Montag, 3. Oktober 2022

Lesezeit im September 2022

Leute, es ist Herbst und wer jetzt allein ist, baut sich kein Haus mehr, sondern liest lieber ein paar Bücher. Quasi mein liebster Wandtattoo-Spruch, egal, ob man alleine ist oder nicht. Ich hab mir im September ein schönes Bücherhaus mit diesen fünf Büchern gebaut und eines davon steht schon sicher auf dem Bauplan für die Jahreshighlights 2022. Lustige Überleitungen: Mögen wir sehr. 

Sonntag, 2. Oktober 2022

Deutscher Buchpreis 2022 - Die Shortlist #dbp22

 


Seit dem 20. September steht die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2022 fest und ich bin sehr positiv überrascht! Bei fünf der sechs Shortlist-Titel hat mir die Leseprobe sehr gut gefallen. In der Zwischenzeit habe ich auch eines der Bücher bereits gelesen und ja, »Dschinns« ist genauso gut, wie alle sagen. Wenn nicht sogar besser. 

Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2022 stehen nun:

»Dschinns« von Fatma Aydemir. Erschienen im Carl Hanser Verlag.
»Nebenan« von Kristine Bilkau. Erschienen im Luchterhand Literaturverlag.
»Lügen über meine Mutter« von Daniela Dröscher. Erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch.
»Trottel« von Jan Faktor. Erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch.
»Blutbuch« von Kim de L’Horizon. Erschienen im DuMont Buchverlag.
»Spitzweg« von Eckhart Nickel. Erschienen im Piper Verlag.

Statt »Trottel« von Jan Faktor hätte ich mir ehrlicherweise lieber »Dagegen die Elefanten!« von Dagmar Leupold oder »153 Formen des Nichtseins« von Slata Roschal gewünscht, damit auch noch ein kleiner unabhängiger Verlag Aufmerksamkeit bekommt, aber ansonsten hat die Jury wirklich gute Arbeit bei der Zusammenstellung der Shortlist geleistet. 


Am 17. Oktober findet die Preisverleihung statt und ab 18:55 wissen wir endlich, welcher Roman dieses Jahr den Deutschen Buchpreis erhalten hat. Daumen sind gedrückt für Fatma Aydemir mit »Dschinns«!

Dienstag, 20. September 2022

Bayerischer Buchpreis 2022 - Die nominierten Titel

Es ist mir eine große Freude, dass ich in diesem Jahr eine von drei offiziellen Bloggerinnen für den Bayerischen Buchpreis sein darf. Gemeinsam mit Alexandra von BücherKaffee und Petra von LiteraturReich werde ich die sechs nominierten Titel vorstellen und über die Preisverleihung am 10. November berichten (diese wird übrigens am 10. November ab 20:15 auch live im Radio auf Bayern 2 übertragen). 

Ich selbst war schon zweimal als Gast beim Bayerischen Buchpreis mit dabei und kann sagen, dass das wirklich eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung ist. Das liegt zum einen am Veranstaltungsort, denn die Münchner Residenz ist schon sehr beeindruckend. Und zum anderen mag ich den Vergabemodus, denn die Jury diskutiert direkt auf der Bühne, welches Buch den Preis erhalten soll. 

Dieses Jahr besteht die Jury aus Rainer Moritz (Leiter des Literaturhauses Hamburg), Knut Cordsen (Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks) und Sonja Zekri (Redakteurin der Süddeutschen Zeitung). 

Die Gewinner*innen des Bayerischen Buchpreises erhalten neben 10.000 Euro Preisgeld eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan. Das ist doch mal was.

Anders als es der Name »Bayerischer Buchpreis« vielleicht vermuten lässt, müssen die nominierten Titel keinen Bezug zu Bayern haben, auch die Autor*innen müssen nicht aus Bayern kommen. Die Entscheidung, welche Titel nominiert werden, liegt allein bei der Jury.

Außerdem werden an dem Abend der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten (dieses Jahr an Christopher Clark) und der Bayern 2-Publikumspreis 2022 verliehen. Bei letzterem kann ab 6. Oktober abgestimmt werden, welcher der fünf Bestseller aus bayerischen Buchhandlungen gewinnen soll.

