Donnerstag, 18. September 2014

Frankenstein von Mary Shelley

Man soll ja auch öfter mal Klassiker lesen. Und meine Ausgabe des Karl Müller Verlags hat dieses Buch sogar in seine "Karl-Müller-Bibliothek" aufgenommen, "eine kleine Auswahl an beliebten und interessanten Büchern [...] Klassiker der Film- und Literaturgeschichte". Ist das nicht schön? Und weil ich mich ewig nicht entscheiden konnte, ob ich erst die normale Fassung oder gleich die Urfassung lesen soll, kam es mir sehr gelegen, dass es bei Oxfam einfach eine günstige Ausgabe von Frankenstein von Mary Shelley gab. Ich vermute mal, dass es die normale Fassung ist, also könnte ich nun noch die Urfassung lesen. Sobald ich herausgefunden habe, was der Unterschied zwischen den verschiedenen Fassungen ist.

Überhaupt war ich von den Unterschieden zwischen der Vorstellung, die ich von Frankenstein hatte und der Buchversion sehr verwirrt. 
Eigentlich weiß ich, dass Frankenstein nicht das Monster, sondern der Mensch ist, der das Monster erschafft. Ich dachte, dieser Frankenstein wäre Mediziner. Ist er aber nicht. Er ist quasi Chemiestudent. In Ingolstadt. Kommt aber aus Genf. Außerdem muss Frankensteins Monster doch in einer Burg mit Gewitter im Hintergrund erschaffen werden. Nee. Ist gar nicht so. 

Die Rahmenhandlung mit der Expedition zum Nordpol hat mich auch schon verwirrt, ich dachte erst, ich lese womöglich ein komplett anderes Buch. Die Geschichte (des Unholds Erzählung) in der Geschichte (Frankensteins Erzählung) in der Geschichte (Waltons Briefe an seine Schwester) fand ich erst anstrengend, aber dann doch sehr nett. 

Interessant daran ist, dass ich mich nicht daran erinnern kann, schon einmal aktiv einen Film über Frankenstein gesehen zu haben. Anscheinend reichen da schon Verweise aus anderen Medien aus, um mein Bild der Geschichte (siehe unten) zu formen. 


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ging mir ganz genauso.
Meine erste Berührung mit der ganzen Geschichte war ein Hörspiel. Davor kannte ich ebenfalls nur diverse Medieninterpretationen des Stoffes, habe aber ebenfalls nie einen "echten" Frankenstein-Film gesehen, sondern höchstens Filme, in denen die Figur anderweitig vorkam, z.B. "Van Helsing" bzw. Parodien wie die Serie "The Munsters".

Aus dem Hörspiel "Der Vampyr" kannte ich aber bereits die grobe Entstehung der Geschichte und wusste, dass die Originalerzählung von dem allgemeinen Bild abweichen würde.
Das Hörspiel hat mich dann aber doch sehr überrascht (positiv).

Ich denke, es wird vielen bei der Geschichte des "Dracula" oder "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" ganz ähnlich gehen - Frankenstein beweist ja prinzipiell nur einmal mehr, wie sehr Filme von ihrer Buchvorlage abweichen können. In solchen Fällen sogar bis zu einer Prägung eines völlig anderen Images (siehe Schloss usw.).

Liebe Grüße,
Nick

Marina hat gesagt…

Dracula hab ich vor ein paar Jahren auch gelesen, da hatte ich aber weniger das Gefühl, dass sich meine Vorstellung und das Buch extrem unterscheiden.
Vielleicht hab ich damals auch weniger darauf geachtet.

"Dr. Jekyll und Mr. Hyde" möchte ich auch noch lesen, da hab ich eigentlich gar keine Vorstellung. Außer irgendwas mit einer multiplen Persönlichkeit.

YrMngldHrt hat gesagt…

Frankenstein habe ich vor ein paar Monaten für eine Vorlesung lesen müssen. Diese Rahmenhandlungen waren doch etwas verwirrend, aber gefallen hat es mir trotzdem. Ich hab es sogar ziemlich verschlungen :D
In der Verlesung ging es um Homunkel, künstliche geschaffene Menschen, in der Literatur, allen voran der Homunculus in Faust II. War ziemlich interessant.