Dienstag, 3. April 2018

Fotobreze - März 2018


// Und dann ist der Tag gekommen, an dem man zum ersten Mal eine Session hält und der eigene Name steht auf  einem Zettel. Verrückt // Hier so im Lovelace  beim Blogger Market von Mucbook war das nämlich // Darf ich vorstellen? Lauch und Bacon, die beiden sympathischen Zwergkaninchen aus dem Zoohandel im Leipziger Hauptbahnhof. Fast hätten wir sie mitgenommen // Gute-Nacht-Geschichten in der wunderschönen Monacensia. Warum war ich da bisher noch nie? // Die Leipziger Buchmesse 2018 in vier Marina-Varianten - Nr. 1 bei der fancy LYX LOUNGE-Party // Nr. 2 mit Mikrofon beim LovelyBooks Community-Treffen // Nr. 3 mit ATM für die guten alten Zeiten // Nr. 4 beim schönsten Projekt der Messe: Buchregal ausmalen // Manchmal gefällt mir München doch sehr // Dieses Wetter ey, März! Das war kein Spaß mehr // Was für ein Abend! Joachim Meyerhoff liest aus "Die Zweisamkeit der Einzelgänger" und katapultiert sich damit auf Platz 1 meiner liebsten Lesungsmenschen // Es ist angerichtet, es war angerichtet zur Bookshelf-Tour 2.0 //

Bringen wir es direkt hinter uns: Wie verrückt war bitte das Wetter im März? 20 Zentimeter Schnee in Leipzig zur Buchmesse. Mittendrin eine nicht auf Schnee eingestellte Marina. Kein schönes Erlebnis. Dafür war das die Buchmesse umso mehr. Anstrengend, aber wunderschön. Langsam sollte man darauf achten, mich nicht in die Nähe von Mikros zu lassen. Nach der ersten eigenen Session beim Blogger Market in München hatte ich auf der Buchmesse gefühlt immer ein Mikro in der Hand. Außer bei der Bastelstunde, da hatte ich es nur vor der Nase. Wer sich das noch nachträglich angucken will, kann das hier tun. In München ging es buchlastig weiter beim Indiebookday und bei der fantastischen Lesung von Joachim Meyerhoff. Große Liebe. 

Der letzte gelesene Buch-Satz:
"Irgendwann wurde das ganze Leben alles und jeder, Erinnerung."
aus "Ein anderes Brooklyn" von Jacqueline Woodson, Seite 153.

Nächsten Monat und so:
Der April hat nun schon begonnen und mir einen Berlin-Besuch ins Haus gespült. In zwei Wochen hingegen fahre ich nach Berlin – sofern ich nicht schon wieder krank werde. Außerdem geplant: Ein neuer Versuch Yoga in den Kalender einzugliedern. Ende des Monats geht es wieder zu einer Lesung, dieses Mal von und mit Benjamin von Stuckrad-Barre. 

Montag, 2. April 2018

Neu im Bücherregal - Die März-Bücher 2018

Was hat es eigentlich mit diesem März und dem obsessiven Bücherkauf zu tun? Bereits in den vergangenen Jahren musste ich feststellen, dass ich im März zügellos Bücher gekauft habe. Ohne Rücksicht auf Verluste (und drohende Krisen im Bücherregal) wurden Bücher nach Hause geschleppt und gehortet. Und wie bereits im letzten Jahr mussten deswegen die Bücher, die ich im Rahmen des Indiebookdays gekauft habe, in einem eigenen Blogbeitrag Platz  nehmen. Nun bleiben also noch sechs weitere Bücher übrig, die im März neu bei mir eingezogen sind. Und das ganz ohne Buchmessen-Käufe, auf die ich in diesem Jahr wohlweislich verzichtet habe. Das mit dem Buchkauf-Verbot im April spare ich mir, ich muss eh sparen. Und wirklich jedes der folgenden Bücher musste ganz dringend in mein Bücherregal einziehen, weil: 


Wa(h)re Gefühle – Authentizität im Konsumkapitalismus herausgegeben von Eva Illouz. Ja, an dieser Stelle ist ein kurzer irritierter Blick zulässig. Wie bitte schafft es ein Suhrkamp Taschenbuch Wissenschafts-Band auf den Stapel der neu erworbenen Bücher in diesem Umfeld? Die Lösung ist so simpel wie genial. Der Marketingmensch in mir fühlt sich gar sehr angesprochen durch den Titel (ha, dieser Wortwitz!) und bei Aufsätzen wie beispielsweise "Authentizität in kommerziellen Glückwünschen. Die Grußkarte als Gefühlsware" kann ich nicht anders als konsumieren. Nämlich eben jenes Buch. 

Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen von Benjamin von Stuckrad-Barre. Meine heimliche Leidenschaft für Stuckrad-Barre (nicht nur für den Namen, aber auch) habe ich bereits bei "Panikherz" offen gelegt. Ende des Monats darf ich den werten Herren, der gerade Instagram mit seinen Stories zum Buch überflutet live und in Farbe und in München bei einer Lesung bewundern und man kann sich ungefähr vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue. Die Antwort: Sehr! Ebenso sehr freue ich mich auf die Lektüre dieses Buches mit dem wohl fantastischsten Titel aller Zeiten. Kein Einspruch erlaubt. 

Ein anderes Brooklyn von Jacqueline Woodson. Möglicherweise bin ich da einem ganz großen Ding auf der Spur. Bücher, die in Brooklyn spielen! Nachdem "Ein Baum wächst in Brooklyn" zu meinen Lieblingen 2017 gehört hat, freu ich mich, wieder einmal in den New Yorker Stadtteil eintauchen zu können. Irgendwann dann auch mal in echt. Bestimmt. 

Die Geschichte der Liebe von Nicole Krauss. Buchige Gastgeschenke zu Bookshelf-Partys – Teil 1. Erster Kommentar hierzu: Ja, es gab mal wieder eine Bookshelf-Tour, das heißt, Menschen kamen zu uns nach Hause, haben gegessen, getrunken und sich dabei Bücher angeguckt. Es war ein Fest mit Hund und Baby und lieben Menschen. Dabei wurden mir auch eben jenes Buch überreicht (und auch das nächste folgende), weil besonders empfehlenswert. Ich bin nun gespannt. 

Sommerhaus, später von Judith Hermann. Buchige Gastgeschenke zu Bookshelf-Partys – Teil 2. Wie mir eine kurze Recherche verraten hat, habe ich das Buch verrückterweise 2008 bereits gelesen. Ich kann mich nicht daran erinnern, vergab damals aber 4 von 5 Punkten. Nach zehn Jahren kann diese Vergesslichkeit schon einmal einsetzen, deswegen werde ich das späte Sommerhaus auf jeden Fall noch einmal lesen.  

Panthertage von Sarah Elise Bischof. Und da ist sie nun, die Schuldige an den beiden vorherigen Buchgeschenken. Eben jene Sarah gehört zu den wunderbaren Menschen, mit denen ich arbeitsmäßig die meisten Tage in der Woche verbringen darf. Nachdem ich nun im vergangenen Monat endlich die Gelegenheit hatte, zu einer ihrer Lesungen zu gehen, ist die Lektüre des dazugehörigen Buches Ehrensache. Ich schreibe so etwas selten, denke es mir aber oft, deswegen hier nun ausnahmsweise mal auch in Buchstaben-Form: Sarah ist ein so starker, ein so herzensguter Mensch, die trotz und wegen der Diagnose Epilepsie jeden Tag auskostet und damit einfach nur ansteckend ist. ♥

Sonntag, 25. März 2018

Zum Indiebookday 2018: Neu im Bücherregal


Wie bereits im vergangenen Jahr wurde der Indiebookday wieder als Feiertag für Buchmenschen zelebriert. Eine Tour durch sechs Münchner Buchhandlungen mit Kollegen und Freunden inklusive Kuchenfinale stand auf dem Plan. Und wie auch im letzten Jahr eskalierte das ganze zu einem Einkaufsrausch, der mich mit sechs neuen Büchern zurückgelassen hat. Aus diesem Grund werden die gestern erworbenen Bücher aus der März-Aufstellung herausgenommen und hier einzeln nochmal präsentiert.