Samstag, 17. September 2022

»Die Hauptsache« von Hilary Leichter

Originaltitel: »Temporary« - Deutsch von Gregor Runge - Erscheinen bei Arche - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Picador

Die Heldin der Geschichte ist Zeitarbeiterin in New York. Sie arbeitet als Aushilfe in einem großen Büro, als Verkehrspolizistin, auf einem Piratenschiff, als Assistentin eines Mörders und schließlich als Mutter eines einsamen Jungen, der erzogen werden möchte. Ihr Privatleben hat sie dem ständig wechselnden Arbeitsalltag angepasst: Für jede Lebenslage gibt es den passenden Partner, achtzehn an der Zahl. Mit den Wochen werden ihre Anstellungen immer absurder – ebenso wie der ewige Versuch, dem Leben durch die Arbeit einen Sinn zu geben.

Wie viele unterschiedliche Jobs hattet ihr bereits in eurem Leben? Zwei? Fünf? Gar keinen? Wenn ich alle Praktika, Werkstudententätigkeiten und Vollzeitstellen zusammenzähle, komme ich bei mir auf bisher 13 verschiedene berufliche Stationen. Das ist irgendwie mehr, als ich angenommen habe. Und doch kann die Protagonistin aus »Die Hauptsache« darüber wohl nur müde lächeln.

»Mein Arbeitsleben spielt sich im Kurzformat ab: kurze To-do-Listen, kurze Zeiträume, kurze Röcke.« (Seite 13)

Sie ist nämlich Zeitarbeiterin und wechselt von einem Job in den nächsten. Während wir Leser*innen durch die Seiten fliegen, vermittelt ihr die Jobagentur Job um Job um Job. Büroaushilfe, Fensterputzerin, Vorstandsvorsitzende, Schuhschrank-Organisatorin, Piratin, Seepocke, Mordassistentin, Knöpfedrückerin, Flugblattverteilerin, Ersatzmutter. Immer nur vorübergehend, immer nur kurzfristig, aber immer mit der potentiellen Option einer Übernahme. 

Sonntag, 11. September 2022

Deutscher Buchpreis 2022 - Die Longlist #dbp22

Es ist wieder Zeit für den Deutschen Buchpreis! Wie schon in den vergangenen Jahren habe ich mit Spannung der Bekanntgabe der Longlist entgegengefiebert und kann schon einmal vorwegnehmen, dass die Mischung mich positiv überrascht hat. Die Suche nach dem begehrten Leseproben-Heft hat glücklicherweise dieses Jahr nicht lange gedauert und deswegen gab es bereits letzte Woche meine Leseproben-Eindrücke in gif-Form bei Twitter – und nun folgt die offizielle Zusammenfassung inklusive der sehr wichtigen Smiley-Bewertung mit  😃, 😐, oder ☹️ und einem Lieblingssatz aus der Leseprobe.


Sonntag, 4. September 2022

Lesezeit im August 2022

Wie war das im Juli noch mit der kurzen Leseliste aufgrund des Dicke-Bücher-Camps? Meine Lösung: Kurze Bücher! Verrückt, nicht wahr? Gut, vielleicht war es auch die Kombination aus kurzen Büchern und langen Zugfahrten, die im August die Leseliste mit insgesamt sechs Büchern gefüllt hat. Bei zwei 7-Stunden-Fahrten nach bzw. von Budapest hat man schließlich viel Zeit zum Lesen. Und wenn die zu lesenden Büchern dann auch noch gut sind, fliegen die Seiten nur so dahin. Alte, aber wahre Binsenwahrheit. 


Mittwoch, 31. August 2022

Das war das Dicke-Bücher-Camp 2022

Und schwuppdiwupp sind schon wieder zwei Monate rum – damit schließt das Dicke-Bücher-Camp für dieses Jahr wieder seine Pforten. Im Juli und August wurden wieder Seite um Seite von Büchern mit mehr als 500 Seiten gelesen und bei Instagram finden sich über 3700 Beiträge unter dem Hashtag #dickebüchercamp, das freut mich schon besonders. 

Ich hatte mir für dieses Jahr fünf Bücher für das Dicke-Bücher-Camp vorgenommen – was ist daraus geworden?

