Montag, 30. April 2018

Fotobreze - April 2018


// Hallo Heinrich Matters, ich mag dich schon sehr gern – insbesondere dein Frühstück // Was ist jetzt? - In Berlin! Endlich mal! // Schon schick auch in dunkel // Der Salbei und ich, wir sind jetzt sehr gute Freunde // Noch mehr von diesem Berlin. Das nächste Mal schaff ich es auch mal in den Reichstag // In Berlin muss man auch zu Dussmann wenn man Bücher mag // Wenn ich die Buchbranche nicht so gerne mögen würde, würde ich in die Politik wechseln, weil die so schöne Gebäude haben // A magazine for the get-up-and-go-generation! // Käse und Flieder, da lass dich nieder! // Immer noch schwer verliebt in Stuckrad-Barre // Haidhausen schmeckt großartig (Lavendel mit Brombeere) // An Pflanzen kann ich gerade sehr schwer vorbeigehen ... Der Stijlmarkt am vergangenen Wochenende war deswegen besonders gefährlich. Stattdessen erwarb ich aber ein Armband. Läuft //

Verrückt, ich war in Berlin! Und nicht krank! Obwohl es geregnet hat. Weswegen ich mich ungeplant im Symposium zu Imre Kertész wiederfand. Und hinter Iris Radisch saß (die mit einem Tintenfüller schreibt und deswegen schwarze Tintenflecken auf ihren Händen hat. Fand ich großartig). Genügend Zeit für viele Schritte durch Berlin, viele Buchkäufe in Berlin und überhaupt Berlin blieb trotzdem. In München schien dann einfach immer dann die Sonne, wenn es darauf ankam. Mit Salbei und Käse auf dem Balkon zu sitzen ist zum Beispiel sehr schick.

Der letzte gelesene Buch-Satz:
"Ich mag keine Männer, die immer Kuchen essen!", erklärte Gertrude und zupfte an dem Fliederbusch.
aus "Die Europäer" von Henry James, Seite 24.

Nächsten Monat und so:
Urlaub. Also jetzt gerade. Und viele Termine mit Literatur. Salvatorplatz 1! Helge Schneider! Hörgang! Frühlings-Mix! Außerdem ein Termin, auf dessen Ergebnis ich schon sehr gespannt bin. Bis dahin wird gelesen. Sehr viel hoffentlich. Muss mal wieder sein. 

Sonntag, 29. April 2018

Nachlese - Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen von Benjamin von Stuckrad-Barre.


Originalausgabe - Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch - 2018 - Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

"Einen besseren Chronisten unserer Zeit gibt es nicht." - Die Zeit
Benjamin von Stuckrad-Barre über: Boris Becker, Jürgen Fliege, Ferdinand von Schirach, Madonna, Christian Ulmen, Sommer ohne iPad, Urlaubsfragen, Helmut Dietl, Thomas Bernhard, Phoshopphing, Rainald Goetz, Fussball-WM, Tattoos, Schweinegrippe, Jan Hofer, Thomas Demand, Jörg Fauser, Helge Malchow, Axel Springer, Berlinale, Harald Schmidts 2013, Walter Kempowski, Happy, Sunset Blvd.

Beginnen wir diesen Text direkt mit sehr viel Gefühlsduselei: Als ich gerade diesen Blogbeitrag angelegt habe, bildete sich plötzlich ein emotionaler Kloß in meinem Hals. Warum? Weil ich mich so wahnsinnig auf die Lesung von Benjamin von Stuckrad-Barre gefreut habe und jetzt ist sie vorbei. Diese Nachbesprechung ist fürs Erste der letzte (hihi) Baustein meiner Stuckrad-Barre-Obsession – bis dann ein neuer Text, ein neues Buch erscheint. 

2017 war "Panikherz" eines meiner am liebsten gelesenen Bücher. Keine Frage also, dass ich mich schon sehr auf "Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen" gefreut habe. Allein der Titel verdient eine Runde Applaus. Remix 3 also. Die beiden Vorgänger kenne ich nicht, bieten aber einen guten Anlass, den Stuckrad-Barre'schen Lesekonsum zu verlängern. 

"Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen" ist eine Textsammlung aus verschiedenen bereits erschienenen Artikeln, die alle um denselben Themenkomplex kreisen: (gescheiterte) Helden. Wie bereits in "Panikherz" lernen wir viel über die Menschen, die Benjamin von Stuckrad-Barre auf die eine oder andere Art verehrt, faszinierend findet. So gucken wir gemeinsam mit Boris Becker das Wimbledon-Finale, schreiben ein Drehbuch mit Hemlut Dietl, trinken in einer kurzen Pause mit Jan Hofer Kaffee und blicken mit Harald Schmidt auf das Jahr 2013 zurück. 

