Samstag, 1. August 2026

Lesezeit im Juli 2026

Elf gelesene Bücher im Urlaubsmonat Juli. Das erfreut mich schon sehr. Insbesondere deshalb, weil da auch einige wirklich sehr famose Bücher mit dabei waren und der Urlaub schön war und ich hab einen doof-anstrengend-sinnvollen Termin hinter mich gebracht und als Belohnung gab es danach Blumen und Iced Latte, ich liebe diese Klischees. 

Und diese guten Bücher hab ich nun im Juli gelesen:


»People in Love« von Claire Daverley. Aus dem Englischen von Anja Mehrmann und Anne Thomas.
Von Claire Daverley habe ich bereits ihr Debüt »Vom Ende der Nacht« gelesen und gerne gemocht und auch »People in Love« hat genau die richtige Portion Gefühl für eine schöne Sommerlektüre. Es gibt ein glückliches Paar, eine plötzlich wieder aufgetauchte Jugendliebe, zu wenig Kommunikation (!!!) und ein gutes (!!!) Ende. Gefällt mir. 

»The hearing test« von Eliza Barry Callahan.
Dieses Buch habe ich mir letzten Herbst in New York gekauft, weil mich das Setting (es spielt in New York, verrückt) und der Ausgangspunkt mit einem plötzlichen Hörverlust sehr neugierig gemacht habt, abr leider haben sich da meine Erwartungen gar nicht erfüllt. Die Geschichte zieht sich leider sehr, ich hab keine Ahnung, was die Erzählerin eigentlich sagen möchte und das war dann doch insgesamt etwas unbefriedigend.

»Falls jemand fragt, wer wir waren« von Eva Kranenburg.
Hier hat mich besonders die Verknüpfung zwischen historischen Begebenheiten und einem persönlichen Schicksal sehr begeistert. Die Geschichte spielt in Halle an der Saale und kreist um den 17. Juni 1953, dem Tag, an dem in der ganzen DDR Massendemonstrationen gegen das SED-Regime stattfanden. Kurz vor diesem Tag macht sich Tilla auf die Suche nach ihrer besten Freundin Rena, die spurlos verschwunden ist. Dabei muss sie feststellen, dass alles, was Rena über sich selbst erzählt hat, eine große Lüge war. Wo ist ihre Freundin? Und wer ist sie überhaupt? 

»The Echoes« von Evie Wyld.
Bisschen late to the party, denn »The Echoes« von Evie Wyld war irgendwann 2025 unsere Buchclub-Lektüre und … ich hab sie nicht gelesen. Schockierend. Aber jetzt! Wie schon bei »The Bass Rock« gelingt es Evie Wyld eine unheimliche Stimmung im Alltäglichen einzufangen, dieses Mal mit einem Geist, der in der gemeinsamen Wohnung zurückbleibt und seine Freundin beim Leben beobachtet. Dazu kommen Rückblenden in die Kindheit und Jugend der Freundin, die in Australien aufgewachsen ist. Ein ganz vorzügliches Mosaik, das von den Zwischentönen und dem Nichtgesagten lebt.

»Die Riesinnen« von Hannah Häffner.
Dafür hab ich die aktuelle Buchclub-Lektüre sehr pünktlich und schnell gelesen! »Die Riesinnen« spielt in einem kleinen Dorf im Schwarzwald und erzählt die Geschichte dreier Generationen von Frauen, die sich in ihrer Heimat behaupten müssen. Zeitlich war ich am Anfang etwas verwirrt, weil ich die Geschichte eher im 19., statt im 20. Jahrhundert angesiedelt hätte, aber insgesamt mochte ich dieses intensive Porträt dreier Frauen gerne. 

»Herz König« von Lily King. Aus dem Englischen von Eva Bonné.
Ding-Ding-Ding! Ich glaube, hier haben wir ein Jahreshighlight vor uns. Um meinen eigenen Instagram-Beitrag zum Buch zu zitieren: »Ich liebe die Beziehungen der Protagonist:innen untereinander, ich liebe, wie echt sich ihre Entscheidung anfühlen, auch, wenn sie uns Leser:innen falsch vorkommen. Liliy King lässt es menscheln, lässt Fehler zu, das Leben ist nicht harmonisch und genau deswegen voller Liebe. Und dann bricht einem das Ende das Herz und ich könnte mir die Lektüre nicht schöner wünschen.«

»Norma Jeane Baker von Troja« von Anne Carson. Aus dem Englischen von Marie Luise Knott.
Nachdem ich »Die Odyssee« im Kino gesehen habe (SEHR zu empfehlen!), musste natürlich eine passende Lektüre her und Herr Gatsby hat mir direkt dieses schmale Drama-Bändchen von Anne Carson in die Hand gedrückt. Dramen lesen gehört nicht zu meinen allerliebsten Beschäftigungen, aber Anne Carson macht das schon sehr gut. Helena von Troja ist hier Marilyn Monroe oder andersrum, es ist auf jedenfalls sehr unterhaltsam.

»Die Yacht« von Anna Katharina Fröhlich.
Ein spontanes Buchmitbringsel aus dem Hamburg-Kopenhagen-Hamburg-Urlaub, aber leider hat mir hier der Klappentext besser gefallen als das eigentliche Buch, das sich teilweise etwas zu sehr in der Sommerhitze verliert. Und außerdem kommt gar nicht so viel Yacht vor, wie man beim Titel vielleicht annehmen könnte. 

»Crudo« von Olivia Laing. Aus dem Englischen von Thomas Mohr.
Noch ein Buchmitbringsel aus dem Urlaub und auch hier hab ich mir mehr von der Lektüre versprochen, obwohl ich Olivia Laing sonst wirklich sehr schätze. Aber in der Romanform scheint es für mich nicht so richtig zu funktionieren, ich kann noch nicht einmal sagen, um was es genau geht. Schade.

»The Slicks« von Maggie Nelson. Aus dem Englischen von Cornelius Reiber.
Ein neues Buch von Maggie Nelson (!) über Sylvia Plath (!) und Taylor Swift?! Excuse me?! Dazu mehr bei Instagram.

»Magical Mystery« von Sven Regener.
In guter alter Tradition hat mir Herr Gatsby auch dieses Buch von Sven Regener vorgelesen und damit sind wir vorerst auf dem aktuellen Stand was das Lehmann-Universum angeht. Vorerst, weil im September ein weiterer Band rauskommt, der ganz zufälligerweise schon für weitere Vorlese-Stunden bereitliegt (Danke an Galiani). In »Magical Mystery« kommt Frank Lehmann gar nicht wirklich vor (fies), dafür erfahren wir mehr aus dem Leben von Karl Schmidt, den ich auch sehr gerne mag. Die ganze Techno-Szene sagt mir zwar nicht so viel, aber ich mag einfach den Regener'schen Ton so gerne, er könnte für mich über alles mögliche schreiben. 

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