Montag, 20. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 20.


Xenophob. Josefina hat eine fürchterliche Handschrift, ich dachte, auf dem Zettel steht "Xen-phob" und ich wusste nicht, was das sein sollte. Erst dachte ich an ein Xylophon, aber wer ist denn gegen Xylophone feindlich eingestellt? Auf jeden Fall ist der komische Strich eigentlich ein o und deswegen steht da Xenophob. Nur kluge Menschen sagen xenophob, denn dumme fremdenfeindliche Menschen sagen einfach "Ausländer raus!". Schließlich wäre das ja dumm, wenn man eine fremdländische Sprache benutzt, um zu sagen, dass man fremdländische Menschen nicht mag. 
Wobei ich durch Wikipedia gelernt habe, dass Xenophobie nicht auf Ausländerfeindlichkeit beschränkt ist, sondern jegliche Ausgrenzung einer als andersartig wahrgenommenen Personengruppe meint. 
Ausgrenzung ist unschön. Fremdenfeindlichkeit ist unschön. Vorurteile sind unschön. Trotzdem hab ich auch oft Vorurteile gegen bestimmte Gruppen in meinem Kopf, was ich auch unschön finde. 
Seit Finnland denke ich immer, dass Franzosen unhöflich sind, weil da alle Franzosen immer-immer-immer Französisch geredet haben, obwohl die wussten, dass man das nicht versteht (obwohl ich es jetzt natürlich verstehen würde. Nach zwei Wochen Unterricht. J'ai des livres dans moi sac!). Aber eigentlich will ich das gar nicht denken. Aufgrund eines Beispiels auf die Allgemeinheit zu schließen ist dumm. Deswegen muss ich bald dann mal nach Frankreich und mich davon überzeugen, dass es auch nette Franzosen gibt (das weiß ich aber schon, in Finnland gab es auch viele nette Franzosen).
Kann man gegen xenophobe Gruppen wie die NPD oder die AfD eigentlich xenophob sein?  

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