Donnerstag, 19. August 2010

Man möchte brechen

Vielleicht bin ich leicht formbar. Kann sein.
Jedenfalls habe ich beschlossen, dass ich in nächster Zeit weniger Fleisch essen werde.

Und das liegt an diesem Buch.

Ich mag Herrn Foers Schreibweise ja schon bei "Extrem laut und unglaublich nah".
Doch das hier ist nicht zu vergleichen.

Hier bekommt man all die schönen Dinge, die man über Massentierhaltung irgendwo in seinem Bewusstsein tief verdrängt hat wieder auf einem Silbertablett präsentiert.
Die ungeschonte Wahrheit.
Zahlen, die etwas arg heftig sind.
Ideen, die einen nicht mehr loslassen (Warum essen wir keine Hunde, obwohl es so viele davon gibt und so viele in Tierheimen landen und das eigentlich total lukrativ wäre sie zu essen anstatt sie einzuschläfern oder eben im Tierheim ewig eingesperrt zu halten ...).

Die Misshandlungen der Tiere in Massentierhaltungen fand ich am heftigsten. Das ist wirklich nur noch beschämend. Wenn Schweinen die Augen ausgestochen werden, ihre Schnauzen "wie Mortadella" abgeschnitten werden, Kühen die Beine bei lebendigen Leib abgeschnitten werden ... ich könnte noch weiter machen, aber eigentlich will ich, dass sehr viele Menschen dieses Buch lesen.
Nein, man muss sich nicht bekehren lassen zum Vegetarier. Ich bin ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass ich ein richtiger Vegetarier werde. Aber ich finde es reicht schon für den Anfang wenn man mal wirklich bewusst darüber nachdenkt woher das Fleisch auf dem Teller herkommt. Und dafür ist "Tiere essen" wirklich sehr gut.
Herr Foer zeigt Alternativen.
Es gibt auch "gutes" Fleisch, Tiere die so artgerecht wie nur möglich aufgezogen werden, die draussen leben dürfen, die sich fortpflanzen können (das wusste ich beispielsweise nicht, dass die heutige Pute sich gar nicht mehr selbstständig fortpflanzen kann. Und das finde ich wirklich sehr krank ...), die sich einfach normal verhalten dürfen, ohne Medikamentencocktail im Essen, ohne Platzmangel, ohne künstlichen Tagesablauf.
Aber Herr Foer schreibt auch, dass es zwar sehr löblich ist zu versuchen nur "gutes" Fleisch zu kaufen und zu essen, am Ende steht für das Tier trotzdem der Schlachthof. Und egal wie schön sein Leben davor war - dort endet es. Und das meist auf brutale Art und Weise.

Ich weiß nicht ob ich das wirklich lange aushalte kein Fleisch bzw. weniger Fleisch zu essen. Was jetzt nicht unbedingt daran liegt, dass ich so waaaaaaaaaaaahnsinnig gerne Fleisch esse.
Es ist nur einfach bequemer.
Aber diesen Gedanken finde ich gerade sehr unerträglich.
Tiere müssen leiden weil ich es bequem haben möchte.

Deswegen gibt es in der Kantine gerade nur Nudeln. Und Salat. Yay, ich und Gemüse. Ein Spaß. Trotzdem. Ich will es versuchen. Und gucken ob ich es genauso lang aushalte wie Arbeitskollege. Muhahaha.

Ich habe nun Bruderherz das Buch zu lesen gegeben. Mal sehen wie er es findet.

1 Kommentar:

  1. Ich empfehle hierzu immer wieder gerne die Doku "Earthlings"!
    Und dann möchte ich noch eine Lanze brechen für "gutes" Fleisch. Das Ende mag bei allem gleich sein, aber der Weg dahin zählt auch. Und es gibt in Deutschland definitiv Biohöfe, die selber schlachten (was wesentlich weniger Stress für das Tier bedeutet) oder die wenigstens einen Schlachter in der Nähe haben, um weite Wege zu vermeiden. An die kommt man im Alltag meist nicht so gut ran. Aber es gibt sie.
    Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich meinen http://treschahanta.blogspot.com/2009/08/die-wahrheit-tut-weh.html
    Eintrag geschrieben hab.
    Ich bin öfter schwach geworden, als ich wollte.
    Aber es ist ein Prozess und der ist noch nicht abgeschlossen, trotzdem hat sich schon viel in meinem Kaufverhalten geändert.

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