Montag, 8. August 2022

»Butter« von Asako Yuzuki


Originaltitel: »Butter« - Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe - Erschienen bei Blumenbar - 2022 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar

Rika, eine junge Journalistin, trifft in Tokio auf die exzentrische Serienmörderin Manako Kajii, die sich im Leben nimmt, was sie will, und Männer mit ihren exquisiten Kochkünsten verführt haben soll. Schon bald gerät sie mehr und mehr in ihren Bann … Der Überraschungsbestseller aus Japan – ein universeller Roman über Lebenskunst und die Geschichte einer weiblichen Befreiung. 

Die Idee von »Butter« klingt so einfach wie appetitlich: Eine junge Journalistin führt eine Interviewreihe mit einer mutmasslichen Mörderin, die auf ihren Prozess wartet. Angeblich habe sie mehrere Männer mit ihren selbstgekochten Gerichten getötet. Asako Yuzuki bereitet aus diesen Grundzutaten ein mehrgängiges Menü in Form von Gerichtsreportage, Kochbuch, Frauenfreundschaften und Selbstfindungsratgeber vor, das imposant aussieht, doch den großen Hunger nicht stillen kann.

Ja, die vielen Essensanspielungen müssen sein.

»Butter« macht hungrig mit den unzähligen Beschreibungen der Gerichte, die die mutmaßliche Mörderin Manako Kajii der jungen Journalistin Rika empfiehlt. Insbesondere der Butterreis mit Sojasauce klingt köstlich durch seine schlichten, aber hochwertigen Zutaten. Doch vielleicht liegt genau hier mein Problem mit dem Roman. Er will schlicht und hochwertig wirken, doch genau daran scheitert er. Alle Beziehungen, die Rika führt, sei es zu ihrer besten Freundin Reiko oder Manako Kajii, sei es zu ihrer Mutter oder zu verschiedenen Kollegen aus der Zeitungsredaktion, haben einen bitteren Beigeschmack, der das ganze Konstrukt des Romans durchzieht und unangenehm künstlich wirken lässt. 

Sonntag, 31. Juli 2022

Lesezeit im Juli 2022

Ein Fehler im System: Da haben die Monate Juli und August schon besonders viele Tage, an denen man lesen könnte und ich plane genau in diesen Monaten das Dicke-Bücher-Camp ein, was bedeutet, dass sehr viele Tage (insgesamt 62, um genau zu sein) für sehr dicke Bücher reserviert sind. Dementsprechend kurz fällt auch die Leseliste für den Juli aus. Und ich würde mal vorhersagen, dass das im August nicht anders aussehen wird. Das Ergebnis für den Juli: Zwei Bücher für das Dicke-Bücher-Camp, hier folgt eine ausführlichere Besprechung Ende August. Ein Buch wurde mir über mehrere Monate hinweg vorgelesen. Und ein Buch ist bei einem spontanen Buchhandelsbesuch mit zur Kasse gewandert und wurde danach direkt gelesen. 

Jetzt aber fix hier fertig schreiben, damit ich mich wieder dem nächsten Buch fürs Dicke-Bücher-Camp widmen kann, nämlich »Hotel Shanghai« von Vicki Baum.


Samstag, 9. Juli 2022

Lesezeit im Juni 2022

Der Juni war kein guter Lesemonat, der Juni war überhaupt kein guter Monat, jedenfalls der Anfang  nicht (weswegen sich auch der Leserückblick für den Mai so verzögert hat), doch glücklicherweise geht es mir wieder besser und die Leselust ist auch zurückgekehrt (auch wenn ich mein erstes Buch für das Dicke-Bücher-Camp schon seit ein paar Tagen nicht mehr in der Hand hatte). Vier gelesene Bücher kamen im Juni schlussendlich doch noch zusammen:

Donnerstag, 30. Juni 2022

Das Dicke-Bücher-Camp 2022

Hurra-Hurra, der Juli ist da und damit öffnet in guter alter Tradition das Dicke-Bücher-Camp für dieses Jahr wieder seine Tore. Gemeinsam mit euch möchte ich wieder im Juli und August dicke Bücher lesen und darüber sprechen.

Seit 2018 stehen in den Sommermonaten die Bücher im Fokus, die so häufig bei der Lektüreauswahl links liegen gelassen werden, weil, uff, das sind ja schon ganz schön viele Seiten und da bindet man sich schon eine ganze Weile an ein Buch. Exakt! Das Dicke-Bücher-Camp ist perfekt für Langzeitbeziehungen und deswegen freut es mich auch so sehr, dass viele Teilnehmende schon so lange mit dabei sind.

