Freitag, 15. August 2014

Haus der Löcher von Nicholson Baker

(Vorwarnung - in diesem Buch geht es um Sex. Deswegen geht es auch in diesem Beitrag um Sex)

Eigentlich wollte ich über dieses Buch nichts schreiben, weil ich eigentlich nur eine Sache zu dem Buch sagen kann: Youporn - Jetzt auch als Buch!
Mehr gibt es nicht zu sagen. Es gibt keine Handlung, es gibt nur das Haus der Löcher, eine Art Sex-Ferienanlage, in die man nur (und hier bediene ich mich am Klappentext) wie Alice ins Wunderland kommt. Durch den dritten Trockner von links im Waschsalon um die Ecke, durch den Trinkhalm unseres Cocktails.
Jedes Kapitel behandelt andere Menschen und deren Sex-Erlebnisse im Haus der Löcher. Die Personen kommen auch in folgenden Kapiteln immer mal wieder vor. Und dann haben die Menschen Sex. 

Was genau daran jetzt "brilliant" oder "ein neuer Maßstab" (weitere Zitate des Klappentextes) sein soll, weiß ich nicht. Ich fand es furchtbar langweilig und die ganzen Sexszenen viel zu billig und plakativ. 
Es gab eine einzige Stelle, bei der ich lachen musste.

"Wofür wohl 'HdL' steht?", fragte sie Jeff.
Jeff sagte achselzuckend: "Hab dich lieb?"

Da wüsste ich gerne, was da im Englischen steht. HdL soll in dem Kotext für "Haus der Löcher" stehen, im Englischen also "House of Holes". Gibt es die Abkürzung HoH im Englischen?

(Um noch die Frage "Warum liest du das überhaupt?" zu beantworten: Ich hab mal irgendwo von dem Buch gelesen, dass Nicholson Baker sehr kreative Sexszenen schreiben kann. Und ich weiß nicht mehr, ob ich mir das nur einbilde, aber ich glaube, dass ich das Buch auch im Kontext mit Philip Roth mal gesehen habe und Philip Roth mag ich doch auf eine irritierende Art und Weise. Außerdem ist meine Ausgabe ein Mängelexemplar, bei dem der Mängelexemplar-Stempel sinnvollerweise auf dem Buchrücken angebracht wurde ...)



Warum ich jetzt doch etwas darüber schreibe - ein wenig habe ich mich doch über die vielen Synonyme für Penis und Vagina amüsiert und deswegen präsentiere ich nun:


Und? Was ist euer Lieblingswort? 

Dienstag, 12. August 2014

Kopenhagen - Tag 7 & 8

Und an Tag 7 liefen wir durch Christiania, einem kleinen Bereich in Kopenhagen, in dem die Menschen quasi einen Freistaat errichtet haben. Hippie-Kommune mit See und Natur und einer Straße, in der man Haschisch kaufen kann, durch die wir nicht laufen wollten, aber dann haben wir es unwissentlich doch gemacht. Die Stände waren auch viel zu unauffällig mit ihren Bundeswehrtarnnetzen.

Irgendjemand hat mich an dem Tag zweimal auf dem Handy angerufen und ich bekam eine E-Mail, dass ich doch bitte am Freitag in die Arbeit kommen soll, weil noch so viele Flyer verschickt werden mussten. 

Wir saßen in einem Café, ich habe Postkarten geschrieben und wir haben auf einer Leinwand eine Modenschau angeguckt. Davor haben wir noch einen Abstecher in die königliche Bibliothek gemacht. Der schwarze Diamant. Das Ding in der Mitte. Die Dänen sind so cool, die dürfen sogar in der Bibliothek essen! Erzähl das mal einer deutschen Bibliothek, die töten dich auf der Stelle. 

Und weil wir so abenteuerlich sind und weil wir so sportlich sind, sind wir den ganzen Weg von der Innenstadt bis zu Lefas Haus gelaufen. Wie weit das war! Zur Belohnung gab es America's Next Topmodel. 


Und dann, dann musste ich an Tag 8 meinen Koffer packen. Ab zum Flughafen. Hatte ich schon erwähnt, dass die Kopenhagener U-Bahn fahrerlos fährt? Man kann also wie in einer Achterbahn vorne sitzen und die Strecke (also den Tunnel) angucken. Das ist sehr unheimlich und ein bisschen traurig, weil es dann auch keine grummeligen U-Bahn-Fahrer gibt, die grummelige Durchsagen machen. Sakradi, gehts hold amal von den Türen weg

Stundenlang saßen wir bei Starbucks, stundenlang lief ich alleine durch den Duty-Free-Bereich und hatte schon Angst, dass ich gar nicht mehr in einem Flughafen, sondern in einem normalen Shopping-Center gelandet bin. 

