Donnerstag, 9. April 2015

Ich habe heute leider keine Breze für dich!


So ist das nun mal. Manchmal gibt das Leben einem Brezen, manchmal nicht. Manchmal bekommt man stattdessen Tabletten. Grippostad C zum Beispiel (wie anstrengend das ist, wenn man erstmal das Internet fragen muss, ob man die Tablette nehmen darf oder ob die irgendwelche Wechselwirkungen mit der Pille hat und dann stehen da irgendwelche Wechselwirkungen, aber dann geht es da nur um den Abbau von Koffein. Als ob mich Koffein interessieren würde). Weil ich am Dienstag schon etwas rumkränkelte und deswegen das Haus nicht verlassen wollte, gabs nur ein Buch, aber keine Breze. Am Mittwoch bin ich dann aufgewacht und - war krank. Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Rückenschmerzen, meine Zähne taten weh, wenn ich was getrunken habe, meine Haare taten beim Haare kämmen weh, meine Haut tat bei jeglicher Berührung weh, meine Nase produzierte viel zu viel Schleim und ich war müde. So müde. Ich wollte diesen herrlichen Beitrag von Herzpotenzial zu "Moshi Moshi" von Banana Yoshimoto lesen, aber ich konnte nicht. Es war zu anstrengend. Alles war zu anstrengend. Twitter war zu anstrengend, Facebook war zu anstrengend, Lesen war zu anstrengend, alles. Fünf Minuten konnte ich mich immer beschäftigen, danach war Schluss und ich musste mich wieder für eine halbe Stunde ins Bett legen. Am Abend habe ich es geschafft ein Käsebrot zu essen, das wars dann aber auch schon, danach war ich wieder so müde, dass ich gleich ins Bett gegangen bin. 

Ein aufregender Tag, also. Ich konnte wenigstens ein bisschen bei "Gone Girl" von Gillian Flynn weiterlesen und bisher mag ich das Buch recht gerne. Ich mochte aber den Film aber auch richtig-richtig gerne und singe beim Lesen immer laut in meinem Kopf das Lied aus dem Trailer. She. 

Heute bin ich aufgewacht und aufgestanden und mir tat nichts weh. Großer Fortschritt. Zähne putzen wurde dann zu einer Kraftanstrengung und so ein Föhn ist schon mächtig schwer, trotzdem bin ich in die Arbeit gegangen, habe zwei Taschentuch-Packungen vollgerotzt und bin nach drei Stunden wieder nach Hause gefahren, weil es doch etwas arg anstrengend war. Aber ich hab den größten Teil meiner Arbeit geschafft, ich hab sogar eine ganze Kiste mit Briefen vom Keller in mein Büro getragen, hurra! 

Jetzt sitz ich auf der Couch, umzingelt von Taschentüchern und versuche, mich nicht zu überanstrengen, weil ich schnell wieder gesund werden will, weil ich morgen in die Arbeit will, weil ich eigentlich für meine Masterarbeit weiterlesen muss. Und am Montag fängt das neue Semester an! Mein letztes Semester! Konfetti und Blumenregen und so!

Dienstag, 7. April 2015

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand von Sibylle Berg.

Originalausgabe - Erschienen bei Hanser - Februar 2015 - Kaufbar beispielsweise auch bei Fischers Bücherstube


Ist Sex lebensnotwendig? Oder doch eher die Liebe? Chloe und Rasmus sind bald zwanzig Jahre verheiratet, aber sie wissen es immer noch nicht. Benny hilft ihnen.

Wupps. Irgendwie habe ich dieses Buch innerhalb eines Tages weggelesen, was gelogen ist, denn ich habe heute in der Früh noch die letzten dreißig Seiten gelesen, also waren es eigentlich zwei Tage, doch ich zähl das jetzt als einen Tag, weil das nur so wenige Seiten waren und ich nach fünfzehn Minuten schon fertig war. Egal. Auf was ich hinaus will - Was für ein Pageturner! Und ich mag dieses Wort noch nicht einmal. Und das Buch ist nicht einmal spannend, das ist kein Krimi oder so. Es ist einfach nur intensiv. Und das auf so wenigen Seiten. Und ich mag die extrem kurzen Kapitel, wenn man das Kapitel nennen will, weil ich mir dann immer denke "Och, ein Kapitel kannste noch lesen" und dann sieht man ja was dabei rauskommt. 

... ich will mich nie dabei hören, leise zu raunen: Ja, der Mann, der konnte noch schreiben. 

Rasmus ist Theater-Regisseur Komma erfolgloser, Chloe seine Frau. Sie arbeitet aus Langeweile in einem Antiquariat. Rasmus kommt aus Finnland. Also so halb. Damit mag ich Rasmus ein klein wenig lieber als Chloe. Wenn ich eine Lieblingseinteilung machen müsste. Muss ich aber nicht. Die Beiden sind schon sehr lange verheiratet, die Leidenschaft ist schon sehr lange abwesend, eigentlich war sie nie da, eigentlich war der Sex zwischen den Beiden immer mehr Pflicht als Kür. Trotzdem/Gerade deswegen lieben sie sich. Die Beiden sitzen irgendwo in Südamerika (?) fest, weil Rasmus einen Weltverbesserungstrip hat und gerade alle Jugendlichen mit deutschen Gedichten retten will. Und scheitert. Wie immer. Eigentlich warten die Beiden nur darauf, dass sich Rasmus endlich die Niederlage eingesteht und sie wieder zurück nach Deutschland fliegen können. Dauert aber noch ein bisschen. Bis dahin hat Chloe Zeit, einen Masseur kennen zu lernen. In den sie sich verliebt. Beziehungsweise denkt sie, dass sie sich verliebt hat, ich denke, dass sie sich in den Sex verliebt, nicht in den dahinterstehenden Mann (hihi, stehen). Sie lässt Rasmus sitzen, verbringt eine Woche mit Benny, dem Masseur, fliegt mit Rasmus zurück nach Deutschland und leidet. Bis Benny nach Deutschland kommt und bei Chloe und Rasmus einzieht. Hält eine Ehe, die nicht auf Sex fußt, eine außereheliche Affäre aus? Das erfährt man, wenn das Licht angeht. Und man das Buch liest. Lest es.

Montag, 6. April 2015

Im Hause Longbourn von Jo Baker.


Originaltitel: "Longbourn" - Aus dem Englischen von Anne Rademacher - Erschienen bei Knaus - September 2014 - Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

"Wenn Elizabeth Bennet ihre Petticoats selbst waschen müsste", dachte Sarah, "würde sie bestimmt sorgfältiger mit ihnen umgehen." Es ist Waschtag auf Longbourn, und das Hausmädchen Sarah müht sich über Wäschebottichen und träumt dabei von einem anderen, aufregenderen  Leben. Als der junge James auf dem Hof auftaucht, scheint er wie die Antwort auf ihre Stoßgebete - doch James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft, das das Leben auf Longbourn für immer verändern könnte.

Stolz und Vorurteil trifft auf Downton Abbey. So hab ich mir "Im Hause Longbourn" von Jo Baker vorgestellt. Ob das Buch diesen relativ hohen Ansprüchen genügen konnte, erfährt man nach einer kurzen Inhaltszusammenfassung. 

(Hier könnte man sich jetzt auch gut die Intromelodie von Downton Abbey vorstellen)

Sarah arbeitet als Hausmädchen im Hause Longbourn und erledigt die Aufgaben, die ein Hausmädchen so zu erledigen hat. Wäsche waschen, putzen, kochen, den Mädchen des Hauses beim Ankleiden helfen, frisieren (Locken brennen ... Zum ersten Mal bin ich froh, dass ich schon Locken habe) und solche Dinge. Der geneigte Leser kennt das Haus Longbourn natürlich, ich bin aber so ehrlich und gebe zu, dass mir der Name des Hauses erst nichts gesagt hat und ich nur aufgrund des Klappentextes die Verbindung zu "Stolz und Vorurteil" gezogen habe. Sarah ist also das Hausmädchen der Familie Bennet und so erleben wir die Geschichte um Elizabeth und Mr. Darcy aus einem anderen Blickwinkel. Denn - wie die Autorin Jo Baker in ihrer Nachbemerkung nachbemerkt - alle Hausangestellten aus "Im Hause Longbourn" kommen auch in "Stolz und Vorurteil" vor, nur sind sie dort namenlose, austauschbare Geister, die unbemerkt durchs Haus schweben und Jane Austens Geschichte nur selten berühren. 
Deswegen konnte Jo Baker auch sehr frei agieren und den Hausangestellten ganz unterschiedliche Hintergrundgeschichten verpassen. Sarah und Polly, das andere Hausmädchen, sind beides Waisen, Mrs. Hill ist die Haushältern und mit Mr. Hill, dem alten Kutscher und Hausdiener verheiratet. Eines Tages kommt James Smith nach Longbourn und wird als weiterer Hausdiener angestellt. Warum? Weil er ein spooky Geheimnis in sich trägt. 
Wie Elizabeth und Mr. Darcy tänzeln Sarah und James umeinander herum, ohne sich wirklich näher zu kommen. Dann kommt es doch zum ersten Kuss. Alles scheint gut, doch dann verschwindet James plötzlich wieder. Sarah bleibt unglücklich zurück und erst, als aus Elizabeth Benett Mrs. Darcy geworden ist, bringt Sarah den Mut auf, nach James zu suchen. 