Für alle neuen Gäste erkläre ich kurz die Regeln:

  • Schnappt euch ein Buch mit mehr als 500 Seiten (oder mehrere Bücher, hurra! Oder Bücher, die nur knapp 500 Seiten haben, auch voll in Ordnung)
  • Lest das Buch im Juli und August
  • Habt Spaß und macht euch keinen Stress!
  • Teilt eure Leseeindrücke mit dem Hashtag #dickebüchercamp bei Instagram und/oder Twitter
Das war es auch schon. Vielleicht findet ihr unter dem Hashtag Leute, die das gleiche Buch lesen und ihr könnt euch über eure Leseeindrücke austauschen! Vielleicht entdeckt ihr ganz neue Literatur, die auf eurer Merkliste landet. Oder ihr nehmt zum Start des Dicke-Bücher-Camps an meinem Gewinnspiel bei Instagram teil und könnt schon bald famose Sticker in Händen halten! 

Ich habe mir für dieses Jahr fünf Bücher zurechtgelegt, die ich in den nächsten zwei Monaten gerne lesen möchte:

Donnerstag, 16. Juni 2022

Lesezeit im Mai 2022

Normalerweise bin ich beim Monatsrückblick auf die gelesenen Bücher immer halbwegs pünktlich unterwegs, nur leider hat der Juni mit einem sehr ungebetenen Gast begonnen, der mir eine Woche Bettruhe beschert hat. Corona ist wirklich kein Spaß, passt da bitte weiterhin gut auf euch auf. Statt Büchern wurden in den letzten Tagen auch hauptsächlich Dino-Dokus (»Ein Planet vor unserer Zeit« ist wirklich schön und ich habe nun einen neuen Lieblingsdino: Zalmoxes!) und Zeichentrick-Serien (Große Empfehlung für »Hinter der Gartenmauer«!) konsumiert, mal sehen, ob ich Ende des Monats überhaupt ein paar Bücher für die Lesezeit Juni zusammenbekomme.

Nichtsdestotrotz gab es im Mai sehr viele sehr gute gelesene Bücher, bei denen einige das Potential für einen Platz in den Jahreshighlights haben.

Samstag, 21. Mai 2022

»Am Rande der Glückseligkeit. Über den Strand« von Bettina Baltschev

Originalausgabe - Erschienen im Berenberg Verlag - 2021 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar im Rahmen des Deutschen Sachbuchpreis!

»So weit das Auge reicht«. An einem Nordseestrand – auf Schiermonnikoog vielleicht – muss die Redewendung entstanden sein, so weiß, weit und leer liegt er da, ein magisches, manchmal unheimliches Niemandsland, wo Land und Meer ineinander übergehen. Hier beginnt Bettina Baltschev ihre Reise zu den Stränden Europas, an die Ränder unseres Kontinents. Von acht Stränden in acht Ländern aus unternimmt sie Exkursionen in die Gegenwart und die Geschichte eines Sehnsuchtsortes, der manchen letzte Zuflucht ist. Sie macht Ausflüge zu Literatinnen und Künstlern, die sich vom seltsamen Zauber des Strandes haben inspirieren lassen, beobachtet die immer neuen Landschaften und die Menschen darin und erzählt mal heiter, mal bewegend, immer leicht und elegant von wahren und fiktiven, glücklichen und tragischen Schicksalen am Strand. Am Rande unserer Welt.

Der Deutsche Sachbuchpreis möchte Sachbücher auszeichnen, »die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben«. Die diesjährige Nominiertenliste zeigt dabei eine erstaunliche Bandbreite an Themen, von Geschichte und Grenzen über Nazis und Kolonialismus bis hin zu Tieren und Osteuropa. Ich freue mich sehr, dass ich als eine von acht Sachbuchpreisblogger*innen ein Buch zugelost bekommen habe, das mein Meer-Herz höher schlagen lässt: »Am Rande der Glückseligkeit. Über den Strand« von Bettina Baltschev, erschienen im Berenberg Verlag.

