Sonntag, 1. Mai 2022

Lesezeit im April 2022

Obwohl im April zehn gelesene Bücher zusammengekommen sind, hatte ich diesen Monat häufig das Gefühl einer Leseflaute. Während des langen Osterwochenendes habe ich zwar sechs (kurze) Bücher gelesen, doch unter der Woche liegt der Seitenzähler gemütlich bei 0 herum. Stattdessen bestelle ich neue Bücher für ein eh schon übervolles Bücherregal und kümmere mich um meine Zimmerpflanzen, die den Start des Frühlings für einen explosionsartigen Wachstumsschub genutzt haben. Vielleicht klappt das mit dem Lesen im Mai wieder besser. Schließlich habe ich heute schon ein (sehr gutes!) Buch beendet. Aber heute ist ja auch Sonntag.

»Der Fuchs und Dr. Shimamura« von Christine Wunnicke.
Eine ausgefuchste Geschichte (!) über einen japanischen Neurologen, der im 19. Jahrhundert das Fuchsfieber untersucht und vor lauter Schreck nach Europa reist. Ein wenig wirr, aber doch vergnüglich, und ich meine, wer kann schon was gegen Füchse sagen? Nur Dr. Shimamura!

»Missouri« von Christine Wunnicke.
Nach Wunnicke folgt direkt noch mehr Wunnicke und »Missouri« gefällt mir auch ein bisschen besser als der Fuchs, weil der Wilde Westen inklusive Dichter und einem Räuber als Fan schon sehr besonders ist. 

»Normale Menschen« von Sally Rooney. Deutsch von Zoë Beck.
Wenn ich mich nicht täusche, habe ich nun alle Bücher von Sally Rooney gelesen und irgendwie sind die schon gut, gleichzeitig aber auch so austauschbar, dass ich nicht weiß, ob ich weitere Bücher der Autorin unbedingt lesen muss. Und besonders gesund erscheint mir die Beziehung zwischen Connell und Marianne nun auch wieder nicht. 

»Kanada« von Juan Gómez Bárcena. Übersetzt von Steven Uhly.
Eine wirklich ganz besondere Lektüre, die ich in dieser Form noch nicht gekannt habe. Ein Mann kehrt aus dem Konzentrationslager zurück nach Hause und schließt sich in seiner Wohnung ein. Der Nachbar wird zum Gefängniswärter, bis die Zeit rückwärts läuft.

»Bluets« von Maggie Nelson.
Maggie Nelsen mag ich sehr. Die Farbe Blau mag ich sehr. Doch die Kombination hat für mich nicht funktioniert, der blaue Faden war nicht stark genug. Stattdessen würde ich eher »Die Kunst, sich zu verlieren« von Rebecca Solnit empfehlen.

»Butter« von Asako Yuzuki. Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe.
Unsere letzte Buchclub-Lektüre hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Die Geschichte an sich klingt wirklich spannend, doch die Umsetzung ist hölzern und langgezogen und verursacht Bauchschmerzen. Dazu demnächst noch einmal mehr. 

»Der Papierpalast« von Miranda Cowley Heller. Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Höbel.
Ich hatte ehrlicherweise nicht viel von »Der Papierpalast« erwartet und wurde sehr positiv überrascht. Stimmige Geschichte, interessantes Setting und genügend Spannung für eine gute Sommer-Lektüre mit Anspruch. Es folgt noch eine eigene Rezension hierzu.

»Daisy Miller« von Henry James. Aus dem Englischen von Britta Mümmler.
Henry James erfreut mich ja immer sehr. In diesem Fall bin ich ganz hingerissen von der ach so verrückten Daisy, die während ihrer Europareise einfach mit Männern spricht, obwohl sich das doch nicht gehört. 

»Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky.
Ich bin wahrscheinlich die letzte Person gewesen, die dieses Buch noch nicht gelesen hat. Und herrje. Hätte man mich doch gewarnt. Wie tieftraurig, wie wunderschön, wie herrlich amüsant ist bitte dieses ganze Dorf? Eine ganze Taschentuchpackung ging dafür drauf. Nun frage ich mich: Sollte ich noch mehr von Mariana Leky lesen?

»Denunziation« von Bandi. Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee. 
Weil ich nicht mitgedacht habe, ist dieses Buch bereits vor ein paar Tagen in den Bücherschrank gewandert und konnte deswegen nicht mehr fotografisch festgehalten werden. Das sagt aber auch schon Einiges über das Buch. Die Geschichten aus Nordkorea sind zwar hochinteressant, aber leider auch stark redundant. Vielleicht erfreut sich jetzt schon ein*e andere*r Leser*in daran. 

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