Samstag, 30. Mai 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 24.


Nach vier Stunden Oberseminar (an einem Samstag. Ich mag Uni-Samstage nicht, die bringen meinen Wochenrhythmus komplett durcheinander) mit Vorträgen zu sechs verschiedenen Masterarbeiten habe ich es mir verdient, dass ich nicht gleich sofort an meiner eigenen Masterarbeit weiterschreibe. Also. Abgesehen davon, dass ich wohl auch ohne Oberseminar noch lange nicht mit Schreiben angefangen hätte. Ich brauch eine sehr lange Aufwärmphase. Und manchmal dauert die Aufwärmphase auch den ganzen Tag und dann schreib ich Abends zwei Seiten und gut ist. Jedenfalls dachte ich mir, kann ich erst einen Blogeintrag schreiben und im Anschluss öffne ich mein Word-Dokument und vielleicht bemerke ich den Unterschied gar nicht und schreibe einfach fröhlich weiter. Ausgefucht!

Ein brillantes Verwirrspiel um einen Lesenden und eine (Mit-)Leserin, die von einer Geschichte in neun andere geraten.

Wisst ihr, was ich überhaupt nicht mag? Klappentexte, die nichts richtiges über das Buch erzählen. Klappentexte mit Zitaten sind die schlimmsten. Aber dieser Klappentext ist auch hart an der Grenze zur Nutzlosigkeit. Er gehört zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino. Ein Buch, welches eigentlich Herrn Gatsby gehört, welches aber in mein ungelesenes Regal gewandert ist, weil ich das Buch lesen möchte (ach?). Und ich habe sogar schon einmal damit begonnen. Bis Seite 41 bin ich gekommen, wenn ich dem Eselsohr an dieser Stelle Glauben schenken darf. Könnte aber auch von Herrn Gatsby sein, der in diesem Buch sehr viele Sätze angestrichen hat. Vielleicht will er deswegen, dass ich das Buch endlich mal zu Ende lese. 

Ich hab das Buch damals in Hamburg begonnen und fand den Anfang unfassbar toll, weil der Autor mit dem Leser spielt und quasi das beschreibt, was der Leser nach dem Kauf des Buches macht. Ein Spiel mit der Realität! Leider ein Spiel, welches schnell an seine Grenzen stößt, weil der Autor beispielsweise davon spricht, wie viel der Leser schon gelesen hat und die Seitenzahlen, die er nennt, stimmen nicht mit der Realität überein und das macht mich etwas traurig.

Wahrscheinlich verschiebt sich die Wiederaufnahme der Lektüre aber auf unbestimmte Zeit, weil mich andere Bücher derzeit doch mehr interessieren. Armer Calvino. Jetzt muss er wieder ganz nach oben ins Bücherregal. An die Stelle, wo das Bücherregal mit einem Winkel an der Wand befestigt ist, weswegen man dort die Bücher nicht bis ganz an die Wand schieben kann. Die stehen ein wenig hervor und ich denke immer, dass ich das aus einem bestimmten Grund gemacht habe, beispielsweise, weil ich die Bücher unbedingt demnächst lesen möchte und dann stimmt das gar nicht. Quasi eine optische Illusion.


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Anmerkung der Verfasserin: Nach Lektüre dieses Blogeintrags machte mich Herr Gatsby auf folgende Fehler aufmerksam:
- "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" war nie sein Buch
- daher sind die Unterstreichungen auch nicht von ihm
- er hat mir das Buch geschenkt
- und zwar hat er das Buch bei einem Bücherhallen-Flohmarkt erworben
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, glaube dem Bub aber einfach mal. Der wird das schon wisse. Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten, die meine Fehler verursacht haben.

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