sozialen Abgründe, die Perspektivlosigkeit und Verzweiflung ihrer Freunde. Das Unheil aber kommt mit dem Fund einer Leiche – übel zugerichtet wie vom Fürsten der Finsternis.


Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2021 ist »Die nicht sterben« von Dana Grigorcea mein Patenbuch beim #buchpreisbloggen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich vor der Bekanntgabe der Longlist den Titel so gar nicht auf dem Schirm hatte und nicht so recht wusste, was mich da bei der Lektüre erwartet. Ein Glücksfall, wie ich nun feststellen darf, denn wer weiß, ob ich ohne das Buchpreisbloggen überhaupt zu »Die nicht sterben« gegriffen hätte.


Dana Grigorcea erzählt in »Die nicht sterben« eine erfrischend moderne Variante des Dracula-Mythos mit der richtigen Portion Historie, Fantasie und Gegenwartskritik. Inklusive eines kleinen Seitenhiebes auf »Twilight«, was mich als zugegebenermaßen früheres Fangirl doch arg erheitert hat.


Samstag, 11. September 2021

Neu im Bücherregal - Die August-Bücher 2021

Ganz wunderbare Bücher haben sich im Laufe des Augusts hier angesammelt. Und weil ich, wie so oft, jedes Buch gleich direkt lesen möchte, bin ich kurz davor, eine Leseliste für den September zu bauen, damit sich kein Buch vordrängelt oder aus Versehen vergessen wird. Nur sind Leselisten und ich nicht immer die besten Freund*innen, deswegen besteht dieses Vorhaben bisher nur aus einem separaten Bücherstapel, auf welchem sich die beliebtesten Kandidaten für den Platz in meiner Lesehand tummeln. Zwei der August-Bücher habe ich auch schon gelesen und werde noch darüber ausführlich berichten. Deswegen sollte ich nun auch keine Zeit verlieren, es geht nun also direkt weiter, hier die August-Bücher, hurtig-hurtig!

Sonntag, 5. September 2021

Deutscher Buchpreis 2021 - Die Longlist #dbp21

Wieder so eine buchige Tradition, die mir besonders gut gefällt. Der Deutsche Buchpreis! Jedes Jahr hibble ich dem Bekanntgabetermin der Longlist entgegen, gehe auf Jagd nach dem Leseprobenheft, lese interessiert die Leseproben aller nominierten Titel, um sie anschließend bei Twitter mit gifs zu untermalen, schreibe Beiträge zur Long- und Shortlist und freue mich auf die Preisverleihung (mit dem großen Wunschtraum, eines Tages auch bei der Preisverleihung direkt im Kaisersaal des Frankfurter Römer dabei zu sein). 

Dieses Jahr ist der Deutsche Buchpreis ganz besonders für mich, denn ich bin eine von 20 Buchpreisblogger*innen. Jede*r von uns bekommt ein Patenbuch aus der Longlist zugewiesen, welches wir lesen, rezensieren und diskutieren. Außerdem habe ich so direkt ein Leseprobenheft zugeschickt bekommen, die Jagd war dieses Jahr also relativ unspektakulär (mein Wunschtraum mit dem Kaisersaal würde sich dieses Jahr auch eigentlich erfüllen, denn ich habe eine Einladung bekommen, nur werde ich aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie nicht zur Frankfurter Buchmesse fahren. Sehr schade. Vielleicht klappt das irgendwann anders mal). 

Um die Spannung nicht unnötig in die Länge zu treiben, verrate ich direkt mein Patenbuch für den Deutschen Buchpreis: "Die nicht sterben" von Dana Grigorcea. Ich bin ganz ehrlich, ich hatte das Buch bisher so gar nicht auf dem Schirm, bin aber deswegen umso gespannter es zu lesen. 

Überhaupt enthält die Longlist dieses Jahr für mich einige unerwartete und unbekannte Bücher. Bisher habe ich auch nur ein einziges nominiertes Buch gelesen ("Identitti" von Mithu Sanyal. Wirklich großartig!). Ein weiteres nominiertes Buch habe ich letztens gekauft ("Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar) und mal sehen, welche Leseproben mich noch dazu bringen werden, die dazugehörigen Bücher zu lesen.

