Donnerstag, 16. Juni 2022

Lesezeit im Mai 2022

Normalerweise bin ich beim Monatsrückblick auf die gelesenen Bücher immer halbwegs pünktlich unterwegs, nur leider hat der Juni mit einem sehr ungebetenen Gast begonnen, der mir eine Woche Bettruhe beschert hat. Corona ist wirklich kein Spaß, passt da bitte weiterhin gut auf euch auf. Statt Büchern wurden in den letzten Tagen auch hauptsächlich Dino-Dokus (»Ein Planet vor unserer Zeit« ist wirklich schön und ich habe nun einen neuen Lieblingsdino: Zalmoxes!) und Zeichentrick-Serien (Große Empfehlung für »Hinter der Gartenmauer«!) konsumiert, mal sehen, ob ich Ende des Monats überhaupt ein paar Bücher für die Lesezeit Juni zusammenbekomme.

Nichtsdestotrotz gab es im Mai sehr viele sehr gute gelesene Bücher, bei denen einige das Potential für einen Platz in den Jahreshighlights haben.

»Am Rande der Glückseligkeit« von Bettina Baltschev.
Mein Patenbuch beim Deutschen Sachbuchpreis 2022 hat leider nicht gewonnen (ausgezeichnet wurde Stephan Malinowski mit »Die Hohenzollern und die Nazis«), doch mit der großartigen Geschichtsstunde rund um den Strand ist dieses Buch mein Gewinnerbuch des Herzens. Mehr dazu erfahrt ihr in der dazugehörigen Rezension.

»Die sieben Männer der Evelyn Hugo« von Taylor Jenkins Reid. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Babette Schröder.
Die Bücher von Taylor Jenkins Reid sind ein TikTok-Phänomen, welches ich selbst als Nicht-TikTok-Nutzerin mitbekommen habe. In »Die sieben Männer der Evelyn Hugo« erzählt die Autorin die Geschichte einer (fiktiven) Hollywood-Schauspielerin, die mit einer unbekannten Journalistin ihre Lebensgeschichte niederschreiben will. Anfangs wurde ich mit den beiden Protagonistinnen nicht richtig warm, schlussendlich bin ich doch sehr entzückt, weil der 50- und 60er-Jahre-Flair der Filmindustrie schon sehr schillernd zum Leben erweckt wurde.

»New York und der Rest der Welt« von Fran Lebowitz. Aus dem Englischen von Sabine Hedinger und Willi Winkler.
Selbstverständlich habe ich 2021 auch »Pretend It's a City« mit Fran Lebowitz und Martin Scorsese gesehen und mich Hals über Kopf in die schrullige Eigenbrötlerin verliebt. Daran werde ich auch weiterhin festhalten, nur muss ich leider zugeben, dass mich der Kolumnenband teilweise arg verschreckt hat. Möglicherweise sind die Texte nicht gut gealtert, möglicherweise ist Fran Labowitz in schriftlicher Form einfach nicht so lebendig, aber ... nein. Das war nichts. 

»Franny und Zooey« von J.D. Salinger. Deutsch von Eike Schönfeld.
Die letzte Buchclub-Lektüre hat mir gut gefallen und leider auch gezeigt, dass ich mich gar nicht mehr an »Der Fänger im Roggen« erinnern kann. Deswegen möchte ich das Buch demnächst nochmal lesen, weil mir der Stil von Salinger schon sehr gut gefällt. Und Zooey ist ein Schatz. 

»Nach der Sonne« von Jonas Eika. Übersetzt aus dem Dänischen von Ursel Allenstein.
Die fünf kurzen Erzählungen in diesem Band sind jede für sich irritierend absurd und hinterlassen insgesamt einen komischen Nachgeschmack, der sich nicht so leicht von der Zunge entfernen lässt. 

»The Water Cure« von Sophie Mackintosh.
Dieses Buch ist ein kompletter Coverkauf, weil ich mich sehr in die badende junge Frau verliebt habe. Und dieser Blauton! Die Geschichte selbst ist aber auch nicht zu verachten und erinnert mich ein wenig an »Wilder Girls« von Rory Power. Drei Schwestern leben mit ihren Eltern auf einer abgeschotteten Insel und irgendwie liegt da ein dystopisches Geheimnis in der Luft oder im Wasser, man weiß es nicht genau. 

»Cleopatra and Frankenstein« von Coco Mellors.
Oh, girl. Vielleicht ist das schon ein heißer Favorit auf mein Lieblingsbuch 2022. Cleopatra und Frankenstein sorgen für Liebeskummer im schönsten und schlimmsten Sinne des Wortes. »When the darkest part of you meets the darkest part of me, it creates light.«. 

»How do we know we're doing it right?« von Pandora Sykes.
Diese sehr kluge Essaysammlung ist ebenfalls ein Kandidat für das Lieblingsbuch 2022 und geht der Frage nach, warum wir eigentlich durch die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten in unserem Leben so hart strugglen und immer denken, wir machen alles falsch (Hallo Imposter-Syndrom!).

»Wie hoch die Wasser steigen« von Anja Kampmann.
Das Setting in diesem Roman mit der Ölplattform irgendwo im Meer ist schon sehr spannend, nur leider verliert sich der überwiegende Teil der Geschichte in einem Roadtrip durch Europa, der mich nicht mitnimmt. 

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