Montag, 5. Januar 2026

Lesezeit im Dezember 2025

Ein letzter Blick zurück auf die gelesenen Bücher im Dezember 2025. Es sieht zwar bei acht gelesenen Büchern nicht danach aus, aber so ein bisschen hat sich die Leseflaute auch im letzten Monat noch gehalten. Wobei ich bei den Zugfahrten rund um den Weihnachtsurlaub sehr viel gelesen habe. Vielleicht also doch öfter Zug fahren? Oder – ganz verrückte Idee – mal ein Buch mit in den Arbeitsrucksack stecken, um in der U-Bahn zu lesen statt 7.277 Minuten lang Taylor Swift zu hören (danke dafür, Spotify Wrapped. Wobei das sehr gute 7.277 Minuten waren!). 

Das erste Buch 2026 ist auch schon so gut wie beendet und gefällt mir wirklich sehr, so kann es gerne weitergehen. Aber dazu mehr im ersten Lesezeit-Beitrag für 2026.


»A Dill Pickle« von Katherine Mansfield.
Diese ganz wunderbar-niedliche Ausgabe aus der Penguin Archive-Reihe habe ich mir im Sommer in Hamburg gekauft und seitdem war das mein Go-To-Buch, welches einfach immer direkt schon in meiner Tasche auf mich gewartet hat. Nur hat sich durch die sehr verstreute Lesezeit keiner der vielen kurzen Texte aus der Sammlung so richtig in meinem Kopf festsetzen können. Macht nichts, irgendwie hab ich trotzdem ein gutes Gefühl mit Katherine Mansfield und mir schon den nächsten Band mit Geschichten von ihr gekauft – dieses Mal aber von Reclam.

»Nagasaki, ca. 1642« von Christine Wunnicke.
Endlich mal wieder eine Wunnicke – wenn schon »Wachs« zu meinen Lieblingsbüchern 2025 gehört. Und mit »Nagasaki, ca. 1642« hat sich meine Begeisterung für Christine Wunnicke wieder etwas verstärkt. Wie kann man nur so wenige Seiten benötigen, um so viele Leben zu erzählen?! Es geht um einen gealterten Samurai und einen jungen niederländischen Dolmetscher und wie diese beiden grundverschiedenen Menschen zueinander finden. 

»Das Eis-Schloss« von Tarjei Vesaas. Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel.
Was war das für ein Glücksgriff zum Ende des Jahres hin! Ich liebe die Bücher aus dem Guggolz Verlag eh sehr und aus der kleinen, feinen Sammlung habe ich mir recht spontan »Das Eis-Schloss« vorgenommen und mich komplett verzaubern lassen. Tarjei Vesaas erzählt darin von zwei Mädchen, die sich gerade erst angefreundet haben, als eine der beiden nach einem winterlichen Ausflug zum namensgebenden Eis-Schloss spurlos verschwindet. Eine tragische, bitterkalte Geschichte, die ich mir auch sehr gut verfilmt vorstellen kann und die sich direkt einen Platz unter meinen Lieblingsbüchern 2025 sichern konnte.

»Onigiri« von Yuko Kuhn.
Eine Tochter möchte mit ihrer demenzkranken Mutter eine letzte Reise in deren Heimatland Japan unternehmen und wird dabei mit vielen Leerstellen im Leben und im Kopf ihrer Mutter konfrontiert. Der Debütroman von Yuko Kuhn hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Ich liebe diese vielen kleinen Alltagsbeobachtungen, die Yuko zu einer sensiblen Mutter-Tochter-Beziehung zusammenfaltet und dabei den kulturellen Feinheiten aus Japan und Deutschland Raum gibt.

»Die Holländerinnen« von Dorothee Elmiger.
Bisschen spät für die Party hab ich nun endlich auch den Gewinner des Deutschen Buchpreises 2025 beendet. Und ich bin so beeindruckt, was für ein sprachliches Dickicht Dorothee Elmiger hier auf wenigen Seiten gepflanzt hat. Als Werner Herzog-Fangirl hab ich mich besonders über die Querverbindungen gefreut. Eine ganz besondere Lektüre, die im Gedächtnis bleibt. 

»Botanik des Wahnsinns« von Leon Engler.
Aus Angst vor den vielen psychischen Krankheiten in der eigenen Familie geht der Protagonist direkt selbst in die psychiatrische Anstalt – als Psychologe. Und scheitert dabei, eine Familienanamnese für sich zu erstellen. Oder eben doch nicht, denn lesenswert ist dieser Roman auf jeden Fall. 

»Fleischeslust« von Martin Oesch.
Endlich mal wieder eine Graphic Novel auf der Liste! Im November hatte ich »Fleischeslust« in einer Münchner Buchhandlung entdeckt, um dann beim Markt der unabhängigen Verlage im Literaturhaus endlich zuzuschlagen. Mit spielerisch-blutigen Zeichnungen erzählt Martin Oesch vom Leben eines Metzgers, der gar nicht mehr so genau weiß, warum er eigentlich Metzger ist. 

»Am Fluss entlang« von Atak und Volkmar Mühleis.
Atak mag ich als Künstler schon sehr gerne und auch dieses Bilderbuch erfreut durch die bunten Atak-typischen Bilder. Ehrlicherweise hätte ich den Text dazu gar nicht gebraucht, die Geschichte erzählt sich auch so von ganz alleine.

Keine Kommentare: