Mittwoch, 18. November 2009

Die dreizehnte Geschichte.


"Wie banal der Inhalt auch sein mag, so gibt es immer etwas, das mich berührt, denn jemand, der inzwischen verstorben ist, fand diese Worte einmal bedeutsam genug, um sie niederzuschreiben."

Ohne es vorher wirklich gewusst zu haben, trifft hier Frau Diane Setterfield irgendwie genau meine Einstellung zu Büchern. Auch wenn ich das wahrscheinlich nie so schön hätte widergeben können wie sie.
Überhaupt.
Das ganze Buch ist so wahnsinnig schön geschrieben, dass ich es wirklich nur unter Zwang aus der Hand legen konnte. Gestern Vormittag habe ich angefangen. Heute Nachmittag war ich fertig ... wupps. Wo sind nur die 500 Seiten geblieben?

Es geht um eine Schrifstellerin.
Es geht um eine Buchhhändlerin.
Und es geht um Bücher.
Und Geschichte.
Geschichten.
Geschichten, die das Leben schreibt.
Geschichten, die Schriftsteller schreiben.
Und wie sich beides vermischt.

Abgesehen davon, dass es um Bücher geht, was ja bei mir meistens ein großer Pluspunkt ist, erlebt man hier einmal wie - um es mal ganz blöd zu sagen - ein Schrifsteller tickt. Obwohl das natürlich jetzt arg verallgemeinert von mir ist.

Am Anfang hatte ich etwas Angst, dass das eine Geschichte wird mit einer verbitterten alten Frau, die die ganze Zeit wahnsinnig klug daherredet. Was auch am Anfang der Fall ist, aber absolut nicht negativ auffällt. Es passt einfach so. Die Buchhändlerin (obwohl - ne Ausbildung hat die ja nicht wirklich. Und es ist ein Antiquariat! Und überhaupt! Vetternwirtschaft!) ist so - allerliebst. Die ganze Geschichte nimmt einen gefangen, genauso wie die Geschichten der Schrifstellerin im Buch ihre Leser gefangen nehmen.

Ich kann wahrscheinlich die Großartigkeit dieses Buches nicht wirklich widergeben, was mir wahnsinnig leid tut. Man muss mir nun wohl einfach glauben, dass es so ist.
Und - was ich ganz arg böse finde - ich habe nun wieder das Bedürfnis mir die Bücher zu kaufen, die im Buch erwähnt werden.
Jane Eyre.
Die Frau in Weiß.

Ist ja nicht so, als würden hier genug Bücher herumstehen ...

Alle Kinder mythologisieren ihre Geburt. Das ist nur allzu menschlich. Du willst jemanden wirklich kennenlernen? Mit Leib und Seele? Dann frag ihn, wann und wo er das Licht der Welt erblickt hat. Du wirst nicht die Wahrheit zu hören bekommen, sondern eine Geschichte. Und nichts ist so aufschlussreich wie eine Geschichte.

Kommentare:

  1. Wir können als nöchstes Jane Eyre lesen. Ich würde es allerdings auf Englisch lesen, aber das wäre ja gleich, gell?

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  2. Das könnten wir durchaus tuen. Auch wenn ich es dann auf deutsch lesen würde, weil.
    Und ja, wäre ja das selbe. Also Geschichtstechnisch.

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  3. Da wäre ich dann nämlich dabei, wenn Ihr gestattet.

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  4. Wir könnten eine Umfrage starten! :D
    Weil Frau Koffer gestern meinte, sie will etwas banaleres lesen, etwas wo sie nicht Angst haben muss nicht zu erkennen was der Autor ihr sagen will.

    Und ja, natürlich darfst du mitmachen.

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