Dem Zeit-Zitat kann ich nur zustimmen. Benjamin von Stuckrad-Barre hat die Gabe, ganz genau hinzusehen, ganz genau zu erfassen, was eine Person umtreibt, ohne die Person dabei bloßzustellen. In jedem Text spürt man Stuckrad-Barres Liebe, Verehrung, Faszination für die porträtierte Person, selbst wenn es sich dabei um Jürgen Fliege handelt, der leichtgläubigen Menschen gesegnetes Wasser verkaufen will. 

Zwei Texte stechen für mich besonders heraus.

In "Eine Redaktionskonferenz zu Thomas Bernhards Geburtstag" schildert Stuckrad-Barre eine eben solche Redaktionskonferenz auf so grandiose Weise, dass man sich das als Kurzfilm wünscht. Oder lieber nicht. Meine Kopfversion ist eh viel besser. 

Und in "Der Verleger" wird eigentlich nur das Büro von Kiepenheuer & Witsch-Verleger Helge Malchow beschrieben und doch steckt so viel mehr zwischen den Zeilen, sodass ich als Buchbranchen-Mensch nur innerlich jubilieren kann. 

"Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen" ist eine wahre Goldgrube für alle, die sich an großartigen Porträts erfreuen können.


Dementsprechend groß war meine Freude auf die "Lesung" mit Stuckrad-Barre in München. Lesung muss hier in Anführungszeichen gesetzt werden, denn das, was Stuckrad-Barre dort oben auf der Bühne abliefert, ist keine Wasserglas-Lesung (ins Wasserglas kommen eh nur die Zigarettenstummel), sondern eine Pop-Performance mit Licht und Musik (Passenderweise hat Janine von Frau Hemingway dazu gerade einen Beitrag geschrieben, dem ich nur kräftig zustimmen kann). Da wird abgeschweift, erzählt, geraucht, plötzlich liest Joko Winterscheidt gemeinsam mit Benjamin von Stuckrad-Barre "Madonna live in L.A." in einer neuen Version, in der Bettina Böttinger die Hauptrolle spielt, die Gucci-Gang macht ein Bühnenfoto und selbstverständlich gibt es zum Ende der "Lesung" Stage Diving zu "Angels" von Robbie Williams. Hallo Literaturhaus, das hätte ich gerne bei der nächsten Lesung mit Carlos Ruiz Zafón auch!

Das ist alles so wirr, so emotional, so übertrieben, so fantastisch – genauso wie Benjamin von Stuckrad-Barre selbst. 

Vollgepumpt mit Glücksgefühlen stehe ich am Ende des Abends in der Signierschlange und erfreue mich besonders daran, dass ich wie bereits bei Saša Stanišić die im Buch genannte "Brezel" von Benjamin von Stuckrad-Barre korrigiert bekomme. Eine Nordbreze muss tun, was eine Nordbreze tun muss. 

"Beim Lesen dieser Geschichten hatte man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Reduktion [...]" (Seite 47)

Auch wenn Benjamin von Stuckrad-Barre hier über Ferdinand von Schirach spricht, so passt es doch ebenso gut zu seinem Buch. Texte voller Glückserlebnisse, Lesungen voller Erinnerungen. Ein Fest für Herz und Verstand. 

Freitag, 20. April 2018

One of us is lying von Karen M. McManus.


Originaltitel: One of Us Is Lying - Aus dem Amerikanischen von Anja Galić - Erschienen bei cbj - 2018 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...

Als ich "One of us is lying" zum ersten Mal (in der englischen Ausgabe) entdeckt habe, hatte ich mir davon eine ebenso gute Lügengeschichte wie bei "Solange wir lügen" versprochen. Außerdem wurde das Buch mit "The Breakfast Club" verglichen, einen Film, den ich schon lange sehen möchte. Wohlwollende Voraussetzungen für die Lektüre.

Doch dazu kam es nicht.

(Uh, das klingt so schön nach Clickbaiting!)

