Sonntag, 16. Juni 2024

Vier Bücher für ... Kammerspiele im Urlaub

Es wird Sommer. Und damit startet langsam die Urlaubssaison. Irgendwie. Jedenfalls haben mich einige meiner letzten Lektüren in Urlaubsstimmung versetzt. Auch wenn keiner dieser Urlaube besonders glücklich verlaufen ist. Was aber auch viel interessanter ist als »Sommer, Sonne, Kaktus«, Handtücher am Pool auslegen und Streit am All-inclusive-Büfett. Die vier Bücher, die ich hier zusammengesucht habe, beginnen nicht nur alle mit einem Urlaub, sie engen den Rahmen so weit ein, dass nur wenige Protagonist*innen darin Platz finden. Deswegen »Kammerspiele im Urlaub«. Und für den begrenzten Platz im Urlaubskoffer sind alle vier Bücher auch sehr geeignet. Wenn das mal nicht durchdacht ist! 


»Ewig Sommer« von Franziska Gänsler.
Die Kammer: Ein kleiner Kurort, abgeschnitten von der Welt, weil in den umliegenden Wäldern Brände lodern. Iris, die Besitzerin eines Hotels, wartet darauf, dass etwas passiert. Und als dann etwas passiert und eine junge Frau mit ihrem Kind im Hotel unterkommt, wird das monotone Leben von Iris auf den Kopf gestellt. »Ewig Sommer« erzählt von Flucht, vermeintlicher Sicherheit, unterschiedlichen Perspektiven auf die Wahrheit und davon, dass die größte Gefahr oft unsichtbar in der Nähe lauert. (K)eine gute Lektüre für heiße Sommertage.
»Es war mir, als würde ich auf einem Feld stehen. Sehend, dass bald ein Sturm alles um mich herum erfassen würde. Aber noch waren es nur die Ähren, die der Wind bewegte, nur die Wolken, die sich zusammenzogen. Noch blieben wir.« (Seite 131)

»Nach den Fähren« von Thea Mengeler.
Die Kammer: Eine Insel im Meer, die einmal ein sehr beliebter Urlaubsort war, bis plötzlich eines Tages keine Fähren mehr anlegten und die Insel immer leerer und leerer wurde. Die wenigen verbliebenen Bewohner*innen sind in der Vergangenheit steckengeblieben und warten auf den Tag, an dem alles wieder so wird wie früher. Ich liebe die Trägheit und die Wiederholungen, die in diesem Roman stecken, dieses Urlaubsgefühl, wenn man vergessen hat, welcher Wochentag ist und man darüber tagträumt, was wäre, wenn man einfach für immer hier bleiben würde. 
»Sie liest ganze Seiten, ohne einen Gedanken zu erinnern, einen Satz. Sie blättert zurück, versucht es noch einmal, schlägt das Buch schließlich doch immer zu.« (Seite 38)

»Salzruh« von Susan Kreller.
Die Kammer: Eine Pension in der Altmark, irgendwo in Sachsen-Anhalt. Neun Gäste, sowie die Wirtin und das Hausmädchen. Und niemand darf raus. Sagt jedenfalls die Wirtin. Es gäbe einen Schutzmittelvorfall. Was auch immer das bedeutet. Neun Gäste, die Wirtin und das Hausmädchen. Etwas Bedrohliches lauert draußen wie drinnen. Und es werden nach und nach weniger Gäste. Der subtile Horror, gepaart mit einem ganz eigenen trockenen Humor, macht diesen Roman zu einem ganz besonderen Leseerlebnis für die Urlaubszeit.
»Der Wald mit dem stillgelegten Erholungsheim erinnert ihn an früher, und was früher war, das muss man abschließend besichtigen, man muss es nachträglich zu etwas Gutem oder wenigstens Besserem erinnern.« (Seite 10)

