Dienstag, 24. März 2015

Aufbrezeln in München - Teil 10.

Bevor wir letzte Woche Halle verlassen habe, habe ich mich noch einmal todesmutig in eine Bäckerei-Filiale gewagt, wobei "in" ein bisschen falsch ist, das war nämlich am Hauptbahnhof und der Bäcker war eben in der Ladenstraße des Bahnhofs, da kann man nicht "hineingehen", da läuft man vorbei oder man bleibt stehen. Je nach Wunsch. In diesem Fall war es so, dass wir erst auf einer Bank saßen und ich habe die Werbeanzeige des Nachbarladens bewundert (Bockwurst im Brötchen für 99 Cent! Dinge, die ich um 7 Uhr unbedingt lesen und essen möchte) und als sich die Uhrzeiger langsam unserer Abfahrtszeit näherten, sind wir aufgestanden, um zu unserem Gleis zu gelangen (der Zug hatte dann noch 15 Minuten Verspätung wegen Bauarbeiten. Die müssen ganz spontan an den Gleisen gearbeitet haben, warum sonst kann man das nicht schon vorher ankündigen?) und ich habe mir beim Bäcker noch einmal eine Breze gekauft. Weil ich so furchtbar mutig bin und testen wollte, ob man in Halle noch so furchtbar hässliche Brezen kaufen kann. Spoiler: Kann man nicht. Mein zweites Brezenexemplar aus Halle war sogar recht hübsch. Und die Verkäuferin amüsierte mich mit der Nachfrage "Mit oder ohne Salz?", weil die Brezen ohne Salz so unfassbar traurig-nackt aussahen. Deswegen also mit Salz. Außerdem ist Halle doch eine Salzstadt, da muss auch auf die Breze Salz drauf. Jawohl!

Hier nun also noch einmal eine special Edition Aufbrezeln in München - Die Auswärtsversion aus Halle.
Name: Laugenbrezel
Preis: 0,85 Euro
Kaufort: Wiener Feinbäcker Heberer in Halle am Bahnhof
Optik: schön groß und schöne Farbe, Salz nur auf der linken Seite (ist da die Breze ins Salzbecken gestolpert?), glänzt wieder merkwürdig, aber sehr viel weniger als die komische Breze vom letzten Mal, unten sehr großer Riss, was mir sehr gut gefällt
Konsistenz: relativ weich und relativ trocken, innen trotzdem ein klein wenig fluffig, Ärmchen unterscheiden sich kaum vom restlichen Brezenkörper und sind nicht knusprig
Geschmack: Das Salz überlagert den Brezengeschmack, schmeckt als quasi wie ein Salzstein. Die Stellen ohne Salz schmecken hingegen arg lasch
Gesamturteil: Eine Verbesserung zur anderen hallensischen Breze ist dieses Exemplar allemal, trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden. Der hohe Preis und die trockene Konsistenz machen auch diese Breze zu einem "Naja, wenn es nichts anderes gibt, ess ich das schon"-Exemplar. 
Ich vergebe 3 von 5 Brezenpunkten und bleibe dabei - Brezen sollte man in Bayern kaufen. Oder Schwaben. Schwaben ist auch okay.

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