Kommen wir nun aber zur Bewertung. Bei Twitter findet ihr hier den Thread mit passenden gifs zur jeweiligen Leseprobe. Hier folgt nun die höchst offizielle Besprechung inklusive der Smiley-Skala  (😃, 😐, ☹️), einer Zusammenfassung des jeweiligen Textes in einem Satz und einem Lieblingssatz.


Dienstag, 31. August 2021

Das war das Dicke-Bücher-Camp 2021

Huch, es ist schon wieder Ende August? Wie ist denn das passiert? Damit schließt das Dicke-Bücher-Camp für dieses Jahr seine Tore und hinterlässt knapp 3000 Beiträge unter dem Hashtag #dickebüchercamp bei Instagram und hoffentlich unzählige Lesestunden, die ihr mit den dicken Büchern verbracht habt. Es war mir wieder ein Fest, mit euch gemeinsam zu lesen, Bücher zu entdecken und die 500-Seiten-Marke zu knacken. Insgesamt habe ich dieses Mal im Dicke-Bücher-Camp vier Bücher gelesen und stecke bei Buch Nummer 5 auf Seite 181, das wird mich also noch in den September begleiten.


Sonntag, 29. August 2021

Die Überlebenden von Alex Schulman

Originaltitel: Överlevarna - Aus dem Schwedischen von Hanna Granz - Erschienen bei dtv - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Im Kampf um die Liebe der Mutter, die abweisend und grob, dann wieder beinahe zärtlich war, haben die Jungen sich damals aufgerieben bis zur Erschöpfung. Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen.

Intensive Lesestunden verspricht der Verlag mit diesem Debütroman des schwedischen Autors Alex Schulman. Eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Drei Brüder, ein Sommer am See und all die Tragik, die sich darin widerspiegelt. 

Gemeinsam mit einer lieben Freundin durfte ich "Die Überlebenden" lesen. Mit hohen Erwartungen ging ich in die Lektüre. Ich hatte mir eine Geschichte ähnlich wie "Ein wenig Leben" oder "Mein Ein und Alles" erhofft. Tragisch. Emotional. Melancholisch. Geheimnisvoll. Intensiv. All diese großen Adjektive streift Alex Schulman zwar, schlussendlich bleiben sie doch hohl. 

"Ihre Köpfe sanken tiefer Richtung Oberfläche. Die Armbewegungen wurden kürzer. Zu Beginn hatte das Wasser von ihren Schwimmzügen geschäumt, jetzt schwieg der See. An der Boje drehte Benjamin sich um. Ihr Sommerhaus ein roter Legostein in der Ferne. Erst jetzt wurde ihm klar, wie weit es zurück zum Ufer war." (Seite 23)

Benjamin, Pierre und Nils kehren als Erwachsene nach dem Tod ihrer Mutter zurück zum Ferienhaus ihrer Familie. Dort verlebten sie vor über 20 Jahren einen Sommer, der die Geschichte der Familie für immer verändern hat. Alex Schulman verwebt die Vergangenheit mit der Gegenwart sehr gekonnt, indem er abwechselnd zwischen den beiden Zeitebenen hin- und herspringt und außerdem die Gegenwartsebene rückwärts erzählt. Als Leser*in wissen wir also schon, auf was alles hinausläuft. Oder eben nicht. Denn der große Knall kommt am Ende. Oder eben doch am Anfang. 

Neben dem gelungenen Aufbau der Geschichte beschreibt der Autor gekonnt die melancholische Atmosphäre eines längst vergangenen Sommers mit all den Farben, Gerüchen, Gefühlen, Gedanken, die damit verbunden sind. Ein Sommerhaus am See, irgendwo in Schweden, umgeben von einem dichten, dunklen Wald zum Erkunden und Verstecken – hier kommt man leicht ins Träumen. Dabei ist die Kindheit der drei Brüder ein mystisch-verklärter Raum, zu dem man nicht zurückkehren kann und der doch, trotz aller dunklen Geheimnisse, ein Sehnsuchtsort bleibt. 

