Samstag, 11. Juli 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 30.


Noch nie habe ich mich so sehr auf ein SuB-Buch der Woche gefreut wie in dieser Woche. Denn ich mag dieses Buch so gerne und ich kann das sagen, auch, wenn das Buch auf dem Stapel ungelesener Bücher liegt, denn ich habe es schon gelesen, nur eben nicht in dieser Ausgabe. Das ist wieder eine "deutsche Ausgabe - englische Ausgabe"-Verstrickung. Und außerdem ist dieses Buch so wahnsinng schön, weil es so wahnsinnig schrecklich aussieht.

Deswegen zitiere ich nun nicht den Klappentext, sondern zeige euch einfach das Buch.


The Great Gatsby by F. Scott Fitzgerald. 

Eigentlich sollte ich mir sehr viel mehr Bücher aus dieser "Pulp! The Classics"-Reihe kaufen. Ich meine, guckt doch! Lock up your daughters ... Darcy's in town! Und gerade habe ich gesehen, dass es Dorian Gray mit Ryan Gosing auf dem Cover gibt! Und "Die Verwandlung" mit dem sehr amüsanten Spruch "Change really bugged him"- da muss ich leider albern kichern. 

Ich kann mich noch ganz genau an den Kauf dieses Buch erinnern. Hamburg. Thalia. Spitalerstraße. Da lagen mehrere "Pulp! The Classics"-Bücher herum und ich dachte erst, dass das quasi irgendwelche Scherzausgaben wären. Umgeschriebener Text oder so. Aber nein. Originaler Text, nur sehr albernes Cover. Mein Herz war begeistert. Und seitdem steht es bei mir im Bücherregal und immer, wenn ich es sehe, lache ich wieder. Das ist doch auch schön. 

Ich hab das bestimmt schon viel zu oft bei viel zu vielen Büchern gesagt, aber The Great Gatsby steht auf meiner "Lese ich nach meiner MA"-Liste ganz weit oben. Um Gatsby und Daisy und Nick und Jordan (wie toll ist eigentlich Jordan? Ich finde, es sollte ein Spin-off mit ihr geben) wiederzutreffen. Dieses Mal auf Englisch. 

Mittwoch, 8. Juli 2015

Die schönste Art, sein Herz zu verlieren von Mamen Sánchez.


Originaltitel: La felicidad es un té contigo - Aus dem Spanischen von Anja Rüdiger - Erschienen im Thiele Verlag - 2015

Ein britischer Verlegersohn, der den Mitarbeiterinnen einer spanischen Kulturzeitschrift kündigen soll und sich unerklärlicherweise im Sacromonte verliert. Fünf Frauen in Madrid, die zu allem bereit sind, um ihren Job zu retten. Eine haarsträubende Lüge. Ein unerwarteter Kuss. Und eine gewitzte andalusische Großmutter als Hüterin eines literarischen Schatzes. 

Ich bin mal wieder extra spät dran. Zu Ostern hat die wunderbare Karla Paul neben vielen weiteren Büchern auch "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" beim ARD-Buffet vorgestellt (nächsten Mittwoch kommt Karla wieder zum ARD-Buffet, einschalten lohnt sich!). Damals dachte ich mir "Hm, klingt ganz nett, aber auch irgendwie ein bisschen kitschig"., weswegen ich mir das Buch nur halbherzig gemerkt habe. Aber das Cover war so einprägsam. Und es geht um eine Verlegerfamilie, da war ich schon irgendwie doch neugierig. Letzten Freitag hatte ich dann das sehr starke Bedürfnis, mir ein Buch zu kaufen (oder zwei ...). Und plötzlich stand ich mit der Herzverliererei an der Kasse. Am Samstag musste ich den Psychologen noch beenden, aber am Sonntag war dann endlich Zeit und ich las den ganzen Tag durch. So ein schönes Gefühl, insbesondere, wenn man sich davor so lange durch ein Buch gequält hat. Und was las ich nun am Sonntag?

Atticus Craftsman (Die Verlegerfamilie hat den lustigen Brauch, die Kinder immer nach Romanfiguren zu nennen. Ich musste jetzt kurz googlen - Atticus kommt aus "Wer die Nachtigall stört"), ganzer Stolz seines Vaters, soll sich beweisen und eine wichtige Aufgabe für den Verlag übernehmen - die schlecht laufende Kulturzeitschrift Librarte schließen. Im Gegensatz zu den anderen Zeitschriften, die der Verlag europaweit etabliert hat, ist die spanische Version nämlich so gar nicht am Markt angekommen und bereitet dem Mutterkonzern nur Verluste. Weg damit! (Kleine Anmerkung: Damit ist der Verleger Craftsman wohl kein Kulturverleger! Tse! Kulturverleger nehmen auch Verluste in Kauf, for the greater good und so)