Nachdem ich Ende Januar noch vier Bücher aus unabhängigen Verlagen präsentiert habe, die 2018 erscheinen, kann ich mit stolzgeschwellter Brust verkünden, dass ich nun alle vier Bücher besitze. Möglicherweise muss ich das Format also nochmal wiederholen, um für den Herbst gewappnet zu sein.

Hier nun aber alle sechs Bücher, die gestern heimtückisch in meinen Jutebeutel gesprungen sind:

Bestseller von Beka Adamaschwili. Erschienen bei Voland & Quist. Diese Buchblogger-Influencer! Da rede ich auf der Buchmesse mit Sarah und Julia und beide loben "Bestseller" in den höchsten Tönen und dann kann ich nicht anders, als das Buch direkt am Indiebookday zu kaufen. Mir wurden Fußnoten versprochen und ein ironisch-böser Blick auf die Literaturszene. Das werde ich überprüfen! 

Nicht zur Veröffentlichung bestimmt von Elisabeth Borchers. Erschienen bei weissbooks. Als ich dem nicht anwesenden Herrn Gatsby während der Indiebookday-Tour ein Foto meiner bisher erstandenen Bücher geschickt habe, war seine Antwort nur: "War ja klar dass du Borchers kaufst". Ich bin wohl zu vorhersehbar. Aber wie soll man als Liebhaberin von Verlagsgeschichte bitte an einem Buch über Verlagsgeschichte vorbeigehen? Eben!

Peach von Emma Glass. Erschienen in der Edition Nautilus. Wie bitte hätte ich dieses düster-klebrige Buch in der Buchhandlung stehen lassen können, wenn es sich doch schon seit Wochen in meinem Kopf eingenistet hat? 118 Seiten. Wahrscheinlich hab ich "Peach" innerhalb von einer Stunde inhaliert und ich freu mich schon jetzt auf diese poetische Stunde. 

Tyll von Daniel Kehlmann. Erschienen in der Büchergilde Gutenberg. Eben jenes Buch stand in der Rowohlt-Ausgabe auf meinem Weihnachtswunschzettel. Und auch auf dem Wunschzettel von Herrn Gatsby. Eingezogen ist es bisher aber noch nicht. Die optisch wirklich herausragende Ausgabe der Büchergilde hat nun das Fass zum Überlaufen gebraucht. Nun gilt es abzuwarten, ob ich nach der Lektüre genauso "sprachtrunken, bildersatt und verzaubert" bin wie Denis Scheck. 

Nordwasser von Ian McGuire. Erschienen bei mare. Schon auf der Leipziger Buchmesse winkte mir die Walflosse fröhlich-düster zu, doch ich konnte dem Kaufreflex widerstehen. Schließlich hatte ich den Indiebookday schon im Kopf und wusste, dass sich im Buchmessen-Koffer kein Platz mehr für ein Buch finden würde. Schlussendlich durfte der Wal also doch ins Regal, nur eben zeitverzögert und mit dem Jutebeutel als Transportmittel. 

Eileen von Ottessa Moshfegh. Erschienen bei liebeskind. Schon seit längerer Zeit schleiche ich um dieses Buch herum. Gestern nun lag es als Mängelexemplar bei Buch & Töne und mein Herz klopfte ganz schnell und meine Hände packten das Buch noch schneller an sich, um es an jenes schnell klopfende Herz zu pressen. 

Am allerliebsten hätte ich nun eine Woche frei, um alle Bücher direkt sofort gleich zu lesen. Geht aber nicht. Häppchenweise ist das ganze wahrscheinlich auch magenschonender. Von den fünf Büchern, die ich mir am Indiebookday 2017 gekauft habe, habe ich in der Zwischenzeit drei gelesen. "Hinfallen ist wie anlehnen, nur später" von Sebastian 23 und "Das unendliche Buch" von Noëlle Revaz teilen sich das Schicksal der ungelesenen Bücher. Wir werden sehen, wie viele der 2018-Bücher ich in einem Jahr gelesen haben werde. 

Seit ihr gestern auch zum Indiebookday ausgezogen, um nach Büchern aus kleinen, unabhängigen Verlagen zu stöbern? Wart ihr erfolgreich? 