"'Eins weiß ich über Wälder', sagte Papa. 'Und zwar, dass jeder seinen eigenen Wald in sich trägt, den er in- und auswendig kennt und der ihm Geborgenheit gibt. Und einen eigenen Wald zu haben, ist das Schönste, was es gibt.'" (Seite 62)

Und trotzdem. Für mich kann "Die Überlebenden" schlussendlich eben doch nicht überzeugen. Das liegt vor allem an den Charakteren, die blutleer in einer sehr atmosphärischen Kulisse agieren. Da sind die drei Brüder, deren Geschichte wir aus Benjamins Sicht erzählt bekommen. Benjamin ist der mittlere der drei  Brüder und auf der Suche nach seinem Platz in der Familie. Dabei ist es besonders die Mutter, um deren Anerkennung er erfolglos ringt. Die Beziehung der Eltern zueinander ist undurchsichtig kühl und die  Kälte, die zwischen den Eltern und den Kindern herrscht, könnte für spannungsvolle, leise vor sich hin brodelnde Konflikte sorgen. Aber all die passiven Brandherde werden nur leicht gestreift, damit die große Enthüllung am Ende besonders schockierend ist. Wobei sich hier die Frage stellt, ob es diese überhaupt gebraucht hat.   

Zurück bleibt dieses zwickende Gefühl, dass hier eine Chance ungenutzt bleibt. Denn auch ohne große Tragik ist das Familienleben oft tragisch genug. 

Sonntag, 8. August 2021

Neu im Bücherregal - Die Juli-Bücher 2021

Vor ein paar Wochen habe ich angefangen, mich mit der Recherche rund um den Erwerb eines neuen Rucksacks zu beschäftigten. Hauptsächlich sollte der Rucksack dazu dienen, den Arbeitslaptop zwischen Home Office und Büro sicher zu befördern. Klingt nicht unbedingt nach einer zeitintensiven Suche. Außer, man macht es zu einer. Statt Bücher zu lesen, habe ich Rucksackhersteller-Webseiten gelesen, bekam bei Instagram nur noch Werbeanzeigen für Rucksäcke angezeigt, habe von Rucksäcken geträumt (nicht wahr), bis ich mich schließlich für ein Modell entschieden habe, mit dem ich höchst zufrieden bin. 

Und dann, dann habe ich etwas ganz Wunderbares entdeckt. In Rucksäcken kann man besonders viele Bücher transportieren. Ha! Da passen zum Beispiel alle Bücher rein, die ich im Juli neu erworben habe. Also, fast. Wenn ich natürlich ausgerechnet im Juli zwei sehr dicke Foto-Bildbände bestelle, dann wird das mit dem Platz im Rucksack ein bisschen schwierig. Trotzdem. Ich bin begeistert und trage nun Bücher in der Wohnung nur noch mit Rucksack von einem Regal zum anderen (nicht wahr). Die neuen Bücher aus dem Juli müssen schließlich nach diesem Beitrag wieder ordnungsgemäß eingeräumt werden:

Samstag, 31. Juli 2021

Das Dicke-Bücher-Camp 2021: 12 Gründe, dicke Bücher zu lesen

Der erste Monat im Dicke-Bücher-Camp 2021 ist vorbei und es freut mich sehr, dass sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Leser*innen angeschlossen haben, um in den Sommermonaten zu dicken Büchern mit mehr als 500 Seiten zu greifen. Noch bis Ende August geht der Spaß weiter. Ich selbst hänge gerade ein wenig zwischen den Seiten von "Effingers" und hoffe, dass sich meine Leseflaute bald verflüchtigt. 

Ihr überlegt, ob ihr euch auch noch dem Dicke-Bücher-Camp anschließen wollt? Aber dicke Bücher sind irgendwie so ... dick? Dann aufgepasst! Ich präsentiere euch hier und heute 12 sehr gute Gründe, um dicke Bücher zu lesen! Wer danach nicht überzeugt ist, dem kann wohl nicht geholfen werden. Euch fallen noch weitere gute Gründe ein? Dann schreibt sie in die Kommentare! 

12 Gründe, dicke Bücher zu lesen:

Donnerstag, 1. Juli 2021

Das Dicke-Bücher-Camp 2021

Herzlich willkommen im Dicke-Bücher-Camp 2021! Legt eure Büchertaschen dort hinten ab, links gehts zum Kuchenbuffet und der Bar, rechts zum Pool und wenn ihr geradeaus geht, findet ihr gemütliche Leseecken. Schön, dass ihr (wieder) mit dabei seid!

Das Dicke-Bücher-Camp ist 2018 als spontane Lese-Idee für den Sommer gestartet und schon 2019 und 2020 freue ich mich wahnsinnig, dass auch 2021 so viele von euch mit dabei sein wollen – teilweise wurde ich schon im Januar gefragt, ob denn das Dicke-Bücher-Camp wieder stattfindet. 