Also reist Atticus mit sehr viel Earl-Grey-Tee nach Spanien und trifft dort auf die fünf Angestellten der Zeitschrift. Die da wären: Berta, die Chefin und Mutter der Zeitschrift. Soleá, die junge, hübsche Reporterin. María, Buchhalterin und Mutter, ihre drei Kinder wachsen quasi in der Redaktion auf. Asunción, die ältere, geschiedene Redakteurin. Gabriela, zuständig für die EDV. Diese fünf Frauen erwarten nun also zitternd den jungen Verlegersohn und die damit bevorstehende Kündigung. Aber so wirklich zittern tun sie nicht lange, sehr schnell wird ein Plan geschmiedet, wie sie das unvermeidliche Unglück noch etwas herauszögern können. Soleá soll Atticus den Kopf verdrehen (nicht wortwörtlich gemeint!) und ihn in ihre Heimat Andalusien locken, wo angeblich bisher unbekannte Liebesbriefe des Schriftstellers Federico García Lorca auf dem Dachboden ihrer Großmutter liegen. Was ein Sensationsfund wäre. Der Plan glückt, Atticus steckt mit Soleá irgendwo in der Pampa, nur leider macht sich irgendwann sein Vater Sorgen, weil er schon länger nichts mehr von seinem Sohn gehört hat und reist nach Spanien. Und benachrichtigt die Polizei.

Die sich daraus ergebenden Verstrickungen sind so herrlich amüsant und gewitzt, dass man allein deswegen das Buch lesen sollte. Was man eh machen sollte. Denn dieses Buch macht wirklich glücklich. Die ganze Atmosphäre ist so liebenswert und ich möchte bitte auch sofort in dieser Redaktion arbeiten. Trotzdem ist es nicht kitschig. Auf jeden Fall habe ich es nicht als kitschig wahrgenommen, die Liebespaarungen, die sich ergeben, entstehen ohne viel Drama und Herzschmerz (okay, ein bisschen Herzschmerz gibt es schon, aber nur ein ganz klein wenig und man weiß schon davor, dass das gut enden wird). Es gibt zwar auch ein bisschen Drama, aber auch das ist wohldosiert eingesetzt. Für mich hätte ein gerne noch ein bisschen mehr Verlagsleben sein können, ich weiß nicht wirklich, welche Bücher die Familie Craftsman so verlegt, aber dieser kleine Mangel liegt ja eher in mir begründet, weil ich ein Buchbranchen-Fangirl bin (hab ich schon gesagt, dass ich mich nach der Masterarbeit noch ein bisschen mehr mit der Trennung S. Fischer - Suhrkamp beschäftigen möchte, weil mir aus dem Briefwechsel zwischen CZ und GBF immer noch nicht so ganz klar geworden ist, wer jetzt eigentlich Schuld hat oder ob überhaupt jemand Schuld ist? Hier darf man gerne kurz "Freak!" denken).

Wer also noch eine Sommerlektüre sucht, die nicht seicht ist - Lest "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren"! (Und mir gefällt der Originaltitel so viel besser, da heißt das irgendwas mit "Glück ist Tee mit dir" und das passt auch so gut. Earl Grey! Überhaupt ist diese ganze britische Familie so herrlich amüsant.)

Montag, 6. Juli 2015

Der gute Psychologe von Noam Shpancer.


Originaltitel: The Good Psychologist - Aus dem Amerikanischen von Brigitte Heinrich - Erschienen bei btb - Juli 2014 - Vielen herzlichen Dank für das Leseexemplar!

Er ist Psychologe, sein Spezialgebiet die Angst. Am Tag praktiziert er, am Abend erklärt er Studenten, was eine gute Therapie ausmacht. Als er wenig begeistert eine Nachtclubtänzerin mit Auftrittsphobie als Klientin annimmt, ahnt er nicht, wie sehr deren Probleme und Geheimnisse auf sein eigenes Leben abstrahlen werden ...

Die Brigitte sagt zu diesem Buch: "Interessieren Sie sich für Psychologie? Wenn ja: Lesen Sie diesen Roman." und vielleicht hätte mich dieser Satz warnen sollen, aber ich habe ihn erst gelesen, als das Buch schon vor mir lag. Der Satz steht nämlich im Buch. Ausgefuchst. 

Der Psychologe, dessen Namen wir nicht erfahren, was mir gut gefallen hat, hat also eine Praxis für Angststörungen. Herr Gatsby meinte, dass das komplett unsinnig ist, ich kenn mich da aber nicht aus und nehme das erst einmal so hin. Er hält außerdem am College einen Abendkurs, um den Studenten den Weg aus der Theorie in die Praxis zu zeigen. Und dann hat er noch eine Geliebte, oder eher eine ehemalige Geliebte, Nina, mit der er ein Kind hat, welches er aber so gut wie nie sieht, weil Nina das Kind als gemeinsames Kind ihres Mannes ausgibt. Ach, ja. Und die Nachtclubtänzerin, die als neue Klientin beim guten Psychologen eine Therapie beginnt.