Freitag, 23. März 2018

Ins Blaue! Natur in der Literatur im Literaturhaus München

Eine der ersten Lektionen, die ich von Tina im Hinblick aufs Schreiben von Newsletter-Texten gelernt habe, war diese hier: Man schreibt nicht über das Wetter. Lustigerweise fällt mir das wirklich immer dann ein, wenn ich dazu ansetze, einen Satz über das Wetter zu schreiben. In diesem Fall ignoriere ich die Regel, denn man muss über das Wetter sprechen, wenn man über Natur spricht. Und das will ich tun.

In dieser Woche durfte ich der Ausstellungseröffnung zu "Ins Blaue! Natur in der Literatur" im Literaturhaus München beiwohnen und während drinnen über Blumen, Blau und Blätter gesprochen wurde, tanzten draußen Schneeflocken am Nachthimmel. Ein absurdes Bild. Und der traurige Grund, warum man einen Teil der Ausstellung (noch) nicht besuchen konnte. Das Literaturhaus hat, um dem Thema gerecht zu werden, einen kleinen Garten angelegt, der aber aufgrund der Kälte noch dick eingepackt sein muss, damit er Überlebensschancen hat.

Stattdessen gab es im warmen Ausstellungsraum Natürliches und Künstlerisches zu entdecken. Neben Zitaten aus 2.500 Jahren Weltliteratur zum Thema Natur ("In einem Blumentopf können Sie Dreck eigentlich nicht Dreck nennen." - Bertold Brecht) gab es Naturstücke von zeitgenössischen Schriftstellern und Schriftstellerinnen zu bestaunen. Ein räudiges Tier von Eva Menasse, ein Pailletten-Vögelchen von Teresa Präauer oder Gestein von Raoul Schrott, immer begleitet von Texten der Autoren. Dazu eine Dunkelkammer mit Vogelgezwitscher und einen weißen Raum, der die Farbe wechselt – Gegensätze ziehen sich an. Ein Bett aus Gras, ein Blumenmeer und wunderschöne Hermetosphäre (Mini-Biotope in geschlossenen Gefäßen inklusive tropischer Springschwänze – ich bin sehr begeistert!). 

Bei der begleitenden Blogparade des Literaturhaus Münchens stellt sich die Frage: Was verbindet euch mit Natur? Eine fiese Frage für einen Standard-Stadtbewohner wie mich. Besonders viel Natur bekomme ich normalerweise nicht ab. Ich bin kein großer Spaziergänger, und wenn, dann beschränkt sich das auf Ausflüge in den Nymphenburger Park. Kann man einen von Menschenhand gestalteten Park aber wirklich als Natur bezeichnen? 

Passenderweise sagte jemand bei der Ausstellungseröffnung "Je weiter sich der Mensch von der Natur entfernt, desto intensiver setzt er sich mit ihr auseinander." – vielleicht ist das eine Erklärung, warum ich mir die Natur im Kleinen in die Wohnung hole und meine Sukkulenten-Sammlung wächst und gedeiht. Und anstatt Schnittblumen müde zu belächeln, erfreut sich mein Herz nun regelmäßig an Tulpen in der heimischen Blumenvase. Weswegen die Blumenvase wohl auch der Gegenstand gewesen wäre, den ich der Ausstellung zur Verfügung gestellt hätte, wenn ich ein zeitgenössischer Autor wäre. Konjunktiv-Party!

Wer also den Frühling in kleinen Portionen erleben möchte, dem kann ich "Ins Blaue!" nur empfehlen. Und vielleicht kehrt irgendwann die Sonne aus ihrem Winterschlaf zurück und man kann den Literaturhaus-Garten beim Blühen zugucken. 

Ins Blaue! Natur in der Literatur
Literaturhaus München
Montag bis Freitag 10:00 - 19:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 10:00 - 18:00 Uhr
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

Sonntag, 11. März 2018

Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl.


Originalausgabe - Erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt - 2018 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar

Moritz, Raffael und Johanna sind immer zu dritt, doch ihre Freundschaft ist Gift. Sechzehn Jahre vergehen, bis das fatale Dreieck erneut zusammenfindet und die Vergangenheit sie einholt – mit unberechenbarer Wucht.