Ihr fragt euch jetzt: Dicke-Bücher-Camp? Was ist denn das?

Aufgemerkt, liebe Camp-Neulinge! Das Dicke-Bücher-Camp ist eine spaßige Lese-Aktion, die im Wesentlichen daraus besteht, dass wir gemeinsam im Juli und August dicke Bücher lesen. So einfach, so brillant. Um mich mal selbst zu loben. 

Vom 01.07.2021 bis zum 31.08.2021 schnappt ihr euch einfach ein oder zwei oder vier oder sieben Bücher mit mehr als 500 Seiten (Als Camp-Leiterin drücke ich auch ein Auge zu, wenn das Buch nur 487 Seiten haben sollte) und – lest. Das wars auch schon. Wer mag, kann seine Leseeindrücke mit dem Hashtag #dickebüchercamp bei Instagram und Twitter teilen. Oder nach neuen Buchempfehlungen Ausschau halten. Oder Gleichgesinnte finden, die das gleiche Buch lesen. 

Am allerwichtigsten (und das wiederhole ich sehr gerne sehr häufig): Beim Dicke-Bücher-Camp steht der Spaß am Lesen an erster Stelle. Das ist kein Wettbewerb wer wie viele Bücher in welcher Zeit schafft. Wirklich nicht. Macht euch keinen Stress, lest in eurem Tempo und freut euch zu wissen, dass da draußen ganz viele Menschen sitzen, liegen, stehen, die gerade beim Dicke-Bücher-Camp mitmachen. Das erfreut nämlich mich immer am allermeisten. 

Sonntag, 27. Juni 2021

Neu im Bücherregal - Die Juni-Bücher 2021

Aus organisatorischen Gründen beende ich hiermit offiziell den Juni. Ich hoffe, ihr seid alle damit einverstanden (sorry, an die Geburtstagskinder, ihr dürft dann nächste Jahr doppelt so viel Kuchen essen), aber der Juni muss nun einfach vorbei sein. Denn der Stapel der neuen Bücher, die im Juni dazugekommen sind, wächst und wächst und wird demnächst nicht mehr gegen die Schwerkraft ankommen. Deswegen: Tschüss, Juni! Hallo, Juli! Macht ja namenstechnisch auch nur einen winzigen Unterschied, ihr werdet euch also schnell daran gewöhnen. In der Zwischenzeit staple ich die neuen Bücher nochmal um und räume sie wieder ins Regal ein. Und unter uns ... was für ein schöner Anblick ist das bitte? So viele famose Bücher. Besuche in Buchhandlungen, Geburtstagsgeschenke, Leseexemplare, Online-Bestellungen – alles mit dabei. Ich freu mich schon, die Bücher ganz bald zu lesen. Oder freue mich, dass ich sie bereits gelesen habe. Das darf man nämlich auch nicht vergessen. Sieben der 22 Bücher habe ich bereits gelesen und die Mehrheit war richtig, richtig gut. Mehr davon jetzt gleich nach dem Stapel. Wenn ihr den bezwingen könnt:

Dienstag, 15. Juni 2021

Das Land der Anderen von Leïla Slimani


Originaltitel: Le Pays des Autres - Aus dem Französischen von Amelie Thoma - Erschienen bei Luchterhand - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.

Ein neues Buch von Leïla Slimani! Nach "All das zu verlieren" war meine Freude groß, eine weitere Geschichte aus der Feder der französisch-marokkanischen Autorin zu lesen. 

"Das Land der Anderen" erzählt von Mathilde, die Ende der 40er Jahre der Liebe wegen Frankreich verlässt und ihrem Mann nach Marokko folgt. Dort versuchen Mathilde und Amine den Hof der Familie zu bewirtschaften, eine Familie zu gründen und Fuß zu fassen in einem Land, welches geprägt ist von Unruhen gegen die französische Kolonialherrschaft. 

Zwischen Frankreich und Marokko, zwischen der Medina in Meknès und dem Leben auf einem abgelegenen Hof am Fuße des Atlas-Gebirges, zwischen Christentum und Islam, zwischen Rassismus, Kolonialmacht und Patriarchat entwickelt Leïla Slimani eine Familiengeschichte voller Spannungsfelder. Und so sehr mich die Hintergründe dazu interessiert haben, so kalt haben mich die Protagonist*innen gelassen.