Auf Seite 139 musste ich das Buch abbrechen. Und ich breche wirklich selten Bücher ab, weil ich eigentlich immer wissen will, wie die Geschichte endet. Doch bei "One of us is lying" war bereits nach einem Drittel der Seiten der Punkt erreicht, an dem ich die bisher schon investierte Lesezeit gerne zurückfordern wollte. Normalerweise würde ich noch einmal die Augen verdrehen und das Buch in den Bücherschrank stellen. Nachdem ich das Buch aber als Rezensionsexemplar erhalten habe, möchte ich die Gründe, weswegen "One of us is lying" für mich zum Abbruchkandidaten wurde, festhalten.

Mir war von Anfang an klar, dass bei einem Buch, welches an einer High School spielt, auch Klischees bedient werden. Aber man kann Klischees bedienen und das kreativ nutzen oder man kann Klischees bedienen und diese unreflektiert stehen lassen. Natürlich haben wir die Streberin in der Runde, natürlich die Schönheit, den Sportler, den Außenseiter und einen, der unbedingt dazugehören will. Natürlich wollen diese Personen nichts miteinander zu tun haben. Aber so platt wie bei "One of us is lying" wurden Protagonisten schon lange nicht beschrieben. Und das sage ich als Fan von "High School Musical"!



Wenden wir uns noch kurz einer Protagonistin zu, die es auf den wenigen von mir gelesenen Seiten schafft, 100 Jahre Feminismus mit den Füßen zu treten. Hallo Addy! Addy ist die Schöne aus der Runde der Verdächtigen und selbstverständlich mit einem der beliebtesten Jungs der Schule zusammen. Und auch, wenn mir mehrere Leser versichert haben, dass Addy noch eine gewaltige Entwicklung durchmacht, komme ich über folgenden Satz einfach nicht hinweg:

"Ich weise Jack nie ab, weil ich immer an das denken muss, was meine Mutter auf der Fahrt zu meinem ersten Frauenarzttermin zu mir gesagt hat: Wenn du zu oft Nein sagst, wird schon bald eine andere Ja sagen." Seite 62.

Weil das noch nicht reicht, zieht sich Addy selbstverständlich so an, wie es der liebe Freund gerne hätte und wird so zum netten Accessoire des netten Freundes. Ich muss leider ein bisschen brechen.

Nachdem ich dann auch noch das Ende des Buches erraten habe, konnten mich die verbliebenen Seiten des Buches wirklich gar nicht mehr locken. Vielleicht entgeht mir dabei eine ganz großartige Geschichte, die sich erst auf den folgenden Seiten entwickelt. Vielleicht würden mich die Protagonisten überraschen. Vielleicht bin ich doch zu hart mit meinem Urteil. Aber wenn es eine Autorin nicht schafft, wenigstens ein wenig Interesse beim Leser zu wecken, dann ist mir meine Lesezeit zu kostbar, um sie weiter in dieses Buch zu stecken.

Wie seht ihr das? Ab welchem Punkt brecht ihr Bücher ab? Hat jemand von euch "One of us is lying" gelesen und wie fällt euer Urteil aus? 

Sonntag, 8. April 2018

Ein anderes Brooklyn von Jacqueline Woodson.


Originaltitel: Another Brooklyn - Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit - Erschienen bei Piper - 2018

Die Freundinnen Angela und Sylvia, August und Gigi ziehen über das glühende Pflaster Brooklyns der Siebzigerjahre. Im Hauseingang nebenan dämmert ein Junkie, Vietnamkriegsveteranen laufen durch die Straßen. Solange die Mädchen zusammen sind, kann ihnen das nichts anhaben. Doch wenn sie zu Frauen werden. werden sie verwundbar. 

Der Trend zum Brooklyn-Buch hält an. Und nach "Ein Baum wächst in Brooklyn" ist dies nun das zweite Buch über den New Yorker Stadtteil, welches mich beeindruckt zurücklässt. In "Ein anderes Brooklyn" versteckt sich ein Kleinod, welchem ich noch viele weitere Leser wünsche. Soviel schon einmal vorweg.

Auf knapp 160 Seiten erzählt Jacqueline Woodson die Geschichte von vier Freundinnen, die im ärmlichen Brooklyn leben und dort die Schwelle zwischen Mädchen und Frau überspringen müssen. Doch wie gelingt die Metamorphose zur Erwachsenen zwischen Armut, Drogendealern, Kriegsveteranen, bedrohlichen Männern und Zukunftsträumen? Angela, Sylvia, Gigi und August – vier Mädchen, vier Schicksale, die sich in einem Wort zusammenfassen lassen: Brooklyn.