»Die Wand« von Marlen Haushofer.
Die Kammer: Eine Jagdhütte in den Bergen. Eine Frau verbringt dort mit einem Ehepaar ein Wochenende. Als am Morgen die Frau alleine in der Hütte erwacht, macht sie sich auf die Suche und muss schnell feststellen, dass da plötzlich eine Wand steht. Eine gläserne Wand, die sie vom Rest der Welt abkapselt. Zu Beginn noch auf der Suche nach einem Ausweg, findet sich die Frau schnell mit ihrem Schicksal ab und versucht sich einen eigenen Alltag hinter der Wand zu schaffen, um zu überleben. Ein Klassiker, bei dem sich eine (Wieder-)Entdeckung lohnt!
»Wenn ich jetzt an die Frau denke, die ich einmal war, ehe die Wand in mein Leben trat, erkenne ich mich nicht in ihr.« (Seite 41)

Freitag, 31. Mai 2024

Lesezeit im Mai 2024

Wie viele freie Tage passen in einen Monat? Mai: Ja! Gefällt mir wirklich sehr gut, so viel Lesezeit. Deswegen ist der Stapel der gelesenen Bücher im Mai auch etwas höher geworden. Insgesamt habe ich zwölf Bücher gelesen, nein, eigentlich sogar noch eines mehr, aber über Buch Nr. 13 erfahrt ihr dann demnächst mehr. Außerdem war ich im Mai im Theater, bei einer berührenden Lesung und sehr, sehr oft im Kino, denn DOK.fest war ja auch noch. Drei Dokus, die ich gesehen habe und empfehlen kann: »Joana Mallwitz – Momentum«, »Jenseits von Schuld« und »Filmstunde_23«.

Aber zurück zu den gelesenen Büchern:


Mittwoch, 1. Mai 2024

Lesezeit im April 2024

Ein wilder April und eigentlich habe ich eh hauptsächlich das neue Album von Taylor Swift gehört. Pro-Tipp: Bei einer Zugfahrt nach Berlin kann man das Album sehr gut zweimal komplett durchhören, darf sich dann aber nicht wundern, wenn danach der Handyakku fast leer ist. Gelesen wurde aber natürlich auch, beispielsweise auch bei der erwähnten Zugfahrt. Insgesamt sieht das dann für den April so aus:

Montag, 1. April 2024

Lesezeit im März 2024

Wie ich trotz einem vollen Arbeitskalender, der Oscar-Verleihung, Indiebookday und dem Buchmesse-Besuch im März acht Bücher gelesen habe, kann ich mir selbst nicht erklären. Irgendwo zwischen den Büchern muss sich ein Zeitloch verstecken. Oder so ähnlich. Hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn da waren einige echt gute Bücher dabei:

Sonntag, 17. März 2024

Neu im Bücherregal zum Indiebookday 2024

Der Indiebookday 2024 wurde mit einer ausführlichen Schlenderei durch Münchner Buchhandlungen gefeiert. Und beim Schlendern ist es selbstverständlich nicht geblieben, insgesamt habe ich mir sieben neue Bücher aus unabhängigen Verlagen gekauft. Einige davon standen bereits auf meiner Wunschliste, andere habe ich ganz spontan entdeckt. Das mag ich ja wirklich am liebsten. Weil ich mich meist ganz gut mit den Neuerscheinungen der Buchbranche auskenne, freut es mich immer sehr, wenn ich in Buchhandlungen stöbere und dort noch auf unbekannte Titel stoße. Unabhängige Verlage haben da meist sehr schöne Perlen versteckt. 

Diese sieben Bücher habe ich beim Indiebookday 2024 gekauft und ich freu mich schon sehr auf die Lektüren. Kennt ihr bereits eines der Bücher und könnt mir empfehlen, mit welchem ich anfangen soll?

»Fest« von Mireille Zindel. Erschienen bei lectorbooks. 

»Nimm die Alpen weg« von Ralph Tharayil. Erschienen bei Azur im Verlag Voland & Quist.

»Hohle Räume« von Nora Schramm. Erschienen bei Matthes & Seitz.

»Die kleinen roten Stühle« von Edna O’Brien. Aus dem Englischen von Kathrin Razum und Nikolaus Stingl. Erschienen bei Steidl.

»Nach den Fähren« von Thea Mengeler. Erschienen bei Wallstein.

»Salzruh« von Susan Kreller. Erschienen bei Schöffling & Co.

»Arson« von Laura Freudenthaler. Erschienen bei Jung und Jung.