Sonntag, 6. Juni 2021

Neu im Bücherregal - Die Mai-Bücher 2021

Ein gleichmäßiger Rhythmus scheint nicht meine Stärke zu sein. Nach 62 neuen Büchern im April folgen nun ... zwei Bücher im Mai. Das hätte ich auch etwas sinnvoller verteilen können, aber Wellen sind eh die beste Form. Und so viel kann ich schon verraten: Im Juni wird die Zahl der neuen Bücher wieder nach oben gehen. Denn 1. habe ich Geburtstag und 2. war ich gestern nach langer Zeit wieder in einer, nein, eigentlich in drei Buchhandlungen und das war eine große Freude.

Nun aber ein Blick auf die Bücher, die im Mai neu bei mir eingezogen sind und die ich auch beide bereits gelesen habe. Eine ausführlichere Rezension folgt auch in den nächsten Tagen. Ebenso wie ein weiterer "Vier Bücher für ..."-Beitrag, der heute spontan in meinem Kopf Form angenommen hat. Gleichmäßiger Rhythmus fehlt leider auch bei den Blogbeiträgen. 

Dafür noch ein Einschub: Wieso gelingt es mir nie beim ersten Anlauf das Wort "Rhythmus" korrekt zu schreiben? Und noch ein zweiter Einschub, weil einer nicht reicht: Es hat mich gerade sehr amüsiert, als ich auf der Suche nach einem anderen Wort für "Gleichmäßigkeit" im Synonym-Wörterbuch "Gelassenheit" gefunden habe, denn "Gelassenheit" ist mein Leitwort 2021 und mal unter uns, so richtig gelassen bin ich gar nicht. 

Sonntag, 2. Mai 2021

Neu im Bücherregal - Die April-Bücher 2021

Dieser April ist ein wenig eskaliert. Ich kann es nicht anders sagen oder schönreden. Schließlich steht der Beweis bedrohlich schwankend neben mir in Form von 62 neuen Büchern. Zwar kann ich mich damit rechtfertigen, dass 50 Bücher davon zu einem Schuber gehören und sehr klein und dünn sind, aber trotzdem ändert das nichts an der Tatsache, dass der Bücherstapel ganz schön hoch und ganz schön instabil gebaut ist. Aber ganz ehrlich? Mich machen diese 50 türkisen Bücher gerade sehr glücklich. Die anderen zwölf Bücher aber auch. Sechs davon habe ich bereits gelesen und im Mai übe ich mich einfach ein wenig in Zurückhaltung. 

Montag, 26. April 2021

Die Oscar-Nacht 2021 auf einem Blatt.

Was mir seit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr wirklich sehr fehlt, sind (neben spontanen Ausflügen in Buchhandlungen und Kaffee-Dates mit Freund*innen) Kinobesuche. Oh, mir fehlen sogar die Mitkinogänger*innen, die laut Popcorn essen und sich kurz vor Beginn der Vorstellung noch "Viel Spaß beim Film, Monika!" wünschen. Was war überhaupt der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe? Ich weiß es nicht mehr. Es fehlt. Umso schöner war es, an der bestehenden Tradition festzuhalten und die Oscar-Verleihung live mitten in der Nacht zu gucken (und bei Twitter zu kommentieren). Und wie es die Tradition will, haben Herr Gatsby und ich als Vorbereitung wieder der nominierten Filme gesehen, was dieses Jahr erstaunlich gut funktioniert hat, weil es wirklich sehr viele Streamingangebote gab. Außerdem gab es wieder ein Tippspiel und auch hier will es die Tradition so, dass ich umso schlechter abschneide, umso besser ich vorbereitet bin. 7 von 23 Kategorien habe ich richtig getippt (Herr Gatsby hat, auch das will die Tradition so, natürlich mehr, nämlich 17 von 23 Kategorien). Im letzten Jahr waren es noch 12 von 24 Kategorien. Wieso hat die Academy eigentlich Sound Editing und Sound Mixing zusammengelegt, wo das doch immer die Kategorien waren, bei denen ich mit kompletter Ahnungslosigkeit trotzdem richtig gelegen haben (dieses Jahr wieder, aber das brachte mir dann ja nur einen Punkt). 

Das Ergebnis im Detail:


Freitag, 23. April 2021

Vier Bücher zum Vorlesen für Dachse.

