Sonntag, 21. Mai 2017

Nachlese - Hörgang in Bogenhausen am 20.05.2017


Kultur statt Kartoffelcouchdasein (was man für eine schöne Alliteration nicht alles macht ...)! Am gestrigen Samstag trieb ich mich beim Hörgang in Bogenhausen herum. Im Gegensatz zu  Mutmaßungen bei Twitter handelt es sich hierbei nicht um eine Veranstaltung der Hörakustiker, sonder um einen Lesungsabend in und um Bogenhausen. Die Idee: An 27 ungewöhnlichen Orten lesen 35 Autoren jeweils zur vollen Stunden 15 bis 20 Minuten lang ihre Texte vor. Danach gehts ab zur nächsten Location, sodass man insgesamt maximal 4 Lesungen miterleben kann. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei. Privates Wohnhaus, Tinnituszimmer in einer HNO-Klinik, Munich Fight Club oder eine Werkstatt für Metallverformungen? Poetry Slammer, Lieblinge des Feuilletons oder Jungautoren? Bei der Auswahl haben sich die Organisatoren ins Zeug gelegt, um ein möglichst breites Bild der Literatur abzuliefern. Gefällt.

Für folgende vier Locations und Autoren haben wir uns entschieden:

Felix Bonke in der Ballettschule Korinna Söhn.
Welch schöner Zufall, denn um "Die Tochter der Patientin" von Felix Bonke schleiche ich schon eine Weile herum, nachdem es mir auf der Leipziger Buchmesse von einer lieben Ex-Kollegin empfohlen wurde. Nachdem nun Felix Bonke daraus gelesen hat und ich mitbekommen habe, dass es in München spielt, darf sich das Buch auf Platz 1 meiner Wunschliste vordrängeln. Die Ballettschule bot als Zusatzunterhaltung einen Mini-Auftritt von herzallerliebsten Ballerinas. Hach, hätte ich doch meine Ballett-Karriere nicht bereits nach einem halben Jahr wieder angebrochen.

Felisa Walter in der Villa Hepp.
Die Vorstellung, so viele fremde Menschen für eine Lesung in der eigenen Wohnung zu haben, ist irgendwie beunruhigend. Wenn man aber in einer so schicken Villa lebt, kann man das schon mal machen. Felisa Walter las ihren Text "Halt endlich deine Scheiß-Fresse, du Arschloch!" mit meinem Lieblingszitat des Abends: "Nach Pizza und Pasta fehlt nur noch ein Penis!"

Anna-Elena Knerich in Florians Blumenpavillon.
Noch ein schöner Zufall. Anna-Elena Knerich ist Autorin bei Mucbook und las in Florians Blumenpavillon (Blumen, Kinder!) eine Kolumne aus der Reihe "Home Stories aus München". Und zwar die über Sarah Elise Bischof, Autorin von "Panthertage". Die Home Story fand ich bereits im Dezember gar wunderbar, insbesondere wegen der großartigen Fotos. Und weil Sarah einfach eine der schönsten Wohnungen hat, die ich kenne. 

Ronja von Rönne im Kult.
Zum Schluss das Highlight, denn man soll dort aufhören, wo es am schönsten ist. Oder so ähnlich. Als Fangirl von Ronja von Rönne (wir erinnern uns an die Litpop 2016, aber nicht an die Litpop 2017, weil dort Ronja spontan doch nicht gelesen hat und unser Herz gebrochen wurde. "Wir kommen" mag ich immer noch sehr gerne) musste dieser Endpunkte gesetzt werden. Ronja las Kolumnen aus ihrem neuen Buch "Heute ist leider schlecht" und nun muss ich mein Urteil darüber revidieren, denn die Kolumnen waren doch sehr amüsant, also muss ich das Buch wohl doch noch lesen. 

Insgesamt ein netter Zeitvertreib. Mal sehen, wann, wo und wie der Hörgang im nächsten Jahr laufen wird. 

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