Soweit die Ausgangslage. Anfangs fand ich es ganz  nett, dass jeder dieser Punkte ein eigenes Kapitel bekommen hat und die Kapitel sich immer in der gleichen Reihenfolge abgewechselt haben. Das hat mich sehr an In Treatment erinnert, die Serie war schließlich auch der Auslöser, warum ich dieses Buch lesen wollte. Nur hat mich die Geschichte komplett kalt gelassen. Die Therapie der Nachtclubtänzerin war belanglos, von anderen Therapiestunden bekommt der Leser nichts mit, die Vorlesung war belanglos und der einzige für mich interessante Punkt, nämlich das Verhältnis des Therapeuten zu Nina wurde relativ kurz abgehandelt und danach vernachlässigt. 

Ich hatte zwischenzeitlich öfter überlegt, ob ich das Buch abbrechen soll, weil ich einfach keinen Zugang dazu gefunden habe, aber ich bin ganz schlecht im Abbrechen von Büchern, deswegen hab ich mich durch die letzte Hälfte des Buches gequält und das Gähnen ignoriert. 

Vielleicht ist das Buch wirklich interessant, wenn man sich für Psychologie interessiert bzw. wenn man ein Grundverständnis für Psychologie und psychologische Behandlungen hat. Vielleicht ist es genau das richtige Buch für Psychologie-Studenten. Mich lässt das Buch komplett emotionslos zurück. Ich könnte noch sagen, dass mir das Cover gefällt, das wars dann aber schon. 

Hat vielleicht jemand das Buch gelesen und kann meine Emotionslosigkeit verstehen? Oder tu ich dem Buch unrecht? 

Sonntag, 5. Juli 2015

Neu im Bücherregal - Die Juni-Bücher

Eine neue regelmäßige Kategorie, wie schön! Nach dem SuB-Buch der Woche (samstags), der Fotobreze (letzter Tag im Monat) und Aufbrezeln in München (mittwochs, derzeit pausierend aus Brezenunhungergründen) kommt jetzt jeden ersten Sonntag im Monat: Neu im Bücherregal - Die insert betreffenden Monat-Bücher. Eine Erinnerung, aber auch eine Ermahnung an mich selbst, welche Bücher ich mir im zurückliegenden Monat gekauft und welche ich geschenkt bekommen habe. Also quasi die Neuankömmlinge, die sich erst noch an mich gewöhnen müssen. Oder ich mich an sie. Ein Fest. 

Für den Monat Juni sind es diese neun Bücher:


Pippa Lee von Rebecca Miller. Bei Oxfam gekauft, weil letztens beim Blauen Sofa Rebecca Miller interviewt wurde und ich das neue Buch von ihr ("Jacobs wundersame Wiederkehr") ganz interessant finde, aber "Pippa Lee" war da die günstigere Einstiegsvariante. Unnützes Wissen: Rebecca Miller ist die Tochter von Arthur Miller, die Ehefrau von Daniel Day-Lewis und Besitzerin von wunderschönen Locken.

Wie der Soldat das Grammofon repariert von Saša Stanišić. Nachdem ich von "Vor dem Fest" so begeistert war, schenkte mir die allerliebste Josefina dieses Buch zum Geburtstag. Ich freue mich schon sehr darauf, es möglichst bald zu lesen. 

Der gute Psychologe von Noam Shpancer. Rezensionsexemplar vom Bloggerportal. Ich erhoffe mir irgendwie eine Buchform von "In Treatment", die Serie mochte ich schon arg gerne. Dieses Buch lese ich auch gerade, der Einstieg hat mir nicht so besonders gut gefallen, jetzt bin ich auf Seite 97 und es hat sich doch ein wenig zum besseren gewendet. Mal sehen, wie das noch weitergeht. 

Ich finde ja die Menge an "Geschenkausgaben", oder wie auch immer diese kleinformatigen Bücher heißen mögen, irgendwie sehr auffallend, die mag ich nämlich normalerweise gar nicht so gerne. Weil die Schrift so klein ist. Man wird ja nicht jünger. Aber bisher klappt es recht gut. 

Elementarteilchen von Michel Houellebecq. Noch ein Oxfam-Buch, noch eine günstige Einstiegsvariante, weil ich zwar eigentlich gerne "Unterwerfung" lesen möchte, ich es mir aber aus Zeit- und anderen Gründen gerade nicht zutraue. Also erstmal gucken, ob mir der Schreibstil von Houellebecq gefällt. 