Bevor ich etwas darüber sage, wie mir das Buch gefallen hat, muss ich noch ein weiteres Geständnis machen: Ich finde Jane Austen langweilig. Das hab ich bereits bei diesem SuB-Buch anklingen lassen. Ich bin eine Brontë-Schwester. Ich möchte zwar auf jeden Fall noch ein paar mehr Austen-Bücher lesen (bisher hab ich nur "Stolz und Vorurteil" gelesen und das ist schon hundert Jahre her. Genauer gesagt 10 Jahre), aber wenn ich mich bei irgendeinem Psycho-Test zwischen Austen und Brontë entscheiden müsste, würde die Wahl immer eindeutig auf die Schwestern fallen. Da passiert was! Und zwar mehr als nur ein marriage plot. Und meine Befindlichkeiten gegenüber Austen erstrecken sich auch prinzipiell nur auf die Bücher. Ich werde auf jeden Fall in nächster Zeit eine Stolz-und-Vorurteil-Verfilmung gucken, damit ich die Geschichte von "Im Hause Longbourn" mit "Stolz und Vorurteil" verbinden kann. Und auch, wenn Colin Firth der einzige Mr. Darcy ist, werde ich wohl die Verfilmung mit Keira Knightley wählen, weil mir die BBC-Umsetzung einfach viel zu lang ist. 

Jetzt - voller Spannung erwartet - meine Meinung zum Buch:

Hmpf.

Ich hab mir wirklich Mühe gegeben, das Buch gut zu finden. Wirklich. Ich wollte nicht schon wieder die kritische Blogtante sein, die immer nur herum kritisiert. Und die Voraussetzungen waren doch so gut. Ich liebe Downton Abbey für seine Oben-Unten-Darstellung und für seine glaubhaften Charaktere. Bei "Im Hause Longbourn" fand ich nur die Original-Austen-Charaktere glaubhaft gezeichnet. Die Charakterisierung und Hintergrundgeschichten jedes einzelnen Hausangestellten fand ich eher unglaubwürdig.
Das trifft insbesondere auf James Smith zu, dessen Vorgeschichte auch mitten in der laufenden Geschichte die Handlung unterbricht. Und dessen spooky Geheimnis es schafft, auch fast einen Original-Austen-Charakter kaputt zu machen. Aber auch nur fast. Denn das Geheimnis ist dann plötzlich nicht mehr wichtig. Da hätte man das auch einfach gleich bleiben lassen können.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich alle eigenen Ideen doof und alles von Jane Austen gut fand. Vom Blickwinkel der Hausangestellten passiert nämlich auch mal was. Jedenfalls so halb. Jedenfalls sitzt man nicht ständig nur rum und wartet. Man könnte also "Im Hause Longbourn" als Kurzfassung von "Stolz und Vorurteil" lesen, denn alle wichtigen Eckpunkte kommen vor. Vielleicht sollte man dann aber doch lieber gleich "Stolz und Vorurteil" lesen. Oder einfach Downton Abbey gucken. Das ist eh immer die allerbeste Variante von allen.

Samstag, 4. April 2015

Das SuB-Buch der Woche - Folge 16.


Muumipapan muistelmissa vakaasta perheenisästä kuoriutuu seikkailija, joka jo nuorena ottaa kohtalon omiin käpäliinsä karkaamalla löytölasten kodista. Pian hän tapaa Frederiksonin, Hosulin ja Juksun. Lentävä jokilaiva Merenhuiske kiidättää heitä seikkailusta toiseen. Tarinasta selviää myös, miten pieni merenvahasta valmistettu raitiovaunu päätyi salongin peilin alle - ja miten Muumipappa kohtasi Muumipeikon äidin. Harmainkin sumu voi värjäytyä ruusunpunaiseksi kuin Hemulin sunnuntaihatun harso.

Das hier wird mein Lieblingsbeitrag werden. Ich amüsiere mich jetzt schon prächtig, dabei musste ich mich gerade beim Abtippen des Klappentextes so konzentrieren. Und ein bisschen weinen. Ich kann kein Finnisch mehr. Denn das da oben in kursiv, liebe Kinder, das ist nicht der Beweis dafür, dass ich mit dem Kopf gegen die Tastatur geknallt bin, nein, das ist Finnisch. Und früher, also damals, 2011, als ich ein halbes Jahr in Finnland war, konnte ich Teile der Wörter entziffern. Jetzt kann ich noch sagen, dass "ja" "und" heißt. Und das Wort "miten" kam mir bekannt vor, ich wusste aber nicht mehr, was es bedeutet. Das ist schon sehr traurig. Aber dafür kann ich immer noch besser auf Finnisch bis zehn zählen als auf Französisch. Auch ein bisschen traurig. Gut, dass bald das neue Semester beginnt, dann steigt der Druck wieder Französisch zu üben. Oui, oui!

Gut, dass ich auch bisher immer noch nicht verraten habe, um welches Buch es sich denn handelt. Aber vielleicht haben das schlaue Menschen schon erkannt. Muumipapan urotyöt von Tove Jansoon. Auf Deutsch ist das wohl der Band "Muminvaters wildbewegte Jugend", das bedeutet, ich habe gar nicht den ersten Band gekauft - schockierend. Aber wohl auch relativ egal. Ich behaupte nämlich mal, dass ich dieses Buch wohl leider nie lesen werde. Außer, ich verwandle mich plötzlich in ein Sprachgenie und meine Finnischkenntnisse erwachen über Nacht zu neuem Leben. Bis dahin guck ich mir einfach die Zeichnungen an. Ich kenn die Mumins ja nur als Zeichentrickserie und da fand ich die immer richtig gut. 

Ich kann noch zu diesem Buch die Geschichte seines Kaufs erzählen. Das war nämlich in Helsinki. Wo auch sonst? Wenn man ein halbes Jahr in Helsinki verbringt, ist die Wahrscheinlichkeit, sich genau dort ein Buch zu kaufen, relativ hoch. Also. Helsinki. Bei Stockmann. Stockmann ist so ähnlich wie in Deutschland Karstadt oder Galeria Kaufhof. Ein Kaufhaus eben. Und von diesem Kaufhaus gab es auch eine Buchhandlung. Die war sehr groß. Und es gab dort auch relativ viele deutsche Bücher, darunter auch Thomas Glavinic, was mein Fangirlherz sehr erfreute. Auf dem Kassenzettel (natürlich hab ich den Kassenzettel aufgehoben) steht, dass ich das Buch am 16.05.2011 gekauft habe, da bin ich dann quasi schon bald wieder nach Hause gefahren. Und ich hab den passenden, alten Blogeintrag gefunden. Da hab ich noch fünf Wörter aus dem ersten Absatz des Buches verstanden. Gut zu wissen.

Jetzt möchte ich wieder nach Helsinki. Nur die Flüge dorthin sind gerade ganz schön teuer.

Mittwoch, 1. April 2015

Fotobreze - März 2015

Diese schnell vergehenden Monate machen mich fertig. Und dadurch, dass die meisten Handyfotos schon im Blogeintrag zur Leipziger Buchmesse gelandet sind, wird das nun eine sehr kurze Fotoschau. Außerdem muss ich doch fleißig Bücher lesen. Für die Masterarbeit, ne. Für die Freizeit doch nicht. Freizeit ist komplett überbewertet (gestern hat mich der Postbote gefragt, ob die vielen Bücher, die wir immer geschickt bekommen, für die Freizeit oder fürs Studium sind. So weit ist es schon gekommen!). Als Abwechslung zu den Briefen les ich jetzt "Des Teufels General", denn in den Briefen wird dieses Stück gerade in Deutschland aufgeführt. Total spannend!


// Mit Gummitierchen und Textmarker zur Bezwingung der feministischen Literaturwissenschaft //
// Niemand liebt Schokoladen-Erdnüsse so sehr wie ich //
// Auf der Buchmesse sind mir die Nacktschnecken schon aufgefallen, deswegen hab ich letzte Woche den Livestream von Lovelybooks mit Rebecca Martin geguckt //


 // Hashtag #killthemaster //
// Eine durchdachte To-Do-Liste //
// Eine durchsichte Tüte mit Büchern drinnen für die Bib //
// Ein Fensterplatz in der Bib //


// Der Grund, warum der Postmann nach den Bücherlieferungen fragt //
// Merkliste, wenn man in die Stadt zum Büchergucken fährt //
// Ergebnis, wenn man in die Stadt zum Büchergucken fährt // 


// Frühstück //
// Mittagessen //
// Abendessen //


// Das Logo verstört mich //
// Zickige Büroklammern in der Arbeit (nie schaffe ich es, genau eine Büroklammer zu entnehmen) //
// Meine U-Bahn-Station wird umgebaut, die schönen Bilder sind weg // 


// Blumen gekauft //
// Gänse geguckt //
// Blumen eingepflanzt // 


// Tiere 1: Der  Hund //
// Tiere 2: Ein Känguru und eine Königin //
// Tiere 3: Dachs und Emma waren sehr traurig, dass sie nicht mit zur Buchmesse durften //