Sonntag, 1. Mai 2022

Lesezeit im April 2022

Obwohl im April zehn gelesene Bücher zusammengekommen sind, hatte ich diesen Monat häufig das Gefühl einer Leseflaute. Während des langen Osterwochenendes habe ich zwar sechs (kurze) Bücher gelesen, doch unter der Woche liegt der Seitenzähler gemütlich bei 0 herum. Stattdessen bestelle ich neue Bücher für ein eh schon übervolles Bücherregal und kümmere mich um meine Zimmerpflanzen, die den Start des Frühlings für einen explosionsartigen Wachstumsschub genutzt haben. Vielleicht klappt das mit dem Lesen im Mai wieder besser. Schließlich habe ich heute schon ein (sehr gutes!) Buch beendet. Aber heute ist ja auch Sonntag.

Samstag, 23. April 2022

5 gute Gründe für einen Buchclub

Hurra, es ist Welttag des Buches. Oder wie ich es nenne: Samstag. Denn Bücher feiere ich meistens eh an 365 Tagen im Jahr. Plus minus 1. Trotzdem freut es mich sehr, wenn an diesem Feiertag Bücher ihren großen Auftritt haben und vielleicht auch neue Leser*innen begeistern. Wie großartig das gemeinsame Lesen ist, zeigt unser Buchclub nun schon seit knapp fünf Jahren. Seit Oktober 2017 lesen die Schnitzelbooks-Mitglieder fleißig die unterschiedlichsten Bücher und diskutieren darüber. Im vergangenen Jahr häufig online, seit ein paar Terminen aber auch wieder in echt bei Schnitzel, Kässpatzen und Weißweinschorle. Die Liste der bisher gelesenen Bücher ist lang und vielfältig (in den letzten Beiträgen zum Welttag des Buches 2019 und 2020 erhaltet ihr einen Überblick). Zuletzt haben wir diese Bücher gelesen:

Sonntag, 3. April 2022

Lesezeit im März 2022

Eine wichtige Regel, die ich in meinem Arbeitsleben gelernt habe: Schreibe nie übers Wetter. Aber ich möchte trotzdem an dieser Stelle den plötzlich einsetzenden Schneefall kritisieren, weil ich schließlich im März schon mein erstes Waffeleis der Saison gegessen habe und draußen auf dem Balkon in der Sonne saß. Jetzt hingegen musste ich die Heizung wieder anstellen und einen dicken Pulli anziehen, das macht doch wirklich keinen Spaß. Der einzige positive Punkt: Jedes Wetter ist Lesewetter und deswegen setze ich mich nun auf die Couch und lese. Falls ihr das auch machen möchtet, kann ich diese im März gelesenen Bücher (teilweise) empfehlen: 


Montag, 28. März 2022

Die Oscar-Nacht 2022 auf einem Blatt.

Als mich mein Wecker um 1:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen hat, habe ich kurz überlegt, ob ich es doch sein lasse. Möchte ich jetzt wirklich die Oscar-Verleihung angucken und dafür den erholsamen Schlaf sausen lassen? Aber mit Traditionen ist so schlecht zu brechen, also habe ich mir eine Cola geschnappt und mich mit Herrn Gatsby vor den Fernseher gesetzt.

Wäre ich mal lieber im Bett geblieben.

Schon vor der eigentlichen Verleihung war ich hart genervt, weil die Academy aus »Zeitgründen« acht der 23 Kategorien aus der Show genommen (oder auch nicht, aber dazu gleich) und die Preisträger*innen einfach schon vorab bei Twitter bekannt gegeben hat. 

Statt eines Eröffnungsmonologs der drei Hosts Regina Hall, Amy Schumer and Wanda Sykes (von denen ich nicht viel erwartet habe, die mich aber sehr positiv überrascht haben, insbesondere Amy Schumer fand ich richtig gut) kam direkt ein Auftritt von Beyoncé vom Tennisplatz im farblich passenden tennisballgelben Outfit. Und danach ging es nur noch steil nach unten in der Unterhaltungskurve. Die gestrichenen Kategorien wurden dann doch irgendwie in die Verleihung gezwängt, stark gekürzt und mit sehr wenig Interesse an den Preisträger*innen. Stattdessen zeigte man viel zu viele viel zu willkürliche Jubiläen wie 60 Jahre »James Bond«, 50 Jahre »Der Pate« oder 28 Jahre »Pulp Fiction« (???). Eine lieblose Version von »We don't talk about Bruno« wird heruntergesungen (aber ich freue mich trotzdem sehr, dass »Encanto« in der Kategorie Best Animated Feature gewonnen hat), mit »Army of the Dead« gewinnt ein Zombiefilm die etwas absonderliche Kategorie Fan-Liebling, über die bei Twitter abgestimmt werden durfte. Und dann verpasst Will Smith Chris Rock eine Ohrfeige auf der Bühne nach einer geschmacklosen Beleidigung gegen seiner Frau Jada Pinkett Smith. 