Goetheallee von Jens Wonneberger. Auf der Buchmesse habe ich dieses Buch (und auch alle anderen Bücher des Verlags Müry Salzmann) bewundert, weil mir das Coverdesign so gut gefällt. Schlicht und weiß und all das. Außerdem mochte ich den Klappentext für den Satz "Ich hasse es Ansichtskarten zu  schreiben. Schriftsteller sind Menschen, denen das Schreiben schwerfällt, wollte ich sagen.". Das Buch wurde notiert und als wir dann in Salzburg waren und ich das Buch in einer Buchhandlung sah, musste ich es kaufen, weil das Buch in Deutschland nie einfach so in einer Buchhandlung stehen würde (jedenfalls habe ich es noch nie irgendwo stehen sehen) und man braucht doch auch gutes Andenken aus Salzburg. Und was wäre da besser als ein Buch aus einem Salzburger Verlag?

Verlorene Illusionen von Honoré de Balzac. Weil ich den besten Gatsby aller möglichen Gatsbys habe, bekomme ich von ihm nur hochwertige Literatur zum Geburtstag. Hochwertige Literatur in wunderschönen Ausgaben. Und in dem Buch geht es um Buchhändler und Verleger und Paris im 19. Jahrhundert! 

Die Nächte auf ihrer Seite von Annika Reich. Wieder eines dieser gemeinen Schnäppchen-Mängelexemplare bei Buch & Töne, an denen ich nicht vorbeigehen kann. Und ich mag es, dass die Frau in dem Buch eine Kamera im Wohnzimmer aufstellt, um Paare, die zur Therapie gehen, zu filmen. Schon wieder Therapie. 

Felix oder zehn Dinge, die ich an dir liebe von Hannah Simon. Auch  bei Oxfam gekauft und von meinem Neueinsteiger in die Liste der Lieblingsverlage - die Frankfurter Verlagsanstalt. Der arme Felix hat ganz viel Glück, ist aber gegen Glück allergisch. Oh weh. Mal sehen, ob mich das Buch glücklich macht oder ob ich allergisch reagiere.

Adam und Evelyn von Ingo Schulze. Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste und zwar nicht nur wegen der Punkte auf dem Cover. Aber auch deswegen. Und dann liegt es bei Oxfam rum, da muss man es doch retten. Und ich lerne beim Lesen dann was über die Maueröffnung und Adam und Eva (da steht absichtlich Eva, ne). 

Eigentlich habe ich noch ein Buch gekauft und zwar Letzte Einkehr von Imre Kertész, aber das war nicht für mich, das war ein Geschenk für Herrn Gatsby. Auch in Salzburg gekauft. 

Und - auch was für euch dabei? Irgendwie finde ich die kunterbunte Mischung ja sehr amüsant. 

Samstag, 4. Juli 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 29.


Das heutige Buch hat keinen Klappentext! Also so gar keinen. Nicht einmal Zitate oder Auszüge aus dem Buch! Oh weh. Dafür ist es sehr groß und dick und grün. Sherlock Holmes - Gesammelte Werke von Arthur Conan Doyle in der Ausgabe von Anaconda. Dieses Buch ist so dick, ich presse Blumen darin. 

Ein paar der Geschichten habe ich bereits gelesen, denn eine Ausgabe mit mehreren Kurzgeschichten zu Sherlock Holmes habe ich mir damals, vor vielen Jahren nach der Sichtung des ersten Sherlock-Holmes-Filmes mit Robert Downey jr. gekauft. Und gelesen. Und irgendwann danach auch den Baskervilles-Hund. Ich kann mich an die einzelnen Geschichten zwar nicht mehr erinnern, beim Hound mochte ich aber, dass Sherlock den Fall löst, ohne wirklich anwesend zu sein. 

Obwohl ich den Robert Downey jr.-Sherlock mochte, muss ich aus heutiger Sicht sagen, dass ich den Cumberbatch-Sherlock noch sehr viel lieber mag. Der wirkt echter. Wann kommt da eigentlich die nächste Staffel? Und warum habe ich es immer noch nicht geschafft, die relativ kurzen Geschichten aus diesem Buch zu lesen? Könnte man doch immer vor dem Schlafengehen machen. Ein U-Bahn-Buch ist diese Ausgabe eh nicht. 

(Wenn ich mich richtig erinnere, fehlen in dieser Ausgabe aber einige Sherlock-Geschichten, was sehr traurig ist, eigentlich hätte ich da lieber eine Gesamtausgabe, keine gesammelten Werke. Aber vielleicht kauf ich mir auch einfach irgendwann einmal eine englische Ausgabe mit allen Geschichten, die englischen Ausgaben sind nämlich eh viel schöner)