Seit Anfang des Jahres hat wohl jeder, der sich irgendwie in Buchblogs oder bei Bookstagram herumtreibt, dieses waldgrüne Cover das ein oder andere Mal gesehen. Auch ich habe bereits recht früh ein Leseexemplar erhalten und bin doch erst jetzt dazu gekommen "Dunkelgrün fast schwarz" zu lesen. Was auch teilweise daran lag, dass vor dem 05.03.2018 keine Rezensionen veröffentlicht werden durften und ich bin immer ganz schlecht darin, ewig darauf zu warten, einen Blogbeitrag zu veröffentlichen.

Worum geht es?

Der Klappentext lässt es bereits vermuten. Moritz, Raffael und Johanna. Eine Dreiecksgeschichte, die lange vorbei scheint. Aber wann sind Beziehungen wirklich vorbei? Was ist, wenn die Geister der Vergangenheit plötzlich vor deiner Tür stehen? So ergeht es Moritz, der sich mit seiner schwangeren Freundin ein hübsches Nest in Hallein, einem kleinen Städtchen bei Salzburg, gebaut hat. Raffael steht unvermittelt vor seiner Tür. Sechzehn Jahre haben sie sich nicht gesehen, nichts voneinander gehört. Und mit Raffael kehrt das giftige Grün ist Moritz' Leben zurück. 

Mareike Fallwickl erzählt in "Dunkelgrün fast schwarz" die Geschichte einer Freundschaft aus drei Perspektiven. Moritz, der schüchterne Junge, der durch Raffael aus seinem Schneckenhaus herauskommt und in einem Spinnennetz landet. Johanna, die nach einem tragischen Schicksalsschlag Aufmerksamkeit sucht. Und Marie, Moritz' Mutter, die schon früh ahnt, welches gefährliche Potential in Raffael steckt.

Ich bin ganz ehrlich. Ich habe für "Dunkelgrün fast schwarz" fast zwei Wochen gebraucht, um es zu beenden. Wer mich und meine Lesegeschwindigkeit kennt, weiß, dass das nicht gerade normal ist. Abgesehen davon, dass ich unter der Woche selten zum Lesen gekommen bin, habe ich mich teilweise auch davor gedrückt weiterzulesen. Ich hatte in der ersten Hälfte auch zeitweise daran gedacht, nicht über dieses Buch zu schreiben.

Warum?

Weil irgendwie die Chemie zwischen dem Buch und mir nicht gepasst hat. Irgendwas hat immer gezwickt und gezwackt. Ich mochte die Idee, drei Freunde, die sich nach Jahren wiedertreffen und deren gesamte gemeinsame Geschichte auf dem Prüfstand steht. Und obwohl ich auch die Sprache mag, in der man sich sicherlich verlieren kann, so wirkte es insgesamt doch etwas künstlich auf mich. Zu gewollt. Selbst Moritz' Synästhesie, die ich ansonsten wahnsinnig interessant finde, konnte mich nicht richtig überzeugen.

Und ich gebe es zu. Es ist schwer, Kritik an einem Buch zu üben, auf das man sich so gefreut hat. Ein Buch, welches in meiner Filterblase gefeiert wird, weil es "eine von uns" geschrieben hat, denn Mareike ist selbst Buchbloggerin.

Die zweite Hälfte des Buches konnte mich hingegen wieder versöhnen. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, die Protagonisten erscheinen weniger kalt und handeln nachvollziehbarer. Auf die Kapitel mit Marie habe ich mich am meisten gefreut, weil ihre Perspektive der ganzen Geschichte noch einmal eine andere Wendung gibt. Und auch sprachlich wird "Dunkelgrün fast schwarz" entspannter, weniger gewollt, mehr gekonnt. 

Vielleicht muss das auch so. Vielleicht ist es gut, dass ich mich als Leser am Buch reibe, es mir nicht zu einfach gemacht wird. Denn so wird "Dunkelgrün fast schwarz" zu einer intensiven Lesearbeit. Unbequem und fordernd. Und schlussendlich wird man für all die Mühe belohnt.