Der Flug war sehr belanglos, außer, dass ich den Start nie toll finde und ich mochte das Meer von oben. 


Kopenhagen hat mir sehr gefallen. Lefa hat mir sehr gefallen. Ich weiß aber noch nicht, ob mir Dänisch gut genug gefallen hat, um das nächstes Semester zu lernen. Denn ich wollte gerne noch eine Fremdsprache lernen, solange ich durchs Studium die kostenlose Möglichkeit dazu habe. Und Finnisch fällt leider raus, das dauert mir zu lange, bis ich das wirklich sinnvoll sprechen könnte. 

Fahrt also alle nach Kopenhagen. Oder lieber doch nicht. Fahrt nur dann dort hin, wenn ich da nicht da bin, sonst muss ich mich wieder über die vielen deutschen Touristen ärgern. 

Und jetzt möchte ich gerne in Hamburg wohnen, weil es dort auch Wasser und einen Hafen und Schiffe gibt und all das fehlt mir in München doch schon sehr. 

Montag, 11. August 2014

Kopenhagen - Tag 5 & 6


An Tag 5 besuchten wir einen Park namens Superkilen, den verschiedene Kulturen zusammen gebaut haben. Und lustigerweise kann ich mich an diesen sehr extremen roten Teil überhaupt nicht mehr erinnern, obwohl wir ganz sicher aus der Richtung gekommen sind. Auf jeden Fall hat jede Kultur etwas für den Park beigetragen und es gibt eine große Tafel, wo steht, wer was gesponsort hat. Deutschland war mit einer Lichtinstallation und einer Lampe vertreten. Ich konnte aber nicht genau sagen, welche der Lampen/Lichtinstallationen aus Deutschland kommt, da waren so viele an dem ausgewiesenen Ort. 

Der Hügel mit den Linien war auf jeden Fall sehr schick und da waren auch sehr viele Skateboarder, die coole Skateboarddinge gemacht haben. 

Danach liefen wir noch über einen Friedhof, den die Kopenhagener eher als Park nutzen und sich auf die Wiese setzen und Parkdinge machen. 

Am Abend ging es dann ins Kino. Man kann ja auf dem Ticket lesen, was wir geguckt haben, dann muss ich das hier ja nicht nochmal schreiben. Sådan Træner Du Din Drage! Und der Film war sehr gut und erwachsen. Ich hab sogar alles verstanden. Was jetzt nicht so schwer war, denn schließlich lief der Film auf Englisch ... Nur die Werbung war Dänisch. 

Irgendwie wirkt dieser Tag so leer. Aber wir waren immer beschäftigt. Dafür ist ... 


 ... Tag 6 wieder voll mit Touristendingen. Denn wir gingen ins Schloss! Amalienborg! Ich mag Königshäuser. Ich mag schöne Kronprinzenfamilien. Und ich mag Amalienborg. Die hatten deutsche Bücher im Regal stehen! Schiller! Goethe! Und eine sehr schicke Ausgabe der Märchen von Andersen. 
Im oberen Stockwerk musste man Plastiküberzieher anziehen, eine deutsche Familie (die fast unser Selfie-Projekt zerstört hätte - dazu in Kürze mehr) hat die später auch noch in der Fußgängerzone getragen ... 


In der Fußgängerzone liefen auch immer mehr schöne Menschen rum. Das lag entweder an der Fashion Week oder die Dänen sind von Natur aus einfach schöner. Deutsche Touristen hat man auf jeden Fall sofort erkannt. Mich bestimmt auch. 

In einem Büchercafé (Paludan Bogcafe - sehr zu empfehlen!) erkannte ich dann überraschenderweise einen Mitstudenten aus Finnland. Komplette Überforderung, denn wer rechnet schon damit, in Kopenhagen jemanden zu treffen, den man kennt? Aber es war sehr nett und der Kuchen schmeckte sehr lecker. 


Zum Abschluss des Tages unternahmen wir noch eine Hafenrundfahrt, dieses Mal aber nicht mit einem Wasserbus, sondern mit einem Touristenschiff. Ich möchte niemals den Job der Schiffsreiseführerin haben, obwohl es lustig ist, wenn sie auf Dänisch, Englisch und Deutsch unterschiedliche Dinge sagt. 

Außerdem - Premiere: Wir haben gekocht! Kochen können wir! 

Sonntag, 10. August 2014

Kopenhagen - Tag 3 & 4

Der dritte Tag in Kopenhagen begann, wie eigentlich alle Tage, sehr spät, weil wir sehr lange geschlafen haben. Und trotzdem waren wir um 12 Uhr am Schloss Amalienborg, um die Wachablösung anzugucken. Ein Touristenereignis! Wobei das in London schon größer und "spannender" ist - wie spannend es eben sein kann, wenn sich lustig kostümierte Männer gegenüberstehen und mit ihren Waffen rumspielen. Die Polizisten, die die wild herumlauernden Touristen bewachten, waren spannender. 