Wow. 

40 Minuten überzogen wurde dann trotzdem. So viel zur Straffung des Programms. 

Samstag, 26. März 2022

Vier Bücher für ... den Indiebookday 2022.

Hallo, Indiebookday 2022! Wie schon in den vergangenen Jahren habe ich mich schon sehr auf diesen Tag gefreut und wie schon in den vergangenen Jahren (hier beispielhaft aufgeführt: 2021 oder 2020) gibt es heute leider keinen Tour durch die Münchner Buchhandlungen, um nach Büchern von unabhängigen Verlagen zu stöbern. Stattdessen habe ich Mitte der Woche schon eine Buchbestellung abgeholt, die dieses Jahr etwas kleiner ausgefallen ist (»Der Fuchs und Dr. Shimamura« von Christine Wunnicke, »Das Paradies ist weiblich« herausgegeben von Tanja Raich und »Kanada« von Juan Gómez Bárcena). Ich möchte euch heute aber vier Bücher aus unabhängigen Verlagen vorstellen (dabei handelt es sich bei allen vier Büchern um Rezensionsexemplare. Vielen lieben Dank an die Verlage!), die ich in der letzten Zeit gelesen und für gut befunden habe. Vielleicht kann euch das ja als Inspiration dienen, wenn ihr heute noch einen Ausflug in die Buchhandlung plant. Oder nächste Woche. Oder wann anders.

Zuvor aber noch: Was ist denn eigentlich der Indiebookday? Der Indiebookday wurde 2013 auf Initiative des mairisch Verlags ausgerufen und soll Bücher und Verlage in den Mittelpunkt stellen, die im Fahrwasser der großen (Konzern)Verlage oft etwas untergehen. 

Seit letztem Jahr bin ich bei den Autor*innen von We read Indie mit dabei und dort findet ihr auch einen neuen Definitionsbeitrag, was für uns Indie-Verlage sind. Dabei lehnen wir uns auch an die Definition der Kurt-Wolff-Stiftung an.

Und nun aber ohne viele weitere Worte – meine vier Bücher für den Indiebookday 2022:


Montag, 28. Februar 2022

Lesezeit im Februar 2022

Ein kurzer Monat mit viel zu viel von allem geht zu Ende und mein Kopf ist ein bisschen froh darum. Wie gut Bücher in solchen Situationen als Eskapismus funktionieren, zeigt die stattliche Liste von 11 gelesenen Büchern im Februar. Ich weiß auch, wie privilegiert ich bin, weil ich überhaupt die Möglichkeit zum Eskapismus habe. Ansonsten hilft Atmen auch ganz gut. Und verlässliche Medien konsumieren (zum Beispiel die News-WG, Tagesschau oder ZDF heute). Außerdem natürlich: Noch mehr lesen. Mona hat hier gute Empfehlungen für Bücher, die in der Ukraine spielen, gesammelt. Der März bringt hoffentlich neue Lektüre, neue Ideen, neue Arbeit und gute Stunden.

Montag, 14. Februar 2022

»Heartstopper« von Alice Oseman

Originaltitel: »Heartstopper« - Aus dem Englischen von Vanessa Walder - Erschienen bei Loewe - 2022 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Dass Charlie schwul ist, weiß die ganze Schule. Dagegen ist Nick, der Star der Rugbymannschaft, so straight wie eine Goalline. Glaubt Charlie. Aber dann entwickelt sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Jungen. Charlie weiß sofort, dass er in Nick verknallt ist. Nick braucht ein bisschen länger, bis ihm klar wird, dass er Jungen genauso heiß findet wie Mädchen – besonders Charlie. 

Schon seit vielen Jahre gehört der Webcomic »Heartstopper« von Alice Oseman zu meinen heimlichen Leidenschaften. Mit Webcomics kann ich ansonsten nicht viel anfangen, überhaupt sind Fortsetzungsgeschichten nicht mein Ding, ich hasse es, auf das nächste Kapitel warten zu müssen. Doch bei  »Heartstopper« ist es etwas anderes. 

