Montag, 12. Oktober 2020

Neu im Bücherregal - Die September-Bücher 2020

Welch glücklicher Umstand, dass Bücher nicht weglaufen. Deswegen konnte dieser Beitrag zu den neuen Büchern aus dem letzten Monat auch einfach mal ein wenig warten. Wobei ich eine gemeinsame Flucht der acht September-Bücher auch höchst amüsant finden würde. Hinter der klobigen "Little Women"-Ausgabe kann man sich sehr gut verstecken und Jamie Oliver sorgt für Verpflegung. Lola Montez hat einen Handschuh mit dabei und Vicki Baum gefährliche Rehe. Während man über Literatur und Gender diskutiert, geht die Reise weiter nach Neapel, von wo aus man Briefe an junge Dichter sendet. Oder so ähnlich. 

"Briefe an einen jungen Dichter" von Rainer Maria Rilke. Buchclub-Lektüre Nummer 1. Beim letzten Mal haben wir die Lektüre nur nach dem ersten Satz ausgewählt, ohne das dazugehörige Buch zu kennen. Das heißt, jede von uns hat einen ersten Satz aus einem Buch mitgebracht, vorgelesen und dann wurde abgestimmt, welcher Satz uns am besten gefallen hat. Rilke wurde es mit dem Satz: "Im Spätherbst 1902 war es – da saß ich im Park der Militärakademie in Wiener Neustadt unter uralten Kastanien und las in einem Buch." In der Zwischenzeit habe ich das schmale Bändchen bereits gelesen und bin recht angetan davon. 

"Das lügenhafte Leben der Erwachsenen" von Elena Ferrante. Aber dann ergab es sich, dass wir im Buchclub noch einen weiteren Satz sehr schön fanden, der zu diesem Buch gehörte: "Zwei Jahre bevor mein Vater von zu Hause wegging, sagte er zu meiner Mutter, ich sei sehr hässlich." Und lustigerweise hatte ich hier eine Ahnung, aus welchem Buch der Satz stammen könnte, weswegen ich mich sehr gefreut habe, als beschlossen wurde, noch ein zweites Buch zu lesen. Eben jene Ferrante. Am Wochenende habe ich das Buch beendet und mal wieder konnte Ferrante meine Sehnsucht nach Italien wecken. Welch Glück, dass hier noch zwei ungelesene Bände aus der Neapolitanischen Saga stehen. 

"Little Women" by Louisa May Alcott. Ehrlich gesagt habe ich noch nie ein so unförmiges Buch wie dieses in Händen gehabt. Mehr breit als dick fordert diese sehr schicke Ausgabe von Puffin Books etwas Handakrobatik beim lesen. Ich hatte schon öfter überlegt "Little Women" zu lesen und nun hat es sich sehr angeboten, da bei Instagram eine Leserunde von "Maedelsdielesen" organisiert wurde. 

"Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen - Das Leben der Lola Montez" von Marita Krauss. Als ich vom C.H.Beck Verlag eine Pressemail mit der Ankündigung für dieses Buch bekommen habe, hat mich das Buch erstmal nicht angesprochen. Aber irgendwie blieb ich am Infotext hängen und war sowohl fasziniert als auch überrascht, was das für eine verrückte Person war, die hier porträtiert wird. Von Lola Montez habe ich bisher überhaupt nichts gehört, aber hey  – sie hat quasi im Alleingang dafür gesorgt, dass ein König zurückgetreten ist. Und das alles nur, weil sie eine Stelle als Tänzerin nicht bekommen hat. Verrückt, würde ich mal sagen. Und kann ich mir auch sehr gut als Netflix-Serie vorstellen. Demnächst dann mehr dazu.

"Vor Rehen wird gewarnt" von Vicki Baum. Nach "Menschen im Hotel" hatte ich mir vorgenommen, mehr von Vicki Baum zu lesen. Da trifft es sich doch sehr gut, dass nun bei der Büchergilde eine Ausgabe von "Vor Rehen wird gewarnt" erschienen ist, die mir ein klein wenig besser gefällt als die Originalausgabe. 

Zur Transparenz: Die nächsten drei Bücher habe ich als Mitarbeiterin des Verlages erworben. 

"Wie ändert sich Gender? Große Fragen des 21. Jahrhunderts" von Sally Hines, herausgegeben von Matthew Taylor. Das Konzept der #dkkontrovers-Reihe gefällt mir ja sehr gut, weil es verschiedene Schriftgrößen im Buch gibt, sodass man sich entscheiden kann, ob man sich nur kurz ins Thema einlesen will oder doch mehr Tiefgang möchte. Und Gender finde ich hier besonders spannend. 

"7 Mal anders" von Jamie Oliver. Ein Kochbuch! Wann gab es zuletzt ein Kochbuch hier auf dem Blog? Viel zu selten, sollte man meinen. Jamie Oliver fand ich ja schon immer höchst sympathisch und bei "7 Mal anders" konnte ich nicht widerstehen, weil ich das Konzept (Zutaten, die wir immer wieder auf dieselbe Art und Weise zubereiten, mal ganz anders kochen) sehr alltagsfreundlich finde. Und das Probekochen hat so einige leckere Rezepte hervorgebracht, die auf jeden Fall nochmal gekocht werden.

"Das Literatur-Buch". Ein Literaturlexikon hat hier im Regal eigentlich schon viel zu lange gefehlt. Mir gefällt hier der Aufbau, indem besonders prägnante Werke einer Epoche im Kontext vorgestellt werden. Und mal sehen, vielleicht mach ich daraus mal eine Checkliste, wie viele der Bücher ich gelesen habe ... und wie viele Klassiker ich noch lesen möchte.

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