Nach diesem sehr kurzen Erlebnis sind wir am Wasser entlanggelaufen, in Richtung der wohl größten Touristenattraktion in Kopenhagen, nein, wohl in GANZ DÄNEMARK! Ja, richtig. Die kleine Meerjungfrau. Von der ja alle sagen, dass die total klein ist und deswegen dachte ich, die ist vielleicht nen halben Meter groß und ich war dann doch überrascht, dass die doch so groß ist. Obwohl man sie aufgrund der vielen Touristen nicht wirklich schön sehen konnte. Außerdem hat irgendein Tourist zeitweise einen Teddy in den Schoss der Meerjungfrau gelegt, weswegen meine Fotos von der kleinen Meerjungfrau eher doof aussehen. Das einzige Foto ohne Teddy kann man hier bewundern. Nur ist da eben ein riesiges iPad drauf zu sehen und ich hab aus Versehen einen Filter eingestellt. #yolo


In der Nähe der kleinen Meerjungfrau stehen noch mehr Statuen, die mir alle ein bisschen leid taten, weil die sicherlich nicht so oft fotografiert werden, wie die Meerjungfrau (oder wie meine Mutter heute meinte "Steht da in Kopenhagen nicht die Lorelei? Oder wie heißt die noch?"). Aber als Retter der Unterdrückten habe ich natürlich auch Stierkutschen-David-Eisbären fotografiert.Und alles ist so hübsch und hell und blau und mit Wasser! 

An dem Wochenende fand in Kopenhagen ein Hafenfest statt, weswegen sehr viele Menschen am Hafen waren und außerdem konnte man gratis mit der Fähre - Entschuldigung - mit dem Wasserbus fahren, was wir natürlich sofort gemacht haben. Dabei konnte man die Oper, schicke neue Wohnhäuser, Wasser und eine immer röter werdende Marina bewundern. Sonnenbrand, yay! 


Am vierten Tag entspannten wir sehr lange unsere Füße im Wasser in einem Park, der Frederiksberg Have heißt und in welchem ein gratis Musikfestival stattfand. Ja, in Kopenhagen ist immer was los. Das Festival hieß "Stella Polaris", es wurde hauptsächlich Elektro-Musik gespielt, die sogar recht angenehm war und wir hatten leider keine Decke zum Sitzen mitgenommen, weswegen wir ein Werbemagazin für die Fashion Week zweckentfremdeten. Oh weh.

Der Park hat außerdem eine sehr tolle Attraktion, man kann nämlich von einer Stelle aus direkt in den benachbarten Zoo und in das Elefantengehege gucken. Gratis. Hurra! Es gab einen Babyelefanten und mehrere große Elefanten, die noch nicht getötet wurden (denn schließlich ist der Kopenhagener Zoo bekannt dafür ALLE Tiere zu töten. Giraffen! Löwen!). 


Weil es an dem Tag sehr heiß war (Hände hoch, wer keine kurze Hose mit nach Kopenhagen genommen hat!), mussten wir uns noch abkühlen. Und weil wir ja nicht irgendwer sind, sondern unser zweiter Vorname "Abenteuer" ist, war das eine sehr abenteuerliche Aktion. Denn man könnte ja auch einfach zu einer der ausgewiesenen Badestellen am Hafen gehen. Aber da sind ja dann viele Menschen. Man könnte auch eine der privaten Badestellen nutzen. Aber das ist ja verboten. Also liefen wir gefühlt drei Stunden durch die Hafengegend, bis wir eine Stelle gefunden hatten. Hinter der Oper. An einer Holzanlegestelle, welche bei Lefa Zweifel auslöste, ob sie jemals wieder aus dem Wasser rauskommen würde. Aber ich bin Baggerseeerfahren, da gibt es eine Holzinsel, da bin ich auch immer draufgekommen. Und so schwammen wir in dem Kanal ein wenig hin und her, ich fürchtete mich vor dem ganzen Naturkram im Wasser (Gras! Mücken!) und schlussendlich kamen wir auch beide wieder heil an Land. Und legten uns zum Trocknen auf die Wiese neben der Oper. Was man eben so macht. 

Als Belohnung gab es Hamburger, die sehr lecker und sehr günstig waren, weil das lustige Restaurant am Wochenende 50% Rabatt auf alle Speisen gewährt. Hurra! 


Und wenn ich  mich nicht täusche, haben wir an dem Abend Hunger Games und Catching Fire geguckt. 

Samstag, 9. August 2014

Kopenhagen - Tag 1 & 2

Nach einer wunderschönen Woche in Kopenhagen bin ich nun wieder daheim. Eigentlich schon seit Donnerstag Abend. Aber so richtig bin ich noch nicht angekommen, ich wollte heute beim Einkaufen ständig mit den Verkäufern auf Englisch reden. Nicht, dass ich in Kopenhagen unfassbar viel Englisch gesprochen hätte. Ich hatte ja meine persönliche Übersetzerin-Schrägstrich-Touristenführerin-Schrägstrich-Landlady-Schrägstrich-Lieblingsmenschin zur Hand, die immer schöne Dinge auf Dänisch gesagt hat. Zum Beispiel irgendwas ähnliches wie "to bo rejsekort". Weil sie das schließlich kann. Schließlich wohnt sie in Kopenhagen (Und - obwohl ich vor der Reise schon etwas Angst hatte - sie kann immer noch Deutsch). Deswegen geht erst einmal ein Dank an Lefa, für Unterkunft und Unterhaltung und "America's Next Topmodel"-Gucken und all das. Es war prima. Alle Negativpunkte werden zu Positivpunkten mit dir. ♥ 


Begonnen hat alles am Münchner Hauptbahnhof, wo der Zug nach Hamburg nicht losfahren wollte. Denn die Türen des Zuges öffneten sich nicht. Alle Menschen am Gleis verfielen in eine Gruppenpanik. Ja. Weil der Zug nämlich am Startbahnhof einfach mal ohne alle Menschen losfährt. Richtig. Nach 20 Minuten öffneten sich die Türen, alle konnten einsteigen und die Fahrt ging los. Ich habe Irving gelesen und geschlafen.

In Hamburg musste ich dann sehr schnell umsteigen, obwohl ich eigentlich eine halbe Stunde Aufenthalt gehabt hätte. Laut Plan. Aber die 20 Minuten Verspätung verlängerten sich noch. Glücklicherweise kenne ich den Hamburger Hauptbahnhof. Lustigerweise bin ich trotzdem die falsche Treppe runtergelaufen, habe es aber dann doch noch in den Zug Richtung Kopenhagen geschafft. Nur sitzen konnte ich erst einmal nicht, weil eine Frau auf meinem Platz saß und dort nicht weg wollte, weil - Achtung gutes Argument - sie schon eine lange Zugfahrt hinter sich hat. Ich anscheinend nicht. Sie stieg dann an der nächsten Haltestelle aus und ich konnte sitzen.

Nächster amüsanter Punkt: Eigentlich sollte der Zug auf die Fähre nach Dänemark fahren. Konnte er aber aufgrund irgendwelcher technischen Probleme nicht. Deswegen mussten alle Fahrgäste in Puttgarden aussteigen, zu Fuß auf die Fähre, mit der Fähre übers Meer fahren und auf der anderen Seite wieder in einen Zug einsteigen. Abenteuer! Glücklicherweise war ich nicht alleine, denn schließlich mussten das alle Fahrgäste machen und so konnte ich einfach dem Rudel folgen. Auf der Fähre saß ich dann draußen und unterhielt mich mit anderen Menschen, die alle noch weiter nach Schweden fahren wollten. Anscheinend wandert man im Sommer in Schweden. Die Überfahrt war sehr kurz, es gab Wind, der Zug wartete schon und fuhr dann ohne weitere Zwischenfälle nach Kopenhagen. Zwischenzeitlich war ich etwas verwirrt, ob Dänemark vielleicht in einer anderen Zeitzone ist, weil ALLE Uhren an den Bahnhöfen, die wir durchfahren haben, falsch eingestellt waren.

Zwölf Stunden nach der Losfahrt in München kam ich in Kopenhagen an. Der Zugführer warnte noch vor Taschendieben, die bevorzugt am Gleis stehen würden und sorgte so für einen super ersten Eindruck der Stadt. Am Gleis warteten dann keine Taschendiebe, sondern nur Lefa und zusammen fuhren wir in ihre Wohnung. Und ich musste erstmal schlafen.

Am nächsten Tag musste Lefa arbeiten und ich schlief lange und guckte sechs Folgen Gossip Girl, bis sie wieder daheim war. Andere Menschen würden in dieser Situation vielleicht alleine die Stadt erkunden. Ich nicht. Ich habe New York erkundet. Und mich wieder in Chuck Bass verliebt. 
Nach einer Mini-Tour zur neuen Fahrradbrücke versuchten wir bei Copenhagen Street Food Essen käuflich zu erwerben, was aber nicht funktionierte, weil unsere beiden Kreditkarten nicht mitspielen wollten. Dafür gab es dann leckere Nudeln in einem Restaurant.

Und morgen geht es weiter mit Tag 3 & 4, an denen wir weitere Touristendinge und Nicht-Touristendinge in Kopenhagen gemacht haben.