Am heutigen Welttag des Buches stehen erfreulicherweise überall Bücher im Mittelpunkt. Lesen ist an 365 Tagen im Jahr ein großes Fest und soll das auch heute sein. Besonders wichtig ist dabei der Lesenachwuchs. Laut Vorlesestudie lesen in Deutschland rund 32 Prozent der Eltern ihren Kindern selten oder nie vor. Gründe dafür sind unter anderem Zeitmangel, Erschöpfung oder fehlender Lesestoff. Um am letzten Punkt etwas zu ändern, präsentiere ich euch heute - ausgefuchst ... ich meine ... ausgedachst wie ich bin - vier Bücher, die sich ganz famos zum Vorlesen eignen. Das mag zwar etwas geschummelt sein, weil ich die Bücher keinen Kinder vorgelesen habe, sondern selbst von Herrn Gatsby vorgelesen bekommen habe, aber vertraut mir ruhig, die Bücher sind prima. Und überhaupt: Sich vom Partner oder der Partnerin vorlesen lassen kann ich nur stark empfehlen. Macht ihr das vielleicht auch schon? 

Und warum nun Dachse? Nun ja. Der Dachs gehört zu meinen Lieblingstieren. Es begann mit einem Stofftier von Ikea, welches sich auch in der ein oder anderen Zeichnung wiederfindet. Seitdem erfreue ich mich immer, wenn ich irgendwo einen Dachs erblicke. Und weil Dachse noch keine Trendtiere wie Flamingos oder Füchse sind, habe ich auch eine Art siebten Sinn dafür entwickelt, wo sich ein Dachs verstecken könnte. Zum Beispiel hier im Bücherregal in diesen ganz famosen Büchern: 


Sonntag, 4. April 2021

Neu im Bücherregal - Die März-Bücher 2021

Ein wenig schummle ich bei diesem Beitrag, denn fünf neue Bücher hatte ich zum Indiebookday 2021 bestellt und bereits vorgestellt. Deswegen tauche sie nun in dieser Monatsübersicht nicht mit auf und es wirkt nicht ganz so übertrieben. Guter Trick. Die restlichen fünf Bücher bekommen nun ihren Auftritt. Zwei davon habe ich schon gelesen. Mindestens einem werde ich mich nun noch während der restlichen Oster-Feiertage widmen. Oder ich gehe einfach spazieren. Zur Abwechslung und so. 

Samstag, 20. März 2021

Zum Indiebookday 2021: Neu im Bücherregal

Zu meinen liebsten buchigen Festtagen gehört auf jeden Fall der Indiebookday. Jedes Jahr im März werden an diesem Tag die unabhängigen Verlage gefeiert. Normalerweise zelebriere ich dieser Tag mit einer ausgedehnten Tour durch Münchner Buchhandlungen mit Freund*innen, doch auch dieses Mal muss ich umdisponieren und ohne den direkten Besuch bei Buchhandlungen auskommen. Letztes Jahr gab es deswegen einen Besuch in der hauseigenen LEGO-Buchhandlung (weitere Beiträge zum Indiebookday finden sich hier aus den Jahren 2018 und 2017). Dieses Jahr muss die LEGO-Buchhandlung erstmal ohne neuen Werbebanner auskommen, denn der Drucker hat zu wenig Farbe. Das wird mich aber nicht davon abhalten, euch die Bücher zu präsentieren, die ich mir extra für den heutigen Tag bestellt habe.

Ihr fragt euch nun, welche Verlage überhaupt als "unabhängig" bezeichnet werden können? Ich halte mich hier wie immer an die Richtlinien der Kurt-Wolff-Stiftung, in der sich einige unabhängige Verlage organisiert haben. "Unabhängig" bedeutet in diesem Sinne: 

- konzernunabhängig
- regelmäßiges Programm
- Bücher benötigen eine ISBN
- Jahresumsatz unter 5 Mio. Euro

Im Katalog der Kurt-Wolff-Stiftung findet ihr nicht nur 65 unabhängige Verlage, sondern auch einige Buchempfehlungen.

Statt durch Buchhandlungen zu stöbern, habe ich sowohl meine immer länger werdende Merkliste durchforstet als auch den Katalog der Kurt-Wolff-Stiftung und schlussendlich nach einer schwierigen Entscheidungsphase folgende Bücher bestellt:

Dienstag, 9. März 2021

Komplett Gänsehaut von Sophie Passmann.


Originalausgabe - Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

"Wäre das hier eine gute Geschichte, würde all dieser Kram passieren, der im echten Leben immer höchstens fast passiert. Ich würde immer mal wieder rauchend an Bars stehen, dabei sehr jung aussehen, bestimmt würde auch an Seen gestanden und auf Bürgersteigen gesessen, an irgendeinem Punkt würde ich mit einer halben Flasche Grauburgunder durch meinen komplett bescheuerten Stadtteil laufen, die Herleitung dieser, naja, sagen wir mal, Anekdote wäre natürlich frech und ein wenig absurd, so wie das Leben mit siebenundzwanzig eben frech und absurd zu sein hat, was für eine Scheiße."

Sophie Passmann, Leute! Nach "Alte weiße Männer" folgt nun ein, ja ... was eigentlich? Roman? Sachbuch? Biografie? Autobiografie? Autofiktionales Werk? Es passt wohl jede Bezeichnung und doch keine, aber das soll hier nun auch keine Rolle spielen. "Komplett Gänsehaut" jedenfalls und das ist auch das Stichwort, so offensichtlich das auch sein mag. 

"Wohnzimmer sind dafür da, Joan Didion zu lesen und zu denken: Hä? Was soll das alles? Wer sind die Leute? Wieso ist sie immer so schlecht gelaunt, ..." (Seite 48)

In "Komplett Gänsehaut" erzählt Sophie Passmann von einer namenlosen 27-jährigen Protagonistin, die der Autorin doch erstaunlich ähnelt, aber wie war das nochmal mit Autor*in und Werk trennen? Eben! Keine falschen Schlussfolgerungen, bitte. Die Protagonistin ist umgezogen und schwelgt nun in Gedanken über Wohnungen, Städte, Menschen, das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, Partys, Pinienkerne, Seife von Aesop, Bücherregale, Kaffeemaschinen ("Niemand braucht eine Siebträgermaschine, Jochen." Seite 121), Risottoreis und Barbourjacken. Moment, das war ein anderes Buch. Es wird auf jeden Fall viel gedacht und wenig getan, aber dafür bekommen wir alle ein Eis. 

Samstag, 6. März 2021

Neu im Bücherregal - Die Februar-Bücher 2021

Im Februar 2020 gingen wir noch fröhlich-beschwingt (aber bereits ausgestattet mit Desinfektionstüchern) auf den Bücherflohmarkt, im Februar 2021 bekomm ich schon Herzrasen, wenn ich zwei Menschen sehe, die sich die Hand geben. Was für ein Spaß, was für ein Schmerz, aber wenigstens bleiben die Bücher wie sie sind. 

Sonntag, 14. Februar 2021

Vier Bücher für ... Geschichte.

Schon viel zu lange habe ich mich nicht mehr der "Vier Bücher für ..."-Kategorie gewidmet. Das soll sich nun ändern und starten soll dieser Relaunch mit einem Blick in die Vergangenheit. Es wird historisch! Nur eben auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen und mit möglichst wenig Staubmäusen. Auf den ersten Blick mögen die vier Bücher nicht viel miteinander gemeinsam haben. Dabei feiern zwei der portraitierten Personen gerade runde Geburtstage (90. Geburtstag von Thomas Bernhard am 9. Februar und 200. Geburtstag von Lola Montez am 17. Februar), zwei Bücher spielen in München und zwei Bücher wählen einen ungewöhnlichen Weg, Geschichte darzustellen. So viel Geschichte. Und da geht bestimmt noch mehr: Habt ihr noch weitere Vorschläge für Bücher, die sich historischen Themen annehmen? 

Samstag, 6. Februar 2021

Neu im Bücherregal - Die Januar-Bücher 2021

Der Januar war buchtechnisch ein guter Monat, denn ich habe zwar viele Bücher neu angesammelt, aber eben auch viele der neu angesammelten Bücher auch direkt wieder gelesen und zusätzlich auch noch viele Bücher aus dem Regal aussortiert, damit irgendwann die Bücher nicht mehr teilweise zweireihig stehen müssen. Drei der neuen Bücher stammen aus Empfehlungen aus dem "Monatslese"-Podcast von Anne und Tina, drei Bücher aus dem Bücherschrank und ein weiteres Buch habe ich für den Buchclub bestellt. Und während ich nun diesen Beitrag schreibe, liegen um mich herum all diese sehr feinen Bücher und das macht mich schon sehr froh.

Sonntag, 31. Januar 2021

Randnotiz, die.



Zwischen einer vollen Listen, mit Dingen, die man tun sollte und einem leeren Kopf liegt ein Stapel voller Bücher, die gelesen werden wollen. Zum Beispiel "Such a fun age" von Kiley Reid, aber auch "Das flüssige Land" von Raphaela Edelbauer. Denn gerade habe ich "Die Kunst, sich zu verlieren" beendet. Bei Rebecca Solnit gehen Geschichten und Menschen verloren und verlieren sich und dazwischen liegt dieses ganz besondere Blau. „Die Welt ist an den Rändern und in den Tiefen blau.“ und vielleicht ist es gar nicht so schlimm, wenn die Lieblingsfarbe nun mal blau ist, so wie bei so vielen Menschen. Mit der flow übe ich mich an Gelassenheit, davon hatten wir es ja zuletzt schon im Bezug auf Leitwörter. Also doch nochmal ne Runde raus und den Kopf durchschütteln und neue Pläne planen. 

Einer der Pläne betrifft diesen Blog. Seit 14 Jahren mein Stück im Internet mit Hoch- und Tiefphasen und in letzter Zeit die zweite, wenn nicht dritte oder vierte Geige spielend. Das fühlt sich aber nicht gut an, weswegen ich mir vorgenommen habe, wieder mehr Zeit für gute, lesenswerte Beiträge einzuplanen. Und deswegen wird es bis auf weiteres keine "Fotobreze"-Beiträge mehr geben, die sich für mich immer mehr zu einem Platzhalter entwickelt haben, einer Ausrede, dass ich ja doch noch aktiv wäre, was nicht der Wahrheit entspricht. Die Zeit möchte ich sinnvoller nutzen. Wieder mehr über Bücher und die Buchbranche und anderes schreiben. 

Mehr dann demnächst. 

Sonntag, 10. Januar 2021

Fotobreze - Dezember 2020


// Kaffee und Buch ist meine liebste Kombination von zwei Lieblingsdingen // Für ein bisschen Weihnachtsstimmung habe ich Sterne gebastelt und diese an den weihnachtlichen Blumenstrauß gehängt. Reicht auch // Oh. Und Plätzchen natürlich. Plätzchen sind eine gute Weihnachtssache // Once more with Schnitzelbooks // Weihnachten mit Familien-Plätzchen und Heißer Schokolade // Für die Feiertage habe ich mich an der Zubereitung von Hirschmedaillons ... // ... und Entenbrust versucht und beides war sehr famos // Ach. Doch. Ein wenig mehr Weihnachtsdeko gab es doch. Das Elfenhaus ist aber auch ein Spaß // Ausflüge zu kleinen Teichen ... // ... griechischen Tempeln mit Hund ... // Liebesbotschaften an Briefkästen ... // ... und weiteren Wasserorten //

Der letzte Monat im alten Jahr endete mit viel freier Zeit, vielen gelesenen Seiten, vielen verspeisten Plätzchen und vielen Spaziergängen. Alles schön und gut und trotzdem und gerade deswegen vermisse ich Menschen. 

Der letzte gelesene Satz:
"Denn ich begriff damals, dass es ein bestimmte Denkweise gibt, die Menschen zu Wissenschaftlern macht, und ich entschied, dass die die Denkweise war, die ich bewunderte."
aus "Das Volk der Bäume" von Hanya Yanagihara, Seite 52.

Nächsten Monat und so:
Der Januar hat schon Fahrt angenommen, ich versuche noch auf die Bremse zu treten und mal sehen, was da noch so kommt. 

Sonntag, 3. Januar 2021

Neu im Bücherregal - Die Dezember-Bücher 2020

Mit neun neuen Büchern beende ich den Dezember 2020. Sechs davon sind Weihnachtsgeschenke von Herrn Gatsby, der sich nun nicht beklagen darf, dass im Bücherregal mal wieder kein Platz ist. Möglicherweise nutze ich die nächsten Tage und die noch vorhandene Jahresanfangsmotivation für eine größere Aussortier-Aktion. Oder ich bleibe einfach auf dem Sofa sitzen und lese.