August ist dabei unsere Begleiterin durch das Brooklyn der Siebzigerjahre. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem jüngeren Bruder ist sie erst vor kurzem nach New York gezogen und beobachtet die eingeschworene Gruppe rund um Angela, Sylvia und Gigi vom Fenster aus. Dazugehören. Das ist das, was sie will. Teil der Geschichte werden. Teil der Erinnerung.

"Ich hob den Kopf, betrachtete die sich färbenden Blätter und dachte, dass wir alle irgendwann heimkehren. Irgendwann wurde das ganze Leben, alles und jeder, Erinnerung." (Seite 153)

Was für mich "Ein anderes Brooklyn" so besonderes macht, ist die Tatsache, dass Jacqueline Woodson auf so eindringliche, auf so einfache Art und Weise das Leben der vier ganz unterschiedlichen Mädchen beschreibt und dafür wenige Worte benötigt, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es ist auch weniger die Geschichte an sich, die den Reiz von "Ein anderes Brooklyn" ausmacht, es ist die Sprache, die einen in einen Sog zieht, mit dem die Seiten des Buches nur so verfliegen.

Armut, Rassismus, Sexualität, Politik –  "Ein anderes Brooklyn" schafft ein Bewusstsein, wie es sich in den Siebzigerjahren angefühlt haben muss, als Heranwachsende in Brooklyn zu leben. Eine literarische Geschichtsstunde verbunden mit einer höchst poetischen Sprache. Solche Bücher wünscht man sich viel häufiger zu entdecken. 


Dienstag, 3. April 2018

Fotobreze - März 2018


// Und dann ist der Tag gekommen, an dem man zum ersten Mal eine Session hält und der eigene Name steht auf  einem Zettel. Verrückt // Hier so im Lovelace  beim Blogger Market von Mucbook war das nämlich // Darf ich vorstellen? Lauch und Bacon, die beiden sympathischen Zwergkaninchen aus dem Zoohandel im Leipziger Hauptbahnhof. Fast hätten wir sie mitgenommen // Gute-Nacht-Geschichten in der wunderschönen Monacensia. Warum war ich da bisher noch nie? // Die Leipziger Buchmesse 2018 in vier Marina-Varianten - Nr. 1 bei der fancy LYX LOUNGE-Party // Nr. 2 mit Mikrofon beim LovelyBooks Community-Treffen // Nr. 3 mit ATM für die guten alten Zeiten // Nr. 4 beim schönsten Projekt der Messe: Buchregal ausmalen // Manchmal gefällt mir München doch sehr // Dieses Wetter ey, März! Das war kein Spaß mehr // Was für ein Abend! Joachim Meyerhoff liest aus "Die Zweisamkeit der Einzelgänger" und katapultiert sich damit auf Platz 1 meiner liebsten Lesungsmenschen // Es ist angerichtet, es war angerichtet zur Bookshelf-Tour 2.0 //

Bringen wir es direkt hinter uns: Wie verrückt war bitte das Wetter im März? 20 Zentimeter Schnee in Leipzig zur Buchmesse. Mittendrin eine nicht auf Schnee eingestellte Marina. Kein schönes Erlebnis. Dafür war das die Buchmesse umso mehr. Anstrengend, aber wunderschön. Langsam sollte man darauf achten, mich nicht in die Nähe von Mikros zu lassen. Nach der ersten eigenen Session beim Blogger Market in München hatte ich auf der Buchmesse gefühlt immer ein Mikro in der Hand. Außer bei der Bastelstunde, da hatte ich es nur vor der Nase. Wer sich das noch nachträglich angucken will, kann das hier tun. In München ging es buchlastig weiter beim Indiebookday und bei der fantastischen Lesung von Joachim Meyerhoff. Große Liebe. 

Der letzte gelesene Buch-Satz:
"Irgendwann wurde das ganze Leben alles und jeder, Erinnerung."
aus "Ein anderes Brooklyn" von Jacqueline Woodson, Seite 153.

Nächsten Monat und so:
Der April hat nun schon begonnen und mir einen Berlin-Besuch ins Haus gespült. In zwei Wochen hingegen fahre ich nach Berlin – sofern ich nicht schon wieder krank werde. Außerdem geplant: Ein neuer Versuch Yoga in den Kalender einzugliedern. Ende des Monats geht es wieder zu einer Lesung, dieses Mal von und mit Benjamin von Stuckrad-Barre. 