Von Alice Oseman habe ich vor sieben Jahren »Solitaire« gelesen, die Geschichte von Tori Spring, ihrem Leben als Teenagerin mit allen damit verbundenen Irrungen und Wirrungen plus seltsamen Vorkommnissen an ihrer Schule. Was »Solitaire« so besonders macht, ist die große Liebe, die Alice Oseman all ihren Charakteren zuteil werden lässt. Jede Person im Buch, egal ob Tori Spring, Michael Holden oder Nebencharaktere wie Charlie Spring, der Bruder von Tori, ist glaubwürdig und echt beschrieben. Und genau damit begeistert mich Alice Oseman auch bei »Heartstopper«.

Samstag, 5. Februar 2022

Lesezeit im Januar 2022

Fast sieben Jahre lang gab es an dieser Stelle einen monatlichen Rückblick auf die neu eingezogenen Bücher (der erste Beitrag dieser Art stammt vom Juni 2015 und ich kann an dieser Stelle verraten, dass »Verlorene Illusionen« von Honoré de Balzac immer noch ungelesen im Regal steht). Nun ist mir aber nach Veränderung und statt über die neuen Bücher möchte ich über die gelesenen Bücher des letzten Monats sprechen. Da trifft es sich sehr gut, dass der Januar ein sehr lesereicher Monat war, insgesamt habe ich nämlich elf Bücher gelesen.


Dienstag, 11. Januar 2022

»Zum Paradies« von Hanya Yanagihara


Originaltitel: »To Paradise« - Aus dem Englischen von Stephan Kleiner - Erschienen bei Claasen - Januar 2022 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Was bindet Menschen aneinander? Existiert eine größere Freiheit als die Freiheit zu lieben? Wie viel Unfreiheit ertragen wir im Tausch gegen Gesundheit? Wer sind wir, wenn niemand sich mehr an die Welt unserer Kindheit erinnert? Was würden wir tun, um die zu schützen, die wir lieben? Was passiert mit uns, wenn wir dazu nicht mehr in der Lage sind? Und was sind wir bereit zu verdrängen, um an das irdische Paradies zu glauben? Der neue Roman von Hanya Yanagihara ist eine Aufforderung, eine Zumutung, ein Meisterwerk menschlicher Gefühle. Indem sie die Schicksale von drei Menschen aus drei Jahrhunderten in einem einzigen Haus zusammenführt, kann sie von beinahe allem erzählen, worüber sich heute zu erzählen lohnt.

Da ist es nun. Das Buch, auf das die Blog-Szene so lange gewartet hat. Der neue Roman von Hanya Yanagihara. Was kommt da nach »Ein wenig Leben«, einem der intensivsten Bücher, die ich je gelesen habe? Das sei an dieser Stelle schon einmal verraten: »Zum Paradies« muss den Vergleich mit dem großen Vorgänger nicht scheuen. 

Hanya Yanagihara erzählt in »Zum Paradies« nicht nur eine, sondern gleich drei einnehmende Geschichten, die zu drei unterschiedlichen Zeiten und in drei unterschiedlichen Welten spielen. Zentrum aller Geschichten ist ein Haus am Washington Square. Und es geht um nicht mehr und nicht weniger als das Leben an sich.

Sonntag, 9. Januar 2022

Neu im Bücherregal - Die Dezember-Bücher 2021

Ein letzter Blick zurück ins Jahr 2021. Mit einem bunt gemischten Bücherstapel, der neu eingezogen ist, fällt das leichter. Zu Weihnachten durfte ich einige sehr gewünschte Bücher auspacken und einige Rezensionsexemplare wurden mir geschickt, zu denen es demnächst Besprechungen geben wird. Mit diesem letzten Beitrag zu den Bücher 2021 schließt sich aber auch ein Kapitel. 2022 möchte ich statt den neu eingezogenen Büchern jeden Monat die gelesenen Bücher kurz vorstellen. Mal sehen, wie gut das funktioniert. Ich hoffe, dieser neue Monatsrückblick wird euch auch gefallen. Im Februar dann mehr dazu. Nun also der Blick zurück auf die Dezember-Bücher: