Sonntag, 5. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 5.


Es ist Sonntag. Deswegen ist mein heutiges Wort natürlich - GoH. Was auch immer das sein mag. Nein, okay. Mein heutiges Wort ist Gott und ich bin nur gemein zu Josefina, die die Ts etwas H-förmig geschrieben hat. 

Das lustige ist, gestern bekam ich einen Brief von der Kirche, ob ich nicht Lust hätte Kirchgeld zu zahlen. Ich hab dazu aber nie Lust und schmeiße deswegen die Briefe immer gleich weg. Und wie jedesmal informiere ich mich nach Erhalt eines solchen Briefes, was man für einen Kirchenaustritt machen muss. In München muss man dafür zum Standesamt und 31 Euro zahlen. Diese Information speichere ich dann einige Tage in meinem Kopf und vergesse dann wieder, dass ich das doch eigentlich mal machen sollte. 
Ich wurde nicht christlich erzogen, bin getauft und konfirmiert (Ja, schockierenderweise bin ich trotz der bayerischen Herkunft nicht katholisch, sondern evangelisch - jedenfalls steht das in allen offiziellen Dokumenten), weil man das eben als Kind so macht und meine Familie geht eigentlich nur an Weihnachten in die Kirche, wobei mein Bruder und ich seit einigen Jahren nicht mehr mitgehen. 
Soviel also zu meinem Verhältnis zu kirchlichen Institutionen. 
Was aber noch nicht die Frage nach Gott beantwortet. 
Ich glaube, ich stehe der ganzen Gott-Geschichte eher skeptisch gegenüber. Ich glaube weder aktiv an einen Gott (egal ob christlich, islamisch, buddhistisch oder sonst wie -istisch) noch bin ich aktiver Atheist. Mir sind Götter und Religionen erstmal egal, da darf jeder gerne machen was er will, solange er keinen Schaden (wie auch immer sich der Schaden manifestiert) anrichtet. Extreme Ausprägungen sind immer schlecht. Was jeder vernünftige Gott doch eigentlich auch so sehen sollte, weswegen ich nicht verstehe, wie man im Namen eines Gottes irgendwelche Schäden anrichtet. Feiert doch lieber alle lustige Feste und esst im Namen eures Gottes! Das macht bestimmt jede Gottheit froh. 

Samstag, 4. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 4.


Mein heutiges Wort ist Bayern und leider war da mein erster Impuls, die Augen zu verdrehen. Ausgerechnet zur Wiesn-Zeit nach meiner Meinung zu Bayern fragen, ist eine furchtbare Idee. Denn in diesen zwei Wochen (es sind doch zwei Wochen, oder? Ich weiß, dass es jetzt bald wieder aufhört) treffe ich geballt alles, was ich an Bayern nicht mag. Dirndl, Lederhosen, Bier, Volksfest, Kotze, Volksmusik und das alles gemischt zu traditionsverschleiertem Rudelficken. 
Ich war noch nie auf dem Oktoberfest und werde versuchen einen Rekord in "Niemals im ganzen Leben auf dem Oktoberfest gewesen sein"aufzustellen. 26 Jahre hab ich schon mal geschafft, hurra. 

Letztens hatte ich überlegt, ob ich vielleicht doch mal den bayerischen Bergen eine Chance geben soll, vielleicht mag ich ja Wandern doch, schließlich bin ich jetzt älter und kann nicht für immer in meiner Sehnsucht nach Meer und Hamburg zergehen. 

Früher, als ich eigentlich nur mit Bayern in Berührung gekommen bin (weil ich nur bayerische Menschen kannte), hab ich eigentlich nie darüber nachgedacht, dass andere Bundesländer anders sind. Je älter ich wurde, je mehr Menschen aus anderen Teilen Deutschlands ich kennengelernt habe und je weiter ich von Bayern weggekommen bin, desto mehr bemerke ich Unterschiede, die ich aber nicht wirklich benennen kann. Vielleicht ist es auch eher so, dass Menschen aus anderen Bundesländern denken, dass Bayern so besonders ist (was auch immer dann besonders heißt) und das auf mich abstrahlt. Ich strahle in der Besonderheit von Bayern. Das klingt dumm und das meinte ich auch gar nicht. Ich hab mir nur nie Gedanken darüber gemacht, dass Bayern beispielsweise unfassbar viele Feiertage hat, Kirchenglocken zum Stadtklang dazugehören und "Grüß Gott" auch etwas anderes bedeuten kann. 

Ich mag es auch, wie unterschiedlich die Wahrnehmung der Sprache ist. In Bayern sagen alle Menschen, dass ich keinen bzw. nur einen sehr, sehr leichten Dialekt spreche, der eine eigentümliche Mischung aus Schwäbisch und Bayerisch darstellt. Im restlichen Deutschland hören alle sofort, dass ich aus Süddeutschland komme. Eigentlich finde ich das fei schon ganz nett. Und fei ist mein Lieblingsdialektwort. 

Prinzipiell mag ich Bayern schon. Ich finde nur, man sollte auch noch andere Gegenden gesehen und ausgetestet haben, bevor man sich für einen längeren Wohnsitz entscheidet. Und am besten sucht man sich dafür nicht München aus, niemand möchte in München eine Wohnung suchen (langsam jähren sich die ersten Wohnungsbesichtigungen und dann guck ich mir unsere Wohnung an und ich freu mich so sehr, dass das alles geklappt hat). 

Freitag, 3. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 3.


Es ist Feiertag, ich habe gestern Abend Brownies gebacken, deswegen kann ich schon so früh das heutige Wort bearbeiten. Frau Koffer-Josefina hat aufgrund von dummen Umständen immer noch keinen Brief von mir erhalten, deswegen muss sie weiter auf meinen Zuruf warten.

Mein heutiges Wort ist: Ödland.

Weil mir zu dem Wort nichts einfällt, es mich quasi anödet, habe ich erstmal die Brownies in browniemäßige Stücke geschnitten und ein, zwei, drei Brownies probiert. Ja, sie schmecken fantastisch. Warum backe ich die eigentlich nicht viel öfter? Warum backe ich stattdessen Kuchen, die auseinander fallen? Warum fällt mir nichts zu Ödland ein?
Mein Balkon ist ein Ödland. Ein Ödland ist eine Fläche, die wirtschaftlich nicht genutzt werden kann. Sagt Wikipedia. Mein Balkon kann wirtschaftlich nicht genutzt werden, was aber eigentlich nicht am "können" liegt, sondern am "wollen". Ich erinnere mich noch, wie Herr Gatsby und ich beim Einzug in die Wohnung meinten: "Und dann pflanzen wir ganz viele Pflanzen auf dem Balkon! Tomaten! Gewürze! Blumen! Lass  uns eine Sickergrube bauen! Vielleicht können wir Hühner halten!". Denn so groß ist der Balkon. 
Und was ist passiert?
Nach drei Monaten hat mir meine Tante einen Blumenkasten mit Gewürzen geschenkt und ich habe es geschafft, die Gewürze innerhalb kürzester Zeit zum Veröden zu bringen. Wirtschaftlich nicht mehr nutzbar. Wider besseren Wissens kaufte ich zwei Blumenpflanzen, pflanzte sie und lies sie veröden. Wirtschaftlich (in diesem Falle nicht auf Ertrag bedacht, sondern an Freude, die mich möglicherweise in anderen Gebieten zu mehr Leistung motivieren würde) nicht mehr nutzbar. 
Bis jetzt!
Lustigerweise habe ich nämlich vor ein paar Tagen kleine, geschlossene Blütenköpfchen an den Pflanzen entdeckt. Die wachsen wieder! Sie wehren sich gegen das Ödland-Image! Ist das nicht schön? So viel Kampfgeist! Ob sie wohl den Winter überleben werden? 

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 2.


Jubel und Freude! Heute kamen die richtigen 31 Wörter per Post an. In einem schicken Briefumschlag, auf dem groß "31 Wörter" steht (und jetzt frage ich mich, ob ich mich vielleicht bei meinen Wörtern doch verzählt und nur 30 geschrieben habe). Deswegen geht es nun richtig weiter. Das Wort, welches ich heute gezogen habe (mit meinen Händen, aus dem Umschlag), ist - Wale.

Das ist ein sehr gutes Wort. Weil es ein sehr gutes Tier ist. Oder eher, weil es sehr gute Tiere sind. Ist das Absicht, dass das Wort in der Mehrzahl steht? 
In dem Buch, welches ich gerade lese, kommt ein Wal vor. Der Allesforscher von Heinrich Steinfest. Und zwar steht da ein Mann an der Straße und beobachtet einen LKW, auf dem sich ein Pottwal befindet. Ein echter. Ein großer. Einer, der wenige Sekunden später explodiert. BOOM! 
So stelle ich mir die erste Begegnung mit einem Wal nicht vor. Genauso wie Jukeboxen habe ich auch noch nie einen echten Wal gesehen. Delfine zählen nicht. Wer spendiert mir nun eine Wal-Safari? Das wäre bestimmt sehr schön. Denn Wale sind im Meer und ich mag Meer. 
Früher mochte ich Orcas voll gerne, auch wenn die damals Killerwale hießen. Free Willy! Ich denk auch immer noch, dass dieser große weiße Fleck am Kopf das Auge ist. 
Jetzt hab ich gerade nach einem neuen Lieblingswal gesucht und schwanke zwischen dem Narwal (dem Einhorn des Meeres) oder dem Stundenglasdelfin (in dem Fall zählen Delfine dann doch wieder). Vielleicht sind Delfine doch ganz in Ordnung und ich möchte auch mal mit denen schwimmen. Während sie durch einen Regenbogen springen. Das klassische Fantasy-Poster. Mit Glitzer. 
Wale sind keine Fische, sondern Säugetiere! 

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Worte, nur Worte, nur Worte. Tag 1.


Nanu, was ist denn das? Das ist ein Projekt. Ein Oktober-Projekt. Meine hochgeschätzte liebe Freundin Koffer kam vor gut einem Monat auf die Idee, dass wir mehr bloggen müssen. Und entschied, dass wir das im Rahmen eines Projektes machen. Und zwar musste sich jede von uns 31 Wörter (also für jeden Tag des Oktobers ein Wort) ausdenken, diese der anderen schicken und die muss dann darüber bloggen. Einen Text mit mindestens 200 Wörtern. Ausgefuchst! 

Jetzt ist das ganze so ausgefuchst, dass sowohl mein Brief an Kofferschatz, als auch ihr Brief an mich noch nicht angekommen ist. Ansonsten hätte ich jetzt am ersten Tag ein voll gutes Video gemacht, wie ich einen Zettel mit einem Wort aus dem Briefumschlag ziehe und den Zettel in die Kamera halte und dabei das Wort laut sage. 

Schade. Geht nicht. Ist vielleicht auch ganz gut. Denn wir sind ja nicht doof. Wir haben uns jetzt einfach so jeweils ein Wort geschrieben (dummerweise habe ich meine Wörter vor ewig langer Zeit schon auf die Zettel geschrieben, sodass ich mich eigentlich gar nicht mehr richtig an die Wörter erinnern kann. Hoffentlich kommt der Brief morgen an). Und mein heutiges Wort kann ich leider nicht wirklich aussprechen. Das Wort ist: Jukebox.

(Übrigens sind das jetzt schon 201 Wörter, ich kann also quasi schon wieder aufhören!)

Wenn ich Jukebox sage, klingt das so, als würde ich Jud-Box sagen. Das ist doch dumm. Ich habe noch nie eine Jukebox bedient und wahrscheinlich auch noch nie in freier Wildbahn (also in Diners, Autobahnraststätten oder Kneipen) gesehen. Nur in Filmen und Serien. Ist das traurig? Hab ich was verpasst? Gibt es überhaupt noch irgendwie Jukeboxen? Hat irgendwer da draußen schon mal eine benutzt?
Ich weiß, dass da früher Platten drinnen waren, die man auswählen konnte, nachdem man Geld eingeworfen hat und dann wurde das ganze Lokal mit der Musik beschallt. Quasi ein bezahltes "Wünsch dir was". Man kann damit wunderbar seine Umgebung nerven, indem man sich vor die Jukebox stellt und immer und immer und immer wieder das gleiche Lied auswählt. Als wäre Zwangsmusikbeschallung an öffentlichen Orten nicht eh schon schlimm genug. Die Musik ist immer zu laut. Immer. 
In Filmen und Serien wird (in meiner sehr schlechten Erinnerung) oft eine Jukebox benutzt, um die Hintergrundmusik einzuleiten. Also, eine blondgelockte Cheerleaderin kaut Kaugummi, sucht sich ein Lied aus der Jukebox aus, drückt den Knopf, wippt im Takt der Musik, läuft zu ihrem Platz zurück, die Kamera folgt ihr und bleibt dann beim Hauptdarsteller hängen. 
Bei den Simpsons steht in Moe's Taverne eine Jukebox! Da steht aber auch ein Love Tester. Vielleicht verwechsle ich das gerade. 

Morgen gibt es dann ein anderes Wort. Davor gibt es noch Koffers Text zu meinem Wort auf ihrem Blog. Lest das auch! Das wird bestimmt toll!