Montag, 2. April 2018

Neu im Bücherregal - Die März-Bücher 2018

Was hat es eigentlich mit diesem März und dem obsessiven Bücherkauf zu tun? Bereits in den vergangenen Jahren musste ich feststellen, dass ich im März zügellos Bücher gekauft habe. Ohne Rücksicht auf Verluste (und drohende Krisen im Bücherregal) wurden Bücher nach Hause geschleppt und gehortet. Und wie bereits im letzten Jahr mussten deswegen die Bücher, die ich im Rahmen des Indiebookdays gekauft habe, in einem eigenen Blogbeitrag Platz  nehmen. Nun bleiben also noch sechs weitere Bücher übrig, die im März neu bei mir eingezogen sind. Und das ganz ohne Buchmessen-Käufe, auf die ich in diesem Jahr wohlweislich verzichtet habe. Das mit dem Buchkauf-Verbot im April spare ich mir, ich muss eh sparen. Und wirklich jedes der folgenden Bücher musste ganz dringend in mein Bücherregal einziehen, weil: 


Wa(h)re Gefühle – Authentizität im Konsumkapitalismus herausgegeben von Eva Illouz. Ja, an dieser Stelle ist ein kurzer irritierter Blick zulässig. Wie bitte schafft es ein Suhrkamp Taschenbuch Wissenschafts-Band auf den Stapel der neu erworbenen Bücher in diesem Umfeld? Die Lösung ist so simpel wie genial. Der Marketingmensch in mir fühlt sich gar sehr angesprochen durch den Titel (ha, dieser Wortwitz!) und bei Aufsätzen wie beispielsweise "Authentizität in kommerziellen Glückwünschen. Die Grußkarte als Gefühlsware" kann ich nicht anders als konsumieren. Nämlich eben jenes Buch. 

Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen von Benjamin von Stuckrad-Barre. Meine heimliche Leidenschaft für Stuckrad-Barre (nicht nur für den Namen, aber auch) habe ich bereits bei "Panikherz" offen gelegt. Ende des Monats darf ich den werten Herren, der gerade Instagram mit seinen Stories zum Buch überflutet live und in Farbe und in München bei einer Lesung bewundern und man kann sich ungefähr vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue. Die Antwort: Sehr! Ebenso sehr freue ich mich auf die Lektüre dieses Buches mit dem wohl fantastischsten Titel aller Zeiten. Kein Einspruch erlaubt. 

Ein anderes Brooklyn von Jacqueline Woodson. Möglicherweise bin ich da einem ganz großen Ding auf der Spur. Bücher, die in Brooklyn spielen! Nachdem "Ein Baum wächst in Brooklyn" zu meinen Lieblingen 2017 gehört hat, freu ich mich, wieder einmal in den New Yorker Stadtteil eintauchen zu können. Irgendwann dann auch mal in echt. Bestimmt. 

Die Geschichte der Liebe von Nicole Krauss. Buchige Gastgeschenke zu Bookshelf-Partys – Teil 1. Erster Kommentar hierzu: Ja, es gab mal wieder eine Bookshelf-Tour, das heißt, Menschen kamen zu uns nach Hause, haben gegessen, getrunken und sich dabei Bücher angeguckt. Es war ein Fest mit Hund und Baby und lieben Menschen. Dabei wurden mir auch eben jenes Buch überreicht (und auch das nächste folgende), weil besonders empfehlenswert. Ich bin nun gespannt. 

Sommerhaus, später von Judith Hermann. Buchige Gastgeschenke zu Bookshelf-Partys – Teil 2. Wie mir eine kurze Recherche verraten hat, habe ich das Buch verrückterweise 2008 bereits gelesen. Ich kann mich nicht daran erinnern, vergab damals aber 4 von 5 Punkten. Nach zehn Jahren kann diese Vergesslichkeit schon einmal einsetzen, deswegen werde ich das späte Sommerhaus auf jeden Fall noch einmal lesen.  

Panthertage von Sarah Elise Bischof. Und da ist sie nun, die Schuldige an den beiden vorherigen Buchgeschenken. Eben jene Sarah gehört zu den wunderbaren Menschen, mit denen ich arbeitsmäßig die meisten Tage in der Woche verbringen darf. Nachdem ich nun im vergangenen Monat endlich die Gelegenheit hatte, zu einer ihrer Lesungen zu gehen, ist die Lektüre des dazugehörigen Buches Ehrensache. Ich schreibe so etwas selten, denke es mir aber oft, deswegen hier nun ausnahmsweise mal auch in Buchstaben-Form: Sarah ist ein so starker, ein so herzensguter Mensch, die trotz und wegen der Diagnose Epilepsie jeden Tag auskostet und damit einfach nur ansteckend ist. ♥