It's this time of the year. Ich wünsche euch ein gar großartiges, entspanntes Weihnachtsfest hier und dort. Macht es euch in den nächsten Tagen mit guten Büchern und Tee bequem. Das ist jedenfalls mein Plan.
Samstag, 24. Dezember 2016
Sonntag, 18. Dezember 2016
Himbeeren mit Sahne im Ritz von Zelda Fitzgerald.
Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Bonné - Erschienen bei Manesse - 2016
Kaum jemand verkörpert den Zeitgeist der Roaring Twenties so wie Zelda Fitzgerald. Sie war der Prototyp des "Flappers": frech, abenteuerlustig, extravagant. Das Lebensgefühl dieser Ära hat sie in bezaubernden Erzählungen eingefangen, die nun erstmals auf Deutsch zu entdecken sind.
Meine Verehrung für die Zwanziger Jahre und insbesondere für die Familie Fitzgerald ist ungebrochen. Das ist quasi mein buzz word – wenn ich "Fitzgerald" höre, werde ich zum Erdmännchen. Oder so ähnlich. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass ich bei der Ankündigung eines Erzählbandes von Zelda Fitzgerald nicht nur in Erdmännchen-Position ging, sondern auch meine Öhrchen gespitzt habe. Und so kam es, dass ich vor der Lektüre des Buches erst einmal zu einer Lesung im Rahmen des Münchner Literaturfests ging und lauschte, wie Bibiana Beglau aus "Himbeeren mit Sahne im Ritz" vorlas. Ein Freudenfest! Bibiana Beglau ist eine gar großartige Schauspielerin, die ich schon öfter im Residenztheater bewundert habe und deren Stimme mich komplett hypnotisiert. Besser hätte man es also nicht treffen können. Drei Geschichten wurden an dem Abend vorgelesen und schon da witterte ich den ersten Schwachpunkt des Erzählbandes, der sich dann beim Lesen auch weiter bestätigt hat.
Doch zuerst einmal die positiven Seiten. In elf Erzählungen widmet sich Zelda Fitzgerald starken, eigenständigen Mädchen, nein, Frauen, die in den Zwanziger Jahren ihren Platz im Leben suchen. Der Platz befindet sich meistens auf der Bühne oder vor der Kamera, nicht unbedingt an der Seite eines Mannes und schon gar nicht vor dem Herd. Showgirls, angehende und bestehende Schauspielerinnen, Träumerinnen und scharfsinnige Beobachterinnen geben sich hier ein Stelldichein bei Himbeeren mit Sahne im Ritz.
"Aber es muss furchtbar gewesen sein, ganz allein unter dem vergoldeten Stuck eines Pariser Hotels zu sterben, egal wie kostbar das Gold war und wie gewohnt der Anblick." (Seite 47 f.)
Wenn ich wollte, könnte ich die elf Geschichten mit den elf Protagonistinnen hier nun beschreiben. Das Problem ist aber: Das geht gar nicht wirklich. Denn egal, ob sie nun Gay oder Lou oder Miss Ella heißen, sie sind doch alle die eine – Zelda. Immer ist es Zelda, die da ihren Weg ins Rampenlicht sucht, immer ist es die große, alles verschlingende Beziehung zu F. Scott, die da aufgebaut oder zerbrochen wird. Liegt das nur an mir, dass ich zwischen den Zeilen nur die echte Zelda Fitzgerald sehen kann oder ist dem wirklich so?
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich in letzter Zeit zwar dachte, dass ich mit Erzählungen gut klar komme, sich die Erzählungen in "Himbeeren mit Sahne im Ritz" aber so ähnlich sind, dass nur die klare Abtrennung durch die Überschriften mich davon abhält, alles in einem Zug und verwoben miteinander zu lesen.
Im Nachwort fragt Felicitas von Lovenberg, wie wir die vorliegenden Erzählungen wohl lesen würden, wenn sie nicht von Zelda, sondern einer unbekannten Frau geschrieben worden wären. Meine ehrliche Antwort? Gar nicht. So sehr mich die Lektüre erfreut hat, so wenig kann ich damit im Nachhinein anfangen. Umso interessanter finde ich es, dass einige der Erzählungen zu Lebzeiten unter F. Scott Fitzgeralds Namen veröffentlicht wurden. Dieser Aspekt interessiert mich so sehr, dass ich wohl noch ein wenig herumforschen muss, wie eng das schriftstellerische Schaffen des Ehepaars miteinander verwoben war. Falls hier jemand Lektüretipps für mich hat: Immer her damit!
"Himbeeren mit Sahne im Ritz" ist eine amüsante Zeitreise in die mondänen Zwanziger Jahre mit der besten Reisebegleitung, die man sich hierfür vorstellen kann – Zelda Fitzgerald herself. Ein Vergnügen mit kleinen Schwächen und wohl eher für Liebhaber der Ära und Fitzgerald-Fans geeignet.
Sonntag, 4. Dezember 2016
Neu im Bücherregal - Die November-Bücher 2016
Na? Da seid ihr sprachlos, ne? Im November habe ich so wenige Bücher gekauft, da muss man die wenigen Exemplare schon mal besonderes groß präsentieren. Vier Bücher. Das ist ja quasi nix. Das heißt doch eigentlich, dass ich dafür im Dezember so richtig zuschlagen darf, oder? Was eh passieren wird, schließlich ist bald Weihnachten.
Und während ich nun meine Schokoladen-Portion aus dem Adventskalender schnabuliere, gibt es hier eine Aufzählung der im November neu erworbenen Bücher:
Hier bin ich von Jonathan Safran Foer. Herrn Foer mag ich schon sehr gerne, auch wenn ich noch nicht alle seine Bücher gelesen habe. "Alles ist erleuchtet" steht noch immer ungelesen im Regal. Damit es dort nicht ganz alleine steht (die anderen Bücher stehen schließlich im Regal mit den gelesenen Büchern), hat es jetzt einen dicken Spielkameraden bekommen. Wann genau ich diesen Backstein an Buch lesen soll, weiß ich auch nicht. Die Buchhändlerin meinte ja, das wäre ein gutes Buch für die Feiertage. "Da hat man schließlich Zeit!" Ob sie damit richtig liegt, sehen wir, wenn das Licht angeht.
Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen von Emma Braslavsky. Ich habe keine Ahnung, um was genau es in diesem Buch geht, aber der Suhrkamp Verlag hat das Buch so großartig bei Instagram beworben (Einhörner!), da konnte ich dann einfach nicht dran vorbeigehen. Bücher, die mit einer Übersicht der handelnden Personen und Kapitelzusammenfassungen ausgestattet sind, erheitern mein lesendes Herz aber sehr, also kann das doch gar nicht schlecht sein. Oder?
Du sagst es von Connie Palmen. Mein Herz schlägt für Sylvia Plath und ich hoffe, ich darf sowas überhaupt sagen, denn eigentlich habe ich bisher nur "Die Glasglocke" von ihr gelesen. Dafür stehen aber mehrere andere Bücher von ihr hier herum, fidelbumm. Ich muss sie nur mal lesen. Einer fiktiven Autobiografie von Ted Hughes, ihrem Ehemann, konnte ich dann nicht widerstehen. Gelesen habe ich das Buch bereits und ich bin ein bisschen underwhelmed. Wenn ich demnächst dann Zeit habe (zwischen den Feiertagen, ne), gibt es hierzu noch eine Meinungsäußerung.
Becks letzter Sommer von Benedict Wells. Wenn mein Herz für Sylvia Plath schlägt, dann hüpft es im Dreieck für Benedict Wells. Jetzt ist auch die neue Fassung von "Becks letzter Sommer" bei mir eingezogen. Damit habe ich alle Bücher des jungen Mannes. Vergleichen kann ich die alte und die neue Ausgabe aber nicht, denn eine alte Ausgabe habe ich nicht. Ich bleibe aber weiterhin skeptisch, ob man bereits erschienene Bücher wirklich überarbeiten sollte.
Habt ihr eines der vier Bücher schon gelesen? Sind bei euch im November mehr Bücher eingezogen als bei mir?
Sonntag, 27. November 2016
HELIX & Die Unglückseligen – Die Wissenschaft & ich
HELIX - Sie werden uns ersetzen von Marc Elsberg - Originalausgabe - Erschienen bei Blanvalet - 2016
Die Unglückseligen von Thea Dorn - Originalsausgabe - Erschienen bei Knaus - 2016 - Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!
Die Vermischung von "HELIX - Sie werden uns ersetzen" und "Die Unglückseligen" in eine Rezension mag vielleicht ein bisschen eigenartig wirken. Doch beide Bücher behandeln ein Themengebiet, welches bei meiner Lektüreauswahl normalerweise nicht oft vorkommt – Die Wissenschaft. Beziehungsweise geht es noch etwas spezifischer. Gene! Diese kleinen Minidinger, die uns im Innersten zusammenhalten und zu dem machen, was wir sind, stehen auch im Mittelpunkt der beiden Bücher, die ich in den vergangenen Wochen gelesen habe. Wobei mir erst vor kurzem die Parallele aufgefallen ist, die ich nun hier ausbreiten möchte.
Widmen wir uns zuerst "HELIX - Sie werden uns ersetzen" von Marc Elsberg. Bisher hatte ich vom diesem Autor nichts gelesen, weil sich Wissenschaftsthriller – so würde ich seine Bücher zusammenfassen – eher selten in mein Bücherregal verirren. Ich muss dabei immer an schlechte RTL-2-Sonntagnachmittag-Filme denken, wenn wieder irgendein Wetterphänomen dafür sorgt, dass nur ein einziger Wissenschaftler unser aller Leben retten kann. Und ich habe viele dieser Filme gesehen, danke an meinen Papa an dieser Stelle! "HELIX" nun hat meine Skepsis etwas aufbrechen können. Die Ausgangslage mutet etwas verwirrend an. Der US-Außenminister stirbt plötzlich bei einem Staatsbesuch in München. In verschiedenen Teilen der Erde werden genetisch veränderte Pflanzen und Tiere gefunden. Und einem kinderlosen Ehepaar wird das perfekte Kind versprochen. Was das alles miteinander zu tun hat? Es geht um Genmanipulation, die Möglichkeiten und Grenzen der Wissenschaft und wie weit man diese treiben kann und darf.
Durch die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten der Genmanipulation, die in "HELIX" behandelt werden, ergeben sich auch viele unterschiedliche Handlungsorte mit unterschiedlichen Personenkonstellationen, was gerade am Anfang sehr verwirrend ist. Sobald sich aber alles auf einen Haupthandlungsstrang verdichtet, kriegt man auch als Leser die Fäden wieder geordnet. Zudem muss man kein ausgebildeter Molekularwissenschaftler sein, um Marc Elsbergs Ausführungen zu verstehen. Das Ende wirkte für mich ein wenig abgehetzt und klischeebeladen (Showdown am Flughafen, yay), dafür kriegt der Epilog nochmal sehr gut die Kurve und zeigt, dass auch in der Wissenschaft nicht alles schwarz oder weiß ist. Insgesamt bleibt es bei einer doch spannenden Story mit verständlichen, aber nicht langweilige Erklärungen und somit ein guter Einstieg ins Genre der Wissenschaftsthriller.
Im Gegensatz dazu macht es einem Thea Dorn mit "Die Unglückseligen" nicht so leicht das Buch gut zu finden. Das Interview in "Druckfrisch" war schuld daran, dass ich das Buch lesen wollte, weil die Geschichte einer Molekularbiologin, die auf einen unsterblichen Physiker aus dem 18. Jahrhundert trifft, nach recht viel Potential klang. Und eines vorweg: Diese Geschichte ist all die Herausforderungen, die sich bei der Lektüre ergeben, wirklich wert! Also lasst euch nicht zurückschrecken. Denn das wird unweigerlich passieren. Thea Dorn bricht mit den gewohnten Lesekonventionen und vermischt altertümliche Sprache mit wissenschaftlichen Fakten, erlaubt dem undurchsichtigen Erzähler (Mephisto? Gott? Oder gar Faust selbst?) immer wieder die Handlung zu unterbrechen und zu kommentieren, erzählt eine Szene aus der Sicht einer Fledermaus und lässt auch ein Feuerwerk der Layoutmöglichkeiten auf den Leser niederprasseln.
"Verehrter Leser, ich kapitulier: Dies Kapitel ist und bleibet ein Ragout. Ob's daher rührt, das es das dritte ist? Nie konnt ich ihr was abgewinnen – dieser Drei. Doch sind wir eben mal darin gefangen. Drum wundern Sie sich bitte nicht, dass drei der Möglichkeiten just ich seh, wie dies Schlamassel wir mit Anstand meistern. (S. 58)
Johanna Mawet ist Molekularbiologin aus Deutschland, die in den USA Forschungen nachgeht, wie man Menschen unsterblich macht. Eines Tages trifft sie auf Johann Wilhelm Ritter, der behauptet, 1776 geboren zu sein. Der ehemals als Physiker tätige Mann scheint durch verschiedene Experimente dem Tod ein Schnippchen geschlagen zu haben. Johanna ist erst skeptisch, dann verzückt und begibt sich mit Johann auf eine Reise, an deren Ende die Unsterblichkeit wartet.
Wenn man sich bei der Lektüre eines Buches durch die Seiten kämpfen muss, kann das ein schlechtes Zeichen sein. Bei "Die Unglückseligen" ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Schlussendlich wird man mit einer so vielschichten, tiefgehenden Geschichte belohnt, die geradezu nach einer Zweit- oder Dritt-Lektüre schreit, weil es so viele Kleinigkeiten und Anspielungen zu entdecken gibt (die ich auf keinen Fall schon alle entdeckt habe). Großartiges Werk, Frau Dorn!
So sind "HELIX - Sie werden uns ersetzen" und "Die Unglückseligen" zwei Beispiele dafür, wie man ein Thema auf ganz unterschiedliche Art und Weise literarisch verarbeiten kann und es für jeden Lesegeschmack das richtige Buch gibt.
Für was entscheidet ihr euch? Wissenschaftsthriller oder Wissenschaftsroman?
Sonntag, 20. November 2016
Eine Reise nach Budapest
Vorwort: Dieser Beitrag liegt seit mehreren Monaten brach, weil ich leider an einer sinnvollen Darstellung der Fotos verzweifle. Man möge mir das verzeihen, die Bilder stehen jetzt einfach untereinander und es gibt keine fancy Galerie oder eine Collage. Nur Fotos und alte Erinnerungen, sofern ich mich noch an etwas erinnere. Der Urlaub in Budapet fand schließlich Ende August statt und jetzt ist Ende November. Vielleicht erfreut sich aber trotzdem jemand an diesem lückenhaften Bericht.
Vor gar ewigen Zeiten reisten Herr Gatsby und ich nach Budapest, weil Herr Gatsby Ungarn mag und Ungarisch lernt und ich keine Vorstellung von dem Land hatte und nach Budapest wurde ich mit der Aussicht auf die Donau gelockt. Mit Gewässern kriegt man mich schließlich immer. Insbesondere, wenn diese direkt (DIREKT) vor dem Haus liegen. Wir haben uns nämlich die wohl schönste Wohnung in ganz Budapest bei airbnb ausgesucht. Sie ist so wunderschön, ich möchte bitte dort für immer leben. Allein der Boden! Und die hohen Decken! Und die instagram-würdige Einrichtung! Und es gab einen kleinen Balkon zur Straße hinaus und wenn man dort stand, dann sah man die Donau. Ein großer Spaß! Außerdem lagen zwei (ZWEI!) Pokestopps direkt bei der Wohnung, man konnte also auf der Couch liegen und alle fünf Minuten fleißig Pokebälle einsammeln. Konnte man. Hat man natürlich nicht ständig gemacht, weil wir schließlich in Touristen-Mission unterwegs waren.
Vor gar ewigen Zeiten reisten Herr Gatsby und ich nach Budapest, weil Herr Gatsby Ungarn mag und Ungarisch lernt und ich keine Vorstellung von dem Land hatte und nach Budapest wurde ich mit der Aussicht auf die Donau gelockt. Mit Gewässern kriegt man mich schließlich immer. Insbesondere, wenn diese direkt (DIREKT) vor dem Haus liegen. Wir haben uns nämlich die wohl schönste Wohnung in ganz Budapest bei airbnb ausgesucht. Sie ist so wunderschön, ich möchte bitte dort für immer leben. Allein der Boden! Und die hohen Decken! Und die instagram-würdige Einrichtung! Und es gab einen kleinen Balkon zur Straße hinaus und wenn man dort stand, dann sah man die Donau. Ein großer Spaß! Außerdem lagen zwei (ZWEI!) Pokestopps direkt bei der Wohnung, man konnte also auf der Couch liegen und alle fünf Minuten fleißig Pokebälle einsammeln. Konnte man. Hat man natürlich nicht ständig gemacht, weil wir schließlich in Touristen-Mission unterwegs waren.
Natürlich war nicht nur unsere Wohnung ein Augenschmaus. Auch Budapest selbst besticht durch seinen bunten Mix der Epochen. Was für ein schöner Satz, der könnte auch in einem Reiseführer stehen.
Bei verfallenen Häusern und Ruinen wird mein Münchner Immobilienherz ja immer ganz unruhig und überlegt, wie viele Leute dort eigentlich wohnen könnte, weswegen man mich von solchen Stätten und Städten besser fernhält. In Budapest war das aber okay. Da passte das irgendwie. Insbesondere die ganzen verfallenen Hinterhöfe, die als Parkplätze oder hippe Burger-Restaurant-Flächen genutzt wurden, fand ich doch sehr nett.
Wir liefen meist ohne großen Plan durch die kleine Stadt, weil es für Pläne viel zu heiß war. Herr Gatsby hat sich heimlich nur gewünscht, so viele Buchläden wie nur möglich zu betreten, was wir auch taten, was dazu führte, dass ich leise vor mich hinweinte, weil, was soll ich denn mit ungarischen Büchern? Eine Erkenntnis konnte ich aber mitnehmen: Was haben wir in Deutschland doch für wunderschöne Buchcover! Lobet und preiset die Verlage dafür!
Wenn es einen Plan gab, dann betraf dieser meistens das Essen. Essen ist schließlich wichtig und das großartige Weiße-Schokolade-Lavendel-Eis in Rosenform würde ich jetzt gerne auch wieder schnabulieren. Palatschinken gab es selbstverständlich auch. Und Gyros. Sehr viel. Denn irgendwann wird man vom vielen planlosen Laufen so faul, dass man abends nur noch zum nächsten Imbissladen läuft, um sich Gyros für ein Couch-Abendessen mitzunehmen. Was ich auch gegessen habe: Einen Ziegenkäse-Burger ohne Fleisch, weil ich nicht fähig war, die Speisekarte zu verstehen und wenn da "Ziegenkäse-Burger" steht, dann kann das schon mal bedeutet, dass man ein riesiges Stück Ziegenkäse kriegt. Punkt. War aber lecker. Außerdem noch Gulasch, aber bei Menza, was das ganze bestimmt weniger authentisch macht. Was ich nicht gegessen habe: Lángos. Aber das ist doch ein Grund, bald mal wieder nach Budapest zu fahren, oder?
Pro-Tipp! Wenn ihr in Budapest seid, fahrt mit der M1. Beste U-Bahn ever. Älteste U-Bahn auf dem europäischen Kontintent. Liegt gefühlt einen Meter unter der Straßenoberfläche. Ein großer Spaß! Außerdem kommt man damit ins Stadtwäldchen, von wo aus man angeblich in den Zoo gucken kann, was aber nach meiner örtlichen Recherche gar nicht geht. Dafür gibt es eine lustige Burg, man kann auf dem Rasen sitzen und lesen und sich vom vielen Laufen erholen.
Dinge, für die Ungarn anscheinend berühmt ist: Der Zauberwürfel und Columbo. Weil Columbo einen Hund dabei hat, ist das auch irgendwie in Ordnung. Direkt gegenüber vom Hund befand sich unsere Wohnung. Überhaupt gab es in Budapest viel zu viele großartige Hunde, die ich alle gerne eingepackt hätte.
Eigentlich hatten wir vor ins Terror Háza (Haus des Terrors) zu gehen, aber wenn man Pläne macht, dann macht man das doch nie. Oder so ähnlich. Und man muss sich ja noch Dinge aufheben, die man beim nächsten Städtebesuch machen kann.
Stattdessen waren wir im Literaturmuseum. Wenn man kein Ungarisch kann, ist die Daueraustellung zu Sándor Petőfi ein wenig ... unverständlich. Aber das passte wenigstens zum Kauf der Karten, denn die Kassenfrau war anscheinend ein wenig überfordert damit, dass Herr Gatsby einen Studentenausweis hat, ich aber nicht. It's magic! Dafür gab es eine Ausstellung zu Essen in der Literatur und eine über Drachen. Da konnte man sich einen Drachen stempeln! Der Spaß meines Lebens! Ja, es war eine Ausstellung für Kinder. Nein, ich sehe da gar kein Problem.
Den Burgpalast auf dem Burgberg im Burgviertel haben wir uns auch angesehen. Von außen. Vorher liefen wir Hunderte von Kilometern zu einem Saturn, weil Herr Gatsby ungarische Filme kaufen wollte. Leider war der Ausflug nicht von Erfolg gekrönt, aber ich weiß jetzt, dass es in ungarischen Saturn-Filialen dieselben Dinge gibt wie in deutschen Filialen. Und mit dem Umrechnungskurs von Forint werde ich niemals klar kommen.
Der beste Ausblick. Auf der Margareteninsel saßen wir meistens am Abend auf einer Bank und lasen. Das Ganze wurde in meinem Fall ein Hardcore-Lesemarathon, weil ich unbedingt "Der Jonas-Komplex" beenden wollte, aber das Licht der Straßenlaternen nicht mehr dafür ausreichte. Vielleicht habe ich also auf den letzten Seiten auch nur noch Unsinn gelesen ...
Ich würde mich aber jederzeit wieder dort niederlassen und lesen. Denn wenn man einen guten Leseort gefunden hat, dann muss man sich den merken. Deswegen fahren wir sicherlich mal wieder nach Budapest.
Wart ihr schon mal in Budapest? Hab ich etwas ganz wichtiges verpasst?
Abonnieren
Posts (Atom)




















